Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Kurier’

„Europa braucht starke Banken und überregionale Fusionen“

Posted by hkarner - 16. Oktober 2018

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Zusammenschluss oder Zerfall: Für den spanischen Banker Jorge Gual steht Europas Finanzsystem am Scheideweg.

Europas Banken haben die Finanzkrise hinter sich gelassen und sind nun wieder in einer besseren Form. Sie haben uneinbringliche Kredite aus den Büchern genommen, Eigenkapital aufgebaut und sie sind profitabler geworden. Doch: „Das reicht nicht, um auch künftig krisenfest zu sein“, ist Jorge Gual, Chef der spanischen Caixa Bank und Berater der EU-Kommission in Finanzfragen, überzeugt.

Europa brauche pan-europäische Banken, also länderübergreifende Zusammenschlüsse von Finanzinstituten, sagte Gual im Gespräch mit dem KURIER. Dann hätte Europa nämlich eine Risikoaufteilung auf privatwirtschaftlicher Ebene, falls es wieder zu einer Krise komme. Gual weiß aber auch, dass diese länderübergreifenden Zusammenschlüsse in Europa schwierig sind. Denn erstens sind die Regeln für Banken nicht überall gleich und zweitens sind Kreditinstitute derzeit nicht gern auf Einkaufstour. „In Zeiten, in denen die Bankenbranche zunehmend in Richtung Internet geht, sind Filialbanken kein begehrtes Kaufobjekt“, betont er.

Aufsichtsrat der Erste Group

Der Chef der Caixa, der wegen der rund 10 Prozent-Beteiligung an der Erste Group auch im Aufsichtsrat der Erste sitzt, sieht aber noch eine weitere große Hürde, die große Bankenfusionen blockiert: Die Euroländer seien nach der Krise nicht in Richtung Zusammenhalt unterwegs, sondern in Richtung Abschottung. Einige Länder hätten ihre Finanzmärkte nach der Krise 2008 gegenüber anderen abgegrenzt. Banken müssten in jedem Land Liquidität vorhalten. „Das widerspricht einer paneuropäischen Bankenfusion“, kritisiert der Banker.

Diese Fragmentierung aber werde zum Problem, sobald es wieder Turbulenzen im Finanzsystem gebe. Denn Länder, die sich abschotten, würden im Notfall auch keine Hilfe von zentralen EU-Einrichtungen erhalten, warnt Gual. „Wir brauchen einen gewissen Grad gemeinsamer Versicherung. Sonst wird der Binnenmarkt unterminiert.“

Aber es wäre nicht der grundsätzlich optimistisch eingestellte Gual, würde er nicht daran glauben, dass sich die EU-Länder schrittweise doch auf eine gemeinsame Versicherung für ihre Banken und die Einlagen verständigen werden. „In Europa braucht das alles Zeit. Das geht schrittweise voran in Richtung Bankenunion“, lautet seine Überzeugung.

Ein Fonds für Pleiten

Besonders zuversichtlich ist Gual, dass der nächste Schritt zur gemeinsamen europäischen Bankenunion gelingt: die Schaffung eines Bankenabwicklungsfonds, des so genannte Single Resolution Fund. Dieser soll sicherstellen, dass im Falle einer Systemkrise rasch Geld in die Bank gepumpt wird, damit wieder Stabilität entsteht. Das sei auch der große Vorteil der USA in der Finanzkrise gewesen. Sie konnten dank ihrer einheitlichen Mechanismen sehr rasch in das Finanzsystem eingreifen, rasch Mittel in den Markt pumpen und so für Stabilität sorgen. „Am Ende haben die USA sogar daran verdient“, gibt Gual zu bedenken.

Es reiche eben nicht aus, ein Krisenmodell nur für die Banken zu haben. „Wir brauchen auch eines für Probleme des Gesamt-Finanzsystems. Und da müsste die öffentliche Hand eingreifen“, so Gual. Auch auf dieser Ebene müssten gemeinsame Krisenmodelle entstehen, vergleichbar mit einer Versicherung gegen Erdbeben.

