Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Federalism’

Reformen auf der langen Bank

Posted by hkarner - 1. Dezember 2016

urschitz

01.12.2016 | 18:40 | Josef Urschitz (Die Presse)

Kolumne Die jüngsten parlamentarischen Diskussionen haben zweierlei gezeigt: Die heimische Form des Föderalismus ist zur sündteuren Reformbremse geworden. Und: Diese Regierung wird daran nichts mehr ändern.

Vor ein paar Tagen hat sich der Rechnungshofausschuss des Parlaments mit der, wie es die Rechnungsprüfer euphemistisch ausdrücken, „komplexen“ Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern bei den Landesschulräten und mit dem neuen Lehrerdienstrecht befasst. Das ist insofern interessant, als der Bildungssektor eines der schönsten Beispiele dafür ist, wieso der heimische Gamsbartföderalismus so gar nicht mehr funktioniert und sich zu einem der größten Bremsklötze dieser Republik entwickelt hat.

Die Berichte, die da diskutiert wurden, zeichnen ja das Bild einer Verwaltung, das ein mit österreichischen Verhältnissen nicht Vertrauter wohl mit den Worten „völlige Fehlkonstruktion“ bezeichnen würde. Die Prüfer hatten in ihrem schon 2015 öffentlich gewordenen Bericht auf die „einzigartige Konstruktion“ der Landesschulräte hingewiesen: Eine Bundesbehörde, deren Chef aber der jeweilige Landeshauptmann ist und dessen Kollegium auf Basis der politischen Kräfteverhältnisse im Land proporzmäßig zusammengesetzt wird. Den Rest des Beitrags lesen »

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Das Land und seine teuren „Filialleiter“

Posted by hkarner - 19. Oktober 2016

18.10.2016 | 18:43 | Josef Urschitz (Die Presse)

Österreich hat ein ziemlich kostspieliges Föderalismusproblem.

schickhofer-kern-ccDer Finanzminister, meint der steirische Vizelandeshauptmann, Michael Schickhofer (SPÖ), solle die 500 Millionen, die die Länder im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen fordern, ohne große Umstände herausrücken. Schließlich sei die Republik kein Möbelhaus und seien die Länder keine Filialen.

Sondern, fügen wir an, offenbar Angestellte. Denn auch dieser Schickhofer-Spruch ist überliefert: Über die geforderte halbe Milliarde könne nicht diskutiert werden. Denn sie sei „schon verplant“, und außerdem handle es sich dabei um die „normalen Gehaltssteigerungen, die durch dieses Wirtschaftswachstum abgegolten werden“. Was immer das heißt.

Der Mann mit dieser schlüssigen Argumentation ist übrigens Chefverhandler der Bundesländer bei den laufenden Finanzausgleichsgesprächen. Das wundert einen eigentlich nicht. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass selbstverständlich auch die ÖVP-Landeschefs hinter dieser Forderung stehen.

Selbstverständlich ist der Vizesteirerchef auch gegen mehr Steuerautonomie für die Länder. Ist doch wesentlich einfacher, Geld, das andere einnehmen, intransparent zu verbraten, als selbst für entsprechende Einnahmen zu sorgen – und dann damit auszukommen. Den Rest des Beitrags lesen »

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The Federalist Threat to Europe

Posted by hkarner - 15. Juli 2016

Photo of Anders Borg

Anders Borg

Anders Borg, a former Swedish finance minister, is Chair of the World Economic Forum’s Global Financial System Initiative.

JUL 14, 2016, Project Syndicate

STOCKHOLM – The world is fundamentally different after the “Brexit” referendum in the United Kingdom. It will be decades before we know the full effect of British voters’ decision to leave the European Union.

One thing we can know for sure, however, is that it is in the EU’s best interest to maintain strong ties with the UK, despite the fact that British voters made their decision unilaterally. Too much is at stake to allow the process to be dominated by petty power games that overshadow or undermine common interests, as happens so often in European politics.

Economically, growth in the EU will undoubtedly benefit from an open trading relationship with Britain. A free-trade agreement that includes financial services will minimize the damage from Brexit for all parties involved, because European firms will still rely on London as the region’s only global financial center. Even if banking services migrate elsewhere in the eurozone, companies like Volvo, Siemens, and Total will still need London if they are to compete with companies like Toyota, GE, and Exxon. Den Rest des Beitrags lesen »

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Wer leiht diesen Bundesländern noch Geld?

Posted by hkarner - 12. Juni 2016

10.06.2016 | 19:40 | Josef Urschitz (Die Presse)urschitz

Die Länder haben sich ihren schlechten Finanzruf hart erarbeitet.

