Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Stadler’

NIKOLA TESLA UND DIE US-BÖRSEN

Posted by hkarner - 12. April 2018

FURCHE-Kolumne 238 Wilfried Stadler
Nicht weniger als 12 Ehrendoktorate – darunter auch solche von den Universitäten Graz und Prag – wurden einst Nikola Tesla verliehen. Der geniale Erfinder, 1854 in der Donaumonarchie auf dem Gebiet des heutigen Kroatien geboren und 1943 in New York verstorben, durchlebte im Laufe seiner Karriere alle Höhen und Tiefen eines schöpferischen Lebens, mit fulminanten Erfolgen und ebenso kapitalen Abstürzen. Eine Büste im Bostoner Massachusetts Institute of Technology (MIT) erinnert an diesen Pionier der modernen Elektro- und Energietechnik.

Teslas Geschichte imponierte dem Jungunternehmer Elon Musk so sehr, dass er ihn zum Namensgeber seiner 2004 im Alter von 33 Jahren gegründeten Autoherstellerfirma machte. Kurz zuvor hatte er erfolgreich seinen Anteil an der von ihm mit gegründeten Internet-Bezahlplattform Paypal verkauft.

Elon Musk erweist sich als mindestens so expeditiv wie sein Vorbild. Die wiederverwendbaren Trägerraketen seines Raumfahrtsunternehmens „SpaceX“ transportieren Satelliten um Bruchteile der bisherigen Kosten in den Orbit. Mit „SolarCity“ arbeitete er sich an die Spitze des amerikanischen Solarstrom-Marktes vor. Und als ob es damit noch nicht genug zu tun gäbe, gründete der Workaholic auch noch „Hyperloop“. Zweck dieses Projekts ist die Untertunnelung hoch frequentierter Strecken, auf denen Personen in Hinkunft in ultraschnellen Kapseln via Luftpolster von einem Ort zum anderen transportiert werden sollen. Den Rest des Beitrags lesen »

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KRYPTOWÄHRUNGEN ALS ERSATZRELIGION

Posted by hkarner - 4. März 2018

FURCHE-Kolumne 235 Wilfried Stadler, 1. März 2018

Rund um die dezentrale Computer-Technologie der „Blockchain“ entstanden in den letzten Jahren spannende, meist noch experimentelle Anwendungsfelder. In der Geldwirtschaft geht es dabei einerseits um Überweisungsvorgänge und andererseits um – nicht umsonst so bezeichnete – „Krypto“-Währungen.

Eine erste Zwischenbilanz zeigt, dass sich die Erwartungen in einen von Banken unabhängigen, extrem kostengünstigen Zahlungsverkehr nicht erfüllt haben. Die hochgejubelte Technik ist mit ihren langen Überweisungszeiten jener der gebräuchlichen Zahlungsplattformen deutlich unterlegen und überdies teuer. Blockchain-basierte Überweisungen können aber dort ein letzter Strohhalm sein, wo es – meist aus politischen Gründen – kein funktionierendes Bankensystem mehr gibt, wie etwa in Venezuela oder Zimbabwe.

Die Vision, von Staaten und Notenbanken unabhängige, gewissermaßen anarchische Geldsysteme zu schaffen, ist als solche nicht neu. Sie fand schon in Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek einen ihrer frühen, paläoliberalen Befürworter. Spätestens seit der exorbitanten Wertsteigerung von Bitcoin, der bekanntesten dieser Kunst-„Währungen“, ist sie zu einem zentralen Thema in der Diskussion um die Zukunft unseres Finanzsystems geworden. Zwischenzeitige massive Kurseinbrüche tun dem Hype keinen Abbruch. Schon tummeln sich mehrere Hundert aus dem Nichts imaginierte Pseudowährungen im Windschatten des Bannerträgers. Den Rest des Beitrags lesen »

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ZWEI FINANZMINISTER – EINE ZEITREISE

Posted by hkarner - 15. Februar 2018

FURCHE-Kolumne 234, Wilfried Stadler

„Die ganze Geschichte“ nennt Yanis Varoufakis sein packendes Buch mit dokumentarischen Erinnerungen an jenes erste Halbjahr 2015, in dem er als griechischer Kurzzeit-Finanzminister gegen die Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds ankämpfte. Mit seiner so rasanten wie provokanten Solofahrt durch die Wirrnisse der Eurokratie kam der exzellente Ökonom und passionierte Motorradfahrer einem Kompromiss mit den Gläubigern zum Greifen nahe. Dann aber erhöhte der binnen weniger Wochen zum Weltstar des Nonkonformismus aufgestiegene Varoufakis seinen Einsatz – und pokerte am Ende zu hoch. Seine Manöver um den angedrohten und dann doch nicht vollzogenen Euro-Ausstieg kosteten die ohnehin leidgeprüfte griechische Bevölkerung viel zusätzliches Geld, Wachstum und Beschäftigung. Erst heute nähert sich Griechenland wieder einem volkswirtschaftlichen Normalzustand.

