Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

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Negativzinsen: der üble Cocktail der Finanzpoitik wird noch giftiger

Posted by hkarner - 15. November 2019

Ronald Barazon, dwn, 2.11. 2019

In den vergangenen Monaten haben immer mehr Banken Negativzinsen, welche sie an die EZB zahlen müssen, an ihre Kunden weitergegeben. Das Phänomen wird den Höhepunkt der seit Jahren eskalierenden schleichenden Enteignung von Sparern und Bürgern ganz allgemein markieren.

Kürzung der Einlagen, „wo es klug und vernünftig ist“

Wie ein Flächenbrand weitet sich derzeit in Europa die Unsitte aus, Negativzinsen zu kassieren. Den fassungslosen Einlegern muss man den Begriff immer wieder erklären: Man erhält von der Bank weniger zurück als man eingelegt hat. In den vergangenen Jahren bekam man bereits kaum Zinsen ausbezahlt, von einer Abgeltung der Inflation ist also schon lange nicht die Rede. Und jetzt erfolgen noch unter dem Begriff „Negativzinsen“ Abschläge. Die Verantwortlichen des Finanzwesens tun bereits seit länge-rem so, als ob die Perversion von Minuszinsen genau so normal wäre wie die bisher als normal empfundene Zahlung von Zinsen. Konsequent erklä-ren Kreditnehmer, dass sie keine Zinsen mehr zu zahlen hätten, sondern Zinsen bekommen müssten. Dieser Logik wollen die Banken naturgemäß nicht folgen, doch ist dieser Weg schon in einigen Rechtskommentaren und Gerichtsurteilen vorgezeichnet.

Allein in Deutschland kassieren schon weit mehr als hundert Institute Minuszinsen. Die Vorgangsweise ist unterschiedlich: Manche schlagen schon beim ersten Einlagen-Euro zu, viele lassen bestimmte Beträge frei. Zuletzt hat die Deutsche Bank, die größte Bank des Landes, erklärt, man überlege Negativzinsen abzuziehen, „wo es klug und vernünf-tig ist“. Für die Kunden ist weder die Klugheit noch die Vernunft nachvollziehbar. Die Aussage der Deutschen Bank passt zu den Erklärungen der Notenbanker in der EZB und anderen Zentralbanken, die in einer krausen Argumentation den Sinn der Negativzinsen verteidigen. Tatsächlich trifft die Notenbanker, mit ihnen aber auch die Architekten der modernen Bankenregulierung unter den Politikern und Beamten die Hauptschuld an der Vernichtung der Einlagen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Europaweite Einlagensicherung: Eine totgeglaubte Idee reißt deutsche Sparer aus dem Winterclaf

Posted by hkarner - 14. November 2019

Dank an H.G.

Seit Jahren geistert das Projekt einer europäischen Einlagensicherung durch die Diskussion. Der hochtrabende Begriff bedeutet, dass alle Sparer und sonstigen Einleger in ganz Europa für alle Einlagen bei allen Banken in ganz Europa haften sollen. Bei diesem System sind alle Einleger gefährdet. Bis vor wenigen Tagen konnte man als europäischer Sparer noch ruhig schlafen, nun müssen alle Alarmglocken läuten.

11.11.2019, 07:51, Ronald Barazon, dwn

Seit Jahren geistert das Projekt einer europäischen Einlagensicherung durch die Diskussion über die Schaffung einer Banken-Union. Der hochtra-bende Begriff bedeutet, dass alle Sparer und sonstigen Einleger in ganz Europa für alle Einlagen bei allen Banken in ganz Europa haften sollen. Bei diesem System sind alle Einleger gefährdet. Bis vor wenigen Tagen konnte man als europäischer Sparer noch ruhig schlafen, weil die deutsche Bundesregierung stets tapfer Nein gesagt hat. Jetzt hat der derzeit tätige deutsche Finanzminister, Olaf Scholz, plötzlich seine Zustimmung erklärt und ebenfalls eine europäische Einlagensicherung gefordert. Nun müssen alle Alarmglocken läuten.

