Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Ökonomenstimme’

Kritik ohne Kritiker – das seltsame Lob des ökonomischen Mainstreams

Posted by hkarner - 14. August 2017

Christian Müller, 9. Aug. 2017 Ökonomenstimme

Die Mainstream-Ökonomik sieht sich in der Kritik und kritisiert wiederum die Kritiker. Doch diese bleiben erstaunlich namenlos und verteidigt werden vor allem die Methodik und ihre mathematische Modellierung. Dabei ist auch die Mainstream-Ökonomik an sich schon weiter, wie dieser Beitrag zeigt.

In den letzten Wochen erschienen in der gedruckten deutschen Presse und in diversen Online-Foren mehrere Beiträge von Volkswirten, die alle die Absicht verfolgen, den ökonomischen „Mainstream“ gegen Kritik in Schutz zu nehmen. Die Ökonomenstimme hat zuletzt Dirk Niepelt (4. August 2017) das Wort gegeben.[ 1 ]

Der augenfällige Anlass für die Verteidigung der Volkswirtschaftslehre sind die anhaltenden Nachwirkungen der Finanzmarktkrise, die auch die Frage nach theoretischen Erklärungen für die Krise aufwirft. Angesichts der Ahnungslosigkeit der meisten Volkswirte sowie der anerkannten Unfähigkeit, die Krise in den üblichen Modellen adäquat abzubilden, erscheint eine Verteidigung der Volkswirtschaftslehre durchaus angezeigt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Macrons Krisenfonds: Risiko des „Moral Hazard“

Posted by hkarner - 21. Juli 2017

Roland Vaubel, 20. Juli 2017, Ökonomenstimme

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat einen europäischen Krisenfonds vorgeschlagen, der den existierenden „Europäischen Stabilitätsmechanismus“ ergänzen soll. Dieser Beitrag kritisiert u.a., dass damit die relativ kreditwürdigen Länder den nicht so kreditwürdigen Mitgliedern Versicherungsschutz gegen wirtschaftliche Krisen bieten und damit die Anreize für „gute“ Wirtschaftspolitik sinken würden.

Der von Präsident Macron für die Eurozone vorgeschlagene Fonds zur Krisenintervention soll Euroländern, die zum Beispiel in eine Rezession geraten, zinsgünstige Kredite geben. Zu zahlen wäre der durchschnittliche Zins, den die Euroländer am Kapitalmarkt aufbringen müssen. Der Fonds würde daher nur von den weniger kreditwürdigen Ländern in Anspruch genommen, die am Markt einen überdurchschnittlichen Zins zahlen müssten. Dabei hängt die Kreditwürdigkeit weniger von der vorübergehenden Konjunkturlage als vom Umfang der bereits bestehenden Staatsverschuldung (relativ zum Bruttosozialprodukt) und von der Vertrauenswürdigkeit der politischen Institutionen ab.

Verwässerung der Zugangsbedingungen Den Rest des Beitrags lesen »

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Die Finanzierung des bedingungslosen Grundeinkommens durch eine Flat Tax

Posted by hkarner - 18. April 2017

Georg Quaas, 18. April 2017 Ökonomenstimme

 Ein bedingungsloses Grundeinkommen ließe sich über Steuern finanzieren, wie dieser Beitrag zeigt. Dadurch ließe sich die Armut in Deutschland drastisch reduzieren. Allerdings müsste die Einkommenssteuer völlig neu gestaltet und sonstige Steuern sowie die Beiträge zur Sozialversicherung und die auf dieser Grundlage gewährten Leistungen weiterhin gezahlt werden.