Außer Zweifel steht jedoch, dass es ausreichende Gründe für Kritik an der Eurokratie gab und gibt. Denn es dauerte schmerzhaft lange, bis nach dem Schock der von der Finanzkrise ausgelösten Staatsschuldenkrise ein taugliches Kriseninstrumentarium entwickelt werden konnte. Auch ist die Kernfrage noch immer offen, wie die Spielregeln für das zulässige Maß an Staatsschulden („Maastricht-Kriterien“) in hoch verschuldeten Ländern so angepasst werden können, dass Budgetsanierung und Wachstum miteinander vereinbare Ziele bleiben. Den Rest des Beitrags lesen »

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Österreichs Rolle für die Zukunft des Euro

Posted by hkarner - 25. Januar 2018

Über die Voraussetzungen für eine stabile europäische Währung

Wilfried Stadler, trend 25.1.2018

 

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HEUSCHRECKEN, CERBERUS UND PHÖNIX

Posted by hkarner - 30. November 2017

Wilfried Stadler, diefurche.at 30/11

Heuschrecken und Finanzhaie sind so etwas wie die Wappentiere des Investment-Bankings im Allgemeinen und amerikanischer Beteiligungsgesellschaften im Besonderen. Dass ausgerechnet einem Vertreter dieser Zunft mit dem anspielungsreichen Firmennamen Cerberus das Verdienst zukommen würde, die ehemalige Gewerkschaftsbank BAWAG saniert zu haben, gehört zu den (Wirtschafts-)Geschichten, die sich nicht erfinden lassen.

Das 1924 von Karl Renner gegründete Institut kam ab dem Sommer 2005 ins Gerede. Hohe Ausleihungen an eine Fondsgesellschaft, mit der man jahrelang verdeckte Geschäfte betrieben hatte, waren plötzlich uneinbringlich. Ominöse, immens verlustreiche Karibikgeschäfte von Wolfgang Flöttl, dem Sohn des langjährigen Generaldirektors, rissen tiefe Löcher in die Bilanz.

Im April 2006 spitzte sich die Situation zu. Die BAWAG geriet in den Strudel von US-Prozessen gegen einen als Betrüger entlarvten, langjährigen Geschäftspartner. Ausufernde Schadensersatzforderungen wurden erhoben, Vergleichsverhandlungen scheiterten, die Kunden wurden nervös. Das Vertrauen in die einige Jahre zuvor übernommene PSK war hingegen so groß, dass angeblich nicht wenige BAWAG-Sparer, denen die Zusammengehörigkeit der beiden Institute noch nicht bewusst war, am Höhepunkt der Krise ihr Geld am Schalter in bar abhoben um es kurz darauf auf ein neu eröffnetes PSK-Konto einzuzahlen. Den Rest des Beitrags lesen »

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ALLES WAS RECHT IST

Posted by hkarner - 16. November 2017

FURCHE-Kolumne 228 Wilfried Stadler

Nach den „Panama-Papers“ nun also die „Paradise Papers“: Wieder hat ein internationales Journalisten-Konsortium Dokumente ans Licht gebracht, mit denen sich systematische Umgehungen von steuerlichen Verpflichtungen durch vermögende Private und internationale Großunternehmen nachweisen lassen. Auch der Name jenes Wolfgang Flöttl ist dabei aufgetaucht, für dessen milliardenschwere Verlustgeschäfte sich im seinerzeitigen BAWAG-Prozess niemand interessieren wollte.

Diesmal stammen die Unterlagen aus einem auf den Bermudas angesiedelten Beratungsunternehmen, das praktischerweise auch Niederlassungen auf den Virgin Islands, Jersey, Mauritius und den Seychellen unterhält. Dessen hoch profitables Oasen-Geschäftsmodell ist simpel: man bietet Kunden aus aller Welt unter dem Siegel der Verschwiegenheit komplexe Rechtskonstruktionen zur Minimierung oder gar gänzlichen Vermeidung von Steuerzahlungen an.

Das Kunststück besteht im Austanzen sämtlicher, gerade noch als legal darstellbarer Möglichkeiten der Steuervermeidung. Dabei gilt es, den Anschein zu wahren, man bewege sich auch dann noch im Rahmen der geltenden Gesetze, wenn von Legitimität des Handelns längst nicht mehr die Rede sein kann. Gerade weil die Gesetzeslage derart komplex und zwischenstaatlich widersprüchlich ist, finden hoch bezahlte Spezialisten immer neue Umgehungs-Konstrukte, die im Ernstfall unangreifbar sind. Aber nicht alles was Recht ist, ist rechtens. Den Rest des Beitrags lesen »

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WIRTSCHAFTS-NOBELPREIS IN DER KRITIK

