Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Erber’

Die nachhaltige Produktivitätskrise der Industrieländer – United we stand, divided we fall

Posted by hkarner - 3. November 2016

Georg ErberUlrich Fritsche und Patrick Harms, 31. Okt. 2016 Ökonomenstimme

Seit den siebziger Jahre befinden sich die Industrieländer nun bereits in einer eigentlichen Produktivitätskrise. Um diesen Trend zu brechen, bräuchte es eine koordinierte Wachstumsstrategie aller Länder, wie dieser Beitrag zeigt.

Spätestens seit dem Ausbruch der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 hat das globale Wirtschaftswachstum erneut deutlich an Geschwindigkeit verloren. Nicht nur die USA als Ausgangspunkt der Finanzkrise, sondern auch Europa im Zuge der Eurokrise, die insbesondere die sogenannten PIIGS-Staaten[ 1 ] in eine tiefe Rezession stürzten, konnten nur für einige Jahre mit massiven weltweiten Konjunkturprogrammen nach dem Pittsburgh-Gipfel stabilisiert und teilweise zu einem Wirtschaftsaufschwung zurückgeführt werden.

Die USA und die VR China nahmen dabei als die zwei größten Volkswirtschaften eine Schlüsselrolle ein. Allerdings zeigte sich sehr rasch, dass mit dem sukzessiven Auslaufen der Programme, der selbsttragende Aufschwung in der Mehrzahl der Länder insbesondere in Europa sowie auch in Japan, welches schon seit Beginn der Balance-Sheet-Rezession zu Beginn der 1990er[ 2 ] Jahre an einer langanhaltenden Wachstumsschwäche leidet, nicht zurückgekehrt sind. Das durch schubweise diskretionäre Fiskalpolitik induzierte Wirtschaftswachstum scheint jedoch immer mehr an seine Grenzen zu stoßen.[ 3 ] Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , , , , , , | Leave a Comment »

„Anlegerstreik“ in Europa

Posted by hkarner - 13. Juni 2015

12.06.2015 | 11:52 | von Georg Erber (Ökonomenstimme)

Georg Erber ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Netzwerkökonomie und Marktregulierung von Netzwerkindustrien, insbesondere im Bereich der Telekommunikation; Wettbewerbspolitik im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien; Wirtschaftswachstum, Produktivität, Industriepolitik, Technologiepolitik und Innovationspolitik.

Ökonomenstimme. Viele Anleger sind offensichtlich nicht mehr bereit, ihr Geld für negative Realzinsen und derzeit auch negative Nominalzinsen zur Verfügung zu stellen, sagt der Ökonom Georg Erber.

Nachdem es erneut zu einem erneuten Mini-Flashcrash Anfang Juni an den europäischen Bondmärkten gekommen ist, macht sich Unsicherheit nicht nur dort, sondern auch auf den Aktienmärkten breit. Anleger fürchten, dass die bisherige Strategie der EZB, die Zinsen innerhalb der Eurozone weiter nach unten zu drücken erfolglos bleiben könnte. Letztendlich versucht die EZB sich mit ihrer Zinspolitik und dem QE gegen den globalen Trend zu einer Anhebung der Kapitalmarktzinsen zu stemmen. Ein Blick auf die Zinsstrukturkurve der USA zeigt, was der eigentliche Auslöser der derzeitigen Schockwellen an den europäischen Bond- und Aktienmärkten ist.

Seit Ende Januar (28. Januar 2015) diesen Jahres sind die Zinsen entlang der Zinsstrukturkurve deutlich angestiegen. Von 2,05% auf derzeit 2,78% für dreißigjährige Bundesanleihen in den USA. Damit haben dort bereits die Anleger ohne Unterstützung der US-Notenbank entschieden, dass es zu einer Zinswende auch ohne Anhebung der Zinsen der Fed kommt. Mithin machen sich die globalen Investoren auf den Kapitalmärkten von der Geldpolitik der Zentralbanken zunehmend unabhängig. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

Die EZB als Wirtschaftsregierung der Eurozone?

Posted by hkarner - 23. Oktober 2014

23.10.2014 | 11:27 | von Georg Erber (Ökonomenstimme) DIWErber

Ökonomenstimme. Zentralbank-Chef Mario Draghi scheint die Rolle einer Wirtschaftsministers übernommen zu haben. Kann das gut gehen? Ökonom Georg Erber zweifelt.

Die französische Regierung wollte schon immer, dass es eine Wirtschaftsregierung der Eurozone geben sollte. Auch die Kanzlerin konnte sich nach einigem Zögern dafür erwärmen. Allerdings sollte nach ihren Vorstellungen dies der Europäischen Rat und nicht die EU-Kommission noch selbstverständlich die EZB sein. Es ist anders gekommen. Weil sich die Politiker auf EU-Ebene nicht einigen können, ergreift Mario Draghi jetzt die Initiative und übernimmt als EZB-Präsident quasi die Rolle einer Europäischen Wirtschaftsregierung.

Draghi als Regierungschef einer Europäischen Wirtschaftsregierung?

Indem er sich mit der EZB jetzt zuständig fühlt, wie die Tarifpolitik beispielsweise in Deutschland zu laufen habe, oder, auch wie die Haushaltspolitik der Mitgliedsländer zu gestalten sei, um Wachstum und Beschäftigung sicherzustellen, indem die öffentlichen Investitionen insbesondere in Infrastruktur erhöht werden sollen, beansprucht er implizit die Rolle des Vorsitzenden einer Wirtschaftsregierung für die Eurozone. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , , , , | Leave a Comment »

Zypern und das geldpolitische Trilemma

Posted by hkarner - 26. März 2013

25.03.2013 | 13:39 | Von Georg Erber (Ökonomenstimme)

Die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen wird womöglich zum Präzedenzfall für weitere Krisenländer.

Zypern ist gerettet? Wirklich? Das Ergebnis weckt mehr Zweifel am Fortbestand der Währungsunion als es Vertrauen in deren Fortführung liefert. Zypern wird 10 Mrd. Euro Finanzhilfen aus dem ESM erhalten, aber dies hat seinen Preis. Man hat wegen der massiven Kapitalflucht, die das Land bedroht, Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Das steht in klarem Widerspruch zu den vier großen Freiheiten der Wirtschafts- und Währungsunion. Hierzu zählen der freie Warenverkehr, die Personenfreizügigkeit, die Dienstleistungsfreiheit und der freie Kapital- und Zahlungsverkehr. Berührt sind bei letzterem das Kapitel 4 – Der Kapital- und Zahlungsverkehr (Art. 63 – 66) des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union.

Offenbar konnte einvernehmlich mit dem Europäischen-Rat, dem Quasi-Direktorium der Eurozone, das zypriotische Parlament, den freien Kapital- und Zahlungsverkehr innerhalb der Eurozone zwischen Zypern und den übrigen Mitgliedsstaaten außer Kraft setzen. Es gilt offenbar: Not kennt kein Gebot, d.h. Verträge sind dazu da, um gegebenenfalls gebrochen zu werden. Seltsamerweise ist dieser Tabubruch nicht Gegenstand der allgemeinen Presseberichterstattung. Wie lange diese Notmaßnahme in Kraft bleiben wird, ist derzeit offen. Letztendlich ist jedoch ein Präzedenzfall geschaffen worden, der bei einer weiteren Verschärfung der Eurokrise in anderen Ländern, insbesondere Italien und Spanien sowie möglichweise auch Frankreich, Modellcharakter haben könnte. Da ja ein Bail-In bzw. Bail-Out dieser Länder durch den Rest der übrigen noch finanziell stabilen Länder wie insbesondere Deutschland nicht tragfähig ist, wird man in diesen Fällen um Kapitalverkehrskontrollen ebenso wenig herumkommen wie im Falle Zyperns. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , , , , , , | 1 Comment »