Manager sind geschützt, für Verluste zahlen andere

Jede Einlagensicherung ist problematisch. Die Manager können unbeküm-mert große Risiken eingehen, sie wissen, wenn etwas schiefgeht, dann springt die Einlagensicherung ein und andere zahlen für die Fehler. Als Manager kommt man meist ungeschoren davon. Somit sind auch die beste-henden Einlagensicherungen in den einzelnen Staaten ein Faulbett für Bankleiter. Solange allerdings die Einrichtung sich auf Institute beschränkt, die sich den gleichen Regeln unterwerfen, deren Einhaltung auch überprüft wird, mag eine solidarische Hilfseinrichtung zu rechtfertigen sein.

Vollends zur Absurdität wird eine Einlagensicherung aber, wenn sie auch Banken schützt, die mit waghalsigen Geschäften pleitegehen. Und genau das wäre bei einer europäischen Einlagensicherung, die alle Banken einbe-zieht, der Fall. Wie kann man dem einzelnen Sparer zumuten, dass sein gu-tes Geld verwendet wird, um einem anderen Einleger zu helfen, der Kunde einer Pleite-Bank ist? Mehr noch: Kommt es zum Zusammenbruch einer Reihe von Banken, dann zieht die Einlagensicherung andere, gesunde Banken mit in den Abgrund und aus einem überschaubaren Problem wird ein Flächenbrand. Den Rest des Beitrags lesen »

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Handelskrieg nur Auslöser: Ursache der Rezession ist verfehlte Geldpolitik der Notenbanken

Posted by hkarner - 29. Oktober 2019

Dank an J.G.

DWN, 25/10

Trumps Handelskrieg ist nur der Auslöser der sich anbahnen-den Rezession. Doch die Ursachen liegen tiefer: In der verfehlten Geldpolitik der großen Notenbanken.

Trumps Handelskrieg hat eine globale Wachstumsverlangsamung mit Rezessionsgefahr ausgelöst. Doch die Ursachen der aktuellen Wirtschaftsverlangsamung gehen tiefer. Man kann nicht alles der Trump-Administration oder – innerhalb Europas – dem Brexit anlasten. Es ist viel-mehr die gesamte Politik der letzten Dekaden, welche ein inkohärentes, un-sicheres Gebäude der Weltwirtschaft errichtet hat.

Ein wichtiger Punkt ist die schlechte Qualität des konjunkturellen Aufschwungs seit der Grossen Finanzkrise, eigentlich sogar schon seit der Jahrtausendwende. Die Durchsetzung des sogenannten Freihandels mit China (WTO-Beitritt Dezember 2011) und die Integration der osteuropäi-schen Länder in die Europäische Union waren zunächst primär eine Arbitrage-Gelegenheit vor allem für westliche Großunternehmen und Multinationale, um Löhne, Steuern, Sozialleistungen und Umweltkosten zu sparen beziehungsweise zu drücken. Der Freihandel erfolgte nur in eine Richtung: China schottete seinen Binnenmarkt weiterhin sorgsam ab, wo die Führung dies wollte: Über prohibitive Zölle, und über den Zwang zu joint ventures für ausländische, in China produzierende Unternehmen. Profitiert haben neben diesen Konzernen zum einen China und dessen Zulieferer-Staaten in Asien, zum anderen die Länder Osteuropas. In den Vereinigten Staaten und in Westeuropa ist die Industrie stark geschrumpft – Ausnahme das Auto- und Maschinenbauerland Deutschland sowie einige kleine Länder mit ähnlichen Eigenschaften. Ein wesentlicher Grund ist auch, dass in den USA und in Europa seit Jahrzehnten zu wenig, teilweise viel zu wenig, in die Infrastruktur investiert wird. Kein Wunder ist das Wirtschaftswachstum der letzten beiden Dekaden in vielen Industrieländern von einer schwachen Investitionstätigkeit begleitet, nota-bene trotz der nominell und real niedrigsten Zinsen seit dem Zweiten Weltkrieg. Den Rest des Beitrags lesen »

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Vorboten der Rezession: Geldmarktfonds verzeichnen stärkste Zuflüsse… 

Posted by hkarner - 9. Oktober 2019

dwn, 8/10. Dank an H.G.

Die starke Umschichtung der Anleger in Geldmarktfonds im dritten Quartal deutet darauf hin, dass in naher Zukunft eine Rezession ansteht.

