Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Zeit’

Der Autokraten-Gipfel

Posted by hkarner - 17. Juli 2018

Date: 16-07-2018
Source: ZEIT: Eine Kolumne von Martin Klingst

Wladimir Putin und Donald Trump stellen das Unrecht über das Recht und den Nationalismus über den Multilateralismus. Europa muss sich wehren und ein Zeichen setzen.

Ausgerechnet Helsinki. Ausgerechnet in Finnlands Hauptstadt treffen sich an diesem Montag Donald Trump und Wladimir Putin zu ihrem Autokraten-Gipfel. Seit über 40 Jahren steht Helsinki für Frieden, Freiheit und Menschenrechte. Hier wurde nach zweijährigen Verhandlungen am 1. August 1975 die Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) unterschrieben.

Die unterzeichnenden Staaten – mit dabei die Vereinigten Staaten von Amerika und die damalige Sowjetunion – verpflichteten sich in diesem Dokument zur Wahrung der Grundfreiheiten, zum Gewaltverzicht, zur Unverletzlichkeit der Grenzen, zur territorialen Integrität der Staaten, zur Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder und zur friedlichen Beilegung von Streitfällen.

Es war ein langer, beschwerlicher und von vielen Rückschlägen begleiteter Weg. Und wirklich komplett erfüllt wurden diese Versprechen nie. Aber damals, mitten im Kalten Krieg, entstand in Helsinki die Hoffnung auf eine bessere, friedlichere Welt. Und diese Zuversicht war nicht vergebens. Rund vierzehn Jahre später fiel die Mauer, seither leben viele Völker des ehemaligen „Ostblocks“ in Freiheit.

Multilateralismus: ein Ärgernis

Heute aber weht ein anderer Geist. In Helsinki treffen sich ein amerikanischer und ein russischer Präsident, denen Prinzipien wie der Gewaltverzicht und die Achtung der Menschenrechte egal sind. Der Multilateralismus ist ihnen ein Ärgernis und sie bekämpfen ihn nach Kräften, wenn auch mit oft unterschiedlichen Interessen und von verschiedenen Enden aus. Wer hätte je gedacht, dass ein amerikanischer und ein russischer Präsident eines Tages gemeinsam die bestehende Nachkriegsordnung infrage stellen, die Vereinten Nationen, das westliche Verteidigungsbündnis Nato, die EU, die Welthandelsorganisation WTO? Den Rest des Beitrags lesen »

Advertisements

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

Sebastian Kurz: „Wir haben schockiert in Deutschland nachgefragt“

Posted by hkarner - 27. Juni 2018

Bundeskanzler Sebastian Kurz im ZEIT-Gespräch über den Dominoeffekt in der Migrationskrise, Schutzzentren außerhalb der EU und Begriffe, die historisch vergiftet sind.

Kurz CC1

 DIE ZEIT: Herr Bundeskanzler, wenn Horst Seehofer für eine große Gruppe von Flüchtlingen, Einwanderern und Migranten die Grenze nach Deutschland dichtmacht, wo bleiben die dann? Rein geografisch: Gucken wir in den Süden, ist dort Österreich.

Sebastian Kurz: Wir hatten eine ähnliche Situation bei der Schließung der Westbalkanroute im Jahr 2016. Da hieß es, wenn wir beginnen, die Grenzen zu schließen, was ist dann in Slowenien oder anderswo los? Ich habe die These vertreten: Dann tritt ein Dominoeffekt entlang der Route ein, und alle werden im Gleichklang dasselbe tun. Genau das hat stattgefunden. Wenn der deutsche Konflikt so ausgehen sollte, dass Deutschland massive Abweisungen an der Grenze startet, was würden wir in Österreich tun? Wir würden mit voller Konsequenz unsere relevanten Grenzen sichern.

ZEIT: Vor allem die am Brenner, nehme ich an?

