Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Ökonomenstimme’

Die Sharing-Ökonomie als Null-Fixkosten-Ökonomie

Posted by hkarner - 10. Februar 2017

Werner Vontobel, 30. Jan. 2017, Ökonomenstimme

Die Sharing-Ökonomie basiert zu einem grossen Teil darauf, dass sie ihre Fixkosten abwälzt. Dies hat Konsequenzen nicht nur für einzelne Branchen, sondern für die Marktwirtschaft an sich.

Dem Thema Sharing muss man sich von unten nähern. Deshalb beginnt dieser Beitrag mit einem konkreten Beispiel: Ein Bekannter absolviert zur Zeit ein MBA in St. Gallen. Jeden Monat verbringt er dort eine Woche. Bisher hat er für sein Hotelbett pro Nacht etwa 150 Franken ausgegeben. Nun haben ihn Studienkollegen animiert, es doch einmal mit einen airbnb-Angebot zu versuchen. Hat er. Gekostet hat es ihn –Frühstück eingerechnet – nicht einmal die Hälfte. Die Qualität des Angebots, Lage, Ausstattung Service beurteilt er als nicht ganz gleich gut wie im Hotel, aber die Differenz allemal wert – genau was die Kollegen auch sagen.

Woher kommt die Differenz? Mein Kollege hat mit seinem Gastgeber – nennen wir in H wie Host – gesprochen. Es handelt sich um einen Assistenzprofessor auf dem Gebiet der Betriebswirtschaft. Der Mann kann also rechnen, doch das ganze erwiese sich weniger als ein Problem der Erfolgsrechnung als ein Produkt der Lebensumstände. H hatte seine Wohnung ursprünglich zusammen mit einem Arbeitskollegen bewohnt. Diesen hat es in eine andere Stadt verschlagen. Beziehungsmässig ist die Hose auch gerade tot. Also Airbnb. Die Arbeit, die damit verbunden ist, hält sich in Grenzen und ist mit dem Hauptberuf gut vereinbar. Ob er nicht befürchtet habe, von unangenehmen Gästen behelligt zu werden? Nein, bisher sei alles gut gelaufen, mache sogar Spass. Und, wissen Sie, „ich bin nicht darauf angewiesen, wenn er nicht funktioniert oder mir zu viel wir, höre ich wieder auf damit.“ Den Rest des Beitrags lesen »

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Wirtschaft 4.0 – Arbeitsmarkteffekte einer umfassenden Digitalisierung

Posted by hkarner - 17. November 2016

Enzo Weber, 17. Nov. 2016 Ökonomenstimme

Was sind die Auswirkungen der vierten industriellen Revolution auf den Arbeitsmarkt? Eine Frage, die uns in den nächsten Jahren weiter begleiten wird, unabhängig von der teilweise betriebenen Hysterie. Dieser Beitrag zeigt, was die Wirtschaft 4.0 für den deutschen Arbeitsmarkt bedeuten könnte, wobei sich der Auf- und Abbau von Arbeitsplätzen ungefähr die Waage halten dürfte.

„Industrie 4.0“ ist seit einigen Jahren in aller Munde. Auch wenn dies in Teilen einem Hype zuzuschreiben ist, dürfte die intelligente und vernetzte Digitalisierung für die Arbeitswelt doch profunde Änderungen bewirken. Nach den bisherigen industriellen Revolutionen geht es nun um die Vernetzung der virtuell-digitalen und physischen Welt sowie maschinelles Lernen in der Produktion. Ziel ist, dass die Wertschöpfungskette, auch über Betriebsgrenzen hinaus, vollständig digital gesteuert werden beziehungsweise sich selbstorganisiert steuern kann. Eine effizientere, flexiblere und individuellere Produktion soll das Ergebnis sein. Den Rest des Beitrags lesen »

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Die nachhaltige Produktivitätskrise der Industrieländer – United we stand, divided we fall

Posted by hkarner - 3. November 2016

Georg ErberUlrich Fritsche und Patrick Harms, 31. Okt. 2016 Ökonomenstimme

Seit den siebziger Jahre befinden sich die Industrieländer nun bereits in einer eigentlichen Produktivitätskrise. Um diesen Trend zu brechen, bräuchte es eine koordinierte Wachstumsstrategie aller Länder, wie dieser Beitrag zeigt.

