Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

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EUROPA MUSS ZURÜCK AUFS SPIELFELD

Posted by hkarner - 14. August 2019

FURCHE-Kolumne 273 Wilfried Stadler

Was für eine unglückliche Fügung: Inmitten sich aufschaukelnder Handels- und Währungskonflikte zwischen den USA und China ist Europa faktisch handlungsunfähig. Der langwierige Komplettaustausch aller Entscheidungsträger nach der Europawahl verbannt uns bis mindestens Ende Oktober auf die Reservebank der Weltpolitik. Was in normalen Zeiten kaum aufgefallen wäre, wird nun zum Glaubwürdigkeits-Problem. Fatalerweise verfestigt sich nämlich der Anschein, dass die Geschichte auch ohne die Mitwirkung von Europas Repräsentanten weitergeschrieben wird.

Getoppt wird dieser Eindruck noch durch die Brexit-Krise. Als sich die Abgeordneten der englischen Austrittspartei am Tag ihrer Angelobung im EU-Parlament beim Erklingen der Europa-Hymne demonstrativ wegdrehten, lieferten sie einen traurigen Beweis für den Grad an Absurdität, den ihr so hitzig verfolgtes Vorhaben  mittlerweile erreicht hat. Über den Ausgang dieses zuletzt von ihm in Eigenregie übernommenen Sommertheaters verrät der neue Premier Boris Johnson nur so viel: am 31. Oktober sollen – mit oder ohne Deal – die Zugbrücken hochgehen. Ein englischer Freund und Brexit-Gegner meinte kürzlich sarkastisch, wohl nicht zufällig werde dies der Abend von Halloween sein.

Der Ton, den Johnson dabei – wenn auch meist geistreicher – anstimmt, kopiert das Rollen-Modell des amerikanischen Präsidenten. Dieser macht bekanntlich aus seiner Verachtung gegenüber gemeinschaftlichen Zielsetzungen und übergeordneten Wertvorstellungen kein Hehl. Auf seinen Streifzügen durch den diplomatischen Porzellanladen bereitet es ihm offensichtliches Vergnügen, auf vielen der mühsam errungenen Kostbarkeiten des Multilateralismus herum zu trampeln – vom Boykott des Pariser Klimaabkommen bis zur Aufhebung des vor dreißig Jahren zustande gekommenen Atomwaffensperrvertrages. Den Rest des Beitrags lesen »

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DIE EZB-GELDKURBEL DREHT LEER

Posted by hkarner - 1. August 2019

FURCHE-Kolumne 272 Wilfried Stadler

Am 31. Oktober endet die Amtszeit von Mario Draghi als Präsident der Europäischen Zentralbank. Während seiner gesamten acht Jahre in dieser Funktion hat er kein einziges Mal die Leitzinsen erhöht. Ganz im Gegenteil: in der vergangenen Woche setzte er eindeutige Signale in Richtung einer weiteren Senkung des Einlagezinsen von Banken unter den derzeit geltenden Satz von Minus 0,4 Prozent. Der Leitzins selbst soll – wie schon seit März 2016 – für absehbare Zeit bei Null bleiben.

Während Draghi über etwa drei Viertel seiner Amtszeit als erfolgreicher Feuerwehrkommandant im Kampf gegen die Folgen der Finanzkrise und gegen den Zerfall des Euro agierte, stößt seine lockere Geldpolitik nun schon seit geraumer Zeit auf Widerstände. Der Hauptvorwurf: Er habe den Zeitpunkt der zinspolitischen Normalisierung versäumt und sein gesamtes Arsenal an krisentauglichen Spezialinstrumenten auch dann noch eingesetzt, als die Konjunktur längst wieder angesprungen war.