Der Armutsbericht der Bundesregierung löst in Deutschland in schöner Regelmäßigkeit eine heiße Debatte darüber aus, wie man dieses soziale Problem lösen könnte. Die Debatte hat den unleugbaren Vorteil, die soziale Fantasie der tonangebenden Vertreter der Elite zu beflügeln. Ein Nachteil besteht darin, dass die Vielfalt der Konzeptionen eine Einigung verhindert und die Diskussionen darum meistens folgenlos bleiben. Eine einfache und effektive Lösung des Problems böte das bedingungslose Grundeinkommen (BGE). Über das Armutsproblem hinaus gibt es Dutzende von guten Gründen pro-BGE, aber eben mindestens auch ein ganz entscheidendes Argument dagegen: die Finanzierbarkeit. Bislang war der Autor auch dieser Meinung (Quaas/Thieme 2013). Einige Finanzierungsvorschläge kann man von vornherein aussortieren: Eine 50-prozentige Mehrwertsteuer wäre extrem unsozial und angesichts benachbarter Märkte mit geringerer Besteuerung auch nicht besonders realistisch. Angesichts einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, die keine zehn Jahre zurückliegt und noch immer nicht ganz überwunden ist, sollte man die Finanzierung einer grundlegenden sozialen Regelung auch nicht dem Kapitalmarkt überlassen. Es bleibt dann kaum etwas anderes übrig, als ein seit Jahrhunderten bewährtes Mittel zur Finanzierung allgemeiner Aufgaben anzuwenden: die Steuergesetzgebung. Den Rest des Beitrags lesen »

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Marktkonform oder artgerecht – die Kosten des Marktes

Posted by hkarner - 24. März 2017

Werner Vontobel, 24. März 2017, Ökonomenstimme

Auch der Markt kostet, wie bereits Ronald Coase festgestellt hat. Dieser Beitrag fragt daran anschliessend, welche Tätigkeiten dem Markt unterstellt werden sollen und welche anderen Ordnungskräften.

Markt kostet, produktive Tätigkeiten kann man auch anders organisieren. Ronald Coase hatte es in der Hand, aus der Ökonomie eine Wissenschaft zu machen. Er hat es versiebt. Höchste Zeit für einen Neubeginn.

Da stimmt doch etwas nicht. Die meisten Ökonomen merken es nie, doch Ronald Coase ist es schon 1932 aufgefallen: Gemäss Lehrbuch maximieren die Wirtschaftssubjekte ihren Nutzen, indem sie Waren gegen Geld tauschen. Alle Wirtschaftssubjekte? Nein, es gibt auch solche, die sich zu Firmen zusammenschliessen und die Arbeit hierarchisch organisieren. Warum? “ Im Sommer 1932″ so schrieb die „ZEIT“, „fand Coase die Antwort: Die Nutzung des Preismechanismus kostet Geld. Wer etwa Autos bauen und verkaufen will, muss Modelle entwickeln, Vorprodukte einkaufen, Arbeiter einstellen, kontrollieren, ausliefern, Informationen sammeln, Verträge aushandeln etc. Um diese Transaktionskosten gering zu halten, werden auf Dauer angelegte Tätigkeiten aus dem Markt herausgenommen und einer Hierarchie unterstellt.“ Den Rest des Beitrags lesen »

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Die Sharing-Ökonomie als Null-Fixkosten-Ökonomie

Posted by hkarner - 10. Februar 2017

Werner Vontobel, 30. Jan. 2017, Ökonomenstimme

Die Sharing-Ökonomie basiert zu einem grossen Teil darauf, dass sie ihre Fixkosten abwälzt. Dies hat Konsequenzen nicht nur für einzelne Branchen, sondern für die Marktwirtschaft an sich.

Dem Thema Sharing muss man sich von unten nähern. Deshalb beginnt dieser Beitrag mit einem konkreten Beispiel: Ein Bekannter absolviert zur Zeit ein MBA in St. Gallen. Jeden Monat verbringt er dort eine Woche. Bisher hat er für sein Hotelbett pro Nacht etwa 150 Franken ausgegeben. Nun haben ihn Studienkollegen animiert, es doch einmal mit einen airbnb-Angebot zu versuchen. Hat er. Gekostet hat es ihn –Frühstück eingerechnet – nicht einmal die Hälfte. Die Qualität des Angebots, Lage, Ausstattung Service beurteilt er als nicht ganz gleich gut wie im Hotel, aber die Differenz allemal wert – genau was die Kollegen auch sagen.

