Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

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Ökonom: „Wir haben einen Wohlfahrtsstaat für Reiche“

Posted by hkarner - 4. Oktober 2019

Die Geldpolitik erhöht die Preise und die Ungleichheit. Die Notenbanken haben panische Angst vor der Krise, sagt Ökonom Rahim Taghizadegan

Andreas Schnauder

Sie pumpt immer mehr Geld in Anleihenkäufe und senkt die Zinsen noch tiefer in das negative Terrain. Doch das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht, sagt der Ökonom Rahim Taghizadegan. Er rechnet mit der Einführung von Digitalwährungen. Denn wenn Negativzinsen nicht nur real, sondern auch nominell die Sparguthaben entwerten, droht ein Run der Sparer auf die Banken. Und das privat gebunkerte Bargeld können die Notenbanken nicht steuern. Taghizadegan warnt, dass die Maßnahmen die Vermögenspreise immer weiter antreiben.

STANDARD: Elf Jahre nach dem Lehman-Kollaps verstärkt die Europäische Zentralbank den Krisenmodus. Mit welchen Effekten rechnen Sie?

Taghizadegan: Der Nullzins ist eine gewisse Sackgasse. Der wichtigste geldpolitische Hebel der Zentralbanken ist ausgeschöpft. Darum werden kreativere Maßnahmen ergriffen.

STANDARD: Sie meinen Anleihenkäufe und dergleichen?

Taghizadegan: Das ist eigentlich schon ein alter Hut. Jetzt geht der Trend in Richtung Digitalwährung und anderer Optionen. Ein Hinderungsgrund für die Einführung von Negativzinsen ist das Bargeld. Reale Negativzinsen sind ja schon lange da. Aber bei nominellen Negativzinsen könnten die Bürger ihr Erspartes von den Banken abziehen. Das gilt vor allem für Regionen, die nicht so anlageaffin sind. Das Abziehen von Einlagen würde die Banken ordentlich unter Druck setzen. Bargeld ist ein barbarisches Relikt. Es ist der Ausdruck für frei übertragbare Vermögenswerte, ohne Formulare, ohne Kontrolle.

STANDARD: Was wird mit Digitalgeld bezweckt?

Taghizadegan: Digitales Geld würde Dinge erlauben, die gern als Helikoptergeld bezeichnet werden. Gutschriften auf digitalen Wallets hätten auch den Anstrich einer gewissen Coolness. Das könnte man gleich mit einem Grundeinkommen verbinden.

STANDARD: Aber ist das nicht ein Widerspruch? Einerseits gibt es dann wegen negativer Nominalzinsen weniger auf dem Konto, andererseits sprechen Sie von Gutschriften.

Taghizadegan: Die beiden Systeme könnten parallel nebeneinander bestehen, mit einem Wechselkurs, der gesteuert oder manipuliert wird – je nachdem. Dazu gibt es auch ein Papier des Internationalen Währungsfonds. Einerseits soll der Negativzins zu mehr Kreditvergabe führen. Die direkte Schöpfung von Geld in Form von Anleihenkäufen oder auch Helikoptergeld würde über die Digitalwährung erfolgen.

STANDARD: Begünstigt billiges Notenbankgeld Vermögende?

Taghizadegan: Wir haben einen Wohlfahrtsstaat für Reiche. Das hat schon in der Finanzkrise begonnen. Das ist nicht die Intention, aber die Folge. Anleger nehmen günstiges Geld auf, investieren aber nicht in Güter, sondern in Carry-Trades. Sie legen das Geld also in Staatsanleihen anderer Länder mit höheren Zinsen an. Je vermögender jemand ist, desto mehr Kredit bekommt er und desto größer sind Hebel und Rendite. Das ist genau das Gegenteil der Intention, Investitionen in die Realwirtschaft anzukurbeln. Tatsächlich wird Geld aus ihr abgezogen.

STANDARD: Hat diese Entwicklung schon zu Preisblasen geführt?

