Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Zeit’

Kapitalismus: Aus dem Gleichgewicht

Posted by hkarner - 18. Juni 2019

Date: 17-06-2019
Source: Die Zeit: Ein Essay von Wolfgang Merkel

Der Kapitalismus agiert heute schneller als die Demokratie, das goldene Zeitalter der fruchtbaren Koexistenz beider Systeme ist abgelaufen. Wie konnte es so weit kommen?

Kapitalismus: „Das Finanzkapital ist auf den Fahrersitz gesetzt worden“ (George Soros 1998)

Wolfgang Merkel ist Direktor der Forschungsabteilung Demokratie und Demokratisierung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Professor für Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Kapitalismus und Demokratie sind heute höher entwickelt denn je. Gleichzeitig sind sie fragiler und verwundbarer geworden. Die Balance zwischen Politik und Ökonomie ist aus dem Gleichgewicht geraten. Ein Rückblick auf die Entwicklung und drei Thesen sollen verdeutlichen, wie es dazu kam. Den Rest des Beitrags lesen »

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Kapitalismus geht auch ohne Demokratie

Posted by hkarner - 8. Juni 2019

Date: 07-06-2019
Source: Die Zeit

Der demokratische Kapitalismus westlicher Prägung könnte zum Auslaufmodell werden. China zeigt der Welt gerade, wie eine datengetriebene Planwirtschaft funktioniert.

Ein Essay von Thomas Beschorner, Miriam Meckel und Léa Steinacker

China zeigt der Welt, dass für einen funktionierenden Kapitalismus keine demokratischen Strukturen notwendig sind.

Thomas Beschorner ist Professor für Wirtschaftsethik und Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St.Gallen. Miriam Meckel ist Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St.Gallen sowie Gründungsverlegerin der Digitalplattform ada. Léa Steinacker ist Chief Strategy Officer von ada.

Es gibt die Hoffnung, dass der Kapitalismus in naher Zukunft durch ein besseres System abgelöst werden könnte. Und es gibt die Hoffnung, dass er endlich wieder zu seinen Wurzeln der reinen freien Märkte zurückkehren könnte. Welche der beiden Position man auch immer bevorzugt – es gibt noch eine dritte Variante: die Revitalisierung der Planwirtschaft auf Datenbasis. Den Rest des Beitrags lesen »

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The Sick Man of Europe Is Europe

Posted by hkarner - 29. Mai 2019

Date: 28-05-2019
Source: The Wall Street Journal By Josef Joffe

The EU’s election results show the Continent is far from realizing its dreams of becoming a superpower.

Brexit Party leader Nigel Farage

Two takeaways from Sunday’s European Union elections: First, the centrists—the moderate right and left—were decimated. For the first time since 1979, Christian Democrats and Social Democrats, the reliably pro-European bloc, no longer hold the majority in the 751-member European Parliament. Second, the far right—the Europe bashers and nationalists—scored big, increasing their take to about 170 seats. In Britain, the Brexit Party trounced both Labour and the Tories. In France, Marine Le Pen’s National Rally outpolled President Emmanuel Macron’s party and its allies.

The numbers mirror the shifting tectonics of European politics, which are pushing against the “ever-closer union” enshrined in the European Community’s founding treaties. It was a noble and not wild-eyed dream. Relentlessly expanding from the original six member states to 28, the EU boasted everything that could go into the making of a superpower. Its gross domestic product is only $2 trillion behind America’s and $5 trillion ahead of China’s. The EU fields as many soldiers as the U.S. does, and its population outstrips America’s by nearly 200 million. Yet in global clout, the EU is a waif in a world dominated by Washington, Beijing and Moscow.

Nor will the fates favor the EU anytime soon. For all its splendor, Europe has not been able to transmute its magnificent riches into strategic muscle, and this for three reasons.

First, as the rise of the nationalist right shows, the EU suffers from deepening ideological divisions. In the east, Poland, Hungary and the rest are jealously defending the sovereignty they had lost first to Hitler, then to Stalin. They cherish subsidies from Brussels but will not yield to what they see as diktats of liberal goodness. Den Rest des Beitrags lesen »

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Weltmächte im Vergleich

Posted by hkarner - 7. Mai 2019

Wirtschaftlich kann die Europäische Union natürlich mit den USA und China mithalten. Aber wie stark sind die 28 EU-Länder, wenn es um Patente, Soldaten oder olympische Medaillen geht?

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Die Revolution ist längst da

Posted by hkarner - 10. April 2019

Date: 09-04-2019
Source: Die Zeit Ein Gastbeitrag von Jan Zielonka, Oxford

Der Brexit ist kein rein britisches Problem, er ist Zeichen eines europäischen Kulturkampfes. Auf die liberale Elite ist kein Verlass mehr. Jeder muss etwas tun.

