Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Merkel’

Die Laufzeit von AKK

Posted by hkarner - 20. Februar 2018

Handelsblatt, 20/2

Der Richtungsstreit in der CDU ist beendet, ehe er überhaupt ausbrechen konnte. Das simple Mittel: Personalentscheidung. Die nun aus dem Zylinder gezauberte Generalsekretärin in spe Annegret Kramp-Karrenbauer tritt an als Jeanne d’Arc der letzten Volkspartei, die das auch bleiben will. Sie ist nach gängigen Etikettenspielereien sozialpolitisch links, ökonomisch Mitte und gesellschaftspolitisch rechts, also akzeptabel für alle und darf deshalb das neue Grundsatzprogramm fördern. Die Laufzeit von „AKK“, wie die Saarländerin parteiintern geherzt wird, wird als Generalin präzise dann enden, wenn Angela Merkel  zugunsten der Saarländerin von der Macht lässt. Oder anders gewendet: Der Kanzlerin ist in der Not geglückt, was zuweilen Mittelständlern misslingt – beizeiten eine Nachfolgelösung zu finden.

Eine ganz andere Frage ist, warum mit der Frau aus Püttlingen und dem als Wirtschaftsminister gehandelten Peter Altmaier nunmehr gleich zwei Hauptfiguren des Merkel-Matriarchats aus dem Saarland kommen. Vielleicht ist es die Mischung aus alter Bergmannssolidarität, französischer Lebenslust und katholischem Wertegerüst, die Vertreter des kleinen, armen Landes in Berlin so kompatibel macht. Man glaubt sich sicher, von ihnen nichts zu befürchten zu haben.

Wahlen kann „s’Annegret“, wie die 55-Jährige in ihrer Heimatregion heißt, auch gewinnen. Es war ja ihr fulminanter 40,7-Prozent-Erfolg gegen Rot-Rot bei der Landtagswahl vor fast einem Jahr, der den Niedergang der SPD einleitete und aus dem „Schulz-Effekt“ letztendlich einen „Schulz-Affekt“ machte. Den Rest des Beitrags lesen »

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Im Dschungel

Posted by hkarner - 18. Februar 2018

Willkommen in der Gegenwart, Deutschland! (hfk)

Date: 17-02-2018
Source: Die Zeit Ein Kommentar von Marc Brost

Die Politik ist wild geworden, sogar die Kanzlerin ist von Kritikern umzingelt.
Gegen die Wut findet sie kein Mittel.

Regierungsbildung: Angela Merkel

Von dem Philosophen Hermann Lübbe stammt der Begriff „Gegenwartsschrumpfung“: Weil sich die Welt rasant verändere, werde der Zeitraum, den wir als konstant und überschaubar betrachten, immer kürzer. So gesehen, haben Union und SPD in diesen Tagen noch eins draufgelegt – und die Gegenwart mal eben weggeschrumpft.

Denn was gestern als richtig galt (einen Koalitionsvertrag fertig zu verhandeln und die Ministerposten offenzulassen), ist heute falsch (weil die Personaldebatte in CDU und SPD jede inhaltliche Bewertung überlagert). Wer eben noch Außenminister werden wollte (Martin Schulz), will es im nächsten Moment nicht mehr sein. Wer Außenminister bleiben will (Sigmar Gabriel), darf es nicht bleiben. Die Frau, die eigentlich erst viel später neue SPD-Vorsitzende werden wollte (Andrea Nahles), soll diesen Job schon im April antreten. Und die Frau, die in der eigenen Partei lange unangefochten war (Angela Merkel), muss sich mit einem Mal selbst ins TV-Studio zum Interview einladen und sich dort erklären, weil sie die Unzufriedenheit der eigenen Leute anders nicht in den Griff bekommt.

Konstant ist bei alldem nur, dass Union wie SPD in der Wählergunst zurückfallen: Wenn morgen Wahlen wären, würde die gar nicht mehr so große Koalition weniger als die Hälfte der Stimmen erzielen. Die Union liegt unter 30 Prozent, die SPD nur noch bei 16,5 Prozent. Die Volksparteien erreichen das Volk nicht mehr.

Die Bürger fordern Veränderungen, aber die Parteien bieten ihnen zu wenig an Den Rest des Beitrags lesen »

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Politische Instabilität: Deutschland sucht den Super-Kanzler

Posted by hkarner - 11. Februar 2018

Date: 11-02-2018
Source: SPIEGEL Eine Kolumne von Henrik Müller

Bislang galt die Bundesrepublik als globaler Stabilitätsanker. Aber das ändert sich gerade: Das Führungschaos in der SPD hat das Potenzial, eine explosive Kettenreaktion auszulösen.

Kanzleramt

Im Land der Langeweile ist plötzlich was los. Bis Freitag schien das politische Deutschland noch hübsch geordnet. Schon wieder GroKo – bekanntes Personal, bescheidene Veränderungen, kein Aufbruch. Die nächste Große Koalition versprach Deutschland, Europa und dem Rest der Welt nicht viel, aber immerhin eines: Stabilität.

