Es ist purer Zufall und doch ein bezeichnendes Zusammentreffen, dass in diesen Dezembertagen in Frankreich zwei Themen immer wieder die Schlagzeilen bestimmen. Oft tun sie das sogar auf derselben Titelseite der Tageszeitungen oder hintereinander weg in Radio- und Fernsehnachrichten. Da ist einmal die Verhaftung und Anklage des mächtigen französischen Automanagers Carlos Ghosn in Japan, wo er jahrelang falsche Angaben zu seinem üppigen Verdienst gemacht haben soll. Und da sind zum anderen die anhaltenden Proteste der Gilets Jaunes, die in ihren leuchtend gelben Warnwesten gegen die ungerechte Verteilung der Einkommen demonstrieren.

Als hätten sie noch einer Rechtfertigung für ihren Aufruhr bedurft, deuten die Gelbwesten mit den Fingern auf wohlhabende Mitbürger wie Ghosn und würden Staatschef Emmanuel Macron am liebsten auch gleich ins Gefängnis sperren. Der von ihnen als Präsident der Reichen beschimpfte Hausherr im Elysée-Palast gibt ihrer Meinung nach denen, die ohnehin schon viel haben, und nimmt jenen, die nicht wissen, wie sie am Ende des Monats noch den Kühlschrank füllen sollen. „Macron Prison“ – Macron ins Gefängnis – reimt sich auf den Transparenten derzeit genauso gut wie „Macron Démission“ – Macron Rücktritt. Den Rest des Beitrags lesen »