Jan Zielonka ist Professor für Europäische Politik in Oxford und Ralf Dahrendorf Fellow am St Antony’s College. Im Februar 2019 erscheint in Deutschland sein Buch „Konterrevolution. Der Rückzug des liberalen Europa“, in dem er den (links-)liberalen Eliten die Schuld am Aufstieg von Nationalismus und Rechtspopulismus gibt. Wenige Tage vor der wichtigen Brexit-Sondersitzung des europäischen Rats richtet er mahnende Worte an die europäischen Politiker – und fordert die Bürgerinnen und Bürger auf, ihr Schicksal selbst zu bestimmen.

Der Brexit ist eine lokale Version des postliberalen Zustands, in dem sich das heutige Europa befindet. Durch den Brexit wird die weitverbreitete Ernüchterung gegenüber der herrschenden politischen Klasse veranschaulicht, er zeigt den Aufstieg alternativer Werte und das Chaos, das durch den Bruch mit der Vergangenheit entsteht, wenn klare Alternativen fehlen. Die dadurch entstandenen Konflikte sind dramatisch, ihre Auswirkungen tiefgreifend.  Den Rest des Beitrags lesen »

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Italien und Frankreich: Sie wollen zerschlagen, nicht bauen

Posted by hkarner - 9. Februar 2019

Italiens Populisten provozieren Frankreich in unerhörtem Ausmaß. Das ist mehr als das übliche Getöse vor der Europawahl – und verheißt nichts Gutes für die Zukunft.

Luigi di Maio (l.) und Matteo Salvini, dargestellt in einem Bild eines italienischen Straßenkünstlers 

Frankreich hat seinen Botschafter aus Italien abgezogen – zu Besprechungen. Es ist ein dramatischer Akt des Protestes eines befreundeten und verbündeten Staates. Der unmittelbare Anlass war ein Ausflug des italienischen Vizepremiers Luigi Di Maio in die südlich von Paris gelegene Kleinstadt Montargis. Di Maio traf sich dort mit den Vertretern der französischen Gelbwesten.

Warum auch nicht, muss sich Di Maio wohl gedacht haben. Er sieht in den Gelbwesten ein Spiegelbild seiner eigenen Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) – so wild, so ungestüm, so amorph wie sie sind. Postideologisch nennt Di Maio das.

Der Vertreter der Gelbwesten, den er gemeinsam mit einer hochrangigen M5S-Abordnung traf, war allerdings auf dem traditionellen Rechts-links-Schema recht gut einzuordnen: Der 52 Jahre alte Schmied Christophe Chalencon forderte schon mehrmals offen die Machtübernahme der Armee in Frankreich. Nicht gerade postideologisch.

Di Maio kümmerte das wenig. Er fuhr zurück nach Italien und verkündete fröhlich: „Der Wind des Wandels hat die Alpen überquert!“

„Macron ist ein fürchterlicher Präsident“ Den Rest des Beitrags lesen »

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Frankreich: Die Mittelschicht ist erschöpft

Posted by hkarner - 16. Dezember 2018

Frankreich ist ein Meister der Umverteilung. Doch gebracht hat es in den vergangenen Jahren wenig. Die Mittelschicht leidet unter steigenden Lebenshaltungskosten.

Es ist purer Zufall und doch ein bezeichnendes Zusammentreffen, dass in diesen Dezembertagen in Frankreich zwei Themen immer wieder die Schlagzeilen bestimmen. Oft tun sie das sogar auf derselben Titelseite der Tageszeitungen oder hintereinander weg in Radio- und Fernsehnachrichten. Da ist einmal die Verhaftung und Anklage des mächtigen französischen Automanagers Carlos Ghosn in Japan, wo er jahrelang falsche Angaben zu seinem üppigen Verdienst gemacht haben soll. Und da sind zum anderen die anhaltenden Proteste der Gilets Jaunes, die in ihren leuchtend gelben Warnwesten gegen die ungerechte Verteilung der Einkommen demonstrieren.

Als hätten sie noch einer Rechtfertigung für ihren Aufruhr bedurft, deuten die Gelbwesten mit den Fingern auf wohlhabende Mitbürger wie Ghosn und würden Staatschef Emmanuel Macron am liebsten auch gleich ins Gefängnis sperren. Der von ihnen als Präsident der Reichen beschimpfte Hausherr im Elysée-Palast gibt ihrer Meinung nach denen, die ohnehin schon viel haben, und nimmt jenen, die nicht wissen, wie sie am Ende des Monats noch den Kühlschrank füllen sollen. „Macron Prison“ – Macron ins Gefängnis – reimt sich auf den Transparenten derzeit genauso gut wie „Macron Démission“ – Macron Rücktritt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Der Autokraten-Gipfel

Posted by hkarner - 17. Juli 2018

Date: 16-07-2018
Source: ZEIT: Eine Kolumne von Martin Klingst

Wladimir Putin und Donald Trump stellen das Unrecht über das Recht und den Nationalismus über den Multilateralismus. Europa muss sich wehren und ein Zeichen setzen.

