Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Graber’

Commerzialbank-Skandal: Fehler? Aber nein!

Posted by hkarner - 27. Juli 2020

Luftgeschäfte von hunderten Millionen Euro, erfundene Kunden, Kredite, Zinsen, Guthaben: Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen

Renate Graber,derstandard.at

20 Jahre nach dem Bank-Burgenland-Skandal hat das Land den nächsten Bankenskandal.

Ein schlechter Film könnte nicht besser sein: 20 Jahre nach Auffliegen des Bank-Burgenland-Skandals – Kredite von mehreren Milliarden Schilling waren perdu, nach langem Leiden wurde das Institut privatisiert – hat das Land den nächsten Bankskandal. Und was für einen. Seit Jahren hat Bankchef Martin Pucher die Bilanzen frisiert bzw. von einer Managerin frisieren lassen, räumt er ein. Luftgeschäfte von hunderten Millionen Euro, erfundene Kunden, Kredite, Zinsen, Guthaben: Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Das große Ganze und die Details

Aufsicht und Justiz haben aber nicht versagt. Die Bankenaufseher haben immer wieder geprüft, beanstandete Fehler seien behoben worden. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

Mattersburger Landkrimi oder Wie in der Commerzialbank Bilanzen frisiert wurden

Posted by hkarner - 27. Juli 2020

Eine anonyme Anzeige mit Details mutmaßlicher Fake-Geschäfte, „Kreditnehmer“, die die Bank nicht kennen, Anzeigen, denen keine Ermittlungen folgten: das Desaster einer burgenländischen Kleinbank

Renate Graber, derstandard.at

Das Erstaunen dürfte groß gewesen sein – und zwar auf allen Seiten. Am Dienstag, dem 14. Juli, gegen Mittag eröffnete Martin Pucher, damals noch Chef der Mattersburger Commerzialbank, seinem Vorstandskollegen Walter H., dass die Bank geschlossen werden muss – und zwar für länger, wenn nicht für immer. Seit Wochen waren ja im Auftrag der FMA die Prüfer der Nationalbank (OeNB) im Haus, grobe Malversationen waren aufgetaucht. H. dürfte ob der Mitteilung aus allen Wolken gefallen sein, von Unregelmäßigkeiten habe er nie etwas bemerkt, sagte er, als ihn zwei Ermittler des Landeskriminalamts Burgenland am 15. Juli gegen 18 Uhr einvernommen haben. Seinen Vorstandsjob hat H. nach 25 Jahren in der Bank (zuständig für Spareinlagen und Compliance) 2019 angetreten, auf Ersuchen von Pucher und Vorstandskollegin K., wie er erklärte.

Bilanz auftoupiert

Tags zuvor hatte Pucher dem Leiter der Prüfung, die (mit Corona-Pause) seit 2. März lief und bei der Unregelmäßigkeiten bei Kreditzinsen und Salden aufgefallen waren, gestanden, dass „bestimmte Zinszahlungen real nicht stattgefunden hätten und es sich auch bei anderen großen Teilen des Aktivbestandes (Krediten; Anm.) um fingierte (…) Aktiva handeln würde“, hielt die FMA in ihrer Sachverhaltsdarstellung an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) vom 15. Juli fest. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , , , | Leave a Comment »

Wem gehört die gestürzte Mattersburger Bank?

Posted by hkarner - 26. Juli 2020

Auch Ex-Chef Martin Pucher ist Aktionär der Commerzialbank, er, Aufsichtsräte der Bank und Funktionäre der Genossenschaften halten 21 Prozent

Renate Graber. derstandard.at

Die Parteipolitik hat sich der Bank angenommen. Die ÖVP Burgenland sieht die SPÖ in die Affäre verstrickt, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) verwehrt sich dagegen.

Wien – Wem gehört eigentlich die über Malversationen gestürzte Mattersburger Commerzialbank? Einer regionalen Genossenschaft, ja, aber knapp 21 Prozent der Aktien stehen im Streubesitz. Vertieft man sich ins Firmenbuch, erschließt sich Genaueres. Die Genossenschaft hielt per Juli 2019 exakt 56.098 Aktien (Gesamtnominale: rund vier Mio. Euro), den Streubesitz teilen sich zehn Herren aus der Mattersburger Gegend. Sie sind oder waren im Vorstand der Genossenschaft oder im Bank Aufsichtsrat oder im Vorstand.