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Österreichs Klimaverpflich­tung: In 18 Jahren ist der Ofen aus

Posted by hkarner - 20. November 2017

Doppelinterview mit Klimaexperten Stefan Schleicher und Karl Steininger 

Der Bonner UN-Klimagipfel ging ohne konkrete Ergebnisse zu Ende. Das Ziel, zu dem sich auch Österreich bekannt hat, bleibt: Bis 2050 müssen wir auf Öl, Gas und Kohle verzichten, um die Erderhitzung zu begrenzen. Dazu braucht es aber „extrem tief greifende Veränderungen“, so Experten.

, kurier.at

Sie gehören zu den erfahrensten Umweltökonomen in Österreich: Die Professoren Stefan Schleicher (links) und Karl Steininger forschen am Grazer „Wegener Center für Klima und Globalen Wandel“. Sie kritisieren, dass weder in der öffentlichen Diskussion und noch weniger in der Politik Klimawandel ein Thema ist – obwohl Lösungen längst da wären und die Zeit immer mehr drängt. Die Politik müsse endlich Vorgaben machen.
KURIER: Sie haben eine bemerkenswerte Studie vorgelegt, die zeigt, dass Österreich sein nationales Emissionskontingent bereits 2035 aufgebraucht haben wird. Was meinen Sie damit

Karl Steininger: Global ist klar, wie viel Treibhausgase noch an die Atmosphäre abgegeben werden dürfen, damit global die Temperatur wie angestrebt nicht mehr als 2°Celsius steigt. Das sind 700 Gigatonnen, die weltweit bis 2050 noch emittiert werden dürfen. Dieses Kohlenstoff-Budget kann man auf jedes Land runterrechnen. In der für uns günstigsten Variante heißt das, wir dürfen bis 2050 noch maximal 1500 Millionen Tonnen emittieren. Wenn wir nur den Treibhausgas-Ausstoß von 2015 in den kommenden Jahren beibehalten, haben wir 2035 unser Budget ausgeschöpft und dürfen bis 2050 gar nichts mehr emittieren. Das ist ein großes Problem und stellt uns vor enorme Herausforderungen.

Die Wahrheit ist, dass wir 2015 um 3,2 Prozent mehr in die Atmosphäre geblasen haben, nicht weniger. War das ein Ausreißer wegen des langen Winters? Den Rest des Beitrags lesen »

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„Keinen Schuldennachlass für einen Gauner“

Posted by hkarner - 15. November 2017

Jeffrey SachsKurier.at, 13/11

Ohne Regimewechsel könne es keine Lösung geben, sagt Krisenberater Jeffrey Sachs

Der US-Starökonom und UN-Sonderbeauftragte Jeffrey Sachs ist seit Jahrzehnten ein gefragter Berater, wenn Länder in Krisen schlittern.

KURIER: Wie ließe sich die humanitäre Krise und  Staatspleite in Venezuela jetzt lösen?
Jeffrey Sachs:Venezuela ist ein tragisches Beispiel für jene Spielart des lateinamerikanischen Populismus, die immer im Bankrott an sich reicher Staaten endet. Hugo Chávez hat in der Phase der hohen Ölpreise die Reserven verbraucht. Als die Preise dann sanken, fiel das Land leider in die Hände des noch schlimmeren Führers Nicolás Maduro – ein verantwortungsloser Gauner, der sich nur noch mit militärischer Hilfe und mit Gewalt an der Macht hält.    Den Rest des Beitrags lesen »

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Oikocredit-Chef: „Die Geldflut macht uns Sorgen“

Posted by hkarner - 6. November 2017

 Thos Gieskes, Chef der Oikocredit, warnt vor Überschwemmung der Ärmsten mit Mini-Krediten.