Kurz: Nicht nur, aber auch. Es würde sich meiner Einschätzung nach ein Dominoeffekt in Richtung der Länder an der Außengrenze der EU durchsetzen. Und ich glaube schon, dass so ein Vorgehen theoretisch dazu führen könnte, dass es unattraktiver wird, sich überhaupt auf den Weg nach Europa zu machen.

ZEIT: Dominoeffekt heißt vor allem abschreckende Wirkung? Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , , , | Leave a Comment »

Donald Trump: Der Patient

Posted by hkarner - 1. April 2018

Wer nur auf Trump starrt, übersieht das Leiden der USA. Das Land könnte aber zu seiner Stärke zurückfinden.

Donald Trump liebt Superlative. Hier ist einer: Er ist das wohl meistbeäugte Individuum in der Geschichte der Menschheit. Täglich beschäftigen sich Abermillionen Menschen mit ihm. Das liegt an den Möglichkeiten und Verführungen der „sozial“ genannten Medien – aber auch an seiner ganz eigenen Verbindung von Macht und Pornografie, wenn man Letztere definiert als: maximale Nähe bei minimalem Kontext. 

Die Verführung ist also immens, ihn ständig anzustarren, auszudeuten oder sich über ihn lustig zu machen. Nur eines droht hinter dieser Hyperpräsenz zu verschwinden: Amerika. Trump wirkt so, als wäre er von irgendwoher (von Russland?) ins Weiße Haus gebeamt worden, um dort seinen unglückseligen Charakter zum wohligen Entsetzen aller voll auszuleben. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , | Leave a Comment »

Europäische Union: Merkel hat Zeit – und wird alles hinausschieben

Posted by hkarner - 22. März 2018

Date: 21-03-2018
Source: ZEIT

Das lange Machtvakuum in Berlin hat der Kanzlerin geholfen, Präsident Macrons Reformvorschlag für die EU auszusitzen. Inzwischen nämlich kommt die Kritik woandersher.

Europäische Union: Der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel

Der erste Besucher aus Berlin reiste nach Paris, „um die ausgestreckte Hand von Emmanuel Macron mit seinen Vorschlägen zur Erneuerung Europas endlich auch zu ergreifen“. Der zweite sagte: „Wir haben uns sehr gefreut über die Vorschläge des französischen Präsidenten.“ Die dritte schließlich, eine Frau, wurde von ebenjenem Staatschef vor dem Élysée-Palast herzlichst mit Küsschen links und Küsschen rechts auf die Wangen begrüßt und versicherte, ein gemeinsames Vorgehen sei „notwendiger denn je“.

Die Antrittsbesuche in Frankreich von Außenminister Heiko Maas, Finanzminister Olaf Scholz und Bundeskanzlerin Angela Merkel erweckten vor wenigen Tagen den Eindruck, dass das oft beschworene deutsch-französische Bündnis nach dem langen Warten auf die Regierungsbildung in Berlin endlich wieder liefert. Dass es nun vorangehen soll mit der Reform der Europäischen Union, für die Macron mit nur mühsam unterdrückter Ungeduld seit September auf seinen Partner jenseits des Rheins wartete. Doch zumindest vom morgen beginnenden EU-Gipfel sollte sich niemand zu viel erhoffen. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

Erst mal kein Italexit

Posted by hkarner - 21. Februar 2018

Date: 20-02-2018
Source: Die Zeit Von Michael Braun

Am 4. März wird in Italien gewählt. In Umfragen sind die Euroskeptiker wie Beppe Grillo stark, doch EU und Investoren geben sich gelassen. Dafür gibt es gute Gründe.

Kurz vor den italienischen Parlamentswahlen am 4. März beschwören viele ein politisches Patt in Rom oder gar einen Vormarsch der EU- und Euro-feindlichen Kräfte, und damit einen möglichen Ausstieg der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone aus der Gemeinschaftswährung. Doch je näher der Wahltag rückt, desto entspannter geben sich die Finanzmärkte. Am Freitag lag der Spread, der Zinsabstand zwischen Italien und Deutschland bei Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit, bei knapp 1,3 Prozent – der niedrigste in den letzten Monaten gemessene Wert. Zum Vergleich: Zum Jahresende 2017 betrug er noch etwa 1,9 Prozent.

An den Meinungsumfragen kann das nicht liegen. Demnach würden 27 bis 28 Prozent der Befragten die von dem Komiker Beppe Grillo gegründete Protestbewegung der Fünf Sterne wählen, den Movimento5Stelle (M5S). Damit hat sie beste Chancen, stärkste Partei zu werden. Im letzten Wahlkampf hatte der M5S noch ein Referendum über Italiens Ausstieg aus dem Euro gefordert. Die mit Marine Le Pens Front National verbündete und klar gegen den Euro positionierte Lega Nord unter Matteo Salvini steuert auf nie erreichte 12 bis 14 Prozent zu. Und die stramm rechte, ebenfalls EU-feindliche Partei Fratelli d’Italia (FdI, „Brüder Italiens“) könnte bei den Wahlen fünf Prozent der Stimmen holen. Das macht insgesamt fast die Hälfte für Kräfte, die traditionell als Euroskeptiker, wenn nicht als Eurogegner gelten. Dagegen kommt die Europa-freundlichste Kraft unter den größeren Parteien, die regierende gemäßigt linke Partito Democratico (PD) unter Matteo Renzi, nur noch auf 22 bis 24 Prozent. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , , , | Leave a Comment »

Im Dschungel

Posted by hkarner - 18. Februar 2018

Willkommen in der Gegenwart, Deutschland! (hfk)

Date: 17-02-2018
Source: Die Zeit Ein Kommentar von Marc Brost

Die Politik ist wild geworden, sogar die Kanzlerin ist von Kritikern umzingelt.
Gegen die Wut findet sie kein Mittel.

Regierungsbildung: Angela Merkel

Von dem Philosophen Hermann Lübbe stammt der Begriff „Gegenwartsschrumpfung“: Weil sich die Welt rasant verändere, werde der Zeitraum, den wir als konstant und überschaubar betrachten, immer kürzer. So gesehen, haben Union und SPD in diesen Tagen noch eins draufgelegt – und die Gegenwart mal eben weggeschrumpft.

Denn was gestern als richtig galt (einen Koalitionsvertrag fertig zu verhandeln und die Ministerposten offenzulassen), ist heute falsch (weil die Personaldebatte in CDU und SPD jede inhaltliche Bewertung überlagert). Wer eben noch Außenminister werden wollte (Martin Schulz), will es im nächsten Moment nicht mehr sein. Wer Außenminister bleiben will (Sigmar Gabriel), darf es nicht bleiben. Die Frau, die eigentlich erst viel später neue SPD-Vorsitzende werden wollte (Andrea Nahles), soll diesen Job schon im April antreten. Und die Frau, die in der eigenen Partei lange unangefochten war (Angela Merkel), muss sich mit einem Mal selbst ins TV-Studio zum Interview einladen und sich dort erklären, weil sie die Unzufriedenheit der eigenen Leute anders nicht in den Griff bekommt.

Konstant ist bei alldem nur, dass Union wie SPD in der Wählergunst zurückfallen: Wenn morgen Wahlen wären, würde die gar nicht mehr so große Koalition weniger als die Hälfte der Stimmen erzielen. Die Union liegt unter 30 Prozent, die SPD nur noch bei 16,5 Prozent. Die Volksparteien erreichen das Volk nicht mehr.

Die Bürger fordern Veränderungen, aber die Parteien bieten ihnen zu wenig an Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »

Steuerflucht: Österreich – Steueroase für Konzerne

Posted by hkarner - 13. Februar 2018

Eine kleine Tabaktrafik zahlt in Österreich fast genauso viel Steuern wie ein milliardenschwerer Industriekonzern. Die großen Unternehmen werden vom Finanzministerium umarmt, die kleinen zur Ader gelassen.