Großaktionär unter den Kleinaktionären ist Martin Pucher, Exvorstandschef der Bank, der den Bilanzskandal laut seiner Darstellung zu verantworten hat. Ihm gehörten zuletzt 1400 Aktien zum Nominale von 102.200 Euro. Die Aufsichtsratsmitglieder G., R. und T. halten je 600 Aktien à 43.800 Euro Gesamtnominale. Landwirt Josef G., hält 40 Anteilsscheine des Instituts, dessen Aufsichtsrat er seit 1995 leitet. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , , | Leave a Comment »

Das große Zittern der blauen Manager vor dem Rausschmiss

Posted by hkarner - 21. Mai 2019

Renate Graber, Andreas Schnauder, 20. Mai 2019, 08:00 derstandard.at

Gerade erst hat die FPÖ ihre Leute bei ÖBB, Notenbank und Co untergebracht. Müssen sie jetzt wieder gehen? Die Abberufung ist nicht so einfach möglich

Wien – Das Ibiza-Video und das Ende der türkis-blauen Koalition werden nicht nur Politiker um ihren Job bringen. Auch zahlreiche Manager, die die Blauen in den vergangenen eineinhalb Jahren seit ihrer Regierungsbeteiligung in diverse Posten staatsnaher Unternehmen und Institutionen gehievt haben, dürften um Amt und Macht zittern – oder zumindest um ihre Rückendeckung durch die freiheitlichen Machthaber.

Denn auflösen lassen sich Verträge natürlich nicht so einfach – es sei denn, man greift tief in die Tasche, um die Verträge vor der Zeit zu lösen. Ob Direktorium und Generalrat der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Österreichische Bundesbahn (ÖBB), staatliche Autobahnbetreibergesellschaft Asfinag, Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), Aufsichtsrat der neuen Staatsholding Öbag, Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) oder Verfassungsgerichtshof (VfGH) bis hin zur Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (Ages): Die bei Regierungswechseln üblichen Umfärbungen sind längst unter Dach und Fach, die FPÖ hat ihre Leute längst untergebracht. foto: apa/punz Arnold Schiefer (FPÖ) ist vom Aufsichtsrat in den Vorstand der ÖBB übersiedelt.

ÖBB und Asfinag umgefärbt

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »

Erste-Chef Treichl: „Für Heranwachsende ist Vermögensaufbau sehr schwer“

Posted by hkarner - 29. Januar 2019

Na, da kann er ja bei sich selber zuerst beginnen! (hfk)

InterviewRenate Graber, 28. Jänner 2019, 17:26 derstandard.at

Andreas Treichl fordert von der Wirtschaft, vernünftiger zu sein als die Politik. Und er stellt die Demokratie in ihrer jetzigen Form infrage, nicht so das Projekt EU

STANDARD: Üben Sie schon?

Treichl: Ja.

STANDARD: Was üben Sie?

Treichl: Das Klavierkonzert in G-Dur von Ravel.

STANDARD: Nicht „Die Biene“ von Eduard Strauß? Die Polka hat er zum 60-Jahr-Jubiläum der Ersten Oesterreichischen Spar-Casse 1879 komponiert. Ich dachte, Sie würden die zum heurigen 200-Jahr-Jubiläum am Klavier spielen.

Treichl: „Die Biene“ ist liab, aber recht uninteressant. Nein: Ich bereite kein Musikstück vor. Ich denke noch nach, wir haben Zeit bis Oktober.

STANDARD: Die erste Sparkasse wurde am 4. Oktober 1819 eröffnet. Sparkassen ermöglichten sozial Schwachen, zu sparen und Kredite zu nehmen, das Kapital kam von Reichen. Auf den sozialen Auftrag berufen sich Erste und Sparkassen heute noch. „Die Erste Bank ist bei all ihrem Erfolg in ihrem Wesen immer noch eine Sparkasse geblieben, die ihr Wesen nicht verändert hat.“ Stimmen Sie zu?

Treichl: Wer sagt das?

STANDARD: Sie, vor rund 20 Jahren.

Treichl: Egal wie wir uns bezeichnen: Das Wichtige ist, dass wir uns und unserem Gründungszweck treu bleiben. Dass wir für alle in der Region, in der wir tätig sind, da sind und Wohlstand bringen.

STANDARD: Vor 20 Jahren hielt die Stiftung, die sich sozialen Zwecken verschrieben hat, noch 30 Prozent an der Ersten, heute elf. Neben den Sparkassen sind Wiener Städtische (VIG), spanische Caixa und der US-Hedgefonds Blackrock beteiligt. Wenn es stimmt, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt, hat sich das Wesen der Ersten allein durch die Aktionärsstruktur verändert. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , , | Leave a Comment »

Causa Buwog: … dann wäre Grasser „mausetot“

Posted by hkarner - 29. Juli 2018

Renate Graber, 28. Juli 2018, 11:00 derstandard.at

Die Staatsanwaltschaft hat neues Buwog-Material geliefert, das Einblick ins Verhältnis zwischen Anwälten und heutigen Angeklagten gibt

Eine kleine Verschnaufpause haben die Buwog-Angeklagten gerade, die Verhandlung geht – mit halbtägiger Unterbrechung am 1. August – erst Mitte September weiter. In der jüngsten Verhandlungswoche gab es einige Aufregung: Die Staatsanwaltschaft hat Unterlagen eingebracht, die aus den 2010 durchgeführten Hausdurchsuchungen beim angeklagten Anwalt und Steuerberater Gerald Toifl bzw. in der Kanzlei stammen und vor allem Toifls E-Mail-Korrespondenz mit Kollegen und seinem Mandanten Walter Meischberger beinhalten. Etliche Verteidiger haben sofort Anträge gestellt, dass das Gericht die Unterlagen nicht verwenden möge. „Wir sind der Ansicht, dass das neue Material, die Rechtsanwaltskorrespondenz, nicht verwertet werden darf“, erklärt das der Verteidiger Toifls, Oliver Scherbaum. Anwalt Mario Schmieder, der für die Kanzleien Kerschbaum Partner und Leitner & Leitner spricht, wo Toifl einst tätig war, sieht es ähnlich. Würde man die Akten verlesen, würde das Aussageverweigerungsrecht von Berufsgeheimnisträgern (in diesem Fall des Anwalts) verletzt, sagt er. Schmieder vertritt auch im Buwog-Prozess, und zwar einen Angeklagten zum Punkt Linzer Terminal Tower. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

Raiffeisen, ein wirtschaftlicher und politischer Machtfaktor

Posted by hkarner - 26. März 2018

Analyse Renate Graber,24. März 2018, 16:00 derstandard.at

Zucker, Mehl und Stärke, Banken, Versicherungen und Medien: Die wahre Stärke des Raiffeisensektors ist seine politischen Vernetzung

Die Macht von Raiffeisen zu vermessen ist keine einfache Angelegenheit. Natürlich, man kann den Genossenschaftssektor, der gerade den 200. Geburtstag seines Gründers feiert, in Zahlen fassen – und die machen was her. Unterm Giebelkreuz versammeln sich rund 1500 Genossenschaften, an die 200.000 Beschäftigte und 500 Beteiligungsgesellschaften. Rund 90 Lagerhaus-Genossenschaften, 433 Raiffeisenkassen, acht Raiffeisenlandesbanken, Raiffeisen Bank International (RBI; in 14 osteuropäischen Ländern aktiv), Zuckerfabriken (Agrana), Molkereien Nöm und Bergland, Beteiligungen am Versicherungskonzern Uniqa, an Baugesellschaft Strabag und Medien wie Kurier, Kronen Zeitung, News, Trend und Profil: Raiffeisen hat sein grünes Netz flächendeckend über Österreich geworfen. So vermessen, ist der grüne Riese, die Genossenschaft, deren Zweck es ist, „den Menschen langfristig Nutzen zu stiften“ (Ex-Generalanwalt Christian Konrad 2005), einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren des Landes. Fragt man hingegen Raiffeisen-Manager und Funktionäre, fällt die Einordnung anders aus. Die Macht des Sektors werde maßlos überschätzt, meinte etwa Ex-RBI-Chef Karl Sevelda. Und Konrad, der als Oberboss (Generalanwalt) bis 2012 als personifizierter Machtfaktor im Lande galt und bis zu 86 Funktionen gleichzeitig innehatte, räumte erst bei seinem Abschied ein, dass er „ein gewisses Maß an Autorität“ habe, man ihm folge, „auch wenn ich nichts anschaffen kann“.

Politisches Schwergewicht

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »

Wie Österreichs Banken erwachsen wurden

Posted by hkarner - 30. Oktober 2016

Renate Graber. 29/10 derstandard.atGraber Standard

Österreichs Kreditinstitute waren in den vergangenen Jahrzehnten auf der Hochschaubahn unterwegs. Nun sind sie dabei, sich neu zu erfinden

Er hatte es eilig, der Kunde drängte – und Papier war gerade keines zur Hand. Also holte der Postsparkassenbeamte seinen Bleistift hinterm Ohr hervor und kritzelte seine Rechnung an die Wand des lichtdurchfluteten Kassensaals. So oder so ähnlich wird es wohl geschehen sein, einst, im 1906 fertiggestellten Wiener k. k. Postsparcassen-Amt von Otto Wagner. Doch während die Zeitläufte die Monarchie hinwegfegten und jede Menge Banken von der Bildfläche verschwanden, ist die hingekritzelte Addition heute noch sehen: hinter Glas, im zum Museum umfunktionierten PSK-Kassensaal. Heute ist, wenn schon nicht die Bank an sich, so doch ihr Geschäftsmodell beinah ein Fall fürs Museum. Ein Indiz dafür: Erica. Die gesprächige Dame ist eine virtuelle Betreuerin und soll künftig die Kunden der Bank of America via Handy betreuen, ihnen von sich aus Vorschläge etwa für Veranlagungen unterbreiten. „Sie ist klüger als ein Roboter“, stellte die Digital-Banking-Chefin des Instituts Erica diese Woche vor.

Landung in einer neuen Welt

Ganz so weit sind Österreichs Kreditinstitute noch nicht, aber auch sie müssen sich neu erfinden. Digitalisierung, strenge Regulierungen seit der Finanzkrise, Niedrigzinsen, die Konkurrenz der flinken Fintechs, massiver Kostendruck sind ihr Motor. In den Augen von Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny hat die Etablierung des europäischen Aufsichtssystems über Großbanken der Eurozone (SSM) die „größte Veränderung“ für Österreichs Bankensystem gebracht. Institute wie Bank Austria (Unicredit), Erste Group, Raiffeisen oder Bawag werden ja von der EZB beaufsichtigt, alle Banken unterliegen EU-Standards, etwa bei Eigenkapitalvorschriften oder Governance. „Dadurch sind Österreichs Institute international geworden. Banker leben heute überhaupt in einer völlig anderen Welt als noch vor zehn Jahren“, resümiert Nowotny. Bawag-Personalchef Gerhard Müller untermauert das. Vor zehn Jahren habe man in der damaligen Gewerkschaftsbank Projekte „im Jahreszyklus“ betrachtet, heute gehe es um „Wochen und Monate“. Die Zeit der Fünfjahrespläne sei längst vorbei, „wir denken in Zyklen zwischen einem Jahr und drei Jahren. Die Geschwindigkeit ist atemberaubend.“ Allerdings hat sich gerade die Bawag seit dem Einstieg der Amerikaner 2006 radikal verändert. Osttöchter und Nicht-Banken-Beteiligungen sind verkauft, viele, viele Mitarbeiter eingespart. Heute ist die Bawag die profitabelste Bank des Landes. Anders als sie haben sich ihre Konkurrenten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 bis ins tiefste Osteuropa vorgearbeitet. Sie kehrten dorthin zurück, wo Institute wie Wiener Bankverein oder Creditanstalt (CA) in der Monarchie tätig waren. Und sie kleckerten nicht, sie klotzten. „Wir eröffnen jeden Wochentag eine Filiale“, lautete der Stehsatz bei Raiffeisen.

Krise folgt auf Osteuropa-Boom

„Im Osten herrschte Nachholbedarf, Österreichs Institute haben das genützt. Doch sie waren unvorsichtig, überschätzten das Wachstum“, analysiert Wirtschaftshistoriker Fritz Weber. Lehman-Pleite und Krise seien aber nicht hervorsehbar gewesen, räumt er ein und sieht darin eine Parallele zum Schicksal der Großbanken in der Weltwirtschaftskrise 1929. (Die CA wurde 1931 vom Staat gerettet.) Auch die jetzige Krise forderte ihren Tribut. Die Republik musste die Banken mit Milliarden stützen, Kommunalkredit, Övag, Kärntner Hypo verstaatlichen. Die Überlebenden werteten ihre Osttöchter ab, es hagelte Riesenverluste. „Die Zeit der stürmischen Jugend mit täglicher Filialeröffnung ist vorbei. Österreichs Banken sind erwachsen geworden“, glaubt Nowotny. Jedenfalls schrumpft die Branche. Die Bank Austria tritt ihr Ostgeschäft nach Mailand ab und fährt auf radikalem Sparkurs. Die Volksbanken müssen fusionieren. Raiffeisen schrumpft, konnte sich aber erst zur Fusion von Raiffeisen Zentralbank und Raiffeisen Bank International durchringen. Und die Erste Group will die Sparkassen noch enger an sich binden.

Imageabsturz

Die Landschaftsveränderung in Zahlen aus der Nationalbank-Statistik: Mitte 2016 gab es 618 Banken („Hauptanstalten“) und 4000 Filialen; im Jahr 2000 waren es 841 Hauptanstalten und 4550 Filialen. Und 2015 hatten die Institute 72.600 Beschäftigte (nach Köpfen), 2008 waren es 78.400. Aber wer will überhaupt noch für eine Bank arbeiten? Genau das ist angesichts des Imageabsturzes der Branche ein weiteres Problem. Laut einer Deloitte-Studie ist nur jeder siebente Absolvent eines Wirtschaftsstudiums an einem Bankjob interessiert. „Früher sind die klügsten Leute in Banken gegangen, heute zieht es die in Unternehmen wie Google oder in Fintechs“, weiß Gundi Wentner von Deloitte Human Capital. Dabei suchen Geldhäuser gerade die Innovativen: zum Produkterfinden. Informationen dafür werden aus Daten generiert. Man brauche auch immer mehr Mathematiker, Physiker, Statistiker, die mit riesigen Datenmengen umgehen können, erklärt Erste-Personalchef Markus Posch. Und: „Wer nicht in Daten denken kann, ist in einer Bank am falschen Platz.“ Es war schon lustiger Enormer Innovations- und Einsparungsdruck, unsicheres Umfeld, kaum Vertrauen in die Branche: Auch Bankchefs hatten es schon einmal lustiger. Was muss der CEO von morgen können? Erste-Chef Andreas Treichl, der seit längerem einen Nachfolger für Andreas Treichl sucht: „Er muss flexible Strukturen aufbauen, die sich rasch an demografische Veränderungen anpassen lassen. Und sich mit Forschung beschäftigen, um an Innovationen dranzubleiben. Sitzungen abhalten und schön reden reicht nicht mehr.“ Aber letzteres können ja Erica und ihre Schwestern. (Renate Graber, 29.10.2016) – derstandard.at/2000046638112/Wie-Oesterreichs-Banken-erwachsen-wurden

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »

Erste-Chef Treichl: „Kinder werden zu Beamten erzogen“

Posted by hkarner - 3. Oktober 2016

Auch wenn die (nicht unsympathische) Selbst-Seligsprechung  nicht gefallen muss, so ist sie doch eine Lehre für die Tiefenpsychologen. Und wie man Medien (sogar die berühmt-kritische Renate Graber) mit perfekter P.R. irreführt! (hfk)

InterviewRenate Graber, 2. Oktober 2016, 10:00, derstandard.at

Treichl CCDer Chef der Erste Group über das Schulsystem, den Unterschied zwischen Politik und Bankgeschäft und sein Ego

STANDARD: Ich zeige Ihnen ein Foto. Wissen Sie, welches Haus da gerade abgerissen wird?

Treichl: Ich hab das Haus gekannt?

STANDARD: Sicher. Es ist im ersten Bezirk, in der Renngasse.

Treichl: Die Investkredit? Die wird abgerissen?

STANDARD: Ja. Die Erste war, wie alle Großbanken, an ihr beteiligt. So vergeht der Ruhm der Welt. Es geht schon auch um Ruhm bei Managern wie Ihnen, oder?

Treichl: Die ruhmreichen Zeiten sind vorbei. Diese glorreichen, verherrlichten Spitzenmanager gibt es nicht mehr. Wirklich gute Spitzenmanager müssen heute entweder die Risiken eines Unternehmers übernehmen oder etwas verwalten.

STANDARD: Sie fühlen sich nicht verherrlicht? Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , , , | Leave a Comment »

Hypo-Ausschussberichte: Vom Persilschein bis zum Bluff

Posted by hkarner - 7. September 2016

Renate Graber7. September 2016, 17:59Graber Standard

Nun liegen alle Berichte zum Hypo-U-Ausschuss vor. Die Grünen fordern neue Gesetze für Wirtschaftsprüfer, die ÖVP sieht Reformbedarf bei Aufsicht

Wien – Jetzt ist die Sammlung komplett. Bis Dienstagmitternacht konnten die sechs Parlamentsfraktionen ihre Berichte zum Hypo-U-Ausschuss abgeben – und das haben sie auch getan. Am 12. Oktober wird sich der Nationalrat mit den Ergebnissen des Ausschusses beschäftigen. Die Vertreter der Regierungsparteien haben ihre Stellungnahmen sehr vorsichtig formuliert. Die SPÖ führt das Hypo-Debakel, wie berichtet, auf die Landeshaftungen zurück. Die ÖVP, die ab 2000 mit der FPÖ koalierte, kommt in ihrem Bericht namens „Hypo Alpe Adria: Blaue Bank und rote Zahlen“ zum Schluss, dass für Jörg Haider „Kärnten schon immer der Nabel der Welt war“ und „jeder Widerstand gegenüber seinen Ideen einem Hochverrat“ gleichgekommen sei.

Regierung steigt gut aus Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »