Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

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Posts Tagged ‘Target’

Kapitalflucht aus Südeuropa wird immer bedrohlicher

Posted by hkarner - 19. Februar 2017

19. Februar 2017, 09:00, derstandard.at

Die deutsche Forderungen im Eurosystem sind auf 800 Milliarden gewachsen

Wien – Von Griechenland kommend ziehen wieder ein paar Gewitterwolken über die Eurozone. Doch für die Währungsunion ist der Krisenstaat beileibe nicht das einzige Sorgenkind. Man könnte auch von einem Adriatief und einem Spanientief sprechen, das sich einfach nicht auflösen will. Die Finanzmarktturbulenzen in den beiden großen südlichen Volkswirtschaften konnte die Europäische Zentralbank zwar in den Griff bekommen, doch fundamental beruhigt hat sich die Lage keineswegs. Denn das Misstrauen in die Stabilität der Länder ist nach wie vor groß und scheint sogar zuzunehmen. Das lässt sich anhand der Zahlungsbilanzsalden im Eurosystem darlegen, die auf eine schleichende Kapitalflucht aus dem „Club Med“ hinweisen.

Die Lücke, die zwischen den Notenbankgläubigern und -schuldnern klafft, hat beachtliche Dimensionen erreicht. Italien steht in diesem Target 2 genannten System Ende Dezember 2016 mit 356 Milliarden Euro in der Kreide, Spanien folgt mit 328 Milliarden Euro. Griechenland und Portugal liegen mit einem Minus von gut 70 Milliarden Euro deutlich dahinter. Geliehen wurden die Mittel im Wesentlichen von der Deutschen Bundesbank, die auf Forderungen von 754 Milliarden Euro sitzt. Luxemburg (187 Mrd.) und die Niederlande (87 Mrd.) sind weitere nennenswerte Gläubiger.

Wachsende Sorgen

Was zusehends Sorgen bereitet, ist die anhaltende Dynamik bei den Salden. So stieg das Target-Minus Italiens im zweiten Halbjahr 2016 um 60 Milliarden an, jenes von Spanien um 25 Milliarden. Deutschland wieder erhöhte sein Engagement um fast 100 Milliarden. Die Bundesbank hat bereits die Jännerzahlen veröffentlicht, und die bestätigen den Trend: In nur einem Monat sind die Forderungen um weitere 40 Milliarden Euro angestiegen. Die EZB versucht seit geraumer Zeit zu beruhigen. Das Auseinanderklaffen der Eurozone sei eine rein technische Folge der Wertpapierkäufe der Euronotenbank, so die Erklärung. Tatsächlich wurden im Zuge der Aktion bereits 1,6 Billionen Euro in diverse Papiere wie Staatsanleihen gesteckt.

Wenn etwa eine deutsche Bank italienische Schuldverschreibungen an die Banca d’Italia verkauft, senkt das den Target-Wert Roms und erhöht jenen Frankfurts. Da die erlösten Gelder aber nicht im jeweiligen Land reinvestiert werden, wächst das wirtschaftliche Risiko sehr wohl. Im Falle einer Insolvenz, eines Austritts aus der Währungsunion oder gar eines Eurozerfalls würde die Bundesbank letztlich auf ihren Forderungen gegenüber der EZB sitzenbleiben. Die Kapitalflucht aus dem Süden wird somit über Umwege vergemeinschaftet.

Risiken der Eurozone

Einige Ökonomen weisen wieder verstärkt auf das Ungleichgewicht in der Eurozone und die damit verbundenen Risiken hin. Carmen Reinhart beispielsweise hat schon vor zwei Monaten vor einer Zahlungsbilanzkrise in Italien gewarnt. Nobelpreisträger Joseph Stiglitz rechnet ohnehin mit einem Zusammenbruch der Währungsunion in den kommenden Jahren. Zuletzt sind wieder Griechenland und seine hohe Verschuldung in den Fokus gerückt. Sollte sich der Internationale Währungsfonds nicht am dritten Hilfspaket beteiligen, stehen auch frische Kredite der Europartner zur Debatte. Der Deutsche Bundestag beispielsweise hat eine Kofinanzierung durch den Fonds zur Bedingung für weitere Zahlungen an Griechenland gemacht. Mehrere Wahlen in Europa dürften die Lage nicht gerade einfacher machen. (as, 19.2.2017) – derstandard.at/2000052796036/Kapitalflucht-aus-Suedeuropa-wird-immer-bedrohlicher

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Hans-Werner Sinn: „Wir müssen den Euro jetzt neu verhandeln“

Posted by hkarner - 6. Februar 2017

25 Jahre nach der Unterzeichnung der Verträge von Maastricht brauche die Eurozone dringend einen Neustart, sagt der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn. Sonst drohe eine Haftungsunion – und neue Spannungen in Europa.

Von Nikolaus Jilch, Presse

Die Presse: Sind die Maastricht-Kriterien heute mausetot?

