Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

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Wegen Niedrigzinsen: Große Löcher in europäischen Pensionskassen

Posted by hkarner - 19. Dezember 2019

18.12.2019, kurier.at

Stresstest der Aufsicht EIOPA: Bei widrigem Börsen-Szenario könnten in Pensionstöpfen plötzlich bis zu 216 Mrd. Euro fehlen.

In den europäischen Pensionsfonds und Pensionskassen klaffen nach den Erkenntnissen der Aufsichtsbehörde EIOPA angesichts der niedrigen Zinsen Milliarden-Löcher. Das hat ein Stresstest gezeigt, den die EU-Versicherungs- und Pensionsfonds-Aufsicht am Dienstag in Frankfurt vorgestellt hat.

In dem Stresstest simulierte die EIOPA den Fall, dass die Zinsen für kurzlaufende Anleihen plötzlich in die Höhe schnellen und die Risikoaufschläge für solche Papiere steigen. Dadurch würde der Wert der niedriger verzinsten Anleihen in den Beständen der Pensionskassen fallen.

Viertel des Kapitals weg

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Böse Erinnerung: US-Banken haben ein Cash-Problem

Posted by hkarner - 3. Oktober 2019

02.10.2019, Kurier.at

Die Zentralbank Fed muss US-Banken mit Milliardensummen versorgen, weil ihnen Mittel für das Tagesgeschäft fehlen

Es dürfte einer der merkwürdigsten Vorgänge in der jüngeren Finanzgeschichte sein: Obwohl amerikanische Banken noch immer in Zentralbankgeld schwimmen, scheint ihnen die Abwicklung alltäglicher Geschäfte Probleme zu bereiten. Das geht so weit, dass einer der wichtigsten Finanzmärkte der Welt, der US-Interbankenmarkt, nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert.

Das Phänomen weckt schlimme Erinnerungen an die weltweite Finanzkrise vor gut einer Dekade. Der Interbanken- oder Geldmarkt ist eine Einrichtung, die der breiten Öffentlichkeit in aller Regel verborgen bleibt. Kein Wunder, handelt es sich doch um einen sehr speziellen Markt, auf dem sich Banken gegenseitig Finanzmittel für ihr tägliches Geschäft besorgen. Das funktioniert normalerweise absolut reibungslos.

Wie vor Ausbruch der Finanzkrise

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Analyst: „Wohlhabende profitieren von der aktuellen Zinspolitik“

Posted by hkarner - 27. September 2019

25.09.2019, Kurier.at

Die Europäische Zentralbank hat laut Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise ihr Pulver verschossen. Zum Handkuss kommen vor allem Sparer und Wohnungssuchende.

von Robert Kleedorfer

Die Konjunktur entwickelt sich sowohl global als auch in Österreich langsamer als zuletzt. Das zeigen Zahlen des Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo und er Statistik Austria. „Über den Sommer hat sich die Weltwirtschaft weiter eingetrübt“, bestätigt Michael Heise, Chefvolkswirt der deutschen Allianz Versicherung bei einem Besuch in Wien. Die Gründe seien die allseits bekannten: der drohende Brexit, die Lage in Italien und der Handelskonflikt, wobei die US-Wirtschaft selbst sich als relativ robust erweise.

Geht es mit der Konjunktur abwärts, so reagieren Notenbanken in der Regel mit Zinssenkungen, um die Wirtschaft mit billigerem Geld zu stimulieren. Doch die Europäische Zentralbank (EZB) habe ihr Pulver bereits verschossen, stellt Heise fest. „Die Geldpolitik hat ihr Ziel verfehlt, zugleich aber gibt es sehr starke Nebenwirkungen.“ Diese würden die Stabilität der Finanzmärkte gefährden, weil die Risikobereitschaft der Anleger erhöht werde.