Österreichische Steuerpolitik: In Lannach in der Steiermark befindet sich ein großes Unternehmen des von Frank Stronach gegründeten Magna-Konzerns – die Magna Powertrain GmbH & Co. KG. 2.100 Mitarbeiter stellen hier Autoteile für VW, BMW und Jaguar her und erzielten 2015 einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro und einen Gewinn von 35 Millionen.

Die Steuerleistung der Magna Powertrain muss man allerdings mit der Lupe suchen: 45.000 Euro. Fehlen hier vielleicht zwei oder drei Nullen? Nein, es handelt sich auch nicht um einen einmaligen Steuer-Ausrutscher. Der Spartarif hat System. Denn von 2012 bis 2014 zahlte Magna Powertrain ähnlich kleine Beträge. Die Stellungnahme des Magna-Konzerns dazu lautet: „Generell kommunizieren wir die Ergebnisse einzelner Gesellschaften nicht proaktiv, jedoch können wir bestätigen, dass wir unsere steuerlichen Verpflichtungen sehr ernst nehmen und diesen nachkommen.“

Auch das ist österreichische Steuerpolitik: Eine Tabaktrafik in einem Wiener Bezirk innerhalb des Gürtels. Hier werden Zigaretten, Lottoscheine, Zeitschriften und Büromaterialien verkauft, aber auch Päckchen verschickt und verteilt. Diese vielen kleinen Verkäufe summieren sich bis zum Ende des Jahres auf einen Umsatz von rund einer Million Euro. Der Besitzer – nennen wir ihn Peter Gruber, denn seinen richtigen Namen will er lieber nicht preisgeben – gilt damit genauso als Unternehmer wie Frank Stronach.

Für den Gewinn, den Peter Gruber erzielt – 85.000 Euro – muss er natürlich auch Steuern zahlen. In seinem Fall sind das 31.000 Euro. Bleiben ihm also netto 54.000 Euro. Das ist, gemessen am österreichischen Durchschnittseinkommen, nicht schlecht. Allerdings muss man berücksichtigen, dass Gruber und seine mitarbeitende Frau sehr viel länger arbeiten als üblich: 60 bis 65 Stunden in der Woche.

Im Verhältnis zum Umsatz zahlt der kleine Trafikant also 700-mal so viel Steuern wie die große Magna Powertrain. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

Koalitionsverhandlungen: Macht es für Europa!

Posted by hkarner - 14. Januar 2018

Date: 13-01-2018
Source: Die Zeit

Es wird spannend, wenn auf Druck Deutschlands das Solidaritätsprinzip mit der Vergabe von EU-Haushaltsmitteln verknüpft wird. Drei Gründe, warum daraus was werden kann.

Wissen Sie noch, was Sie letzten Sommer getan haben? Genauer: Am Wochenende, als der Herbst begann? Noch genauer: Am Sonntag, den 24. September 2017? Ganze fünfzehn Wochen und sechs Tage liegt dieser Tag mittlerweile zurück. Es war ein Tag mit Regentropfen und Sonnenschein, aber keiner wie jeder andere. Denn als Bürger durften Sie an diesem Tag mitbestimmen, was mit diesem Land und der Europäischen Union geschieht.

Damals fand die Bundestagswahl statt. Und heute, mehr als ein Vierteljahr später, gibt es endlich eine Antwort auf die Frage, was das Wahlresultat bedeutet. Kurz gesagt: Was die EU angeht, ist da wieder Hoffnung. Fügt man die Ergebnisse der Sondierungsgespräche als bislang fehlendes Puzzlestück in das Bild einer zukünftigen Europäischen Union, passt vieles zusammen. Deutschlands neue Pläne in der Europapolitik ergänzen die Vorhaben, die aus Brüssel und Frankreich bekannt sind. Die wahrscheinliche neue große Koalition bekennt sich nicht nur zu Europa, sie will es mitgestalten.

