Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

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Das Ende der EZB Zurückhaltung

Posted by hkarner - 31. Juli 2019

Hans-Werner Sinn, Professor of Economics at the University of Munich, was President of the Ifo Institute for Economic Research and serves on the German economy ministry’s Advisory Council. He is the author, most recently, of The Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs.

MÜNCHEN – Nun haben sich die Erwartungen bestätigt. Die EZB hat beschlossen, die Eurozone mit Nachdruck zu inflationieren. Was harmlos als symmetrisches Inflationsziel von 1,9% deklariert wird, soll in den nächsten Jahren die Basis für eine neue Phase der expansiven Geldpolitik schaffen, die noch weit über das hinaus geht, was bislang realisiert wurde. 

Erinnern wir uns. Im Maastrichter Vertrag wurde der EZB das nicht verhandelbare Ziel mitgegeben, für stabile Preise zu sorgen, was, wenn man es wörtlich nimmt, eine Inflationsrate von null bedeutet. Sie erhielt ein ganz anderes Mandat als die anderen Zentralbanken der Welt. Als dann die vom Euro induzierte Zinssenkung in Südeuropa eine inflationäre Blase hervorrief, die die Inflationsraten in einigen Ländern auf deutlich mehr als 2% pro Jahr ansteigen ließ, argumentierte der EZB-Rat, das Ziel der Preisstabilität könne man nicht genau erreichen, und im übrigen gebe es viele Messfehler. Den Rest des Beitrags lesen »

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Deutschlands Energiepolitik in der Sackgasse

Posted by hkarner - 27. Mai 2019

Hans-Werner Sinn, Professor of Economics at the University of Munich, was President of the Ifo Institute for Economic Research and serves on the German economy ministry’s Advisory Council. He is the author, most recently, of The Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs.

MÜNCHEN – Emmanuel Macron hält Deutschlands Wirtschaft für ein Auslaufmodell. Damit könnte er Recht haben, wenn es um die Energieversorgung geht.

Während Frankreich über siebzig Prozent seines Stroms aus Kernenergie herstellt und seinen Verkehr in Zukunft mit Atomautos betreiben will, setzt Deutschland auf Windenergie und andere grüne Energieformen. Das Land will bis 2022 nicht nur aus der Kernenergie, sondern bis 2038 auch noch aus der Kohle aussteigen. Das aber wird Deutschland kaum schaffen, denn die Möglichkeiten, noch viel mehr Windflügel aufzustellen, sind begrenzt. Schon heute ist das ganze Land mit riesigen, bis zu 250 Meter hohen Windkraftanlagen übersät, die selbst seine schönsten Kulturlandschaften in Industriegebiete verwandeln. Jubelnd haben die Bauern und Waldbesitzer der Umwidmung ihres Landes zugestimmt, war damit doch stets ein riesiger Planungsgewinn verbunden, wie er sonst nur den Landbesitzern an den Rändern der Großstädte vergönnt war. Den Rest des Beitrags lesen »

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IWF: Bargeldverbot ab 2020

Posted by hkarner - 1. April 2019

Weil Zinsen immer mehr ins Minus rutschen will der Internationale Währungsfonds (IWF) in den größten Währungsräumen (Dollar, Euro, Yen) das Bargeld abschaffen. Damit soll die Flucht in Cash verhindert werden.

Weltweit rutschen die Zinsen weiter ins Minus. Immer mehr Banken verlangen von ihren Kunden Negativzinsen. Derzeit werden besonders bei hohen Kontoständen jährlich bis 0,4% abgezogen. Bei kleineren Kontoständen gibt es derzeit Ausnahmen, doch diese fallen bald weg, da die Notenbanken wegen Rezession die Zinsen immer tiefer ins Minus drücken.