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EZB vor weiterer Verschärfung ihres geldpolitischen Kurses

Posted by hkarner - 12. September 2019

11.09.2019, kurier.at Dank an H.G.
Weitere Absenkung des negativen Einlagenzinses der EZB so gut wie fix – Volkswirte rechnen mit Bündel an Maßnahmen

Nullzins, Strafzinsen, Anleihenkäufe – die Europäische Zentralbank (EZB) hat in den vergangenen Jahren alle Register gezogen. Doch nun sehen sich Europas Währungshüter erneut zum Handeln gezwungen.

Angesichts der weltweiten Konjunkturabkühlung und der Schwäche des Welthandels seien „signifikante geldpolitische Impulse“ notwendig, hatte Notenbank-Präsident Mario Draghi bei der jüngsten Sitzung des EZB-Rates vor sieben Wochen gesagt. Ihr oberstes Ziel, Preisstabilität bei einer Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent, verfehlt die Zentralbank seit geraumer Zeit deutlich.

An diesem Donnerstag (12.9.) könnte das oberste Entscheidungsgremium der Notenbank den Worten Taten folgen lassen. Volkswirte erwarten ein ganzes Bündel an Maßnahmen:

VERSCHÄRFUNG DER STRAFZINSEN: EZB-Beobachter sind sich so gut wie sicher, dass die Notenbank den Strafzins verschärfen wird, den Banken dafür zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Derzeit liegt dieser negative Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent – eine Milliardenbelastung für die Finanzbranche im Euroraum. Im Raum steht eine weitere Absenkung auf minus 0,5 Prozent oder gar minus 0,6 Prozent. Ziel der Währungshüter ist, die Institute dazu zu bringen, die Gelder in Form von Krediten an Unternehmen und Verbraucher auszureichen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Den Rest des Beitrags lesen »

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OECD warnt: Schulden doppelt so hoch wie vor der Krise

Posted by hkarner - 22. Mai 2019

21.05.2019, kurier.at

Viele Risiken: Firmen haben hohe Kredite angehäuft, Handelsstreit bremst, Digitalisierung hilft bisher nur „Superstarfirmen“.

Die vielen Handelskonflikte hinterlassen Spuren. Die Industrieorganisation OECD hat am Dienstag ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft 2019 auf 3,2 Prozent gesenkt. Das liegt unter dem Durchschnitt der vergangenen dreißig Jahre.

„Die Aussichten sind weiterhin trübe“, warnte OECD-Chefökonomin Laurence Boone. Sollten die Spannungen zwischen USA und China sich verstärken, würde das globale Wachstum über zwei bis drei Jahre um 0,6 Prozentpunkte geringer ausfallen.

Die OECD warnt überdies vor stark gestiegener Verschuldung im Privatsektor. Weil die Zinsen schon lange tief sind und weniger auf Risiken geachtet wurde, hätten Unternehmen jetzt doppelt so viele Kredite offen wie im Finanzkrisenjahr 2008. So seien Anleihen von fast 13.000 Milliarden Dollar (11.700 Milliarden Euro) ausständig. „Es könnte also zu erneuten Schwierigkeiten an den Finanzmärkten kommen“, so Boone.

Sie bilanziert zudem bisherige Effekte aus der Digitalisierung als „enttäuschend“. Die Technologie besitze zwar enormes Potenzial, damit Unternehmen effizienter arbeiten und die Lebensstandards steigen. Bisher profitiere von den höheren Gewinnen aber „nur eine kleine Gruppe von Superstarfirmen“ , analysiert Boone. Das Lohnwachstum sei schleppend, viele Jobs gerieten unter Druck.

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Bankchef: „Wir müssen jährlich150 Millionen Euro verdienen“

Posted by hkarner - 22. März 2019

Nun, dass dieser Herr schon seit 3 Jahren behauptet, die Cost-Income Ratio müsse von 80 auf 60 gesenkt werden, macht den Sanierungserfolg nicht beeindruckender! https://fbkfinanzwirtschaft.wordpress.com/2018/07/26/volksbanken-bremsen-rueckzahlung-von-staatsgeld/ https://fbkfinanzwirtschaft.wordpress.com/2017/07/30/volksbanken-chef-wir-verdienen-viel-zu-wenig/ https://fbkfinanzwirtschaft.wordpress.com/2015/10/07/die-volksbanken-werden-einfach-einfach-einfach/

Als studierter Mathematker verstehe ich auch eines nicht: „die Kosten wurden um zwölf Prozent reduziert,“ aber die CIR ist noch immer seit 3 Jahren gleich hoch, nämlich 80% (hfk)

Volksbank Wien-Chef Gerald Fleischmann erklärt, wo die Gruppe noch sparen muss und wie sie am Markt bestehen will.