Auch macht sich Frustration bei Sparern breit, die sich gezwungen sehen, auf höher riskierende Veranlagungen auszuweichen. Denn während die Notenbank ihre geldpolitischen Maßnahmen damit begründet, eine Inflationsrate von annähernd zwei Prozent erreichen zu müssen, sieht sie geflissentlich weg, wenn Vermögenspreise wie jene von Aktien in ungesunde Höhen steigen und Immobilien im urbanen Raum unerschwinglich werden. Die manifeste Inflation von Vermögenswerten wird verdrängt, weil sie im Drehbuch nicht vorgesehen ist. Den Rest des Beitrags lesen »

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EIN GRIFF NACH DEN STERNEN

Posted by hkarner - 18. Juli 2019

FURCHE-Kolumne 271 Wilfried Stadler

Vor wenigen Tagen fragte ich einen langjährigen Mitarbeiter der Atomenergiebehörde nach seiner Einschätzung der beunruhigenden weltpolitischen Lage. Ich hoffte auf eine besänftigende Auskunft, etwa in der Richtung, das alles wäre bloß Säbelrasseln. Seine Antwort fiel jedoch ernüchternd aus: die Büchse der Pandora sei definitiv wieder geöffnet, spätestens seit Aufhebung des Atomsperrvertrages.

Die Einigung auf dieses epochale Vertragswerk kam 1969 zustande, im gleichen Jahr wie die geglückte Mondlandung. Bei beiden Vorhaben hatte man damals den Mut, nach den Sternen zu greifen und Ziele anzustreben, die zunächst unerreichbar schienen. So wurde aus dem Gleichgewicht des Schreckens ein „Friede durch Angst“, der nach der Ostöffnung zum dauerhaften Versprechen eines haltbaren Weltfriedens reifte. Dass dieses Versprechen heute in Frage steht und die atomaren Arsenale wieder nachgerüstet werden, gleicht einer politischen Klimakatastrophe.

Auch wenn man als Bürger eines Landes, das gerade die jährliche Heeresschau einspart, um seine Kasernen im Winter durchheizen zu können, bei derartigen Diskussionen ganz leise bleiben sollte, sei doch auf die atemberaubenden Dimensionen hingewiesen: nicht weniger als 649 Milliarden Dollar werden allein seitens der USA jährlich für Rüstung ausgegeben, geschätzte 250 Milliarden durch China, annähernd 70 durch Saudi-Arabien, 60 durch Russland und je rund 50 von England und Deutschland. Sollte Deutschland, der Aufforderung des US-Präsidenten folgend, seine Verteidigungsausgaben von derzeit 1,2 Prozent der Wirtschaftsleistung auf 2 Prozent aufstocken, entspräche das dem eineinhalbfachen Aufwand von Russland. Die Rüstungsspirale dreht sich damit schneller denn je – zur Freude der zutiefst mit der Spitzenpolitik verstrickten Kriegsindustrie. Den Rest des Beitrags lesen »

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ZEHN JAHRE DANACH: WENIGER WÄRE MEHR!

Posted by hkarner - 4. Juli 2019

Wilfried Stadler, Bankarchiv 7/2019

Eine kritische Zwischenbilanz zu Fragen der Bankenregulierung und Finanzmarktstabilität

Am Montag, dem 15. September 2008 stürzte die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers das internationale Bankensystem in seine tiefste Krise seit den Dreißigerjahren. Die Zahlungsunfähigkeit des noch am Freitag davor als unsinkbares Schiff geltenden Finanz-Kolosses löste eine Kaskade von drastischen Folgewirkungen aus. Das ominöse Datum hat sich auch deshalb tief im kollektiven Gedächtnis eingenistet, weil sich die Finanzkrise gerade in Europa in der Folge zu einer handfesten politischen Krise ausgewachsen hat. Ein gutes Jahrzehnt danach scheint die Bankenwelt bei oberflächlicher Betrachtung wieder weitgehend in Ordnung zu sein. Dennoch liegt eine neue Normalität wohl noch in weiter Ferne.

Eine Überfülle an seit damals in die Welt gekommenen Regulierungen bietet vermeintlichen Schutz vor neuerlichen Blitzgewittern. Die permanente Vermessung des Handelns aller Mitwirkenden erweckt den Anschein der Messbarkeit ihres Tuns. Doch weder das Regulierungsausmaß noch die Treffsicherheit der seit der Finanzkrise ins Uferlose angestiegenen Anforderungen können überzeugen. In beiden Bereichen besteht hoher und durchaus dringender Handlungsbedarf.