Schon jetzt gibt es einen heimlichen Bankrun, heißt es in einem EZB-Geheimreport. Obwohl der 500er bald abgeschafft werden soll sind derzeit über 600 Millionen dieses größten Euro-Scheins im Umlauf (Entspricht einer Cash-Summe 300 Mrd.). Denn auch wenn er nicht mehr gedruckt wird, behält der Schein seinen Wert und kann jederzeit umgetauscht werden. Den Rest des Beitrags lesen »

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Endlich wird die britische Regierung zur Raison gebracht

Posted by hkarner - 27. März 2019

Hans-Werner Sinn, Professor of Economics and Public Finance at the University of Munich, was President of the ifo Institute and serves on the German economy ministry’s Advisory Council. He is the author, most recently, of The Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs.

MÜNCHEN – Für eine Weile sah es so aus, als könnten Theresa May und ihre konservativen Parlamentsmitglieder allein über den Brexit bestimmen. In einer langen Abfolge taktischer Abstimmungen über allerlei Belanglosigkeiten, bei denen stets das Damokles-Schwert des harten Brexit über den Köpfen hing, hat die Regierung May versucht, die Entscheidung über den Brexit zu manipulieren. Sie hat die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs und  ganz Europas zum Narren gehalten.

Doch hat sich nun das Blatt gewendet. Der „Speaker“ des britischen Parlaments, John Bercow, und die Staatengemeinschaft der EU-Länder haben dem unwürdigen Treiben ein Ende gesetzt und verlangen nun eine harte Entscheidung.

Das Austrittsabkommen darf nach der Entscheidung des Speakers nicht nochmals mit der Alternative des harten Brexit dem Parlament vorgelegt werden, und die EU ist nicht bereit, dieses Abkommen zu ändern. Sie hat die Frist für den Austritt verlängert, doch gibt sie inhaltlich keinen Zentimeter nach.  Das britische Parlament kann nun bis zum 12. April faktisch nur noch zwischen drei  Möglichkeiten wählen. Erstens:  Das Brexit-Abkommen wird angenommen. Dann wird der Austritt zum 22. Mai, dem Tag vor dem Beginn der Wahlen zum europäischen Parlament, technisch vollzogen. Zweitens: Großbritannien nimmt an den Europawahlen teil und verspricht, später ein zweites Referendum durchzuführen. Dann wird eine sehr weit reichende Firstverlängerung gewährt, lang genug, um die rechtlichen Voraussetzungen für das Referendum zu schaffen. Drittens: Das Parlament ringt sich zu gar nichts durch, weder zur ersten noch zur zweiten Möglichkeit. Dann wird der harte Brexit zum 12. April vollzogen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Vom Austritt ohne Deal zum Deal ohne Austritt

Posted by hkarner - 31. Januar 2019

Hans-Werner Sinn, Professor of Economics and Public Finance at the University of Munich, was President of the ifo Institute and serves on the German economy ministry’s Advisory Council. He is the author, most recently, of The Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs.

MÜNCHEN – Emmanuel Macron und Angela Merkel haben in Aachen den deutsch-französichen Freundschaftsvertrag erneuert. Dies ist ein wichtiger und notwendiger Schritt für Europa.

Aber wie schon bei der ersten Fassung des Vertrages aus dem Jahr 1963 sollte man die Briten nicht außen vor lassen. Das Vereinigte Königreich ist ein integraler Bestandteil Europas. Es ist die zweitgrößte Volkswirtschaft des Kontinents, so groß wie die 19 kleinsten der 28 EU-Länder zusammengenommen. Ein Austritt aus der EU würde Europa im Mark erschüttern und die Nachkriegsordnung zerstören.

Im Jahr 1963 hatte der deutsche Bundestag dem deutsch-französischen Vertrag eine Präambel vorangestellt, in der klargemacht wurde, dass Deutschland auch Großbritannien in die EWG holen wollte, was ja 1973 gelang.

Auch heute ist ein ähnlicher Schritt angebracht. So ist es begrüßenswert, dass auf Initiative des CDU-Politikers Norbert Röttgen die Spitzen der drei größten deutschen Parteien sowie Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft einen Brief an das britische Volk gerichtet haben, in dem sie die Briten einladen, in der EU zu bleiben. Eine entsprechende Beschlussfassung des Bundestages ist denkbar. Den Rest des Beitrags lesen »

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Europe Finally Pulls the Trigger on a Military Force

Posted by hkarner - 22. November 2018

Hans-Werner Sinn, Professor of Economics and Public Finance at the University of Munich, was President of the ifo Institute and serves on the German economy ministry’s Advisory Council. He is the author, most recently, of The Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs.

