Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

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VOM WAGNIS DER MITVERANTWORTUNG

Posted by hkarner - 21. Januar 2020

FURCHE-Kolumne 284,mWilfried Stadler

Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstandes von Siemens, verantwortet einen Jahresumsatz von nahezu 90 Milliarden Euro. Entscheidungen über komplexe Probleme und hohe Risiken gehören in seiner Funktion zur Routine. Er gilt als unkonventioneller Mahner gegen einen die Gesellschaft spaltenden „Kasinokapitalismus“ und orientiert sich damit an einem berühmt gewordenen Leitsatz des Firmengründers Werner von Siemens: Für augenblicklichen Gewinn verkaufe ich die Zukunft nicht“.

Dennoch geriet der weltgewandte Top-Manager jüngst unter massiven Druck, als deutsche Klimaschützer gegen die Lieferung von Signaltechnik für Züge protestierten, die in Australien für Kohletransporte eingesetzt werden. Kaeser lehnte eine Aufkündigung des bereits abgeschlossenen Vertrages ab, sicherte jedoch zu, in Zukunft konsequent für mehr Öko-Sensibilität zu sorgen. Sein Aufsehen erregendes Beschwichtigungsangebot, Aufsichtsrätin von Siemens zu werden, lehnte Luisa Neubauer, die 23-jährige Sprecherin der deutschen Friday-for-Future-Bewegung, nach kurzer Bedenkzeit ab.

Dass die Auseinandersetzung über den künftigen Umgang von Konzernen mit der Klimakrise damit wenige Tage vor Beginn des Welt-Wirtschaftsforums in Davos eine neue Dimension erreicht hat, ist Wasser auf die Mühlen von Klaus Schwab. Denn der Begründer dieser wohl gewichtigsten Welt-Konferenz sieht sich als Vorkämpfer einer Wirtschaftsordnung, in der Konzerne nicht nur Gewinnziele verfolgen, sondern auch zu sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit beitragen. Den Rest des Beitrags lesen »

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EU-PARLAMENT IM ENTSCHEIDUNGSNOTSTAND

Posted by hkarner - 5. Dezember 2019

FURCHE-Kolumne 281     Wifried Stadler 

Der Zeitpunkt, zu dem das EU-Parlament in der vergangenen Woche den „Klimanotstand“ ausgerufen hat, war dramaturgisch perfekt gewählt: zu Beginn der Amtszeit der auf einen „Green Deal“ setzenden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und wenige Tage vor Eröffnung der von Santiago nach Madrid verlegten UN-Klimakonferenz.

Inhaltlich lässt sich allerdings darüber streiten, ob die Wortwahl – bei aller objektiv gegebenen Dringlichkeit – auch wirklich passt. Sie könnte nämlich auch als Eingeständnis eines Entscheidungs-Notstands von mit der Lösung der Umweltfrage schlicht überforderten Volksvertretern verstanden werden. Und weil ein „Notstand“ nun einmal nach sofortigen Sondermaßnahmen verlangt, könnten sich Klimaaktivisten zur Abkürzung allzu zeitraubender, demokratischer Prozeduren der Entscheidungsfindung ermuntert sehen.

Vielleicht war es aber auch nur der Versuch, wenigstens deklamatorisch Handlungsfähigkeit zu zeigen, wo es doch in so vielen anderen Problemfeldern schwer fällt, herzeigbare Fortschritte zu erzielen. Allein die wirtschaftspolitischen Beispiele dafür reichen vom Scheitern des Zustandekommens einer Finanztransaktionssteuer bis zu der in der vergangenen Woche auch von der österreichischen Interims-Regierung abgelehnten Steuertransparenz großer Unternehmen. Den Rest des Beitrags lesen »

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EIN MEHR ALS VERUNGLÜCKTES SPIEL

Posted by hkarner - 21. November 2019

FURCHE-Kolumne 280,   Wilfried Stadler

Als wäre es ein Gewohnheitsrecht, sollte bei der Neubesetzung des Vorstandes im Glücksspielkonzern nichts dem Zufall überlassen werden. Obwohl die Republik Österreich nur mehr einen Anteil von 33,34 Prozent an der Casinos Austria AG hält, bestanden ihre (partei-)politischen Vertreter im Umweg der zwischengeschalteten Bundes-Beteiligungsgesellschaft ÖBAG auf striktem Durchgriff, wie er sonst nur bei mehrheitlich im Staatseigentum stehenden Unternehmen praktiziert wird.