Zwei Beispiele seien stellvertretend für zahlreiche andere genannt: Den Rest des Beitrags lesen »

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BRETTON WOODS UND DIE G20

Posted by hkarner - 4. Juli 2019

FURCHE-Kolumne 270 Wilfried Stadler,

Dass globale Probleme nur dann lösbar sind, wenn die gewichtigsten Spieler der Weltwirtschaft nach gemeinsamen Regeln suchen, hat die Finanzkrise 2008 höchst unsanft in Erinnerung gerufen. Seit damals treffen deshalb die Spitzen von 19 führenden Wirtschaftsnationen, ergänzt um den Präsidenten der EU-Kommission, regelmäßig zusammen. Sie repräsentieren nicht weniger als 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

US-Präsident Trump nützte den jüngsten G20-Gipfel in Japan zu einer weiteren Demonstration jener Taktik des „divide et impera“, die seinem Narzissmus so entgegenkommt. Bilaterale Treffen mit Xi Jiping, Angela Merkel oder Wladimir Putin sollten wieder einmal alles in den Schatten stellen, was sonst noch am gemeinsamen Konferenztisch besprochen wurde. Der Abstecher nach Nordkorea war die Draufgabe zur Ego-Show.

Ob ihn wohl irgendjemand darauf aufmerksam gemacht hat, dass das Treffen in Osaka mit dem 75. Jahrestag des Abschlusses der Konferenz von Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire zusammenfiel – und wie anders die Rolle der Vereinigten Staaten damals war?
Im Sommer 1944 glückte den Vertretern von 44 Ländern nach dreiwöchigen Verhandlungen ein Schlussdokument, in dem die Eckpfeiler der Nachkriegs-Wirtschaftsordnung fixiert wurden. Das Ende des Weltkrieges war damals trotz der erst kurz zuvor geglückten Landung der Alliierten in der Normandie noch nicht endgültig absehbar. Den Vorsitz über die meist bis tief in die Nacht andauernden Gespräche führte John Maynard Keynes, der renommierteste Ökonom seiner Zeit. Den Rest des Beitrags lesen »

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FAIRER WETTBEWERB: WER ENTSCHEIDET?

Posted by hkarner - 19. Mai 2019

FURCHE-Kolumne 267, Wilfried Stadler

„Vereint durch dick und dünn gehen“: auf diesen hehren Vorsatz haben sich die EU-Staatschefs in Sibiu/Hermannstadt bei ihrem letzten Treffen vor der Europawahl eingeschworen. So viel guter Wille ist jedenfalls ein wertvolles Startkapital für die Bewältigung all der komplexen Probleme, die auf die künftige EU-Kommission zukommen. Nicht das schwierigste, aber doch eines der wichtigsten davon: wie soll sich Europa am besten im globalen Wettbewerb behaupten? Und welchen Beitrag kann/soll Politik dazu leisten?

Im Zweikampf der technologiestarken Rivalen USA und China um die Weltspitze ist Europa, ob es will oder nicht, ein mit betroffener Dritter. Dabei geht es nicht nur um Wachstumsraten und Leistungsbilanzen, sondern vor allem um Marktmacht. Die von „America First“-Präsident Trump gegen China verhängten Schutzzölle setzen indirekt auch Europa unter Druck. Um die schon vor einiger Zeit angedrohten Zollschikanen gegen die Autoindustrie zu vermeiden, übt man sich in vorauseilendem Gehorsam. Nicht zufällig sind die Importe von amerikanischem Flüssiggas nach Europa seit Sommer letzten Jahres um ganze 180 Prozent angestiegen.

Der Schwur von Sibiu wird jedoch nicht so sehr in der Handelspolitik auf die Probe gestellt werden, als bei konkreten industrie- und wettbewerbspolitischen Entscheidungen mit arbeitsmarkt-, sozial- und steuerpolitischen Auswirkungen auf einzelne Mitgliedsstaaten. Denn wo es um Standortfragen geht, stehen meist sehr konkrete regionale und nationale Interessen am Spiel.