Wenn Martin Schulz nicht an der SPD-Basis scheitert, wenn also aus kompromissbereiten Sondierern Koalitionäre werden, wird Deutschland die EU bald nachhaltig prägen. Nach Monaten der Ungewissheit ist das ein Grund zum Durchatmen. Einige globale Herausforderungen brauchen europäische Antworten. Die Planer der möglichen großen Koalition haben das erkannt. Deutschland wird so wieder handlungsfähig. Und damit auch die EU. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , | Leave a Comment »

Soziale Netzwerke: Facebook zerstört die Demokratie

Posted by hkarner - 26. Dezember 2017

Date: 26-12-2017
Source: DIE ZEIT Interview: John F. Jungclaussen

NIALL FERGUSON
Der Historiker Niall Ferguson lehrte in Harvard und ist nun Senior Fellow der Hoover Institution an der Stanford University. In seinem neuen Buch The Square and the Tower analysiert er die Geschichte sozialer Netzwerke

Die ungebrochene Macht sozialer Netzwerke ist gefährlich, sagt Niall Ferguson. Der renommierte Historiker sieht nur einen Ausweg.

Soziale Netzwerke: Der öffentliche Raum ein gigantischer Anzeigenmarkt ?

DIE ZEIT: Professor Ferguson, alle Welt redet von Netzwerken, Sie auch. Warum eigentlich?

Niall Ferguson: Wenn wir von Netzwerken reden, erliegen wir leicht einer Art technologischem Determinismus, weil wir glauben, dass mit dem Internet etwas ganz Einmaliges entstanden ist. In Wahrheit gibt es soziale Netzwerke natürlich seit Menschengedenken. Nehmen Sie nur das Christentum oder den Islam, das sind riesige Netzwerke. Da sind Ideen „viral gegangen“, wie man heute sagt, und haben sich ohne jegliche Technologie über riesige Distanzen verbreitet. Neu ist heute nur, dass unsere Netzwerke viel größer und schneller sind als je zuvor. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel, Books | Verschlagwortet mit: , , , , , | Leave a Comment »

Das Ende der Leistungsgesellschaft

Posted by hkarner - 8. August 2017

Date: 07-08-2017
Source: http://www.zeit.de/

Die Nachkriegsgeneration brachte es durch Arbeit zu Wohlstand. Heute kann man kaum noch Vermögen aufbauen, ohne zu erben, sagen Wissenschaftler. Ein Millionär stimmt zu.

Im Kapitalismus träumen viele davon, irgendwann zu den Reichen aufzusteigen und im Luxus zu leben.

Peter Ackermann ist reich. Sein Vermögen hat er sich als Anwalt und Unternehmer selbst erarbeitet. 1938 in eine Berliner Familie von Pfarrern und Soldaten geboren, musste er während des Zweiten Weltkriegs und danach auf vieles verzichten. Das hat ihn geprägt. „Mein Ziel war schon früh, irgendwann mal zu den Wohlhabenden zu gehören“, sagt er heute. Er hat es geschafft.

Davon träumt wohl jeder. Doch Erfolgsgeschichten wie die von Ackermann sind in Deutschland inzwischen selten. Stattdessen zählt immer mehr, in welche Familie man geboren wird. Forscher der Universität Potsdam befragten im vergangenen Jahr 150 Wohlhabende mit einem Vermögen von mindestens einer Million Euro. Zwei Drittel gaben an, dass Erbschaften und Schenkungen ein wesentlicher Grund für ihr Vermögen seien.

Weil fast immer diejenigen erben, denen es sowieso schon gut geht, verstärken Erbschaften die Ungleichheit in der Gesellschaft. „Haushalte mit einem hohen Einkommen erhalten in der Regel hohe Erbschaften und Schenkungen, denn Kinder haben meistens einen ähnlichen sozialen Status wie ihre Eltern“, sagt Anita Tiefensee, die für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung zu Erbschaften, Vermögen und Einkommen forscht. Oder anders: Wer sowieso schon gut verdient, bekommt noch ein Erbe obendrauf. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »