Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘QE’

Handelskrieg nur Auslöser: Ursache der Rezession ist verfehlte Geldpolitik der Notenbanken

Posted by hkarner - 29. Oktober 2019

Dank an J.G.

DWN, 25/10

Trumps Handelskrieg ist nur der Auslöser der sich anbahnen-den Rezession. Doch die Ursachen liegen tiefer: In der verfehlten Geldpolitik der großen Notenbanken.

Trumps Handelskrieg hat eine globale Wachstumsverlangsamung mit Rezessionsgefahr ausgelöst. Doch die Ursachen der aktuellen Wirtschaftsverlangsamung gehen tiefer. Man kann nicht alles der Trump-Administration oder – innerhalb Europas – dem Brexit anlasten. Es ist viel-mehr die gesamte Politik der letzten Dekaden, welche ein inkohärentes, un-sicheres Gebäude der Weltwirtschaft errichtet hat.

Ein wichtiger Punkt ist die schlechte Qualität des konjunkturellen Aufschwungs seit der Grossen Finanzkrise, eigentlich sogar schon seit der Jahrtausendwende. Die Durchsetzung des sogenannten Freihandels mit China (WTO-Beitritt Dezember 2011) und die Integration der osteuropäi-schen Länder in die Europäische Union waren zunächst primär eine Arbitrage-Gelegenheit vor allem für westliche Großunternehmen und Multinationale, um Löhne, Steuern, Sozialleistungen und Umweltkosten zu sparen beziehungsweise zu drücken. Der Freihandel erfolgte nur in eine Richtung: China schottete seinen Binnenmarkt weiterhin sorgsam ab, wo die Führung dies wollte: Über prohibitive Zölle, und über den Zwang zu joint ventures für ausländische, in China produzierende Unternehmen. Profitiert haben neben diesen Konzernen zum einen China und dessen Zulieferer-Staaten in Asien, zum anderen die Länder Osteuropas. In den Vereinigten Staaten und in Westeuropa ist die Industrie stark geschrumpft – Ausnahme das Auto- und Maschinenbauerland Deutschland sowie einige kleine Länder mit ähnlichen Eigenschaften. Ein wesentlicher Grund ist auch, dass in den USA und in Europa seit Jahrzehnten zu wenig, teilweise viel zu wenig, in die Infrastruktur investiert wird. Kein Wunder ist das Wirtschaftswachstum der letzten beiden Dekaden in vielen Industrieländern von einer schwachen Investitionstätigkeit begleitet, nota-bene trotz der nominell und real niedrigsten Zinsen seit dem Zweiten Weltkrieg. Den Rest des Beitrags lesen »

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AUFSTAND DER MACHTLOSEN GELD-WEISEN

Posted by hkarner - 24. Oktober 2019

FURCHE-Kolumne 278, Wilfried Stadler

Notenbanker sind Symbolfiguren des Vertrauens in die Währung, für die sie Verantwortung tragen. Sie wählen daher ihre Worte besonders sorgfältig, stets darauf bedacht, nur ja keine Missverständnisse auszulösen. Wenn sie dann doch einmal deutlicher werden, geschieht dies als Teil einer Strategie zur Konjunkturbelebung durch Beeinflussung der Markt-Meinung. Denn nach diesem Stimmungsbarometer richten sich Preisbewegungen auf den Finanzmärkten ebenso wie Kaufentscheidungen von Unternehmen und privaten Haushalten.

Eines der prominentesten Beispiele für derartige Wort-Deutlichkeit ist jene Tischrede, die der in wenigen Tagen aus seinem Amt scheidende EZB-Präsident Mario Draghi im Sommer 2012 in London hielt. Mitten im aufziehenden Sturm einer manifesten Euro-Vertrauenskrise machte er damals unmissverständlich klar, alles Erforderliche („Whatever it takes“) zu tun, um den Zerfall des Euro zu verhindern. Unterlegt war dieses Versprechen nicht nur mit einem Maßnahmenpaket der EZB sondern auch mit massivem Flankenschutz seitens der Politik, die praktisch zeitgleich den permanenten Rettungsschirms („ESM“) einrichtete. Unmittelbar nach der Draghi-Rede beruhigten sich die Euro-Anleihenmärkte nachhaltig. Den Rest des Beitrags lesen »

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EZB vor weiterer Verschärfung ihres geldpolitischen Kurses

Posted by hkarner - 12. September 2019

11.09.2019, kurier.at Dank an H.G.
Weitere Absenkung des negativen Einlagenzinses der EZB so gut wie fix – Volkswirte rechnen mit Bündel an Maßnahmen

Nullzins, Strafzinsen, Anleihenkäufe – die Europäische Zentralbank (EZB) hat in den vergangenen Jahren alle Register gezogen. Doch nun sehen sich Europas Währungshüter erneut zum Handeln gezwungen.

Angesichts der weltweiten Konjunkturabkühlung und der Schwäche des Welthandels seien „signifikante geldpolitische Impulse“ notwendig, hatte Notenbank-Präsident Mario Draghi bei der jüngsten Sitzung des EZB-Rates vor sieben Wochen gesagt. Ihr oberstes Ziel, Preisstabilität bei einer Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent, verfehlt die Zentralbank seit geraumer Zeit deutlich.

An diesem Donnerstag (12.9.) könnte das oberste Entscheidungsgremium der Notenbank den Worten Taten folgen lassen. Volkswirte erwarten ein ganzes Bündel an Maßnahmen:

VERSCHÄRFUNG DER STRAFZINSEN: EZB-Beobachter sind sich so gut wie sicher, dass die Notenbank den Strafzins verschärfen wird, den Banken dafür zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Derzeit liegt dieser negative Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent – eine Milliardenbelastung für die Finanzbranche im Euroraum. Im Raum steht eine weitere Absenkung auf minus 0,5 Prozent oder gar minus 0,6 Prozent. Ziel der Währungshüter ist, die Institute dazu zu bringen, die Gelder in Form von Krediten an Unternehmen und Verbraucher auszureichen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Den Rest des Beitrags lesen »

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Harsche Kritik an Negativzinsen

Posted by hkarner - 5. September 2019

Eine Woche vor der nächsten EZB-Sitzung formieren sich die Gegner einer weiteren Zinssenkung und neuerlicher Anleihenkäufe. Deutsche-Bank-Chef Sewing zählt dazu.

Frankfurt. Wird „Super“-Mario Draghi zum letzten Mal in seiner Amtszeit als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) wieder tief in die Trickkiste greifen, um die Konjunktur mit billigem Geld anzukurbeln – oder doch nicht? Nichts wird eine Woche vor dem nächsten EZB-Treffen am 12. September in Banker- und Ökonomenkreisen heißer diskutiert als diese Frage. Interessant dabei: Die Gegner von Niedrig- beziehungsweise Negativzinsen formieren sich. Wobei sie nicht überraschend aus dem Bankensektor kommen.

Besonders harsche Worte gegen eine weitere Lockerung der Geldpolitik findet Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. „Gesamtwirtschaftlich wird eine weitere Zinssenkung auf dem aktuellen Niveau verpuffen“, sagte er am Mittwoch beim Bankengipfel des „Handelsblatts“. „Sie wird lediglich die Vermögenspreise weiter in die Höhe treiben und die Sparer weiter belasten.“ Mittelständler würden nicht mehr investieren, nur weil Kredite noch billiger würden.

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OeNB-Chef hat Zweifel an EZB-Geldpolitik

Posted by hkarner - 2. September 2019

Robert Holzmann sieht negative Zinsen skeptisch.

 

Wien. Der neue Nationalbankgouverneur, Robert Holzmann, will im EZB-Rat „eine etwas kritischere Haltung gegenüber den Vorschlägen einer weiteren monetären Vertiefung“ einnehmen. Darüber diskutieren wolle er mit seinen EZB-Kollegen jedenfalls, hat Holzmann am Wochenende im ORF-Radio mitgeteilt. Er hat sein neues Amt mit 1. September übernommen.

Die Sitzungen des Rats der EZB seien jetzt besonders wichtig, da es mit Christine Lagarde ab November eine neue Präsidentin der EZB geben werde und eine Revision der EZB-Strategie angedacht sei, sagte Holzmann. Er werde die anderen EZB-Direktoren nicht „in einer einzigen Sitzung überzeugen können“, wolle aber „einen Anstoß geben, dass in der Revision der Strategie stärker über Alternativen nachgedacht wird“.

Seine Ausbildung, seine Einstellung und auch seine beruflichen Erfahrung hätten ihn in Bezug auf die Geldpolitik „mehr zum Falken als zur Taube werden lassen“, also zum Kritiker einer Ausweitung der Geldzufuhr an die Wirtschaft. Aber „empirische Evidenz“ sei immer der Maßstab für seine Entscheidungen. Die expansive Geldpolitik von 2010/2012 sei als monetäre Entlastung und Unterstützung des staatlichen Anleihenmarkts „zum Überleben des Euro notwendig“ gewesen, so Holzmann. Aber jetzt, als die EZB schon zahlreiche Anleihen gekauft hat, seien „die Wahrscheinlichkeit weiterer Effekte gering, Risiken hingegen erhöht“.

Holzmann ist generell gegenüber negativen Zinsen skeptisch, vor allem auch für Sparer. Wenn Menschen eigentlich sparen wollen, würden negative Zinsen nicht zu mehr Konsum führen. Das niedrige Zinsniveau berge die Gefahr der „Fehlallokation von Ressourcen und Preisen“ – konkret sehe man das an den steigenden Immobilien- und Goldpreisen sowie an „erratischen Aktienpreisen“. (APA)

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 02.09.2019)

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Whither Central Banking?

Posted by hkarner - 26. August 2019

Anna Stansbury

Anna Stansbury is a PhD candidate in Economics at Harvard University.

Lawrence H. Summers, US Secretary of the Treasury (1999-2001) and Director of the US National Economic Council (2009-2010), is a former president of Harvard University, where he is currently University Professor.

In an environment of secular stagnation in the developed economies, central bankers’ ingenuity in loosening monetary policy is exactly what is not needed. What is needed are admissions of impotence, in order to spur efforts by governments to promote demand through fiscal policies and other means.

CAMBRIDGE – The world’s central bankers and the scholars who follow them are having their annual moment of reflection in Jackson Hole, Wyoming. But the theme of this year’s meeting, “Challenges for Monetary Policy,” may encourage an insular – and dangerous – complacency.

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The Money’s More Than Free. Why Won’t Europeans Borrow?

Posted by hkarner - 24. Juli 2019

Date: 22-07-2019
Source: The Wall Street Journal

Which explanation you prefer determines whether you think the European Central Bank is right to be considering another cut

It is plausible that negative rates have worked, as eurozone investment since rates went negative in June 2014 has been slightly ahead of the U.S.

When it comes to interest rates, the U.S. and Europe are upside down.

A big worry about the expected interest-rate cut in the U.S. is that it will encourage too much borrowing, inflating bubbles in debt and equity markets. A big worry about the expected interest-rate cut in Europe is that it will discourage borrowing, with many companies, households and governments paying down debt even with negative central-bank rates. Den Rest des Beitrags lesen »

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Many think the European Central Bank will cut rates soon

Posted by hkarner - 21. Juli 2019

Date: 18-07-2019
Source: The Economist

But for a significant stimulus, the bank will need to break self-imposed rules

The european central bank’s firepower is sadly depleted. The interest rate on the reserves that banks hold with it is sub-zero; its quantitative-easing (qe) scheme has hoovered up assets worth €2.6trn ($2.9trn)—equivalent to over a fifth of the euro area’s gdp. Even so, in June Mario Draghi, the bank’s boss, promised further stimulus if the economy does not buck up. Statistics published since then suggest little recovery. Cue much speculation about another attempt to revive growth.

Many expect an announcement at the bank’s meeting in September, along with updated economic forecasts. But its next gathering on July 25th could still surprise, or at least lay the groundwork for stimulus. With individual instruments nearing limits, it is expected to deploy a combination. Den Rest des Beitrags lesen »

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Should egalitarians fear low interest rates?

Posted by hkarner - 11. Juli 2019

Date: 10-07-2019
Source: The Economist: Free exchange

Monetary stimulus is said to have been a boon for the rich. It is not so simple

JOHN MAYNARD KEYNES once fantasised about a world of permanently low interest rates. In the final chapter of “The General Theory” he imagined an economy in which abundant available capital causes investors’ bargaining power, and hence rates, to collapse. In such a world markets would reward risk-taking and entrepreneurial talent, but not the mere accumulation of capital. The result would be the “euthanasia of the rentier”.

That low rates could feature in a leftish Utopian vision might come as a surprise today. It is commonly argued that a decade of monetary-policy stimulus has filled the pockets of the rich. Low rates and quantitative easing (QE) are said to have sent stock and bond markets soaring, thereby exacerbating wealth inequality. They have also boosted house prices, adding to intergenerational tension. A glance at financial markets suggests more of the same is coming: long-term rates have tumbled this year in anticipation of monetary easing, while stockmarkets have boomed. Den Rest des Beitrags lesen »

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ECB’s Draghi Grows Bolder as His Tenure Nears End

Posted by hkarner - 2. Juli 2019

Date: 01-07-2019
Source: The Wall Street Journal

The president of the European Central Bank is doubling down on a tried-and-tested strategy in an attempt to guard the bloc against too-low inflation

Mario Draghi, who has three policy meetings left before his term ends, is shown speaking during a conference at the ECB headquarters in Frankfurt earlier in June.

FRANKFURT—Mario Draghi is teeing up some of the boldest policy moves of his eight-year term as European Central Bank president only four months before he steps down, potentially binding the hands of his successor for years.

The late burst of activism by the 71-year-old Italian is buoying European financial markets and catching the eye of President Donald Trump, even as it raises legal and practical questions about how much more the ECB can squeeze out of its existing toolbox.

The shift toward easier money, mirroring a move by the Federal Reserve, comes despite relative resilience in the eurozone economy, whose unemployment rate is at the lowest level in a decade.

Mr. Draghi’s final three policy meetings—in July, September and October—are suddenly in play for a policy decision. Analysts expect the ECB to cut interest rates, which are already negative, at or before its Sept. 12 meeting. Some also expect Mr. Draghi to announce the relaunch of the bank’s €2.6 trillion ($3 trillion) bond-buying program, known as quantitative easing or QE. Den Rest des Beitrags lesen »

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