, kurier.at

KURIER: Herr Gieskes, Sie waren vor Ihrer Zeit bei Oikocredit Chef einer Kommerzbank. Was ist für Sie der große Unterschied zur jetzigen Arbeit?Thos Gieskes: In einer Bank macht man das, was finanziell gut für die Kunden ist. Bei Oikocredit steht die soziale Wirkung der Kredite, die wir vergeben, im Vordergrund. Aber natürlich muss das Ganze auch wirtschaftlich sein.

Offenbar ist es sehr wirtschaftlich. Denn auch Banken reißen sich neuerdings um das Mikrokredit-Geschäft . . .

 Ja. Es gibt im Moment viel Geld in der Welt. Die Zentralbanken drucken Geld, die Banken suchen Veranlagungsmöglichkeiten. Mikrokredite bieten solche Veranlagungschancen. Aber das bringt Probleme. Die Gefahr der Überschuldung der Armen steigt. Viele der neuen Kreditgeber im Mikrokreditmarkt schauen mehr auf die Rendite und weniger auf die soziale Auswirkung.

Wo passiert das zum Beispiel? In Lateinamerika. Dort ist der Wettbewerb im Mikrokreditgeschäft inzwischen enorm. Sehr viel Geld aus den USA fließt dorthin. In Mexiko sehen wir schon Fälle von Überschuldung armer Menschen. Und wir sind besorgt, dass die Ehrlichkeit im Mikrokreditgeschäft verloren geht. Menschen sehen Mikrokredite als Möglichkeit, schnell Geld zu machen.

Was tut Oikocredit dagegen?

Wir überprüfen unsere Partner sehr genau. Wir schauen, ob die Gewinne der lokalen Mikrokreditgesellschaften, an die wir Geld vergeben, nicht zu hoch geworden sind. Es ist nicht unsere Idee, dass das Geld in die Taschen der Eigentümer der Mikrokreditgesellschaften fließt. Wir müssen also sehr vorsichtig sein. Und: Wir müssen uns noch stärker auf den sozialen Aspekt konzentrieren und auf Geschäfte, die andere nicht so interessant finden, weil der Ertrag kleiner ist. Den Rest des Beitrags lesen »

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Schuh: „Der nationale Egoismus kann vieles zerstören“

Posted by hkarner - 10. Oktober 2017

Geistreich, auch wenn an nicht alles teilen muss! (hfk)

Künstler-Interviews zur Wahl. Der Schriftsteller Franz Schuh gilt als einer der schärfsten Beobachter der heimischen Politik. Im Interview spricht er über das Versagen von Kern und über sein Unbehagen mit Kurz.

, kurier.at

KURIER: Herr Schuh, wen kann man überhaupt noch wählen?
Franz Schuh: Ich wähle Die Grünen. Auch ich mache im Leben alles falsch und bin dabei ein guter Mensch geblieben. Die Grünen machen ebenso alles falsch und sind dabei gute Menschen geblieben.

Dieser Logik folgend, könnten Sie aber auch die SPÖ wählen, weil die macht ja auch sehr viel  falsch.

Ja, aber sie sind dabei keine guten Menschen geblieben. Den Rest des Beitrags lesen »

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20.000 Euro für jeden jungen Menschen

Posted by hkarner - 5. Oktober 2017

Der deutsche Top-Ökonom Marcel Fratzscher im Interview zu Armut, Grundeinkommen und Chancen für die Jungen.

, kurier.at

KURIER: Sie haben kürzlich gesagt, dass die soziale Ungleichheit in Europa ein Ausmaß angenommen hat, das schon konkreten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden anrichtet. Haben Sie ein konkretes Beispiel dafür?
Marcel Fratzscher: Ja, die Armutsrisikoquote, also die Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland haben. Anfang der 2000er-Jahre war diese Quote bei zehn Prozent, jetzt ist sie bei 16 bis 17 Prozent. Das heißt, dass praktisch jeder Siebente in Deutschland von Armut gefährdet ist.

Wie definieren Sie diese Armutsgefährdung?

