Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Steinhardt’

Wovon man nichts weiß, darüber muss man schweigen!

Posted by hkarner - 13. Januar 2017

06.01.2017 Makroskop

Wenn selbst ein Philosoph, der darauf trainiert ist, Selbstverständlichkeiten auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu hinterfragen und sich dabei auch des Wissens anderer Disziplinen zu bedienen, derart versagt, muss man die allgemeine Verblendung mehr als bedenklich finden.

Der französische Philosoph  Jean-Claude Michéa vertritt in seinem Buch „Das kleinere Übel“ (ich habe das Buch hier rezensiert) die These, dass Vertreter des politischen Liberalismus aufgrund von Antinomien ihrer Weltanschauung früher oder später auch den Wirtschaftsliberalismus vollumfänglich gutheißen werden und ihre Ideale diesen legitimieren.

Der Münchner Philosophieprofessor und ehemalige Kulturstaatsminister unter Gerhard Schröder, Julian Nida-Rümelin, belegt mit einem Gastbeitrag für die FAZ eindrucksvoll Michéas These. Auf Basis der Prämisse, dass „Menschen ihr Leben nach eigenen Vorstellungen ohne Eingriffe des Staates und Dritter leben“ dürfen, stellt er gar dem deutschen Merkantilismus eine ethische Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Seine Ausführungen werfen allerdings die Frage auf, ob man als ein sich mit Leib und Seele irgendwie links fühlender Liberaler notwendigerweise den Gerechtigkeitsbegriff jeglichen Inhalts berauben muss und nicht anders kann, als marktapologetische Mythen unters Volk zu bringen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Wachstum, Wachstum über alles?

Posted by hkarner - 29. Dezember 2016

23.12.2016, Makroskop

Wenn vorhandene Arbeitslosigkeit abgebaut und die Ungleichheit verringert werden soll, gibt es systemische Zwänge im Rahmen der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung zu beachten, die es als geradezu fahrlässig erscheinen lassen, sich von vorneherein gegen eine Weiterentwicklung der Wirtschaft auszusprechen.

Wir sind mit Werner Vontobel, Daniel Deimling und Manfred Lieb einer Meinung, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kein guter Maßstab für die Bemessung des Wohlergehens von Menschen ist. Es ist sicherlich auch richtig, dass unsere gegenwärtige Art des Wirtschaftens so viele natürliche Ressourcen verbraucht, dass sie das Überleben der Menschheit infrage stellt. Dennoch ist es nicht ganz leicht, eine ganz andere Wirtschaftsordnung zu entwerfen, die einerseits funktionsfähig und andererseits weniger schädlich für die natürliche Welt ist. Eine wahrlich große Aufgabe, die, soweit wir sehen können, unsere Kollegen in ihrem Beitrag nicht angegangen sind. Den Rest des Beitrags lesen »

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Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Nationalstaates

Posted by hkarner - 7. November 2016

Kommentar | 03.11.2016 Makroskop

Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet. Wo ist die Oppositionspartei, die nicht von ihren regierenden Gegnern als nationalistisch verschrien worden wäre, wo die Oppositionspartei, die den fortgeschritteneren Oppositionsleuten sowohl wie ihren reaktionären Gegnern den brandmarkenden Vorwurf des Nationalismus nicht zurückgeschleudert hätte?

Nun handelt es sich bei der Linken nicht um eine regierende Partei, aber nicht wenige ihrer Funktionsträger träumen davon, endlich selbst „Verantwortung“ zum Wohle des deutschen Volkes übernehmen zu können. Möglicherweise ist das der Grund dafür, dass sich nun auch Bernd Riexinger, der KO-Vorsitzende der Linken, an der heiligen Hetzjagd gegen das Gespenst des Nationalstaates beteiligt.

Riexinger kommt jedoch das Verdienst zu, erkannt zu haben, dass das Gespenst nun auch in den Keynesianismus gefahren ist und als Nationalkeynesianismus sein Unwesen treibt. Und er scheut sich auch nicht, Ross und Reiter zu nennen:

Die BefürworterInnen einer Rückkehr zu nationalen Währungen oder eines anderen europäischen Währungssystems koordinierter nationaler Währungen – prominent vertreten von den Sozialdemokraten Heiner Flassbeck, Wolfgang Streeck sowie in der europäischen Linken u.a. von Jean-Luc Melenchon, Stefano Fassina, Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht – setzen angesichts der berechtigten Kritik an den undemokratischen Institutionen der EU auf die Stärkung des Nationalstaates. Den Rest des Beitrags lesen »

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Wie weiter mit €pa ? 

Posted by hkarner - 7. September 2016

Kommentar | 06.09.2016, Von Paul Steinhardt, Makroskop

In einem Gastbeitrag im Neuen Deutschland ruft Varoufakis zum zivilen, bürgerlichen und staatlichen Ungehorsam gegen das EU-Establishment auf. Einen Austritt aus der EWU oder gar der EU zählt er dazu aber nicht.