Spätestens seit dem Ausbruch der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 hat das globale Wirtschaftswachstum erneut deutlich an Geschwindigkeit verloren. Nicht nur die USA als Ausgangspunkt der Finanzkrise, sondern auch Europa im Zuge der Eurokrise, die insbesondere die sogenannten PIIGS-Staaten[ 1 ] in eine tiefe Rezession stürzten, konnten nur für einige Jahre mit massiven weltweiten Konjunkturprogrammen nach dem Pittsburgh-Gipfel stabilisiert und teilweise zu einem Wirtschaftsaufschwung zurückgeführt werden.

Die USA und die VR China nahmen dabei als die zwei größten Volkswirtschaften eine Schlüsselrolle ein. Allerdings zeigte sich sehr rasch, dass mit dem sukzessiven Auslaufen der Programme, der selbsttragende Aufschwung in der Mehrzahl der Länder insbesondere in Europa sowie auch in Japan, welches schon seit Beginn der Balance-Sheet-Rezession zu Beginn der 1990er[ 2 ] Jahre an einer langanhaltenden Wachstumsschwäche leidet, nicht zurückgekehrt sind. Das durch schubweise diskretionäre Fiskalpolitik induzierte Wirtschaftswachstum scheint jedoch immer mehr an seine Grenzen zu stoßen.[ 3 ] Den Rest des Beitrags lesen »

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Antworten an den Club of Rome

Posted by hkarner - 19. Oktober 2016

Hans-Jörg Naumer, 18. Okt. 2016, Ökonomenstimme

Der „Club of Rome“ hat seinen neuen Report „Reinventing Prosperty“ veröffentlicht, in dem er sich gegen die  Fokussierung aufs Wirtschaftswachstum ausspricht. Dieser Beitrag kritisiert die statischen Aussagen des Berichts. Wirtschaftswachstum könne auch mit Umweltschutz Hand in Hand gehen, wenn der Wettbewerb seine Rolle als Garant der effizienten Allokation knapper Güter spielt und die Preise ihre Signalfunktion ausüben können.

Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie wir in den 70’ern „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome diskutierten. Überbevölkerte Erde, Rohstoffknappheit, Öko-Kollaps … so ließ sich die Botschaft zusammenfassen. Ein Gefühl von „und Malthus hatte doch Recht“ kam auf.

Tatsächlich ist von Anfang der 80’er Jahre die Weltbevölkerung um über 3 Mrd. auf jetzt ca. 7,2 Mrd. Menschen angewachsen. Anders als erwartet ist aber der Anstieg von Massenarmut und Hungersnöten ausgeblieben. Im Gegenteil. Der Anteil der Weltbevölkerung, die in absoluter Armut lebt – als Maßstab dafür gilt, wer weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag zum Leben hat – ist von 45% auf unter 15% gefallen. Die Weltbevölkerung ist gewachsen, der Anteil der Armen ist global dennoch deutlich zurückgegangen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Einheit in Vielfalt: Wie es mit Europa weitergehen kann

Posted by hkarner - 7. Juli 2016

Lars P. FeldChristoph M. SchmidtIsabel Schnabel und Volker Wieland, 7. Juli 2016, oekonomenstimme

Auch nach dem Brexit-Votum bleibt eine kluge Fortsetzung der europäischen Integration der richtige Ansatz, um Frieden und Wohlstand in Europa zu sichern. Vier Mitglieder des deutschen Sachverständigenrates fordern in diesem Beitrag, dass der Prozess nun noch stärker dem Prinzip der Subsidiarität folgen muss.

Das Votum der britischen Bevölkerung für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) stellt nach Jahrzehnten des Zusammenwachsens der Mitgliedstaaten einen scharfen Einschnitt in den europäischen Integrationsprozess dar.[ 1 ] Doch dies muss keineswegs dessen Ende bedeuten. Eine kluge Fortsetzung der europäischen Integration trägt nach wie vor das überzeugende Versprechen in sich, langfristig gleichermaßen Frieden und Wohlstand in Europa zu sichern, wenn sie unter dem Motto „Einheit in Vielfalt“ einen fruchtbaren Wettbewerb der Ideen und Lösungsansätze zulässt. Allerdings stellt das britische Referendum einen Weckruf dar, die Natur der Integration zu hinterfragen und den bislang eingeschlagenen Weg zu korrigieren.