Es gehört zu den Besonderheiten dieses Falls, dass ein zur Wahrung des Anscheins von Objektivität eingesetzter Personalberater seine Aufgabe professioneller als erhofft erledigte. Er stufte nämlich den auf Drängen der FPÖ vorgeschlagenen Kandidaten für den Job des Finanzvorstands als wenig geeignet ein. Der Aufsichtsrat beschloss daraufhin, das kritische Gutachten des „Head-Hunters“ gar nicht näher kennenlernen zu wollen. „I wüs goa ned wissn. Ned so genau“ hätte das im Protokoll wohl geheißen, wäre Dr. Kurt Ostbahn Mitglied dieses Gremiums gewesen.
Im Koalitions-Interesse wirkte der kurz zuvor eingesetzte Alleinvorstand der Verstaatlichten-Holding an der Berufung des – vorläufig beurlaubten – Finanzvorstands eilfertig mit. Schon im Vorfeld war er als Generalsekretär des Finanzministeriums in derselben Causa weichenstellend tätig geworden. Den Rest des Beitrags lesen »

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DAS RICHTIGE TUN

Posted by hkarner - 20. November 2019

Wilfried STADLER

FURCHE-Beitrag Drucker-Forum November 2019

Peter F. Drucker und die Grundsätze eines Managements mit Verantwortung

 Vor 110 Jahren, am 19. November 1909, wurde in Wien Peter F. Drucker geboren. Der 2005 in den USA verstorbene „Erfinder“ des modernen Managements, war nicht nur vielgefragter Berater großer Unternehmen und Organisationen, sondern vor allem Autor weltweit verbreiteter „Klassiker“ zu Fragen kluger, verantwortungsvoller Unternehmensführung. Sein lebenslanger Kampf gegen den verbreiteten Irrglauben, dass ungebildet sei, wer sich verständlich ausdrückt, brachte ihm nicht nur viel Anerkennung ein, sondern auch einigen akademischen Neid ob der Tatsache, dass sich seine wichtigsten Werke bis heute in den Bestseller-Listen halten.

Druckers Vater war hochrangiger Beamter im Finanzministerium, seine emanzipierte Mutter wirkte als Ärztin, zu einer Zeit, in der das Medizinstudium für Frauen gerade erst zugänglich wurde. Ihre jüngste Schwester war mit Hans Kelsen, dem Schöpfer der österreichischen Bundesverfassung, verheiratet. Bei allwöchentlichen Gesellschaften in dem von Josef Hoffmann entworfenen Haus am Kaasgraben in Wien-Grinzing traf sich die intellektuelle Elite von damals, von Sigmund Freud über Ökonom Joseph Schumpeter bis zum Komponisten Egon Wellesz.

Schon mit 20 Jahren verließ Peter Drucker Wien in Richtung Frankfurt, wo er zunächst als Journalist wirkte. 1933 vertrieb ihn das mit der Machtergreifung Hitlers einsetzende antisemitische Kesseltreiben nach London. Von dort aus besuchte er regelmäßig die Seminare des Nationalökonomen John Maynard Keynes in Cambridge. 1939 veröffentlichte er sein erstes Buch und zugleich sein einziges, das sich mit Politik befasste: „The End of Economic Man“. Diese hellsichtige Analyse des in Nationalismen und Faschismen zerfallenden Europa, gilt bis heute als Standardwerk der Totalitarismus-Theorie. Winston Churchill verfasste darüber – ein Jahr bevor er englischer Premierminister wurde – eine Rezension, in der er würdigte, dass der Autor „nicht nur eigenständigen Geist besitzt, sondern auch die Gabe, bei anderen Menschen geistvolle Gedankengänge in Bewegung zu setzen“. Den Rest des Beitrags lesen »