Investoren haben im dritten Quartal massiv in Geldmarktfonds investiert.
Laut Daten des US-Finanzdienstleisters Thomson Reuters Lipper lagen
die Nettozuflüsse bei Investmentfonds und ETFs in dieser Fondssparte im
dritten Quartal bei 221,5 Milliarden US-Dollar. Damit hat sich der Nettozufluss
in den ersten neun Monaten des Jahres auf 349,7 Milliarden USDollar
erhöht. Den Rest des Beitrags lesen »

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„Der deutsche Mittelstand wird von Finanzinvestoren seit 20 Jahren umgekrempelt, verwertet, abgeschrumpft!“

Posted by hkarner - 13. September 2019

dwn, 12/9/2019 Dank an H.G.

Die mittelständisch geprägte Industrie gilt als einer der Erfolgsgaranten für die deutsche Volkswirtschaft. Der Autor Werner Rügemer hingegen hält dieses Bild für Schönfärberei. Im Gespräch mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten erläutert er, warum der Mittelstand zunehmend unter Druck durch der Öffentlichkeit unbekannte Finanzinvestoren gerät und welche Folgen dies für die Arbeitnehmer hat.

Deutsche Wirtschaftsnachrichten: Mittelständische Unternehmen werden oft als Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet. Zu Recht?

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Werner Rügemer: Nein, zu Unrecht. Dieser nostalgische Blick verdeckt die Wirklichkeit. Es ist ja nicht zufällig, dass die traditionelle, typische Mittelstandspartei FDP ihre Basis und Funktion verliert und hektisch an irgendwelchen neuen Themen herumhampelt. Die Bundesregierungen und die beteiligten Regierungsparteien begünstigen seit Jahrzehnten die Konzentration, die Monopol- und Oligopolbildung.

Das geschieht zum Beispiel durch die Steuer-, Subventions- und Forschungspolitik: Bevorzugt werden die großen Konzerne. Das wird zudem durch die Europäische Union und die Europäische Kommission ebenso gefördert. So ist etwa die Nutzung sowohl des innereuropäischen wie des globalen Systems an Steuer- und Finanzoasen teuer und beratungsaufwendig – sie lohnt sich vor allem für Großkonzerne.

Deshalb expandiert vor allem das Subunternehmertum: Nehmen Sie etwa die hunderttausenden mittelständischen Unternehmen, die sich als Subunternehmer von Auto- und Baukonzernen, der Deutschen Post DHL und den anderen großen Logistikkonzernen abstrampeln. Auch etwa in der Fleischverarbeitung werden Mittelständler von den Marktführern wie Tönnies aufgekauft und dann teilweise geschlossen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Big Short Investor: Blase bei Indexfonds könnte den nächsten Crash auslösen

Posted by hkarner - 11. September 2019

DWN, 9/9/2019

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Dank an H.G.

 

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Ausfälle von Unternehmenskrediten häufen sich in Europa

Posted by hkarner - 19. August 2019

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 18.08.19 20:25 Uhr

Die aktuelle Reihe von Ausfällen bei Unternehmenskrediten bedeutet möglicherweise eine Kehrtwende im Markt mit Credit Default Swaps.
Die Galapagos Group, zu der vor allem der knapp 100-jährige Bochumer Hersteller von Wärmetauschern Kelvion gehört, hatte am vergangenen Freitag angekündigt, dass sie einen Teil ihrer Schulden nicht bezahlen kann. Die geplante Schuldenabschreibung in Höhe von 250 Millionen Euro dürfte nun auch Auszahlungen bei sogenannten Credit Default Swaps (CDS) auslösen, wie die Financial Times berichtet.

Wetten gegen Unternehmen mit Credit Default Swaps CDS werden von globalen Investmentbanken gekauft und verkauft. Es handelt sich dabei um Derivate, die wie eine Versicherung gegen einen Zahlungsausfall wirken. Der Käufer zahlt Prämien und erhält eine Pauschale, falls das Unternehmen seine Schulden nicht begleicht.

Entscheidend ist, dass die Credit Default Swaps rein rechtlich nicht als Versicherung eingestuft werden. Daher können Finanzinstitute auch dann mit den CDS handeln, wenn sie gar keine Anleihen der betroffenen Unternehmen besitzen. Den Rest des Beitrags lesen »

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„Bitte sofort anschnallen“: Der globale Abschwung erreicht das Finanzsystem

Posted by hkarner - 14. August 2019

Dank an H.G.! 

Michael Bernegger | Veröffentlicht: 12.08.19 18:46 Uhr, dwn

Zwischen der schwächelnden Weltwirtschaft und den Finanzmärkten haben sich extreme Ungleichgewichte aufgebaut.

Die Spannung wird sich in naher Zukunft in einem gewalttätigen Sturm entladen – mit verheerenden Folgen für Staaten, Unternehmen und Bürger, schreibt Michael Bernegger.

Für die Weltwirtschaft – Deutschland und Europa im Besonderen – braut sich ein heftiger Sturm zusammen. Bis jetzt waren Vorboten in Form von
Unternehmensbefragungen vor allem in der verarbeitenden Industrie sichtbar – Einkaufs-Manager- (PMI-) Indizes, IFO-Test für Deutschland. Doch die
Finanzmärkte signalisierten ein anderes Bild: Risikoindikatoren Fehlanzeige, Aktienmärkte an den oder nahe den Höchstständen, Kreditflut etc. Diese
Dichotomie dürfte sich allmählich auflösen. Die Auslöser sind: Verschärfung des Handelskrieges und der nahende Brexit.

Die Weltwirtschaft bot in den letzten Monaten das Bild einer gespaltenen Konjunktur. Praktisch weltweit verschlechterten sich die Indikatoren für die verarbeitende Industrie, wenn auch ungleich im Ausmaß. Am härtesten erwischte es die Eurozone und darin ausgerechnet Deutschland, letzteres aufgrund des Gewichts der Autoindustrie sowie der Exporte. Relativ gesehen noch gut schneiden die Vereinigten Staaten ab, wo die Vorlaufindikatoren immer noch leichte Expansion anzeigen. Global gesehen stand der Kontraktion oder zumindest Stagnation in der verarbeitenden Industrie ein weiterhin expandierender Dienstleistungssektor gegenüber. Nachfrageseitig wirkten vor allem der private und öffentliche Konsum konjunkturstützend, während die Investitionen auf erhöhtem Niveau stagnierten oder bereits abzubröckeln begannen. Den Rest des Beitrags lesen »

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USA: Ausfallraten bei Kreditkarten steigen deutlich

Posted by hkarner - 1. Mai 2019

Dank an H.G.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 29.04.19 17:18 Uhr
In den USA ist ein wichtiger Indikator zu Forderungsausfällen bei Kreditkarten auf den höchsten Stand seit fast sieben Jahren gestiegen.
Die Abschreibungsrate ist der Anteil der Kredite, bei dem die Kreditkartenunternehmen nicht mehr erwarten, dass die Schulden jemals wieder zurückgezahlt werden. Dieser Indikator ist Daten von Bloomberg zufolge in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres auf 3,82 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit dem zweiten Quartal 2012.

Zudem sind jene Kredite, bei denen die Rückzahlung schon seit mindestens 30 Tagen überfällig sind, bei den
sieben größten US-amerikanischen Kartenherausgebern angestiegen. Diese überfälligen Kredite sind ein Vorbote
zukünftiger Abschreibungen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Hohe Schuldenstände verhindern weitere Leitzins-Anhebungen

Posted by hkarner - 18. April 2019

Dank an H.G.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 16.04.19 17:14 Uhr
Die Notenbanken der westlichen Industriestaaten haben im ersten Quartal 2019 den
Zinserhöhungszyklus abgesagt. Die immens gestiegenen Schuldenstände bei Staaten, Haushalten
und Firmen machen höhere Zinsen unmöglich.

Der US-Großbank J.P. Morgan (JPM) zufolge hat die US-Zentralbank Federal Reserve die Phase der
Zinserhöhungen vorerst beendet. Der US-Leitzins liege derzeit zwischen 2,25 und 2,5 Prozent; angesichts der
aktuellen Inflation von 2 Prozent ergebe dies einen realen Leitzins nur knapp über der Nulllinie. In Europa habe
die EZB trotz fünfjähriger Wachstumsphase in der Eurozone gar nicht erst mit Zinserhöhungen begonnen und der
reale Leitzins ist mit minus 1 Prozent tief negativ.

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