Das Prinzip der Subsidiarität sollte diese Überlegungen leiten: Das gemeinschaftliche Vorgehen sollte nur dort vertieft werden, wo gemeinsames Handeln zu besseren Lösungen führt, etwa bei der Sicherheits-, Asyl- und Klimapolitik. Die einzelnen Mitgliedstaaten müssen hingegen wieder mehr Verantwortung für ihre Entscheidungen in denjenigen Politikbereichen übernehmen, in denen ihre Bürger unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen haben und deshalb die nationale Souveränität nicht aufgeben wollen, etwa bei der Fiskal-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Den Rest des Beitrags lesen »

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Wie die Uni-Ökonomen versagen – die Theorie der Prostitution als Mahnmal

Posted by hkarner - 3. Juli 2016

Ein Klassiker! (hfk)

Mathias Binswanger, 19. Jan. 2012, ÖkonomenstimmeBinswanger cc

Vor kurzem ist hier ein Beitrag von Rüdiger Bachmann unter dem Titel „Haben die Uni-Ökonomen versagt?“ erschienen. In dem Artikel sollte aufgezeigt werden, welch tolle Arbeit Ökonomen heute leisten und wie ungerechtfertigt Angriffe auf die Mainstreamökonomie seien. Dieses sich selbst auf die Schulter klopfen war offenbar notwendig, da sich die ökonomische Wissenschaft in letzter Zeit vor allem in Zusammenhang mit der letzten Finanzkrise Angriffen ausgesetzt sah, sie würde die heutige Realität der Finanzmärkte in ihren Modellen ignorieren und von realitätsfremden Annahmen ausgehen.

Gemäss Rüdiger Bachmann sind die Kritiker einfach Ignoranten, die nichts von Ökonomie verstehen, da sie nicht über das nötige Rüstzeug verfügen, um die Krisenphänomene exakt zu beschreiben. Ausgebildeten Ökonomen, die es wagen, Kritik an ihrer Wissenschaft vorzubringen wagen, werden hingegen als unterdrückte Privatdozenten diffamiert. Und wer die Annahme des Homo Oeconomicus kritisiert (Psychologische Kritik an der Ökonomie) behauptet damit laut Bachmann automatisch „Menschen sind alle dumm und irrational“. Entspricht ein solcher Umgang mit Kritikern einem dynamischen, offenen und flexiblen Wissenssystem, als welches Bachmann die moderne VWL empfindet?

Besonders eigenartig wird die Argumentation jedoch, wenn Bachmann seinem Kollegen Thomas Straubhaar vorwirft, dieser hätte sich darüber verwundert, dass „mikroökonomisches Gewinnstreben zum makroökonomischen Untergang führen könne“. Dass dies möglich sei, wisse die moderne VWL nämlich schon längst, denn schliesslich gäbe es in bestimmten Modellen Nashgleichgewichte oder multiple Gleichgewichte. Dieses Argument ist etwa so stichhaltig, wie wenn man behaupten würde, dass es irrelevant sei, wenn jemand an den Nebenwirkungen eines Medikaments erkrankt, denn diese Nebenwirkungen seien alle schon in der Packungsbeilage beschrieben worden. Doch was interessiert schon die Realität, wenn man hypothetische Gleichgewichtsmodellwelten kreieren kann, um dann mit diesen herumzuspielen. Denn wer das am besten kann, der gilt heute als „grosser Ökonom“ und darf in den angesehensten Fachzeitschriften publizieren. Den Rest des Beitrags lesen »

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„Anlegerstreik“ in Europa

Posted by hkarner - 13. Juni 2015

12.06.2015 | 11:52 | von Georg Erber (Ökonomenstimme)

Georg Erber ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Netzwerkökonomie und Marktregulierung von Netzwerkindustrien, insbesondere im Bereich der Telekommunikation; Wettbewerbspolitik im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien; Wirtschaftswachstum, Produktivität, Industriepolitik, Technologiepolitik und Innovationspolitik.

Ökonomenstimme. Viele Anleger sind offensichtlich nicht mehr bereit, ihr Geld für negative Realzinsen und derzeit auch negative Nominalzinsen zur Verfügung zu stellen, sagt der Ökonom Georg Erber.