Und jetzt das! Die SPD verdrängt ihren Vorsitzenden, der eben noch die GroKo-Verhandlungen geleitet und erfolgreich abgeschlossen hat. Martin Schulz ist weg. Wie und durch wen jetzt noch die Parteibasis von der Zustimmung zum Koalitionsvertrag überzeugt werden soll, ist offen. Nun könnte eine explosive Kettenreaktion in Gang kommen.

Die Bundesrepublik, die in den vergangenen Jahren stets wie ein Fels in einem Weltmeer von Unsicherheit wirkte, wankt plötzlich.

Es ist durchaus möglich, dass wir kurz vor der Kernschmelze des deutschen Parteiensystems stehen – mit weitreichenden Folgen. Das ist keineswegs übertrieben. Was anderswo möglich war, kann auch in Deutschland passieren. Den Rest des Beitrags lesen »

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While Germany Slept

Posted by hkarner - 17. Januar 2018

Helmut K. Anheier is President and Professor of Sociology at the Hertie School of Governance in Berlin.

Many Germans may prefer the modesty and incrementalism that have characterized Angela Merkel’s past chancellorships. But a minority government forced to muster coalitions of the willing to address the critical issues confronting Germany and Europe could escape the constraints of such expectations, enabling much-needed reform.

BERLIN – Few people outside Germany are familiar with the caricature of themselves that many Germans hold in their minds. Far from the aggressive bully of twentieth-century war propaganda, the perfectionist engineer of Madison Avenue car advertisements, or the rule-following know-it-all of the silver screen, the German many picture today is a sleepy-headed character clad in nightgown and cap. Sometimes clutching a candle, this German cuts a naïve, forlorn figure, bewildered by the surrounding world.

This figure is not new. On the contrary, referred to as “Der deutsche Michel” or “the German Michel,” it was popularized in the nineteenth century as a character whose limited perspective causes him to shun great ideas, eschew change, and aspire only to a decent, quiet, and comfortable life.

But Michel has now made a comeback. And who can blame him? Germany now boasts a booming economy, near full employment, rising wages, and content unions. The financial crisis is long forgotten, public budgets are under control; and the 2015 influx of migrants has been relatively well managed. Den Rest des Beitrags lesen »

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Germany and the loss of political trust

Posted by hkarner - 9. Januar 2018

Mathew D. Rose – 

Mathew D. Rose is an Investigative Journalist specialised in Organised Political Crime and an editor of BRAVE NEW EUROPE.

Just a year ago corporate media was hailing German Chancellor Angela Merkel as the new leader of the Western democracies. That they were grasping at such a decayed straw proves the seriousness of the political crisis we are in. Neo-liberalism does not need political leaders, just political enforcers. Angela Merkel is no longer fit for purpose, something that anyone could see coming for years now, just not the corporate media.

Although nearly four months have passed since the national election, Germany still hasn’t formed a government. The Dutch, with their complicated coalition process, may find this normal, but for Germans it certainly isn’t. Initially it seemed feasible that chancellor Angela Merkel’s Christian Democratic Union (CDU) and its Bavarian partner Christian Social Union (CSU) could form a coalition with the Liberals (FDP) and the Greens. After these talks collapsed, German mainstream media, proclaimed that Germany’s political system looks more like Greece’s or Italy’s. In Germany a more vitriolic insult does not exist. Den Rest des Beitrags lesen »

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End of an Era: Surveying the Ruins of Merkelism

Posted by hkarner - 20. Dezember 2017

Date: 19-12-2017
Source: DER SPIEGEL Editorial by Dirk Kurbjuweit

The Merkel era has been characterized by a deep yearning for stability.
Yet her tenure has led to Germany’s current period of instability. It is time to move on from Merkelism.

Angela Merkel: Here Today, Gone Tomorrow?

Power? Politicians in Germany don’t seem to want it. The Free Democrats (FDP) already ran away from it and the Social Democrats (SPD) have been fussing over it for weeks. What’s wrong with these politicians? Isn’t power supposed to be the ultimate aphrodisiac? People used to say that birds would fly strangely before natural disasters like earthquakes or volcanic eruptions. The same seems to apply to some politicians. They sense that something is about to happen — something big — the end of the Merkel era. As a result, they are behaving differently than usual.

It could still be awhile before Angela Merkel cedes power, but it’s clear that we’ve entered the late phase of Merkelism. This form of governance has been dominant in Germany for the past 12 years. It places consensus, quiet and stability above all else. That’s why the leaders of Merkelism do all they can to avoid disputes and appease the voter. Merkelism’s natural habitat is the political center, where the desire for societal consensus is greatest precisely because the center believes it is the embodiment of consensus. No attention is paid to the political periphery. Backbone is optional and political policies are fluid — and can even be borrowed from political opponents. Den Rest des Beitrags lesen »

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A New Grand Coalition for Germany – and Europe

Posted by hkarner - 29. November 2017

Jeffrey D. Sachs, Professor of Sustainable Development and Professor of Health Policy and Management at Columbia University, is Director of Columbia’s Center for Sustainable Development and of the UN Sustainable Development Solutions Network. His books include The End of Poverty, Common Wealth, The Age of Sustainable Development, and, most recently, Building the New American Economy.