After two years of US President Donald Trump treating European allies as if they were adversaries, France and Germany have finally committed to the creation of an EU-wide army under a central command. Far from signaling a break from the transatlantic order, the move promises to shore up existing alliances for the long term.

MUNICH – US President Donald Trump is making an intolerable show of himself in Europe. Not only has he cast doubt on America’s commitment to mutual defense under NATO; he has also unilaterally withdrawn from the 2015 nuclear agreement between Iran and the five permanent members of the United Nations Security Council, plus Germany and the European Union.

Since then, the Trump administration has unilaterally imposed an embargo on goods deliveries to Iran from any third country, including the other signatories of the agreement. Foreign firms that continue to conduct business in Iran now face the , and banks that process transactions risk losing access to the US financial system. Den Rest des Beitrags lesen »

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ÖKONOMEN-STREIT UM EURO-BILLIONEN

Posted by hkarner - 16. August 2018

FURCHE-Kolumne 247, Wilfried Stadler, 16. August 2018

Eine sonderbare Magie der Zahlen bewirkt, dass oft erst bestimmte, numerisch auffällige Werte unsere Aufmerksamkeit bekommen. Die Billion – das Tausendfache einer Milliarde also – ist so ein spektakulärer Schwellenwert, der zuletzt in zwei sehr unterschiedlichen Zusammenhängen medial auffällig wurde.
Zum einen erreichte Apple, von Steve Jobs mit zwei Freunden 1976 in der sprichwörtlichen kalifornischen Garage mit einem Startkapital von nur 1.300 Dollar gegründet – vor wenigen Tagen als erster Konzern der Welt einen Börsenwert von einer Billion Dollar. Zum anderen tobt gerade ein mit schärfsten rhetorischen Waffen geführter Ökonomen-Streit um den so genannten „TARGET-Saldo“, der für Deutschland zuletzt in die Nähe der ominösen Tausend-Milliarden-Euro-Schwelle gerückt ist.

Worum es dabei geht, lässt sich im ersten Durchgang durchaus plausibel so erklären: Werden Überweisungen von einem Euroland in ein anderes vorgenommen, geschieht dies im Rahmen eines „TARGET“1 genannten Abwicklungssystems stets unter Zwischenschaltung der nationalen Notenbanken. Die Höhe aller zwischen Eurostaaten in beide Richtungen durchgeführten Überweisungen aus den unterschiedlichsten Geschäftsvorgängen ist innerhalb dieses Systems naturgemäß nie gleich. Es gibt am Ende immer einen Überschuss oder Fehlbetrag, der als positive oder negative Saldo-Größe ausgewiesen wird. All diese abwicklungstechnisch bedingten Zwischengrößen – sie werden als „TARGET-Salden“ bezeichnet – sind jedoch unspektakulär und folgenlos, solange sie sich innerhalb ein und derselben Währung abspielen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Der Euro am Beginn des dritten Jahrzehnts

Posted by hkarner - 31. Juli 2018

20 Jahre Euro-Geschichte in 5 Minuten: großartig! (hfk)

Hans-Werner Sinn, Professor of Economics and Public Finance at the University of Munich, was President of the ifo Institute and serves on the German economy ministry’s Advisory Council. He is the author, most recently, of The Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs.

MÜNCHEN – Wenn man den Zeitpunkt der unwiderruflichen Festlegung der Wechselkurse im Mai 1998 als Startpunkt setzt, ist der Euro nun zwanzig Jahre alt. Das erste Jahrzehnt war Party in Südeuropa, im zweiten herrschte Katerstimmung und das dritte steht im Zeichen einer zunehmenden politischen Radikalisierung.

Die Party kam durch den billigen Kredit zustande, den die Kapitalmärkte Südeuropa unter dem Schutz des Euro zur Verfügung stellten. Plötzlich war Geld genug da, die Gehälter der Staatsbediensteten und die Renten zu erhöhen und außerdem mehr private Konsum- und Investitionsausgaben zu finanzieren.

Die Geldflut erzeugte inflationäre Wirtschaftsblasen, die am Ende des ersten Jahrzehnts platzen, als die Lehman-Krise auch Europa erfasste. Zurück blieben völlig überteuerte Torsos einst halbwegs wettbewerbsfähiger Volkswirtschaften, die in ernste Schwierigkeiten gerieten, weil sich die Kapitalmärkte einer Fortführung der Kreditfinanzierung verweigerten. Den Rest des Beitrags lesen »

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Brandlöschung mit Benzin: Die europäische Einlagensicherung

Posted by hkarner - 29. Mai 2018

Hans-Werner Sinn, Professor of Economics and Public Finance at the University of Munich, was President of the ifo Institute and serves on the German economy ministry’s Advisory Council. He is the author, most recently, of The Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs.

MÜNCHEN – Europa diskutiert derzeit die gemeinsame Einlagensicherung für die Banken der Eurozone. Die Befürworter, allen voran die EU-Kommission und die EZB, verweisen darauf, dass mit einer solchen Sicherung die Gefahr einer Depositenflucht in Krisenzeiten gebannt würde. Die Gegner verweisen auf die fehlende Symmetrie der Bankenrisiken wegen des hohen Anteils der faulen Kredite in den Bilanzen der Banken mancher Länder. Erst müssten die Bankbilanzen bereinigt werden, und dann könne man weiter sehen.

In der Tat: Während die Banken stabiler Länder auf einen Anteil fauler Kredite an allen ausgereichten Krediten von weniger als 2% kommen, verzeichnet die letzte, im April veröffentlichte Statistik des IWF für Irland 11%, Italien 16%, Zypern 40% und Griechenland 46%.

Aber die asymmetrische Belastung mit faulen Krediten ist gar nicht einmal entscheidend. Gegen die Einlagensicherung spricht vor allem, dass sie die Banken zum zocken veranlassen würde. Selbst die Zombie-Banken der Eurozone würden nämlich durch die Einlagenversicherung in die Lage versetzt, sich nach Belieben Spargelder in Europa zu besorgen, um damit weltweit Ramschprojekte zu finanzieren. Den Rest des Beitrags lesen »

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Warum Europa sich nicht an einem Handelskrieg beteiligen sollte

Posted by hkarner - 25. März 2018

Die Wahrheit über die „Unschuld“ der EU! (hfk)

Hans-Werner Sinn, Professor of Economics and Public Finance at the University of Munich, was President of the ifo Institute and serves on the German economy ministry’s Advisory Council. He is the author, most recently, of The Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs.

MÜNCHEN – Europa hat zwar eine Verschnaufpause im Handelsstreit mit den USA erwirken können, doch wird Präsident Trump nicht locker lassen. Das Damokles-Schwert höherer Zölle auf Aluminium, Stahl und schließlich auch deutschen Autos lässt er an einem dünnen Faden hängen, weil er die amerikanischen Produzenten schützen möchte. Dabei nimmt er die Belastung der amerikanischen Verbraucher in Kauf. Wie stets setzt sich das Produzenteninteresse gegenüber dem Verbraucherinteresse durch, weil der Streitwert pro Kopf bei ersteren höher als bei letzteren ist und sie deshalb stärkere Lobbys aufbauen können.

Die EU-Kommission hat gedroht, auf die neuen Zölle der USA mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus Amerika zu reagieren. Sie hat eine Liste von möglichen Sanktionen ausarbeiten lassen, die von Zöllen auf den Import der Motorräder der Marke Harley Davidson bis zu einer Vielzahl von Einzelprodukten reicht, um bei den betroffenen amerikanischen Produzenten Gegendruck auf Trump zu erzeugen. Das hat offenbar gewirkt.

Doch so plausibel diese Reaktionen der EU-Kommission auf den ersten Blick erscheinen mögen, sie führen in die falsche Richtung, weil sie einem Handelskrieg Vorschub leisten, der allen schadet, weil er die Arbeitsteilung unterminiert. Wie echte Kriege lassen sich Handelskriege nicht gewinnen. Den Rest des Beitrags lesen »

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