Diese Frage stellt sich angesichts der offensichtlichen Unfähigkeit der EU-Institutionen auch noch nach dem Brexit-Votum, die wirtschaftlichen Probleme ihrer Mitgliedsländer mit auch nur ansatzweise angemessenen wirtschaftspolitischen Strategien anzugehen, immer dringlicher.

Während die politische Linke in Deutschland auf die Krise der EU weiterhin mit der Forderung reagiert, sie durch Reformen sozialer und demokratischer zu machen, werden inzwischen auch auf Seiten der europäischen Linken immer mehr Stimmen laut, die zu einem Bruch mit den EU-Institutionen aufrufen. Erkannt wird, dass ein solcher Bruch es erforderlich macht, aus der Europäischen Währungsunion auszutreten. So liest man in einem Aufruf, den der Verfasser dieses Artikels unterschrieben hat, dazu das Folgende:

„Vor dem Hintergrund des alarmierenden Demokratieabbaus, der Zerstörung sozialer Rechte und der Privatisierung öffentlichen Eigentums müssen emanzipatorische Kräfte in Europa auf der Basis von Selbstbestimmung realistische und glaubwürdige Alternativen zum autoritären, neoliberalen Integrationsmodell vorlegen. Deswegen braucht es einen Lexit (left exit) aus dem Euro-System als Werkzeug zur Verteidigung und Wiederherstellung der Demokratie.“ Den Rest des Beitrags lesen »

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Draußen vor der Tür: Bankenrettung 2.0

Posted by hkarner - 18. Januar 2016

18. Januar 2016 l  , Flassbeck Economics

Die Deutsche Bank hatte als Reaktion auf ihre anhaltenden Verluste am 18.Oktober des letzten Jahres in einer ad-hoc Mitteilung eine grundlegende organisatorische und personelle Neuordnung verkündet. Der Aktienmarkt scheint aber wenig Vertrauen zu haben, dass mit diesen Maßnahmen die Deutsche Bank wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden kann. Der Schlusskurs der Deutschen Bank Aktie wurde am 20.Oktober letzten Jahres mit 26,52 Euro notiert, vergangenen Freitag fiel er auf unter 20 Euro.

Obwohl Börsenkurse und deren Entwicklung oft nur sehr wenig über die wirklichen Erfolgsaussichten eines Unternehmens aussagen, ist der Absturz des Kurses der Aktien der Deutschen Bank Ausdruck der Tatsache, dass die Deutsche Bank mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, die mit personellen und organisatorischen Maßnahmen nicht zu überwinden sind. Zu befürchten ist vielmehr, dass der Bestand der Deutschen Bank und von anderen Banken, die ein vergleichbares Geschäftsmodell verfolgen, am Ende wieder alleine durch staatliche Hilfe gesichert werden kann. Den Rest des Beitrags lesen »

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Gerechte Löhne – eine Aufgabe der Politik?

Posted by hkarner - 7. Januar 2016

06. Januar 2016 l l Flassbeck Economics

Im Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands vom Februar letzten Jahres (hier) wurde ein neuer trauriger Rekord gemeldet: Die Armutsquote ist auf einen Wert von 15 5,% gestiegen und damit leben im „reichen Deutschland“ mehr als 12,5 Millionen Menschen in Armut.

Vor diesem Hintergrund sollte man meinen, dass steigende Löhne – insbesondere dann, wenn sie Menschen mit niedrigen Einkommen zugute kommen – einhellig begrüßt werden. Nicht so aber bei Heike Göbel, der Spezialistin der FAZ für die „Ordnung der Wirtschaft“ (hier). Zwar hat sie nichts gegen höhere Löhne, wenn es sich dabei um Marktlöhne handelt, aber wenn höhere Löhne das Ergebnis gesetzgeberischer Maßnahmen sind, dann kann sie sich darüber noch nicht einmal an Heiligabend freuen. Es ist daher nicht überraschend, dass ihr der gesetzliche Mindestlohn ein Dorn im Auge ist. Denn Mindestlöhne werden vom Gesetzgeber ja gerade deswegen festgesetzt, weil es offenbar Marktlöhne gibt, die es manchem Lohnempfänger nicht erlaubt, damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Warum aber kann sich Göbel nicht darüber freuen, dass aufgrund staatlich festgelegter Löhne „die Bescherung in vielen Haushalten üppiger ausfallen dürfte als in früheren Jahren“? Nun, weil solche Löhne ihrer Meinung nach eine ethisch verbindliche Norm verletzen. Sie stellt nämlich lapidar fest:

Was der „gerechte“ Lohn ist, sollte in einer Marktwirtschaft (…) der Wettbewerb bestimmen, nicht die Politik.“ Den Rest des Beitrags lesen »

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