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AUFSTAND DER MACHTLOSEN GELD-WEISEN

Posted by hkarner - 24. Oktober 2019

FURCHE-Kolumne 278, Wilfried Stadler

Notenbanker sind Symbolfiguren des Vertrauens in die Währung, für die sie Verantwortung tragen. Sie wählen daher ihre Worte besonders sorgfältig, stets darauf bedacht, nur ja keine Missverständnisse auszulösen. Wenn sie dann doch einmal deutlicher werden, geschieht dies als Teil einer Strategie zur Konjunkturbelebung durch Beeinflussung der Markt-Meinung. Denn nach diesem Stimmungsbarometer richten sich Preisbewegungen auf den Finanzmärkten ebenso wie Kaufentscheidungen von Unternehmen und privaten Haushalten.

Eines der prominentesten Beispiele für derartige Wort-Deutlichkeit ist jene Tischrede, die der in wenigen Tagen aus seinem Amt scheidende EZB-Präsident Mario Draghi im Sommer 2012 in London hielt. Mitten im aufziehenden Sturm einer manifesten Euro-Vertrauenskrise machte er damals unmissverständlich klar, alles Erforderliche („Whatever it takes“) zu tun, um den Zerfall des Euro zu verhindern. Unterlegt war dieses Versprechen nicht nur mit einem Maßnahmenpaket der EZB sondern auch mit massivem Flankenschutz seitens der Politik, die praktisch zeitgleich den permanenten Rettungsschirms („ESM“) einrichtete. Unmittelbar nach der Draghi-Rede beruhigten sich die Euro-Anleihenmärkte nachhaltig. Den Rest des Beitrags lesen »

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ÜBER CHINA UND RATLOSE ÖKONOMEN

Posted by hkarner - 9. Oktober 2019

FURCHE-Kolumne 277 Wlfried Stadler

„Hüte dich vor Reformkommunisten, die sich zu Kapitalisten entwickeln“: diese strikte Parole des Mao Tse-Tung blockierte den von ihm versprochenen „Großen Sprung nach Vorne“ in den von Hungersnöten und Klassenterror gezeichneten Anfangsjahren der Volksrepublik China. Erst nachdem sein Nachfolger Deng Xiaoping das Riesenreich aus der Isolation befreit hatte, schafften es mehr als 800 Millionen Menschen aus bitterer Armut zu bescheidenem Wohlstand.

Allein im letzten Jahrzehnt verdreifachte sich die Wirtschaftsleistung des größten Exportlandes der Welt. Die ökonomische Zwischenbilanz Chinas ist jedenfalls imposanter als die bombastische Militärparade, mit der Staatschef Xi Jinping in diesen Tagen das 70-jährige Gründungsjubiläum des bevölkerungsreichsten Staates der Erde feiern ließ.
Chinas steiler Aufstieg führte vom Billiglohn-Standort in den ersten Sonderwirtschaftszonen über die Rolle als Werkbank vieler der weltbesten Konzerne hin zu einer höchst innovativen Ökonomie. Staat und Partei entwickelten durch Ausbau der Infrastruktur und Anreize für Unternehmen einen global vernetzten Wirtschaftsstandort, an dem mittlerweile über 40 Prozent der weltweiten Patente registriert werden.

Dass der Anteil Chinas am Welt-Sozialprodukt schon vor 200 Jahren bei über 25 Prozent lag, ist eine Pointe der Wirtschaftsgeschichte. Denn genau so weit ist man auch heute wieder. Den Rest des Beitrags lesen »

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EUROPA? VIELLEICHT BEIM NÄCHSTEN MAL!

Posted by hkarner - 26. September 2019

26. September 2019-

Kolumne 276, Wilfried Stadler

„Overnewsed but underinformed“: mit diesem in den Achtzigerjahren vom amerikanischen Medienphilosophen Neil Postman geprägten, paradoxen Wortspiel lässt sich der Zustand, in den ich mich durch den aktuellen Wahlkampf versetzt finde, trefflich beschreiben. Man könnte ihn auch „Überforderung durch Unterforderung“ nennen.
Der Grund ist rasch erklärt: die noch nie gekannte Überfülle an Vorwahlsendungen führte zwar zu höheren Einschaltquoten, eine nennenswerte Anhebung des sachpolitischen Gehalts bliebe jedoch aus. Die vermeintlich innovativen, zum zeitknappen „Duell“ zugespitzten Sendeformate ließen einfach keine vertiefte Auseinandersetzung zu. Entsprechend holzschnittartig fielen die Antworten der aus den „Elefantenrunden“ ohnehin an Kummer gewöhnten Spitzenkandidaten aus. In den nachfolgenden „Analysen“ durch routinierte Hofpolitologen und journalistische Ringrichter ging es meist auch nicht um Inhalte, sondern lediglich um die Vergabe von Haltungsnoten an die Kontrahenten.

Insgesamt verstärken derartige Sendekonzepte den Eindruck, Schauspielerei wäre im politischen Geschäft stets wichtiger als die Sache. Wo jedoch gegenseitige persönliche Auslassungen überbelichtet und Untergriffe als Pointen belobigt werden, bleiben die eigentlich wichtigen Themen zwangsläufig auf der Strecke. Kommen sie dann doch zur Sprache, geht das regelmäßig mit der Moderatoren-Bitte um eine möglichst kurze Antwort einher. Warum dann nicht gleich Twittern, statt sich gegenseitig, an Stehpulte geklammert, aushalten müssen? Den Rest des Beitrags lesen »

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SEHNSUCHT NACH EINER KLIMAWENDE

Posted by hkarner - 29. August 2019

FURCHE-Kolumne 274 Wilfried Stadler

Ich sehne mich nach einer Klimawende. Nein, nicht nach der, die die Gletscher schmelzen lässt, sondern nach einer grundlegenden Wende des innenpolitischen Klimas. Drei Monate nach Ibiza und ganze fünf Wochen vor der Nationalratswahl wünsche ich mich einfach raus aus dem innenpolitischen Dauertief, aus den permanenten Unwettern und den Geröllmassen, die sie hinterlassen. All diese Zumutungen rauben uns kostbare Zeit und verdunkeln den Blick auf künftige Möglichkeiten.

Außerdem hoffe ich auf eine längst überfällige Mindestsicherung – nicht im sozialpolitischen Sinn, sondern als eine Mindestsicherung der Qualität des politischen Handelns. Und zwar zuallererst in charakterlicher Hinsicht. Personen, die sich diesbezüglich augenscheinlich diskreditiert haben, dürften am politischen Parkett für absehbare Zeit schlicht keine Rolle mehr spielen. Parteien, die sie dennoch ins Rennen schicken, nehmen sich damit aus künftigen Koalitionsgesprächen. Nur so hätte das Ibiza-Gewitter seinen wohl wichtigsten, reinigenden Zweck erfüllt.

Um auch eine Sicherung der inhaltlichen Mindest-Qualität zu gewährleisten, bräuchte es zuallererst mehr Offenheit und Pragmatismus in Sachfragen, die ja immer noch den größten Teil des politischen Geschäfts ausmachen. Zentrale Voraussetzung dafür wäre das Bemühen um Allparteilichkeit im Denken und Handeln. Denn Parteien sind zwar demokratiepolitisch bewährte Vehikel der Bündelung von Meinungen, sozialer Ambitionen und Welt-Anschauungen. Sie dürfen sich aber keinesfalls überheben und aus der Ausübung von Regierungsmacht das Recht auf Parteilichkeit ableiten. Faktenreich, evidenzbasiert, angereichert mit Erfahrungswissen und im Bewusstsein, dass zweitbeste anstelle unerreichbarer perfekter Lösungen auch nicht zu verachten sind: mit diesem Zugang stünde einer deutlich gesteigerten Professionalität nichts mehr im Wege. Den Rest des Beitrags lesen »

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EUROPA MUSS ZURÜCK AUFS SPIELFELD

Posted by hkarner - 14. August 2019

FURCHE-Kolumne 273 Wilfried Stadler

Was für eine unglückliche Fügung: Inmitten sich aufschaukelnder Handels- und Währungskonflikte zwischen den USA und China ist Europa faktisch handlungsunfähig. Der langwierige Komplettaustausch aller Entscheidungsträger nach der Europawahl verbannt uns bis mindestens Ende Oktober auf die Reservebank der Weltpolitik. Was in normalen Zeiten kaum aufgefallen wäre, wird nun zum Glaubwürdigkeits-Problem. Fatalerweise verfestigt sich nämlich der Anschein, dass die Geschichte auch ohne die Mitwirkung von Europas Repräsentanten weitergeschrieben wird.