Sinn cc1Hans-Werner Sinn: Ja. Sie wurden auch schon beim Eintritt in die Währungsunion verletzt. Das waren ja ohnehin nur Eintrittskriterien. Das wichtigste Kriterium war die Verschuldungsgrenze von 60 Prozent des Sozialprodukts. Italien und Belgien hatten damals schon 120 Prozent und durften trotzdem mitmachen. Die anderen Kriterien wurden nachher beschlossen – aber auch nicht respektiert. Der Stabilitätspakt, der eine Defizit-Obergrenze von drei Prozent vorgibt, wurde 165 mal überschritten, davon 112 strafbar. Strafen gab es jedoch nie. Auch der gehärtete Fiskalpakt aus dem Jahr 2012, der von Deutschland als Gegenleistung für den Rettungsfonds ESM gefordert wurde und eine laufende Senkung der Schuldenquoten vorsieht, wurde von fast allen Ländern wiederholt verletzt.

Was ist schief gelaufen?

Der größte Fehler war, dass die No-Bail-Out-Klausel, nach der die Gläubiger von Pleitestaaten nicht rausgehaut werden sollen, verletzt wurde. Die EU hat es versäumt eine Insolvenzordnung für Staaten zu etablieren. So hatten die Investoren die Erwartung, dass man sie im Krisenfalle heraushauen würde, und es floss viel zu viel Geld nach Südeuropa. Mit der Folge, dass dort inflationäre Kreditblasen entstanden sind. Das hat die Länder überteuert und ihre Wettbewerbsfähigkeit zerstört. Den Rest des Beitrags lesen »

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Italy’s Day of Reckoning Is Coming

Posted by hkarner - 15. Dezember 2016

John Mauldin | Dec 14, 2016

Italy has a new government, and Matteo Renzi is not in charge of it. The former prime minister kept his word and resigned following his constitutional reform plan’s crushing defeat at the polls. Is all now well in that beautiful land?

Not exactly, though we did see a glimmer of hope this week. Unicredit, Italy’s largest bank, announced job cuts and asset sales that may buy it some time. This does not, however, mean the crisis is over. At best, it means the beginning of the crisis is over. We have a long way to go.

Our first OTB selection today begins, “Chronic inability to separate the probable from the desirable has been the tragedy of 2016.” Those fateful words come from Financial Times columnist Wolfgang Münchau, who is normally very calm but now sees wishful thinking about Italy as a major threat. As much as some might wish Italy to remain in the eurozone, Münchau thinks it’s increasingly improbable. Timing is the main question.

A brief sample of his analysis:

One day Italy will be led by a party in favour of withdrawal from the euro. When that happens, euro exit would turn into a self-fulfilling prophecy. There would a run on Italy’s banks and its government’s bonds. Den Rest des Beitrags lesen »

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Europe’s Secret Bailout

Posted by hkarner - 28. November 2016

 

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Don’t Lend to Your Euro Friends

Posted by hkarner - 28. Juli 2015

JUL 28, 2015 2, Project Syndicate

MUNICH – After months of games and brinkmanship, and only a week after Greek voters rejected the conditions for a €7.5 billion ($8.2 billion) rescue package, the end came swiftly. The eurozone’s political leaders agreed to start negotiations on a much larger package, worth €86 billion, almost half of Greece’s GDP. Unfortunately, the deal reveals Europe’s apparent determination to reenact the same tragedy in the future.

Over the past five years, a whopping €344 billion has flowed from official creditors like the European Central Bank and the International Monetary Fund into the coffers of the Greek government and the country’s commercial banks. But after six months of near-futile negotiations, exhaustion had set in and holidays were beckoning; so the actual conditions for a new Greek rescue were given short shrift. Although the European Financial Stability Facility had officially declared Greece bankrupt on July 3, the eurozone’s leaders kicked the insolvency can down the road yet again. Den Rest des Beitrags lesen »

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The modern Greek tragedy

Posted by hkarner - 30. Juni 2015

Jeremy Bulow, Kenneth Rogoff 10 June 2015, voxeu

Richard Stepp Professor of Economics at the Graduate School of Business, Stanford University

Thomas D. Cabot Professor of Public Policy and Professor of Economics at Harvard

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Varoufakis’s Great Game

Posted by hkarner - 31. Mai 2015

Date: 29-05-2015
Source: Project Syndicate

HANS-WERNER SINNSinn

Hans-Werner Sinn, Professor of Economics and Public Finance at the University of Munich, is President of the Ifo Institute for Economic Research and serves on the German economy ministry’s Advisory Council. He is the author, most recently of The Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs.

MUNICH – Game theorists know that a Plan A is never enough. One must also develop and put forward a credible Plan B – the implied threat that drives forward negotiations on Plan A. Greece’s finance minister, Yanis Varoufakis, knows this very well. As the Greek government’s anointed “heavy,” he is working Plan B (a potential exit from the eurozone), while Prime Minister Alexis Tsipras makes himself available for Plan A (an extension on Greece’s loan agreement, and a renegotiation of the terms of its bailout). In a sense, they are playing the classic game of “good cop/bad cop” – and, so far, to great effect.

