Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

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„Reputation der Deutschen Bank ist stark angepatzt“

Posted by hkarner - 9. Oktober 2015

Interview Sigrid Schamall, 9. Oktober 2015, 08:00

Geldwäsche, Zinsmanipulation, Korruption: Wolfgang Hetzer über die zig Verfahren am Hals der Deutschen Bank

Hetzer BuchSTANDARD: Der Titel Ihres Buches ist provokant. „Ist die Deutsche Bank eine kriminelle Vereinigung?“

Hetzer: Die Deutsche Bank hat mit ihrem Verhalten, vielfach Anlässe gegeben, diese Frage überhaupt zu stellen. Das ist das Beunruhigende. Was die Bank an Unrecht getan hat, wurde mit bislang zehn Milliarden Euro sanktioniert. Die Rückstellungen liegen bei etwa fünf Milliarden. Immer noch nicht ausreichend, denn sie ist in 6000 bis 7000 Rechtsstreitigkeiten verwickelt.

STANDARD: Rütteln die Machenschaften der Bank nicht am Image Deutschlands, wie das derzeit in der VW-Affäre herbeigeredet wird?

Hetzer: Die Reputation der Deutschen Bank ist in der gesamten Finanzbranche wie auch bei den Kunden stark angepatzt. Da gibt es fragwürdige Aktivitäten, mehrfachen Rechtsbruch und Geschäftsmodelle wie etwa im Hypothekenbereich, die gewaltige Verluste verursacht haben. Die Bank hat den Liborzinssatz manipuliert, was in meinen Augen eine Todsünde ist. Was der Liborzinssatz für die Finanzbranche ist, sind die Abgaswerte in der Automobilindustrie. Es ist absurd, dass gerade die Deutsche Bank dieser Tage VW eine merkwürdige Unternehmenskultur vorhält, Recht zu missachten und systematisch gelogen und betrogen zu haben. Ausgerechnet die Deutsche Bank sagt so etwas, die Bank die selbst betrügerisch und kriminell agiert.

STANDARD: Bei Ihrer Definition von organisierter Kriminalität nennen Sie als eines der Kriterien für den Sachverhalt die „Verwertung der Beute“.

Hetzer: Es ist rechtmäßig natürlich für einen Autor nicht zulässig, zu sagen, die Deutsche Bank sei eine Mafiavereinigung. Genauso wenig ist es zulässig, zu sagen, die Deutsche Bank sei das Zentrum organisierter Kriminalität. Das birgt Risiken. Die Deutsche Bank würde sich mit allen Mitteln – und die sind alles andere als gering – wehren. Wenn man sich aber ansieht, was laut deutschem Strafgesetzbuch eine kriminelle Vereinigung ist, stellt sich natürlich die Frage, ob und wie weit sich die Deutsche Bank davon unterscheidet. Den Rest des Beitrags lesen »

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Im Würgegriff der Mafia aus Finanzwelt und Politik

Posted by grobol - 4. Juni 2011

Schuldenkrise

Autor: Günther Lachmann| 01.06.2011, Welt Online

Im Würgegriff der Mafia aus Finanzwelt und Politik

Die Finanzkrise war kein Unfall. Europas oberster Korruptionsbekämpfer spricht von einem Milieu, in dem Bereicherung Ziel des Handelns ist. Und die Politik macht mit.

Kaum einer kennt sich in der Organisierten Kriminalität so gut aus wie Wolfgang Hetzer. Und kaum ein anderer ist so tief in die Machenschaften von Finanzmanagern und Politikern vorgedrungen, die schließlich zur Finanzkrise und der europäischen Schuldenkrise führten. In seinem Buch „Finanzmafia“ spricht er von einer „Leitkultur der Korruption“.

Hetzer ist Europas oberster Korruptionsbekämpfer. Seit 2002 leitet Hetzer die Abteilung „Intelligence: Strategic Assessment & Analysis“ im Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) in Brüssel. Zuvor war Referatsleiter im Bundeskanzleramt, zuständig für die Aufsicht über den BND in den Bereichen Organisierte Kriminalität, Geldwäsche, Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen und strategische Überwachung der Telekommunikation.

Welt Online: Herr Hetzer, warum nehmen Sie, der Sie im Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung für den Kampf gegen Korruption zuständig sind, sich der Finanzkrise an? Den Rest des Beitrags lesen »

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