Taghizadegan: Ja, man spricht schon von der Alles-Blase, weil alle Finanzassets korreliert sind. Somit gibt es ein Klumpenrisiko, selbst wenn die konservativste Anlageform gewählt wurde.

STANDARD: Das heißt, wenn eine Blase platzt, platzen alle Blasen?

Taghizadegan: Ja, und man kann sich schwer schützen. Das ist auch der Grund für die Explosion der Kryptowerte in Asien. Unmengen an Geldern suchten eine Veranlagungsform, die nicht mit anderen Assetklassen korreliert waren.

STANDARD: Wie wahrscheinlich ist dieses Crash-Szenario?

Taghizadegan: Es gibt auch das japanische Szenario, also eine Dauerkorrektur, die eingefroren ist. Den Japanern geht es einigermaßen gut, aber vor der Nullzinspolitik waren sie der Referenzpunkt der Innovation. Selbst amerikanische Unternehmen haben sich vor Japan gefürchtet. Das hat dramatisch abgenommen. Hier sieht man die Phänomene von 20 Jahren Zombifizierung der Wirtschaftsstruktur. Das führt zu einer gewissen Sinnleere. Junge Leute haben kein Interesse an Erwerbstätigkeit mehr, an Fortpflanzung, die Selbstmordrate ist hoch. Es kommt nichts Neues hervor. Ich glaube nicht, dass dieses Modell auf Europa umgelegt werden könnte. In Japan wird Hierarchie akzeptiert, selbst wenn man Sinnloses tut.

STANDARD: Was soll die EZB tun?

Taghizadegan: Die Geldpolitik erhöht die Ungleichheit. Gleichzeitig kommt die Mitte unter Druck. Es wäre an der Zeit zuzugeben, dass die Instrumente erschöpft sind. Das Problem ist, dass die Märkte darauf scharf reagieren können, aber das wäre verkraftbar. Es handelt sich um eine Korrektur der Vermögenswerte, die lösen sich ja nicht in Luft auf. Die Hoffnung ist, dass sich eine bessere Verwendung des Kapitalstocks ergibt, wenn diese dramatische Aufblähung überwunden wird. Im ersten Wiener Bezirk könnten sich dann nicht nur Anwälte und Luxusshops die Mieten leisten, sondern lokale Unternehmen. (Andreas Schnauder, 3.10.2019)

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Revolte gegen die Tugend

Posted by hkarner - 9. April 2019

Ian Buruma is the author of numerous books, including Murder in Amsterdam: The Death of Theo Van Gogh and the Limits of ToleranceYear Zero: A History of 1945, and, most recently,  A Tokyo Romance.

NEW YORK – Eine häufige Erklärung für den Aufstieg rechter Demagogen auf der ganzen Welt ist, dass sich viele Menschen durch Globalismus, Technologie, Deindustrialisierung, pan-nationale Institutionen usw. „verraten” fühlen. Sie fühlen sich von den „liberalen Eliten” verlassen, und so wählen sie Extremisten, die versprechen, ihre Länder „zurückzunehmen” und sie wieder „groß zu machen”.

Diese Darstellung ist plausibel in schäbigen Teilen Ostdeutschlands, in den trostlosen alten Bergbaustädten im Norden Großbritanniens oder im Rostgürtel des amerikanischen Mittleren Westens. Aber sie lässt die große Zahl populistischer Wähler unberücksichtigt, die relativ wohlhabend sind. Diese Menschen befinden sich oft jenseits der Lebensmitte und sind in ihrer großen Mehrheit weiß. Auch sie könnten sich durch Veränderungen, die sie verwirren, zurückgelassen fühlen: den Aufstieg nicht-westlicher Mächte und die zunehmende Bedeutung nicht-weißer Minderheiten. Daher rührt auch der Abscheu vor US-Präsident Barack Obama und die Empfänglichkeit für Mythen – unter anderem von Trump verbreitet -, dass Obama nicht wirklich in den USA geboren sei. Schwerer zu erklären ist der außerordentliche Erfolg einer neuen rechtsextremen Partei in den Niederlanden. Das Forum voor Democratie (FvD) gab es vor drei Jahren noch gar nicht, aber es gewann bei den letzten Provinzwahlen rund 15% der Stimmen und ist damit eine der größten Fraktionen im Oberhaus. Umfragen deuten darauf hin, dass sie bald die größte Partei des Landes werden könnte.Im Vergleich zu vielen anderen Ländern, auch in Westeuropa, sind die Niederlande überaus reich und größtenteils recht ruhig und friedlich. Den Rest des Beitrags lesen »

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The Rich Can Fight Inequality, Too

Posted by hkarner - 24. März 2019

Kaushik Basu, former Chief Economist of the World Bank, is Professor of Economics at Cornell University and Nonresident Senior Fellow at the Brookings Institution.

Many wealthy people in the United States and elsewhere support the objective of curbing extreme economic inequality. They should not allow themselves to be silenced by right-wing accusations of hypocrisy.

NEW DELHI – When wealthy people espouse left-wing causes, such as redistribution of wealth, those on the right often label them hypocrites. “If you are so concerned about equality, why don’t you give up some of your own income first?” is the usual retort.

This response can have a powerful dampening effect. Most people do not like to think of themselves as hypocrites. So the wealthy are faced with a choice: either give away some of their assets and then campaign against inequality, or just keep quiet. Most prefer the second option.

This is unfortunate, because global inequality is reaching intolerable levels. What’s more, wealth tends to remain in families over time. Inequality is becoming dynastic, with some people born rich and vast numbers who are poor from the moment they appear on Earth. Den Rest des Beitrags lesen »

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How to tax the rich

Posted by hkarner - 2. Februar 2019

Date: 31-01-2019
Source: The Economist

And how to limit the economic damage

During his lesser-known run for president, which began in 1999, Donald Trump proposed levying a wealth tax on Americans with more than $10m. He may soon find himself campaigning on the other side of the issue. That is because Democrats are lining up to find ways to tax the rich. Senator Elizabeth Warren, who wants Mr Trump’s job, has called for an annual levy of 2% on wealth above $50m and of 3% on wealth above $1bn. Alexandria Ocasio-Cortez, a prominent new left-wing congresswoman, has floated a top tax rate of 70% on the highest incomes.

In one way these proposals are a relief. Left-wing Democrats have plenty of ideas for new spending—Medicare for all, free college tuition, the “Green New Deal”—that would need funding. Mainly because America is ageing, but also boosted by Mr Trump’s unfunded tax cuts, the debt-to-gdp ratio is already expected to nearly double over the next 30 years. If a future Democratic administration creates new spending programmes while maintaining existing ones, higher taxes will be necessary. Den Rest des Beitrags lesen »

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Where Millionaires are the Wealthiest

Posted by hkarner - 22. Januar 2019

https://www.statista.com/chart/16685/country-with-most-millionaires/

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Crazy Rich Asia

Posted by hkarner - 12. Oktober 2018

Kenneth Rogoff, Professor of Economics and Public Policy at Harvard University and recipient of the 2011 Deutsche Bank Prize in Financial Economics, was the chief economist of the International Monetary Fund from 2001 to 2003. The co-author of This Time is Different: Eight Centuries of Financial Folly, his new book, The Curse of Cash, was released in August 2016.

With an unexpected hit on its hands, perhaps Hollywood will use more films like “Crazy Rich Asians” to illustrate key concepts about a region that is the biggest economic success story of the last several decades. There are many more stories about that story to be told.

CAMBRIDGE – In the surprise hit movie “Crazy Rich Asians” (based on a 2013 Kevin Kwan novel), a New York University economics professor (Rachel), travels with her boyfriend to Singapore to meet his family. There, she learns, apparently for the first time, that her significant other (Nick) is heir to one of Asia’s largest fortunes and has a mother intent on making sure her son does not marry a commoner, Asian-American or not.

Partly because of its (terrific) all-Asian cast (an extreme rarity), and partly because it recalls earlier eras of great romantic comedies, the film has caused a lot of buzz. Perhaps there will even be a long overdue Oscar for Michelle Yeoh (from “Crouching Tiger, Hidden Dragon”), who plays the steely but loving mother. Den Rest des Beitrags lesen »

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The rich world needs higher real wage growth

Posted by hkarner - 3. Juli 2018

Date: 02-07-2018
Source: The Economist

Pay is rising, but so are prices. Blame more expensive oil

CENTRAL bankers and economists have spilled much ink in recent years on the question of why wages have not grown more. The average unemployment rate in advanced economies is 5.3%, lower than before the financial crisis. Yet even in America, the hottest rich-world economy, pay is growing by less than 3% annually. This month the European Central Bank devoted much of its annual shindig in Sintra, Portugal to discussing the wage puzzle.

Recent data show, however, that the problem rich countries face is not that nominal wage growth has failed to respond to economic conditions. It is that inflation is eating up pay increases and that real—that is, inflation-adjusted—wages are therefore stagnant. Real wages in America and the euro zone, for example, are growing more slowly even as the world economy, and headline pay, have both picked up (see chart). Den Rest des Beitrags lesen »

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Why many rich Chinese don’t live in China

Posted by hkarner - 18. Mai 2018

Date: 17-05-2018
Source: The Economist

Wealthy Chinese increasingly choose to live abroad

A STRAIGHT TRACK through a wood, and a guard hut at the end of it, is all there is to “China City of America”. A sign on a flimsy barrier says, “Do not enter”. It is hard to imagine that if the developer, a Chinese emigrée, has her way, this rural nook in the Catskill Mountains of upstate New York might one day become a sprawling complex of residential properties, China-themed entertainments, a casino, shops, restaurants, offices, an exhibition hall and educational facilities covering hundreds of acres. That, at any rate, was Sherry Li’s original plan, unveiled in 2013. Her aim was to attract 1.5m visitors annually to a “Chinese-concept Disney” that would transform the struggling economy of this sleepy area about two hours’ drive north-west of New York City.

Crucially, it would also attract Chinese investors. The project, Ms Li hoped, would be approved under the American government’s “EB-5” scheme, which offers permanent residency in the United States to foreigners who put at least $500,000 into rural projects that create at least ten American jobs; or who invest $1m into other developments. In effect, this means you can buy the right to live in America. The greatest demand is from China. About 75% of those who qualify for the scheme are Chinese. Den Rest des Beitrags lesen »

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World’s richest 0.1% have boosted their wealth by as much as poorest half

Posted by hkarner - 15. Dezember 2017

Date: 14-12-2017
Source: The Guardian

Inequality report also shows UK’s 50,000 richest people have seen their share of the country’s wealth double since 1984

The Monaco Yacht Show. The richest 1% of the global population captured 27% of the world’s wealth growth between 1980 and 2016.

The richest 0.1% of the world’s population have increased their combined wealth by as much as the poorest 50% – or 3.8 billion people – since 1980, according to a report detailing the widening gap between the very rich and poor.

The World Inequality Report, published on Thursday by French economist Thomas Piketty, warned that inequality had ballooned to “extreme levels” in some countries and said the problem would only get worse unless governments took coordinated action to increase taxes and prevent tax avoidance.

The report, which drew on the work of more than 100 researchers around the world, found that the richest 1% of the global population “captured” 27% of the world’s wealth growth between 1980 and 2016. And the richest of the rich increased their wealth by even more. The top 0.1% gained 13% of the world’s wealth, and the top 0.001% – about 76,000 people – collected 4% of all the new wealth created since 1980.

The top 0.1% income group (about 7 million people) captured as much of the world’s growth since 1980 as the bottom half of the adult population,” the report said. “Conversely, income growth has been sluggish or even nil for the population between the global bottom 50% and top 1%.” Den Rest des Beitrags lesen »

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Why Tax Cuts for the Rich Solve Nothing

Posted by hkarner - 28. Juli 2017

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