Woher kommt die Differenz? Mein Kollege hat mit seinem Gastgeber – nennen wir in H wie Host – gesprochen. Es handelt sich um einen Assistenzprofessor auf dem Gebiet der Betriebswirtschaft. Der Mann kann also rechnen, doch das ganze erwiese sich weniger als ein Problem der Erfolgsrechnung als ein Produkt der Lebensumstände. H hatte seine Wohnung ursprünglich zusammen mit einem Arbeitskollegen bewohnt. Diesen hat es in eine andere Stadt verschlagen. Beziehungsmässig ist die Hose auch gerade tot. Also Airbnb. Die Arbeit, die damit verbunden ist, hält sich in Grenzen und ist mit dem Hauptberuf gut vereinbar. Ob er nicht befürchtet habe, von unangenehmen Gästen behelligt zu werden? Nein, bisher sei alles gut gelaufen, mache sogar Spass. Und, wissen Sie, „ich bin nicht darauf angewiesen, wenn er nicht funktioniert oder mir zu viel wir, höre ich wieder auf damit.“ Den Rest des Beitrags lesen »

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Wirtschaft 4.0 – Arbeitsmarkteffekte einer umfassenden Digitalisierung

Posted by hkarner - 17. November 2016

Enzo Weber, 17. Nov. 2016 Ökonomenstimme

Was sind die Auswirkungen der vierten industriellen Revolution auf den Arbeitsmarkt? Eine Frage, die uns in den nächsten Jahren weiter begleiten wird, unabhängig von der teilweise betriebenen Hysterie. Dieser Beitrag zeigt, was die Wirtschaft 4.0 für den deutschen Arbeitsmarkt bedeuten könnte, wobei sich der Auf- und Abbau von Arbeitsplätzen ungefähr die Waage halten dürfte.

„Industrie 4.0“ ist seit einigen Jahren in aller Munde. Auch wenn dies in Teilen einem Hype zuzuschreiben ist, dürfte die intelligente und vernetzte Digitalisierung für die Arbeitswelt doch profunde Änderungen bewirken. Nach den bisherigen industriellen Revolutionen geht es nun um die Vernetzung der virtuell-digitalen und physischen Welt sowie maschinelles Lernen in der Produktion. Ziel ist, dass die Wertschöpfungskette, auch über Betriebsgrenzen hinaus, vollständig digital gesteuert werden beziehungsweise sich selbstorganisiert steuern kann. Eine effizientere, flexiblere und individuellere Produktion soll das Ergebnis sein. Den Rest des Beitrags lesen »

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Die nachhaltige Produktivitätskrise der Industrieländer – United we stand, divided we fall

Posted by hkarner - 3. November 2016

Georg ErberUlrich Fritsche und Patrick Harms, 31. Okt. 2016 Ökonomenstimme

Seit den siebziger Jahre befinden sich die Industrieländer nun bereits in einer eigentlichen Produktivitätskrise. Um diesen Trend zu brechen, bräuchte es eine koordinierte Wachstumsstrategie aller Länder, wie dieser Beitrag zeigt.

Spätestens seit dem Ausbruch der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 hat das globale Wirtschaftswachstum erneut deutlich an Geschwindigkeit verloren. Nicht nur die USA als Ausgangspunkt der Finanzkrise, sondern auch Europa im Zuge der Eurokrise, die insbesondere die sogenannten PIIGS-Staaten[ 1 ] in eine tiefe Rezession stürzten, konnten nur für einige Jahre mit massiven weltweiten Konjunkturprogrammen nach dem Pittsburgh-Gipfel stabilisiert und teilweise zu einem Wirtschaftsaufschwung zurückgeführt werden.