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DAS BUDGETPLUS – EINE SCHWALBE

Posted by hkarner - 4. April 2019

FURCHE-Kolumne 264     Winfrie Stadler

Auf das Vorzeichen kommt es an: der Staatshaushalt für das Budgetjahr 2018 weist erstmals seit Jahrzehnten einen Nettoüberschuss aus. Trotz beträchtlicher Ausgabensteigerungen für Soziales, Gesundheit, Pensionen und Verwaltung steht unter dem Strich letztendlich eine „schwarze Null“ in Höhe von immerhin 426 Millionen Euro. Dieser Achtungserfolg verdankt sich allerdings nicht nur einem disziplinierten Budgetvollzug, sondern vor allem auch außergewöhnlich hohen Steuereinnahmen, die dank guter Konjunktur und kalter Progression üppiger ausfielen als erwartet.

Dazu kommen zwei entlastende Sonderfaktoren, die beide ursächlich mit der Finanzkrise zusammenhängen. Zum einen konnten in den so genannten Abbaubanken sowohl der früheren Hypo-Alpe-Adria als auch der einstigen Volksbanken AG aus dem Verkauf alter Vermögensbestände unerwartete Mehreinnahmen erzielt werden. Dieser Effekt hatte schon im Jahr zuvor eine deutliche Senkung der Verschuldungsquote bewirkt und dürfte auch heuer noch ein letztes Mal für schmerzlindernde Nachrichten sorgen.

Noch mehr Rückenwind verschaffen jedoch die extrem niedrigen Kosten der Staatsschuld. Bekanntlich liegen ja die Anleihezinsen für Staaten guter Bonität – zu denen Österreich erfreulicherweise zählt – auf einem historisch einzigartig niedrigen Niveau. Trotz seit 2008 im Durchschnitt des Euro-Raumes um über 50 Prozent angestiegener Staatsschulden liegen die Gesamtkosten für die Bedienung der dafür ausgegebenen Anleihen im selben Zeitraum um 13 Prozent niedriger als zuvor. Den Rest des Beitrags lesen »

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EIN SCHÖPFERISCHER ÖKONOM

Posted by hkarner - 21. Februar 2019

FURCHE-Kolumne 260 Wilfried Stadler

Bald ist es hundert Jahre her, dass Joseph A. Schumpeter im Alter von erst 36 Jahren in der ersten demokratisch gewählten Regierung der jungen „Republik Deutschösterreich“ am 15. März 1919 das Amt des Finanzministers antrat. Er war damals Universitätsprofessor in Graz und hatte es bereits in jungen Jahren zu einem Ehrendoktorat an der Columbia University gebracht. Schon früh interessierte ihn die Rolle des innovativen Unternehmers in einer von technologischen Umbrüchen bestimmten Wirtschaftswelt – später wurde daraus die Wortprägung von der „schöpferischen Zerstörung“.

Als parteiloses Mitglied des Regierungsteams von Staatskanzler Karl Renner fand er – nur wenige Monate nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie – eine denkbar schwierige Aufgabenstellung vor. Noch bevor das endgültige Staatsgebiet feststand, waren schon grundlegende steuerpolitische Themen zu entscheiden, ebenso – bei darniederliegender Konjunktur – Fragen der Sanierung des Staatshaushalts. Während Schumpeter Konzepte verfolgte, mit denen Wien weiterhin Finanzzentrum auch für die Nachfolgestaaten bleiben sollte, drängte sein sozialdemokratischer Kontrahent Otto Bauer als Außenminister auf eine Währungsunion mit Deutschland, um den in der Verfassung der jungen Republik ausdrücklich vorgesehenen Anschluss an den großen Nachbarn vorzubereiten. Das alles spielte sich parallel zum Ringen um den Vertrag von St. Germain ab, der dem jungen Staat im September 1919 nicht nur hohe Reparationszahlungen sondern auch das Verbot eines Zusammenschlusses mit Deutschland auferlegte. Den Rest des Beitrags lesen »

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POLITIK BESTIMMT DAS WIRTSCHAFTSKLIMA

Posted by hkarner - 14. Februar 2019

FURCHE-Kolumne 260  Wilfried Stadler

Klimafragen stellen sich nicht nur, wenn es um Wetterprognosen geht. Im übertragenen Sinn beschäftigen sie uns auch, wenn sich das Wirtschaftsklima ändert und die ökonomische Großwetterlage Anlass zur Sorge gibt.