With America AWOL and China ascendant, this is a critical time for Germany and the European Union to provide the world with vision, stability, and global leadership. And that imperative extends to Germany’s Christian Democrats and Social Democrats.

NEW YORK – Friends of Germany and Europe around the world have been breathing a sigh of relief at the newfound willingness of Germany’s Christian Democrats and Social Democrats (SPD) to discuss reprising their grand coalition government. The world needs a strong and forward-looking Germany in a dynamic European Union. A new grand coalition working alongside French President Emmanuel Macron’s government would make that possible.

The SPD’s initial decision to go into opposition after its poor election result in September may have been sincere, and even strategically sound. But it is not timely. Diplomacy almost everywhere is fractured.

The United States is reckoning with a psychologically unstable president, a plutocratic cabinet, and a Republican congressional majority. Europe is in the throes of multiple economic, social, political, and institutional crises. China, by contrast, is dynamic and outward-looking – providing good reason for the EU to assume vigorous leadership and engage in constructive partnerships with China on key initiatives (such as sustainable infrastructure across Eurasia). Den Rest des Beitrags lesen »

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JPMorgan-Chef: „Merkels Schwäche ist schlecht für uns alle“

Posted by hkarner - 23. November 2017

Bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsclubs von Chicago zeigte sich JPMorgan-Chef Jamie Dimon über die politische Lage in Deutschland sehr besorgt.

Der Chef der US-Großbank JPMorgan Chase Jamie Dimon hat sich besorgt über das Scheitern der Sondierungsgespräche zur Bildung einer Jamaika-Koalition in Deutschland geäußert. „Die Tatsache, dass sich (Bundeskanzlerin Angela) Merkel in einer geschwächten Position befindet, ist schlecht für uns alle“, sagte Jamie Dimon am Mittwoch auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsclubs von Chicago.

Auf die Frage, wie lange US-Präsident Donald Trump wohl noch im Amt sein werde, sagte er: „Wenn ich wetten müsste, würde ich sagen dreieinhalb Jahre.“ Die Demokraten müssten jedoch einen vernünftigen Kandidaten aufstellen. Sonst werde Trump auch die Präsidentenwahl 2020 gewinnen.

JPMorgan ist die „gefährlichste“ Bank Den Rest des Beitrags lesen »

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The Twilight of Angela Merkel

Posted by hkarner - 22. November 2017

Philippe Legrain

Philippe Legrain, a former economic adviser to the president of the European Commission, is a visiting senior fellow at the London School of Economics’ European Institute and the founder of Open Political Economy Network (OPEN), an international think-tank whose mission is to advance open, liberal societies. His most recent book is European Spring: Why Our Economies and Politics are in a Mess – and How to Put Them Right .

While Angela Merkel’s departure may not be imminent, her power is leaching away. With Germany set to turn further inward as it struggles to form a new government – and possibly heads to another federal election next year – a hole has emerged at the heart of Europe, and France’s president, Emmanuel Macron, will not be able to fill it alone.

BERLIN – Amid all the crises and upheavals that have battered the European Union over the past decade, one fixed point has been the stolid, stable government of German Chancellor Angela Merkel. But, following the collapse of talks to form a new coalition, Merkel suddenly seems mortal.

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Deutschland’s Götterdämmerung

Posted by hkarner - 22. November 2017

English: https://www.project-syndicate.org/commentary/germany-merkel-minority-government-by-hans-werner-sinn-2017-11

Hans-Werner Sinn, Professor of Economics and Public Finance at the University of Munich, was President of the Ifo Institute for Economic Research and serves on the German economy ministry’s Advisory Council. He is the author, most recently, of The Euro Trap: On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs.

MÜNCHEN – Deutschland erlebt gerade seine Götterdämmerung, denn Angela Merkel muss nach dem Ausstieg der Liberalen aus den Koalitionsverhandlungen mit den Grünen, der CSU und der FDP nun ernsthaft um ihre Macht fürchten. Eine Koalitionsregierung mit der SPD wird es nur ohne sie geben, und eine andere Mehrheitskoalition kommt nicht mehr in Frage, weil weder die Linken noch die AfD als akzeptable Partner gesehen werden.

Allerdings ist eine Minderheitsregierung unter Angela Merkel vorstellbar. Nach der vom deutschen Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier bekundeten Abneigung gegenüber Neuwahlen ist sie sogar wahrscheinlich, wenn die Kanzlerin nicht von sich aus zurücktritt. Und wenn es doch Neuwahlen gibt, dann werden sie vermutlich kaum zu anderen Ergebnissen als die bisherigen Wahlen führen, es sei denn, Martin Schulz tritt dann zurück. Den Rest des Beitrags lesen »

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