Nachdem es erneut zu einem erneuten Mini-Flashcrash Anfang Juni an den europäischen Bondmärkten gekommen ist, macht sich Unsicherheit nicht nur dort, sondern auch auf den Aktienmärkten breit. Anleger fürchten, dass die bisherige Strategie der EZB, die Zinsen innerhalb der Eurozone weiter nach unten zu drücken erfolglos bleiben könnte. Letztendlich versucht die EZB sich mit ihrer Zinspolitik und dem QE gegen den globalen Trend zu einer Anhebung der Kapitalmarktzinsen zu stemmen. Ein Blick auf die Zinsstrukturkurve der USA zeigt, was der eigentliche Auslöser der derzeitigen Schockwellen an den europäischen Bond- und Aktienmärkten ist.

Seit Ende Januar (28. Januar 2015) diesen Jahres sind die Zinsen entlang der Zinsstrukturkurve deutlich angestiegen. Von 2,05% auf derzeit 2,78% für dreißigjährige Bundesanleihen in den USA. Damit haben dort bereits die Anleger ohne Unterstützung der US-Notenbank entschieden, dass es zu einer Zinswende auch ohne Anhebung der Zinsen der Fed kommt. Mithin machen sich die globalen Investoren auf den Kapitalmärkten von der Geldpolitik der Zentralbanken zunehmend unabhängig. Den Rest des Beitrags lesen »

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Die EZB als Wirtschaftsregierung der Eurozone?

Posted by hkarner - 23. Oktober 2014

23.10.2014 | 11:27 | von Georg Erber (Ökonomenstimme) DIWErber

Ökonomenstimme. Zentralbank-Chef Mario Draghi scheint die Rolle einer Wirtschaftsministers übernommen zu haben. Kann das gut gehen? Ökonom Georg Erber zweifelt.

Die französische Regierung wollte schon immer, dass es eine Wirtschaftsregierung der Eurozone geben sollte. Auch die Kanzlerin konnte sich nach einigem Zögern dafür erwärmen. Allerdings sollte nach ihren Vorstellungen dies der Europäischen Rat und nicht die EU-Kommission noch selbstverständlich die EZB sein. Es ist anders gekommen. Weil sich die Politiker auf EU-Ebene nicht einigen können, ergreift Mario Draghi jetzt die Initiative und übernimmt als EZB-Präsident quasi die Rolle einer Europäischen Wirtschaftsregierung.

Draghi als Regierungschef einer Europäischen Wirtschaftsregierung?

Indem er sich mit der EZB jetzt zuständig fühlt, wie die Tarifpolitik beispielsweise in Deutschland zu laufen habe, oder, auch wie die Haushaltspolitik der Mitgliedsländer zu gestalten sei, um Wachstum und Beschäftigung sicherzustellen, indem die öffentlichen Investitionen insbesondere in Infrastruktur erhöht werden sollen, beansprucht er implizit die Rolle des Vorsitzenden einer Wirtschaftsregierung für die Eurozone. Den Rest des Beitrags lesen »

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Muss Deflation überhaupt bekämpft werden?

Posted by hkarner - 5. Juni 2014

04.06.2014 | 11:16 | von Adalbert Winkler (Ökonomenstimme)

Die Deflation wird in der Peripherie wieder einmal in einer Weise analysiert, die für einen gemeinsamen Währungsraum unangemessen ist.

Nachdem die Eurokrise in ihrer Form als Finanzkrise durch OMT, ESM und Schritte in Richtung Bankenunion entschärft wurde, wendet sich die Debatte der makroökonomischen Krise zu, in der sich der Euroraum schon seit Jahren befindet. Dies ist auch notwendig, denn die Wachstums- und Arbeitslosenzahlen sind erdrückend schlecht. Dies gilt insbesondere für die Euro-Krisenländer: Nach tiefer Rezession und Massenarbeitslosigkeit ist nun in einigen Staaten auch ein Rückgang des Preisniveaus, also Deflation zu beobachten.

Unterschiede in Währungsraum sind normal

So begrüßenswert der Schwenk zur Makrobetrachtung ist, so bedauerlich ist es festzustellen, dass die Deflation in der Peripherie wieder einmal in einer Weise analysiert wird, die für einen gemeinsamen Währungsraum unangemessen ist. Darauf weist der Titel des Beitrags hin: Haben wir uns im D-Mark Raum jemals um die Frage gekümmert, ob Deflation in einer Region Fluch oder Segen ist? Die Antwort lautet: Nein, und dies nicht nur, weil keine Inflationszahlen für Ostfriesland oder den Hunsrück vorliegen, sondern weil die Antwort klar ist: Sie ist weder Fluch noch Segen, solange es keine Deflation in Deutschland gibt. Den Rest des Beitrags lesen »

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