Weil wir gerade bei Europameistern sind: Österreich war unangefochtener Europa-Champion bei der Vergabe von Fremdwährungskrediten in Schweizer Franken. Mit den bekannten Folgen: Häuselbauer müssen ihre Währungsverluste bei der Rückzahlung realisieren, staatliche Kreditnehmer können so tun, als ob nichts wäre, indem sie rollieren, also alte Franken-Darlehen mit neuen Franken-Schulden begleichen.

Dass aber auch das nicht mehr so einfach ist, musste das Land Niederösterreich soeben bemerken: Den Kuenringer-Nachfahren wollte in Mitteleuropa offenbar niemand mehr Franken zum Rollieren leihen, sie mussten also auf eine etwas kompliziertere Konstruktion zurückgreifen: Um auslaufende Franken-Anleihen über 270 Mio. Euro zu rollieren, wurden zwei Anleihen über ebendiese Summe in Norwegischen Kronen emittiert. Die (von einem norwegischen Pensionsfonds bereitgestellten) Kronen wurden dann mithilfe einer deutschen Investmentbank in Franken geswapt – und mit diesen Fränkli wurde die Altanleihe bedient. Den Rest des Beitrags lesen »

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Heta: Eine doppelte Kapitulation und eine vergebene Chance

Posted by hkarner - 19. Mai 2016

18.05.2016 | 18:21 | Josef Urschitz (Die Presse)Urschitz CC

Wenn man uns schon fast 100 Prozent des Hypo-Schadens umhängt, hätte man die Pleite wenigstens für eine Föderalismusreform nutzen können.

Die am Mittwoch verkündete Grundsatzvereinbarung mit den Gläubigern der Hypo-Abbaubank Heta beschert uns das erwartete Ende mit Schrecken in Sachen Kärntner Pleitebank. Und das ist entschieden besser als ein Schrecken ohne Ende. Das ist aber auch schon alles.

Jetzt steht endgültig fest, dass die österreichischen Steuerzahler für den von außer Rand und Band geratenen FPÖ-Politikern angerichteten (und von handlungsschwachen ÖVP- und SPÖ-Politikern noch verstärkten) Milliardenschaden praktisch zur Gänze aufkommen werden. Wenn man sich die Einigung im Detail ansieht, bemerkt man sehr schnell, dass von einem echten Bail-in der Gläubiger keine Rede sein kann.

Die Halter von landesgarantierten Anleihen erleiden keinen Cent Kapitalverlust, lediglich die Gesamtverzinsung fällt ein klein wenig niedriger als vor zehn Jahren vereinbart aus. Wenn überhaupt. Denn die bundesgarantierten Nullcouponanleihen, die sie im Tausch für ihre Hypo-Papiere samt bisher aufgelaufenen Zinsen bekommen, können sie theoretisch sofort bei der EZB gegen Cash hinterlegen. In diesem Fall wären sie praktisch zu 100 Prozent bedient. Den Rest des Beitrags lesen »

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Fiscal Federalism: The Eurozone Is Not the USA

Posted by hkarner - 26. Januar 2016

By and on January 25, 2016  RGE EconoMonitor

Moral Hazard and Fiscal Discipline

A fundamental problem for fiscal federations is that higher level governments must find a way to avoid the moral hazard problem that results from accepting responsibility for debts of subordinate governments. This problem is painfully obvious in the case of EMU members who want to limit their exposure Greek debt. A cynic once described a fiscal federation as one in which “you pay my bills”. Fiscal discipline can be achieved either by the use of hierarchical rules or by the use of financial markets. Higher level governments can limit their obligations by using hierarchical rules that limit spending, taxation, and borrowing by lower level governments (hierarchy). Alternatively they can refrain from imposing intrusive rules on subordinate governments and promising to not bail out subordinates if they cannot pay their debts (markets). Den Rest des Beitrags lesen »

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EU’s Banking Union Shows That Weakness, not Power, Defines Bloc

Posted by hkarner - 1. Dezember 2015

Date: 30-11-2015
Source: The Wall Street Journal: Simon Nixon

Even the modest proposal of common deposit insurance may prove too difficult to push through, Simon Nixon writes

The European Union is widely blamed for many of the continent’s current difficulties. Critics accuse Brussels bureaucrats of riding roughshod over national sovereignty, crushing economies with unworkable fiscal rules, stifling enterprise with red tape and tearing down national borders to expose EU members to unrestrained migration and a growing risk of terrorism. Euroskepticism now dominates the political agenda in countries as varied as the U.K., France, Poland and Italy.

But this narrative misses the point. Contrary to the lofty rhetoric of some federalist dreamers, what marks the EU isn’t its power but its weakness. The European project has advanced over the years in response to crises, exactly as its founder Jean Monnet predicted. Its member states have consistently reached for common responses to common challenges. But other than in the areas of trade and competition policy, real power continues to belong to national governments. If the European project now faces a real danger of collapse, the fault lies more with member states than Brussels. Den Rest des Beitrags lesen »

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Weg mit diesem Gamsbartföderalismus

Posted by hkarner - 12. November 2015

12.11.2015 | 18:24 | Josef Urschitz (Die Presse)urschitz

Kolumne Der Streit um die Parteibüchelhoheit über die Schulen wirft wieder einmal ein grelles Schlaglicht auf den gewachsenen Verwaltungsirrsinn im Land. Da gehören jetzt viele gewachsene Austriaka auf den Prüfstand – ohne Tabus.

Die Bildungsreform ist jetzt im Wesentlichen also dort angekommen, wo Reformen in diesem Land immer enden: Es geht primär nicht mehr um Inhalte, sondern hauptsächlich darum, ob die Hoheit über die Parteibüchel-Stellenbesetzungen beim Bund oder bei den Ländern liegen sollen. Die Reform, das kann man ruhig sagen, ist damit schon vor ihrem Inkrafttreten gescheitert.

Dabei hätte gerade das Schulwesen neben der notwendigen bildungspolitischen Weichenstellung eine wirklich radikale Verwaltungsreform dringend nötig. Nirgendwo lässt sich der verwaltungstechnische Irrsinn und die Ineffizienz des alpenländischen Gamsbartföderalismus besser (und erschreckender) darstellen, als in den Schulverwaltungsorganigrammen, die der Rechnungshof regelmäßig veröffentlicht. Kumuliert in der berühmt gewordenen wirren Zeichnung, die die 40 (!) Kompetenzlinien darstellen, entlang der fünf Abteilungen aus zwei Ministerien und jeweils mehrere Abteilungen aus neun Landesregierungen gemeinsam (oder eher gegeneinander) ein paar tausend Schüler der landwirtschaftliche Fachschulen verwalten. Den Rest des Beitrags lesen »

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Scheinheiliger geht es wohl nicht mehr

Posted by hkarner - 5. November 2015

04.11.2015 | 18:34 | Josef Urschitz (Die Presse)

Die Länder wehren sich ziemlich plump gegen mehr Transparenz.

Es gibt derzeit wichtigere Dinge im Land als die Landeshauptleutekonferenz, weshalb die jüngste Sitzung dieser heimlichen Bundesregierung in der Öffentlichkeit ein wenig untergegangen ist. Eigentlich schade, denn die Herren Landesfürsten hatten für uns durchaus wieder bemerkenswerte Schmankerln parat.

Zum Beispiel dieses: Die Länder seien in Sachen der noch immer nicht realisierten Transparenzdatenbank „keinesfalls Verhinderer“, man müsse aber bedenken, dass bei diesem Vorhaben „die Kosten-Nutzen-Relation nicht so gut“ sei. Tja, blöde Geschichte. Den Rest des Beitrags lesen »

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Der Schwanz hat wieder mit dem Hund gewedelt

Posted by hkarner - 6. Oktober 2015

05.10.2015 | 18:13 | Josef Urschitz (Die Presse)

Die Länder drücken dem Finanzminister ihre Bilanzregeln aufs Auge.

Zuerst die gute Nachricht: Die Rechenwerke der Länder werden künftig vergleichbarer. Der finanzielle Zustand der Republik wir also ein wenig klarer.

Und jetzt die schlechte: Auch der amtierende Finanzminister hat nicht von seinem gesetzlichen Recht Gebrauch gemacht, ein einheitliches Gebietskörperschaften-Rechnungswesen gemeinsam mit dem Rechnungshofpräsidenten schlicht zu verordnen.

Die Länder, die mitverantwortlich dafür sind, dass in dieser Sache jetzt 41 Jahre lang unerträglicher Stillstand herrschte, haben sich jetzt ihre eigenen Bilanzierungsregeln zurechtgelegt. Und werden diese dem Finanzminister im Rahmen einer sogenannten 15a-Vereinbarung (das ist ein Staatsvertrag, der nur einstimmig geändert werden kann) aufs Auge drücken. Der wird gute Miene zum föderalen Spiel machen und die Ländervorstellungen in seine entsprechende Verordnung schreiben. Die Länder haben das in einer ziemlich provokanten Pressekonferenz ja schon vorgegeben. Den Rest des Beitrags lesen »

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