Die österreichischen Volksbanken haben eine wahre Rosskur hinter sich: Nach der Beinahe-Pleite ihres ehemaligen Spitzeninstituts ÖVAG Ende 2011 und der Teilverstaatlichung haben sie Hunderte Mitarbeiter abgebaut und einen Großteil ihrer ehemaligen regionalen Unabhängigkeit an die neue Spitze, die Volksbank Wien, abgegeben. Der KURIER sprach mit Gerald Fleischmann, Generaldirektor der Volksbank Wien, über Kunden, Zinsen und die Chancen der Volksbanken am hart umkämpften Bankenmarkt.

KURIER: Herr Fleischmann, ist der Volksbankensektor nun endgültig saniert?

Gerald Fleischmann: Wir haben innerhalb der vergangenen vier Jahren mehr als 40 Fusionen durchgeführt und sind jetzt auf unserer Zielstruktur von acht regionalen Volksbanken plus die Ärzte- und Apothekerbank. In derselben Zeit haben wir es geschafft, uns von 10,5 Prozent Kapitalquote auf zwölf Prozent hochzuarbeiten und eine Gruppe zu schaffen, die nachhaltig Geld verdient. Wir sind aber noch nicht am Ziel.

Was ist das Ziel?

Die Kapitalquote muss weiter steigen auf 13 bis 14 Prozent und die Kosten müssen weiter sinken. Außerdem muss das restliche Staatsgeld zurückbezahlt werden.

Wie wollen die Volksbanken das alles erreichen?

Die Regionalbanken werden weitere Aufgaben an die Zentrale übertragen und der Sektor muss nachhaltig 120 bis 150 Millionen Euro im Jahr verdienen.

Wie viel konnte durch die Fusionen eingespart werden? Den Rest des Beitrags lesen »

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„Europa braucht starke Banken und überregionale Fusionen“

Posted by hkarner - 16. Oktober 2018

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Zusammenschluss oder Zerfall: Für den spanischen Banker Jorge Gual steht Europas Finanzsystem am Scheideweg.

Europas Banken haben die Finanzkrise hinter sich gelassen und sind nun wieder in einer besseren Form. Sie haben uneinbringliche Kredite aus den Büchern genommen, Eigenkapital aufgebaut und sie sind profitabler geworden. Doch: „Das reicht nicht, um auch künftig krisenfest zu sein“, ist Jorge Gual, Chef der spanischen Caixa Bank und Berater der EU-Kommission in Finanzfragen, überzeugt.

Europa brauche pan-europäische Banken, also länderübergreifende Zusammenschlüsse von Finanzinstituten, sagte Gual im Gespräch mit dem KURIER. Dann hätte Europa nämlich eine Risikoaufteilung auf privatwirtschaftlicher Ebene, falls es wieder zu einer Krise komme. Gual weiß aber auch, dass diese länderübergreifenden Zusammenschlüsse in Europa schwierig sind. Denn erstens sind die Regeln für Banken nicht überall gleich und zweitens sind Kreditinstitute derzeit nicht gern auf Einkaufstour. „In Zeiten, in denen die Bankenbranche zunehmend in Richtung Internet geht, sind Filialbanken kein begehrtes Kaufobjekt“, betont er.

Aufsichtsrat der Erste Group

Der Chef der Caixa, der wegen der rund 10 Prozent-Beteiligung an der Erste Group auch im Aufsichtsrat der Erste sitzt, sieht aber noch eine weitere große Hürde, die große Bankenfusionen blockiert: Die Euroländer seien nach der Krise nicht in Richtung Zusammenhalt unterwegs, sondern in Richtung Abschottung. Einige Länder hätten ihre Finanzmärkte nach der Krise 2008 gegenüber anderen abgegrenzt. Banken müssten in jedem Land Liquidität vorhalten. „Das widerspricht einer paneuropäischen Bankenfusion“, kritisiert der Banker.

Diese Fragmentierung aber werde zum Problem, sobald es wieder Turbulenzen im Finanzsystem gebe. Denn Länder, die sich abschotten, würden im Notfall auch keine Hilfe von zentralen EU-Einrichtungen erhalten, warnt Gual. „Wir brauchen einen gewissen Grad gemeinsamer Versicherung. Sonst wird der Binnenmarkt unterminiert.“

Aber es wäre nicht der grundsätzlich optimistisch eingestellte Gual, würde er nicht daran glauben, dass sich die EU-Länder schrittweise doch auf eine gemeinsame Versicherung für ihre Banken und die Einlagen verständigen werden. „In Europa braucht das alles Zeit. Das geht schrittweise voran in Richtung Bankenunion“, lautet seine Überzeugung.

Ein Fonds für Pleiten

Besonders zuversichtlich ist Gual, dass der nächste Schritt zur gemeinsamen europäischen Bankenunion gelingt: die Schaffung eines Bankenabwicklungsfonds, des so genannte Single Resolution Fund. Dieser soll sicherstellen, dass im Falle einer Systemkrise rasch Geld in die Bank gepumpt wird, damit wieder Stabilität entsteht. Das sei auch der große Vorteil der USA in der Finanzkrise gewesen. Sie konnten dank ihrer einheitlichen Mechanismen sehr rasch in das Finanzsystem eingreifen, rasch Mittel in den Markt pumpen und so für Stabilität sorgen. „Am Ende haben die USA sogar daran verdient“, gibt Gual zu bedenken.

Es reiche eben nicht aus, ein Krisenmodell nur für die Banken zu haben. „Wir brauchen auch eines für Probleme des Gesamt-Finanzsystems. Und da müsste die öffentliche Hand eingreifen“, so Gual. Auch auf dieser Ebene müssten gemeinsame Krisenmodelle entstehen, vergleichbar mit einer Versicherung gegen Erdbeben.

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Österreichs Klimaverpflich­tung: In 18 Jahren ist der Ofen aus

Posted by hkarner - 20. November 2017

Doppelinterview mit Klimaexperten Stefan Schleicher und Karl Steininger 

Der Bonner UN-Klimagipfel ging ohne konkrete Ergebnisse zu Ende. Das Ziel, zu dem sich auch Österreich bekannt hat, bleibt: Bis 2050 müssen wir auf Öl, Gas und Kohle verzichten, um die Erderhitzung zu begrenzen. Dazu braucht es aber „extrem tief greifende Veränderungen“, so Experten.

, kurier.at

Sie gehören zu den erfahrensten Umweltökonomen in Österreich: Die Professoren Stefan Schleicher (links) und Karl Steininger forschen am Grazer „Wegener Center für Klima und Globalen Wandel“. Sie kritisieren, dass weder in der öffentlichen Diskussion und noch weniger in der Politik Klimawandel ein Thema ist – obwohl Lösungen längst da wären und die Zeit immer mehr drängt. Die Politik müsse endlich Vorgaben machen.
KURIER: Sie haben eine bemerkenswerte Studie vorgelegt, die zeigt, dass Österreich sein nationales Emissionskontingent bereits 2035 aufgebraucht haben wird. Was meinen Sie damit

Karl Steininger: Global ist klar, wie viel Treibhausgase noch an die Atmosphäre abgegeben werden dürfen, damit global die Temperatur wie angestrebt nicht mehr als 2°Celsius steigt. Das sind 700 Gigatonnen, die weltweit bis 2050 noch emittiert werden dürfen. Dieses Kohlenstoff-Budget kann man auf jedes Land runterrechnen. In der für uns günstigsten Variante heißt das, wir dürfen bis 2050 noch maximal 1500 Millionen Tonnen emittieren. Wenn wir nur den Treibhausgas-Ausstoß von 2015 in den kommenden Jahren beibehalten, haben wir 2035 unser Budget ausgeschöpft und dürfen bis 2050 gar nichts mehr emittieren. Das ist ein großes Problem und stellt uns vor enorme Herausforderungen.

Die Wahrheit ist, dass wir 2015 um 3,2 Prozent mehr in die Atmosphäre geblasen haben, nicht weniger. War das ein Ausreißer wegen des langen Winters? Den Rest des Beitrags lesen »

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„Keinen Schuldennachlass für einen Gauner“

Posted by hkarner - 15. November 2017

Jeffrey SachsKurier.at, 13/11

Ohne Regimewechsel könne es keine Lösung geben, sagt Krisenberater Jeffrey Sachs

Der US-Starökonom und UN-Sonderbeauftragte Jeffrey Sachs ist seit Jahrzehnten ein gefragter Berater, wenn Länder in Krisen schlittern.

KURIER: Wie ließe sich die humanitäre Krise und  Staatspleite in Venezuela jetzt lösen?
Jeffrey Sachs:Venezuela ist ein tragisches Beispiel für jene Spielart des lateinamerikanischen Populismus, die immer im Bankrott an sich reicher Staaten endet. Hugo Chávez hat in der Phase der hohen Ölpreise die Reserven verbraucht. Als die Preise dann sanken, fiel das Land leider in die Hände des noch schlimmeren Führers Nicolás Maduro – ein verantwortungsloser Gauner, der sich nur noch mit militärischer Hilfe und mit Gewalt an der Macht hält.    Den Rest des Beitrags lesen »

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Oikocredit-Chef: „Die Geldflut macht uns Sorgen“

Posted by hkarner - 6. November 2017

 Thos Gieskes, Chef der Oikocredit, warnt vor Überschwemmung der Ärmsten mit Mini-Krediten.

, kurier.at

KURIER: Herr Gieskes, Sie waren vor Ihrer Zeit bei Oikocredit Chef einer Kommerzbank. Was ist für Sie der große Unterschied zur jetzigen Arbeit?Thos Gieskes: In einer Bank macht man das, was finanziell gut für die Kunden ist. Bei Oikocredit steht die soziale Wirkung der Kredite, die wir vergeben, im Vordergrund. Aber natürlich muss das Ganze auch wirtschaftlich sein.

Offenbar ist es sehr wirtschaftlich. Denn auch Banken reißen sich neuerdings um das Mikrokredit-Geschäft . . .

 Ja. Es gibt im Moment viel Geld in der Welt. Die Zentralbanken drucken Geld, die Banken suchen Veranlagungsmöglichkeiten. Mikrokredite bieten solche Veranlagungschancen. Aber das bringt Probleme. Die Gefahr der Überschuldung der Armen steigt. Viele der neuen Kreditgeber im Mikrokreditmarkt schauen mehr auf die Rendite und weniger auf die soziale Auswirkung.

Wo passiert das zum Beispiel? In Lateinamerika. Dort ist der Wettbewerb im Mikrokreditgeschäft inzwischen enorm. Sehr viel Geld aus den USA fließt dorthin. In Mexiko sehen wir schon Fälle von Überschuldung armer Menschen. Und wir sind besorgt, dass die Ehrlichkeit im Mikrokreditgeschäft verloren geht. Menschen sehen Mikrokredite als Möglichkeit, schnell Geld zu machen.

Was tut Oikocredit dagegen?

Wir überprüfen unsere Partner sehr genau. Wir schauen, ob die Gewinne der lokalen Mikrokreditgesellschaften, an die wir Geld vergeben, nicht zu hoch geworden sind. Es ist nicht unsere Idee, dass das Geld in die Taschen der Eigentümer der Mikrokreditgesellschaften fließt. Wir müssen also sehr vorsichtig sein. Und: Wir müssen uns noch stärker auf den sozialen Aspekt konzentrieren und auf Geschäfte, die andere nicht so interessant finden, weil der Ertrag kleiner ist. Den Rest des Beitrags lesen »

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