Als sich im Herbst vergangenen Jahres der Horizont an den Börsen verdüsterte, konnten die teils heftigen Kursverluste noch als überfällige Korrektur nach einer langen Schönwetterphase interpretiert werden. Mittlerweile zeigen sich jedoch auch ganz reale, konjunkturelle Gewitterwolken. Schon korrigieren die Weltbank-Ökonomen ihre bis vor kurzem noch deutlich optimistischeren Prognosen nach unten.

Realwirtschaftlich ist jedoch kein überzeugender Grund für eine Abkühlung der Wirtschaftsdynamik auszumachen, gibt es doch in vielen Regionen der Welt einen unglaublichen Aufholbedarf. Das gilt für ehemalige Planwirtschaftsländer und nunmehrige EU-Mitgliedsstaaten wie Rumänien oder Bulgarien ebenso wie für zahlreiche Staaten des asiatischen Raumes und schon gar des Nahen Ostens und Afrikas.

Denn so sehr auch der isolierte Blick auf saturierte Marktwirtschaften ein Ende des Wachstums nahelegen würde, so realitätsfern ist diese Sichtweise, wenn in den Betrachtungshorizont all die bisher benachteiligten Zonen einbezogen werden. Dort bedarf es zur Schaffung zumutbarer Lebensbedingungen dringend wirtschaftlicher Belebung – und die geht nun einmal mit Wachstum einher. Nur so entstehen Arbeitsplätze, nur so Kaufkraft, nur so die nötigen Steuereinnahmen, um jene Grundfunktionen zu finanzieren, ohne die kein Rechtsstaat und damit auch keine Wirtschaftsordnung funktioniert. Die zu erwartenden Umweltkosten dieses Wachstums in den bisher benachteiligten Teilen der Welt erhöhen noch unsere Verantwortung dafür, umso konsequenter klimaschonende Strategien zu fahren. Den Rest des Beitrags lesen »

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VENEZUELA AM WENDEPUNKT

Posted by hkarner - 7. Februar 2019

FURCHE-Kolumne 259, Wilfried Stadler 

Wenn von Venezuela die Rede war, fiel uns dazu viele Jahre hindurch vor allem „El Sistema“ ein, jenes Netzwerk von Chören und Jugendorchestern, mit dessen Hilfe viele tausend Kinder aus der (Bildungs-)Armut herausgeführt werden konnten. Die besten von ihnen fanden begeisterte Zuhörer in allen wichtigen Konzertsälen der Welt. Unter ihrem Stardirigenten Gustavo Dudamel waren sie auch in Österreich oft zu Gast.

Einst zählte das Land mit den größten Ölreserven der Welt zu den Vorzeigestaaten Mittelamerikas. Seit jedoch Hugo Chavez vor zwei Jahrzehnten an die Macht kam und mit Unterstützung Kubas seinen „Sozialismus für das 21. Jahrhundert“ vorantrieb, ging es nach anfänglichen sozialen Erfolgen wirtschaftlich und demokratiepolitisch steil bergab. Chavez´ Nachfolger Nicolas Maduro etablierte ab 2013 ein immer unverhohlener autoritäres Regime und stürzte sein Land in bittere Armut. Drastische Geldentwertung, ökonomischer Zusammenbruch und politische Unfreiheit lösten eine dramatische Fluchtbewegung aus. Schon über drei Millionen venezolanische Bürger haben ihre Heimat verlassen. Der früher so positiv besetzte Begriff „El Sistema“ steht mit einem mal für ein System von Angst und Misswirtschaft. Den Rest des Beitrags lesen »

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