Plan B comprises two key elements. First, there is simple provocation, aimed at riling up Greek citizens and thus escalating tensions between the country and its creditors. Greece’s citizens must believe that they are escaping grave injustice if they are to continue to trust their government during the difficult period that would follow an exit from the eurozone. Den Rest des Beitrags lesen »

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Financial sanctions: The pros and cons of a SWIFT response

Posted by hkarner - 25. November 2014

Date: 24-11-2014
Source: The Economist

Blocking rogue states’ access to the world’s financial-messaging network is a potent measure, but it carries long-term risks

IN 1973 global finance saw a back-room revolution when a group of banks formed a co-operative to offer those moving money across borders a slick alternative to the clunky old telex. Today the electronic financial-messaging system of the Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) transmits more than 5 billion bank-to-bank messages each year. In 2013 it oiled the transfer of trillions of dollars globally by the 10,500 banks, asset managers and firms that are its members. SWIFT does not initiate transfers, hold customers’ money, or clear or settle payments. Rather, it provides a template that helps international transfers flow smoothly and be tracked.

Without SWIFT, global trade and investment would be slower, costlier and less reliable. But the network’s very usefulness means it is increasingly being cast in a new role, as a tool of international sanctions. In 2012 it was obliged, under European law, to cut off access for Iranian banks that had been subjected to sanctions by the European Union. Now there are calls for Russian banks to be banned from SWIFT in response to Russia’s invasion of Ukraine. Den Rest des Beitrags lesen »

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Europe’s Brush with Debt

Posted by hkarner - 23. Oktober 2014

A brilliant analysis, and an unconventional proposal for the EU. It is not so unconventional, as the US prove constantly – at least in the sense of liability of single states (hfk)

Date: 23-10-2014
Source: Project Syndicate

HANS-WERNER SINNSinn cc1

Hans-Werner Sinn, Professor of Economics and Public Finance at the University of Munich, is President of the Ifo Institute for Economic Research and serves on the German economy ministry’s Advisory Council. He is the author, most recently, of The Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs, Oxford University Press, 2014.

MUNICH – French Prime Minister Manuel Valls and his Italian counterpart, Matteo Renzi, have declared – or at least insinuated – that they will not comply with the fiscal compact to which all of the eurozone’s member countries agreed in 2012; instead, they intend to run up fresh debts. Their stance highlights a fundamental flaw in the structure of the European Monetary Union – one that Europe’s leaders must recognize and address before it is too late.

The fiscal compact – formally the Treaty on Stability, Coordination, and Governance in the Economic and Monetary Union – was the quid pro quo for Germany to approve the European Stability Mechanism (ESM), which was essentially a collective bailout package. The compact sets a strict ceiling for a country’s structural budget deficit and stipulates that public-debt ratios in excess of 60% of GDP must be reduced yearly by one-twentieth of the difference between the current ratio and the target.

Yet France’s debt/GDP ratio will rise to 96% by the end of this year, from 91% in 2012, while Italy’s will reach 135%, up from 127% in 2012. The effective renunciation of the fiscal compact by Valls and Renzi suggests that these ratios will rise even further in the coming years. Den Rest des Beitrags lesen »

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Germany and the euro: Ordoliberalism revisited

Posted by hkarner - 19. Oktober 2014

Date: 18-10-2014
Source: The Economist

Two new books show that the euro crisis is far from over

Don’t even think about it

Sinn euro trapThe Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs. By Hans-Werner Sinn. Oxford University Press; 380 pages; $45 and £25. Buy from Amazon.com, Amazon.co.uk

The 13th Labour of Hercules: Inside the Greek Crisis. By Yannis Palaiologos. Portobello; 270 pages; Palaiologos£14.99. Buy from Amazon.com, Amazon.co.uk

THE euro crisis never seems to end. From an acute phase of worries about public debt and whether the single currency might break up it has moved on to a chronic condition of near-zero growth and fears of deflation. The signs are that the euro zone is now back in recession, with even the German economy, the central powerhouse, slowing sharply. And that is creating new pressure on Germany’s chancellor, Angela Merkel, to borrow and spend more for the sake of Europe.

Yet there is strong resistance to this inside Germany, led by “ordoliberal” economists such as Hans-Werner Sinn of Munich University and the CESifo Group, whose latest book, “The Euro Trap”, sets out his rationale. Mr Sinn believes the European Central Bank has become too accommodating and that its plans to buy sovereign debt are illegal (the European Court of Justice has just heard arguments on this). He also reckons the euro-zone bail-outs of the past four years have created moral hazard, allowing feckless Mediterranean countries to get away with minimal reforms and only limited fiscal discipline.

Mr Sinn is particularly obsessed with Target 2 (the first German version of his book was called “The Target Trap”) liabilities, which refer to the accounts of national central banks with the ECB. The German Bundesbank is a large creditor of the system, and most Mediterranean central banks are large debtors. The worry is that German taxpayers might end up with a massive bill. Yet Target 2 is essentially an accounting matter that would only become a real issue if the euro were to break up and the ECB be dissolved. Den Rest des Beitrags lesen »

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