Es geht nicht darum, ein Dach über dem Kopf zu haben. Es geht um die soziale und wirtschaftliche Teilhabe, also ins Theater gehen, auf ein Eis gehen, durch Reisen neue Horizonte entdecken, zum Kindergeburtstag ein Geschenk mitbringen. Den Rest des Beitrags lesen »

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„Einen europäischen Finanzminister wird es nicht geben“

Posted by hkarner - 26. September 2017

 Thomas Wieser, immer eine Inspiration und instinktsicherer Pragmatiker! (hfk)

„Mr. Euro“: Thomas Wieser, Chef der Euro-Arbeitsgruppe über Pläne für die Währungsunion, steigende Zinsen und Schifahren.

Nach der Wahl in Deutschland dürfte der deutsch-französische Reformmotor in der EU nun wieder anspringen – vor allem in Hinblick auf Maßnahmen für die Währungsunion. Dazu der Chef der Euro-Arbeitsgruppe, der Österreicher Thomas Wieser, im KURIER-Interview.

KURIER: Kann der Euro, wie er derzeit aufgestellt ist, die nächste Krise überstehen?

Thomas Wieser: Wie man in den Jahren 2010 bis 2015 gesehen hat, war der Euro nie in Gefahr – einzelne Länder natürlich sehr wohl. Er hat daher die große Finanzkrise und die Verwerfungen innerhalb der Eurozone gut überstanden. Auch Griechenland hat diese Situation, wenn auch mit großen Schwierigkeiten, gemeistert und wird Mitte 2018 das dritte Anpassungsprogramm erfolgreich verlassen. Gezeigt hat die  Krise aber auch, dass die Architektur der Währungsunion noch unvollständig ist. Vieles ist geschehen, etwa die Errichtung der Bankenunion mit der einheitlichen  Bankenaufsicht in Frankfurt. Aber es gibt noch offene Punkte – bei der Komplettierung der Bankenunion. Stichwort: Einlagensicherungssystem. Und in der Fiskalpolitik gibt es Überlegungen, die von einem eigenen  Eurozonenbudget für Stabilisierungszwecke bis hin zu einer Investitionsfazilität für die Eurozone reichen.

Welche Reformschritte sind kurzfristig zu erwarten?

Im Lauf des nächsten Jahres werden wir im Auftrag der Regierungschefs an der Komplettierung der Bankenunion arbeiten; und wohl auch weiter an einer Vertiefung der Währungsunion. Zu Fragen der Ausgestaltung der Eurozone mit eigenem Budget gibt es sehr unterschiedliche Haltungen. Manche rufen nach einem hauptberuflichen Finanzminister für die Eurozone, mindestens aber nach einem hauptberuflichen Vorsitzenden der Eurogruppe. Zudem gibt es die Vorstellung, aus dem ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) einen Europäischen Währungsfonds zu machen. Das ist ein gewisses Etiketten-Missverständnis, weil die  Finanzierung des Internationalen Währungsfonds eine vollkommen andere ist als  jene der ESM, der aus nationalen Budgetmitteln gespeist wird.

Ich vermute, dass dem ESM eine deutlich größere Kompetenz bei den Auflagen für allfällige Anpassungsprogramme für Eurozonenmitgliedsstaaten gegeben wird. Und ich schließe auch nicht aus, dass dann Schuldenrestrukturierungsmaßnahmen für jene Länder notwendig werden, die ein solches Programm beantragen. Ich glaube aber nicht, dass der ESM wirtschaftspolitische Überwachungs-Kompetenzen bekommen wird. Die sind vertraglich fest in der Kommission verankert. Da wird es keine Änderungen geben.

Was ist aus Ihrer Sicht notwendig und was soll das Ziel sein?

Ich halte eine deutliche Vertiefung der Bankenunion für möglich, wobei wünschenswert wäre, wenn die Bankenaufsicht in Frankfurt vertraglich von der EZB völlig losgelöst würde. Das würde ein höheres Maß an Neutralität und Überparteilichkeit gewährleisten. Es wird im Bereich der fiskalpolitischen Koordination gewisse, aber nicht überbordende Fortschritte geben. Aber ich glaube nicht, dass es gemeinsame Finanzierungselemente mit geteilter Haftung geben wird. (Manche Leute nennen das Eurobonds). Ich glaube auch nicht, dass es ein relativ großes Budget zur antizyklischen Konjunkturstabilisierung geben wird. Es wird daher keinen europäischen Finanzminister geben. Und schon gar nicht wird es jemanden geben, der diese Funktion in Personalunion mit dem Kommissar für Wirtschafts- und Währungsangelegenheiten ausüben wird. Das ist von den EU-Verträgen her aus guten Gründen vollkommen ausgeschlossen.

Hat Österreich genug getan? Was muss die nächste Regierung umsetzen, um das Land krisenresistent zu machen?

Krisenresistenz bedeutet, eine anpassungsfähige, flexible, produktive Wirtschaftsstruktur zu haben. Damit stellt man möglichst hohes potenzielles Wachstum sicher. Durch dieses höhere Wachstum werden Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Sicherheit garantiert. Dazu gehört auch das Schaffen von Puffern für den Fall, dass die nächste Krise kommt. Und sie wird kommen, wir wissen nur nicht, durch wen oder wann sie ausgelöst wird. Derzeit ist der Staatsschuldenstand zu hoch, als dass man sagen könnte, es seien ausreichend Puffer und Reserven vorhanden. Daher ist weiterer entschlossener Abbau der Staatsverschuldung unerlässlich. Und die Wirtschaftspolitik der nächsten Jahre muss stark darauf achten, die Produktivität der österreichischen Volkswirtschaft zu erhöhen. Man könnte sagen: Produktivitätssteigerung ist nicht alles. Aber ohne Produktivitätsteigerung ist alles ist nichts.

Und der Schlüssel zur Produktivitätssteigerung?

Zu einer Welt mit unglaublichem technologischen Fortschritt, mit einem rasanten Strukturwandel gehört die Erfahrung: Meist ist nicht Bayern die Konkurrenz, sondern Korea, Mexiko oder Brasilien. Dem begegnet man nur, wenn man nicht arbeitsintensive, sondern gehirnschmalzintensive Produkte und Dienstleistungen herstellt. Das bedeutet: Man muss massiv in die Qualität des Bildungs- und Ausbildungssystems investieren. Alles, was mit Bildung und Ausbildung zu tun hat, ist das Wachstum in 20 Jahren. Insofern ist die Versuchung für Politiker groß, jetzt nichts zu machen, weil sich die Versäumnisse bei der nächsten Wahl nicht bemerkbar machen. Aber wenn man vier Wahlen hintereinander nichts getan hat, beginnt es sich im Wachstumspotential negativ niederzuschlagen.

Wenn die EZB eines Tages die Zinsen wieder anhebt, welchen Staat wird das in Schwierigkeiten bringen?

Mittelfristig wird es zu einem Anstieg des Zinsniveaus kommen. Je niedriger das Schuldenniveau eines Staates, desto besser ist man gegen diesen möglichen Zinsanstieg gewappnet. Griechenland hat im Euroraum den höchsten Schuldenstand, ist aber durch die günstigen Refinanzierungskonditionen mit Laufzeiten jenseits von 30 Jahren von diesem Problem faktisch ausgenommen. Andere Mitgliedsstaaten mit Schuldenniveaus jenseits der 100 Prozent, Portugal, Italien, Belgien haben daher ein eminentes mittelfristiges Interesse daran, ihren Schuldenstand zu verringern.

Das Beispiel von Irland zeigt sehr eindrucksvoll, dass das geht. Es hatte einen Schuldenstand von 130 Prozent des BIP und der Plan ist ist, ihn bis Mitte der 2020er-Jahre bis unter 40 Prozent des BIP zu bringen. Das geht, aber nur mit der Schaffung des entsprechenden Wachstumspotentials. Und Irland ist, auch dank der Kleinheit seiner Wirtschaft, sicher ein Sonderfall.

Nach acht Jahren als Chef der Euro-Arbeitsgruppe hören Sie im Jänner auf. In dieser Zeit waren Sie Dauerkrisenmanager? 
(Er lacht): Ja, schon.

Was kommt für Sie nach dem Jänner? Rückzug auf eine griechische Insel? Die Bahamas?

Faktum ist, dass ich nicht ins österreichische Finanzministerium zurückkehren werde. Es gibt eine Reihe von Angeboten. Manche sind lukrativ, aber langweilig. Andere sind spannend, aber kaum entlöhnt. Als erstes kommt einmal Schifahren.

Zur Person: Thomas Wieser

Seit acht Jahren lang leitet der in den USA geborene österreichische  Ökonom die Euro-Arbeitsgruppe. Die meiste Zeit davon, wie er sagt, als „Dauerkrisenmanager“. „Mr. Euro“, der 62-jährige Wieser, gilt damit  als der nervenstarke  und kaum aus der Ruhe zu bringende  Mastermind hinter den Entscheidungen der 19 Euro-Finanzminister. Ende Jänner wird er seinen Job in Brüssel beenden. Spekulationen, die ihn als kommenden Chef der Oesterreichischen Nationalbank sehen, tut der verheiratete Vater eines Sohnes als „Gerücht“ ab.

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Tal Silberstein ist noch immer aktiv …

Posted by hkarner - 26. August 2017

… mit DIRTY CAMPAIGNING. Kurier, 25/8

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Volksbanken-Chef: „Wir verdienen viel zu wenig“

Posted by hkarner - 30. Juli 2017

Kommentar H.F. Karner: Heisse Luft. Der Kosten-Ertragskoeffizient – CIR (das größte Problem des Sektors – sowohl zu niedrige Erträge als auch zu hohe  Kosten) von 80% hat sich seit 2014 nicht bewegt. 2014 war er 80,34%, 2015 und 2016 80%. Für Österreichs Banken lag er 2016 im Durchschnitt bei 67 %, der Europa Durchschnitt liegt bei 61%. Im Juni 2016 hat Fleischmann schon gesagt, dass er von 80% gesenkt werden muss auf 60 (!!! Traummännlein) bis 2020. Nun, in 2 Jahren seiner Regentschaft hat er sich nicht bewegt, und das trotz wahnwitziger Fusionen. 

Österreichs Volksbanken haben eine riesige Fusionswelle hinter sich.

, kurier.at

28.07.2017, 18:00

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Trump: Mehr als 21 Prozent seiner Amtszeit am Golfplatz

Posted by hkarner - 5. Juli 2017

Donald Trump arbeitet sich laut eigenen Angaben als Präsident „den Arsch ab“. Er soll aber rund einen von fünf Tagen im Golf Club verbringen.

04.07.2017, 13:56, kurier.at
Wie die New York Times bereits im April berichtet hat, soll Trump zumindest mehr Zeit am Golfplatz verbracht haben als seine Vorgänger. Bis zum 28. April sei Trump demnach 19 Tage am Golfplatz gewesen. Zum Vergleich: Barack Obama hat bis zu diesem Zeitpunkt seiner Präsidentschaft einen Tag mit Golfen verbracht, George W. Bush gar keinen und Bill Clinton fünf Tage.

„Werde keine Zeit für Golf haben“

Dabei war es Trump, der es Obama öffentlich vorgehalten hatte, wenn dieser Zeit am Golfplatz verbrachte:

„Es wird keine Zeit für Urlaub sein. Es wird keine Zeit dafür sein, die ganze Zeit zu golfen“, sagte Trump im Wahlkampf zum Sender MSNBC. „Man braucht Führungsqualitäten. Man kann nicht einfach nach Hawaii fliegen um Golf zu spielen“

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