Die USA und die VR China nahmen dabei als die zwei größten Volkswirtschaften eine Schlüsselrolle ein. Allerdings zeigte sich sehr rasch, dass mit dem sukzessiven Auslaufen der Programme, der selbsttragende Aufschwung in der Mehrzahl der Länder insbesondere in Europa sowie auch in Japan, welches schon seit Beginn der Balance-Sheet-Rezession zu Beginn der 1990er[ 2 ] Jahre an einer langanhaltenden Wachstumsschwäche leidet, nicht zurückgekehrt sind. Das durch schubweise diskretionäre Fiskalpolitik induzierte Wirtschaftswachstum scheint jedoch immer mehr an seine Grenzen zu stoßen.[ 3 ] Den Rest des Beitrags lesen »

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Antworten an den Club of Rome

Posted by hkarner - 19. Oktober 2016

Hans-Jörg Naumer, 18. Okt. 2016, Ökonomenstimme

Der „Club of Rome“ hat seinen neuen Report „Reinventing Prosperty“ veröffentlicht, in dem er sich gegen die  Fokussierung aufs Wirtschaftswachstum ausspricht. Dieser Beitrag kritisiert die statischen Aussagen des Berichts. Wirtschaftswachstum könne auch mit Umweltschutz Hand in Hand gehen, wenn der Wettbewerb seine Rolle als Garant der effizienten Allokation knapper Güter spielt und die Preise ihre Signalfunktion ausüben können.

Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie wir in den 70’ern „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome diskutierten. Überbevölkerte Erde, Rohstoffknappheit, Öko-Kollaps … so ließ sich die Botschaft zusammenfassen. Ein Gefühl von „und Malthus hatte doch Recht“ kam auf.

Tatsächlich ist von Anfang der 80’er Jahre die Weltbevölkerung um über 3 Mrd. auf jetzt ca. 7,2 Mrd. Menschen angewachsen. Anders als erwartet ist aber der Anstieg von Massenarmut und Hungersnöten ausgeblieben. Im Gegenteil. Der Anteil der Weltbevölkerung, die in absoluter Armut lebt – als Maßstab dafür gilt, wer weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag zum Leben hat – ist von 45% auf unter 15% gefallen. Die Weltbevölkerung ist gewachsen, der Anteil der Armen ist global dennoch deutlich zurückgegangen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Einheit in Vielfalt: Wie es mit Europa weitergehen kann

Posted by hkarner - 7. Juli 2016

Lars P. FeldChristoph M. SchmidtIsabel Schnabel und Volker Wieland, 7. Juli 2016, oekonomenstimme

Auch nach dem Brexit-Votum bleibt eine kluge Fortsetzung der europäischen Integration der richtige Ansatz, um Frieden und Wohlstand in Europa zu sichern. Vier Mitglieder des deutschen Sachverständigenrates fordern in diesem Beitrag, dass der Prozess nun noch stärker dem Prinzip der Subsidiarität folgen muss.

Das Votum der britischen Bevölkerung für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) stellt nach Jahrzehnten des Zusammenwachsens der Mitgliedstaaten einen scharfen Einschnitt in den europäischen Integrationsprozess dar.[ 1 ] Doch dies muss keineswegs dessen Ende bedeuten. Eine kluge Fortsetzung der europäischen Integration trägt nach wie vor das überzeugende Versprechen in sich, langfristig gleichermaßen Frieden und Wohlstand in Europa zu sichern, wenn sie unter dem Motto „Einheit in Vielfalt“ einen fruchtbaren Wettbewerb der Ideen und Lösungsansätze zulässt. Allerdings stellt das britische Referendum einen Weckruf dar, die Natur der Integration zu hinterfragen und den bislang eingeschlagenen Weg zu korrigieren.

Das Prinzip der Subsidiarität sollte diese Überlegungen leiten: Das gemeinschaftliche Vorgehen sollte nur dort vertieft werden, wo gemeinsames Handeln zu besseren Lösungen führt, etwa bei der Sicherheits-, Asyl- und Klimapolitik. Die einzelnen Mitgliedstaaten müssen hingegen wieder mehr Verantwortung für ihre Entscheidungen in denjenigen Politikbereichen übernehmen, in denen ihre Bürger unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen haben und deshalb die nationale Souveränität nicht aufgeben wollen, etwa bei der Fiskal-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Den Rest des Beitrags lesen »

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