Getoppt wird dieser Eindruck noch durch die Brexit-Krise. Als sich die Abgeordneten der englischen Austrittspartei am Tag ihrer Angelobung im EU-Parlament beim Erklingen der Europa-Hymne demonstrativ wegdrehten, lieferten sie einen traurigen Beweis für den Grad an Absurdität, den ihr so hitzig verfolgtes Vorhaben  mittlerweile erreicht hat. Über den Ausgang dieses zuletzt von ihm in Eigenregie übernommenen Sommertheaters verrät der neue Premier Boris Johnson nur so viel: am 31. Oktober sollen – mit oder ohne Deal – die Zugbrücken hochgehen. Ein englischer Freund und Brexit-Gegner meinte kürzlich sarkastisch, wohl nicht zufällig werde dies der Abend von Halloween sein.

Der Ton, den Johnson dabei – wenn auch meist geistreicher – anstimmt, kopiert das Rollen-Modell des amerikanischen Präsidenten. Dieser macht bekanntlich aus seiner Verachtung gegenüber gemeinschaftlichen Zielsetzungen und übergeordneten Wertvorstellungen kein Hehl. Auf seinen Streifzügen durch den diplomatischen Porzellanladen bereitet es ihm offensichtliches Vergnügen, auf vielen der mühsam errungenen Kostbarkeiten des Multilateralismus herum zu trampeln – vom Boykott des Pariser Klimaabkommen bis zur Aufhebung des vor dreißig Jahren zustande gekommenen Atomwaffensperrvertrages. Den Rest des Beitrags lesen »

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DIE EZB-GELDKURBEL DREHT LEER

Posted by hkarner - 1. August 2019

FURCHE-Kolumne 272 Wilfried Stadler

Am 31. Oktober endet die Amtszeit von Mario Draghi als Präsident der Europäischen Zentralbank. Während seiner gesamten acht Jahre in dieser Funktion hat er kein einziges Mal die Leitzinsen erhöht. Ganz im Gegenteil: in der vergangenen Woche setzte er eindeutige Signale in Richtung einer weiteren Senkung des Einlagezinsen von Banken unter den derzeit geltenden Satz von Minus 0,4 Prozent. Der Leitzins selbst soll – wie schon seit März 2016 – für absehbare Zeit bei Null bleiben.

Während Draghi über etwa drei Viertel seiner Amtszeit als erfolgreicher Feuerwehrkommandant im Kampf gegen die Folgen der Finanzkrise und gegen den Zerfall des Euro agierte, stößt seine lockere Geldpolitik nun schon seit geraumer Zeit auf Widerstände. Der Hauptvorwurf: Er habe den Zeitpunkt der zinspolitischen Normalisierung versäumt und sein gesamtes Arsenal an krisentauglichen Spezialinstrumenten auch dann noch eingesetzt, als die Konjunktur längst wieder angesprungen war.

Auch macht sich Frustration bei Sparern breit, die sich gezwungen sehen, auf höher riskierende Veranlagungen auszuweichen. Denn während die Notenbank ihre geldpolitischen Maßnahmen damit begründet, eine Inflationsrate von annähernd zwei Prozent erreichen zu müssen, sieht sie geflissentlich weg, wenn Vermögenspreise wie jene von Aktien in ungesunde Höhen steigen und Immobilien im urbanen Raum unerschwinglich werden. Die manifeste Inflation von Vermögenswerten wird verdrängt, weil sie im Drehbuch nicht vorgesehen ist. Den Rest des Beitrags lesen »

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