Ausgerechnet Helsinki. Ausgerechnet in Finnlands Hauptstadt treffen sich an diesem Montag Donald Trump und Wladimir Putin zu ihrem Autokraten-Gipfel. Seit über 40 Jahren steht Helsinki für Frieden, Freiheit und Menschenrechte. Hier wurde nach zweijährigen Verhandlungen am 1. August 1975 die Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) unterschrieben.

Die unterzeichnenden Staaten – mit dabei die Vereinigten Staaten von Amerika und die damalige Sowjetunion – verpflichteten sich in diesem Dokument zur Wahrung der Grundfreiheiten, zum Gewaltverzicht, zur Unverletzlichkeit der Grenzen, zur territorialen Integrität der Staaten, zur Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder und zur friedlichen Beilegung von Streitfällen.

Es war ein langer, beschwerlicher und von vielen Rückschlägen begleiteter Weg. Und wirklich komplett erfüllt wurden diese Versprechen nie. Aber damals, mitten im Kalten Krieg, entstand in Helsinki die Hoffnung auf eine bessere, friedlichere Welt. Und diese Zuversicht war nicht vergebens. Rund vierzehn Jahre später fiel die Mauer, seither leben viele Völker des ehemaligen „Ostblocks“ in Freiheit.

Multilateralismus: ein Ärgernis

Heute aber weht ein anderer Geist. In Helsinki treffen sich ein amerikanischer und ein russischer Präsident, denen Prinzipien wie der Gewaltverzicht und die Achtung der Menschenrechte egal sind. Der Multilateralismus ist ihnen ein Ärgernis und sie bekämpfen ihn nach Kräften, wenn auch mit oft unterschiedlichen Interessen und von verschiedenen Enden aus. Wer hätte je gedacht, dass ein amerikanischer und ein russischer Präsident eines Tages gemeinsam die bestehende Nachkriegsordnung infrage stellen, die Vereinten Nationen, das westliche Verteidigungsbündnis Nato, die EU, die Welthandelsorganisation WTO? Den Rest des Beitrags lesen »

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Sebastian Kurz: „Wir haben schockiert in Deutschland nachgefragt“

Posted by hkarner - 27. Juni 2018

Bundeskanzler Sebastian Kurz im ZEIT-Gespräch über den Dominoeffekt in der Migrationskrise, Schutzzentren außerhalb der EU und Begriffe, die historisch vergiftet sind.

Kurz CC1

 DIE ZEIT: Herr Bundeskanzler, wenn Horst Seehofer für eine große Gruppe von Flüchtlingen, Einwanderern und Migranten die Grenze nach Deutschland dichtmacht, wo bleiben die dann? Rein geografisch: Gucken wir in den Süden, ist dort Österreich.

Sebastian Kurz: Wir hatten eine ähnliche Situation bei der Schließung der Westbalkanroute im Jahr 2016. Da hieß es, wenn wir beginnen, die Grenzen zu schließen, was ist dann in Slowenien oder anderswo los? Ich habe die These vertreten: Dann tritt ein Dominoeffekt entlang der Route ein, und alle werden im Gleichklang dasselbe tun. Genau das hat stattgefunden. Wenn der deutsche Konflikt so ausgehen sollte, dass Deutschland massive Abweisungen an der Grenze startet, was würden wir in Österreich tun? Wir würden mit voller Konsequenz unsere relevanten Grenzen sichern.

ZEIT: Vor allem die am Brenner, nehme ich an?

Kurz: Nicht nur, aber auch. Es würde sich meiner Einschätzung nach ein Dominoeffekt in Richtung der Länder an der Außengrenze der EU durchsetzen. Und ich glaube schon, dass so ein Vorgehen theoretisch dazu führen könnte, dass es unattraktiver wird, sich überhaupt auf den Weg nach Europa zu machen.

ZEIT: Dominoeffekt heißt vor allem abschreckende Wirkung? Den Rest des Beitrags lesen »

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Donald Trump: Der Patient

Posted by hkarner - 1. April 2018

Wer nur auf Trump starrt, übersieht das Leiden der USA. Das Land könnte aber zu seiner Stärke zurückfinden.

Donald Trump liebt Superlative. Hier ist einer: Er ist das wohl meistbeäugte Individuum in der Geschichte der Menschheit. Täglich beschäftigen sich Abermillionen Menschen mit ihm. Das liegt an den Möglichkeiten und Verführungen der „sozial“ genannten Medien – aber auch an seiner ganz eigenen Verbindung von Macht und Pornografie, wenn man Letztere definiert als: maximale Nähe bei minimalem Kontext. 

Die Verführung ist also immens, ihn ständig anzustarren, auszudeuten oder sich über ihn lustig zu machen. Nur eines droht hinter dieser Hyperpräsenz zu verschwinden: Amerika. Trump wirkt so, als wäre er von irgendwoher (von Russland?) ins Weiße Haus gebeamt worden, um dort seinen unglückseligen Charakter zum wohligen Entsetzen aller voll auszuleben. Den Rest des Beitrags lesen »

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