Posted by hkarner - 19. Oktober 2017

FURCHE-Kolumne 226, WilfriedStadler

Mitten in den ökonomischen und geopolitischen Turbulenzen einer Welt, deren politische und wirtschaftliche Machthaber sich immer schwerer dabei tun, einen gemeinsamen Takt zu finden, ging dieser Tage der Wirtschafts-Nobelpreis an den Verhaltens-Ökonomen Richard Thaler. Während die einen begrüßen, dass damit eine vermeintlich unterschätzte Forschungsrichtung endlich vor den Vorhang geholt wird, sehen andere in der Entscheidung für ein Orchideenfach schlichte Realitätsverweigerung. Angesichts eines dramatischen Nachholbedarfs der Wirtschaftswissenschaften in zentralen Fragen – von der digitalen Ökonomie über die wachsende Ungleichheit bis zur überfälligen Suche nach einem global durchsetzbaren Besteuerungssystem von Großunternehmen – erscheint mir diese Kritik berechtigt. Den Rest des Beitrags lesen »

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EUROPA IST WIEDER IM GESPRÄCH

Posted by hkarner - 5. Oktober 2017

FURCHE-Kolumne 225 , Wilfried Stadler

Die lange genug aufgeschobene Europa-Diskussion kommt nach der deutschen Wahl wieder in Schwung. Das Gipfeltreffen der Staatschefs im estnischen Tallin signalisierte zumindest die gute Absicht, verloren gegangenes Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Europäischen Union zurück zu erobern. Erfreulicherweise gibt der quer durch Europa spürbare wirtschaftliche Aufschwung den notwendigen Rückenwind. Nachdem es allzu lange im Gerede war, kommt Europa endlich wieder ins Gespräch.

Die Unions-Idee ist noch immer attraktiv – aber ihre Ausstrahlung hat unter den Folgen der Finanz und Euro-Krise Krise gelitten. Erschwerend kommt hinzu, dass das dritte Sonderproblem, die als Folge einer seit Jahrzehnten grundlegend verfehlten Nahost- und Afrikapolitik entstandene Migrationskrise, mit Geld und institutionellen Umbauten allein in überschaubarer Zeit nicht lösbar ist. Die mangelnde Bereitschaft zu solidarischen Lösungen und das Fehlen glaubwürdiger Strategien zur Vermeidung weiterer, unkontrollierter Flüchtlingsströme zerrütteten den Glauben in einen wenigstens minimalen europäischen Zusammenhalt in Zeiten der Bedrängnis. Den Rest des Beitrags lesen »

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(K)EINE ANLEIHE BEI DER ZUKUNFT

Posted by hkarner - 21. September 2017

FURCHE-Kolumne 224, Wilfried Stadler

Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts war die politische und wirtschaftliche Zuversicht schon einmal so hoch, dass sich genügend Käufer für Anleihen mit sehr langen Laufzeiten fanden. Auf einen eindrücklichen Beleg dafür stieß ich schon während meiner Studienzeit in einer auf einem Flohmarkt erworbenen Wiener Wochenzeitung aus 1894. Man empfahl dort wortreich den Ankauf drei-prozentiger Schuldtitel der soeben verstaatlichten SüdbahnGesellschaft. Die Verzinsung wurde als ausreichend angesehen, um den Nachteil auszugleichen, dass der Käufer – so die wörtliche Formulierung von anno dazumal – „im ungünstigsten Falle mit der Eventualität zu rechnen hat, dass er den Nominalwert erst 1968 ausbezahlt erhält.“ Wer konnte schon wissen, dass sich in den 74 Jahren bis dorthin zwei Weltkriege und zwei Totalentwertungen allen Geldes ereignen würden? Den Rest des Beitrags lesen »

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DIE WÄHRUNG DES (K)APP-ITALISMUS

Posted by hkarner - 24. August 2017

FURCHE-Kolumne 222 Wilfried Stadler

Reichlich kryptisch, was man da so hört und liest über Bitcoin: eine angebliche Währung, die doch nichts anderes ist als eine künstliche, digitale Rechengröße. Der technisch durchaus innovative Abwicklungsmodus dieses dezentralen Zahlungssystems – die sogenannte „Blockchain“ – stützt sich auf einen Algorithmus, dessen Erfinder bis heute anonym geblieben ist. Ebenso anonym lieben es die Nutzer, wird doch Bitcoin vornehmlich von Leuten eingesetzt, die ihre Zahlungen oder deren Herkunft aus guten oder weniger guten Gründen geheim zu halten versuchen.

Aber kann man damit nicht auch schnelles Geld machen? Immerhin hat sich der Kurs der ersten Krypto-Währung seit deren Erfindung 2009 entlang einer holprigen Berg- und Talfahrt zuletzt dramatisch erhöht – seit Jahresbeginn um nicht weniger als das Fünffache. Einer der Gründe dafür ist die Spielregel, dass die Zahl der Geldeinheiten („Coins“) mit einer Gesamtzahl von 21 Millionen limitiert werden soll. Diese vorgebliche Knappheit ist ebenso ein Kunstkniff wie der Begriff selbst. Denn nichts ist weiter von einer Münze entfernt als die virtuelle Buchungszeile in einer Pseudo-Geld-Maschine, die von niemandem – von keiner Notenbank und keinem Staat – kontrolliert wird. Den Rest des Beitrags lesen »

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