Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

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Federal Reserve fährt mit Zins-Politik Donald Trump in die Parade

Posted by hkarner - 16. Dezember 2016

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Die amerikanische Zentralbank hat eine Phase von Zinssteigerungen angekündigt. Mit einer expansiven Finanzpolitik wird diese noch deutlicher ausfallen. Der Dollar wird dadurch weiter ansteigen und einen Umschwung in der Handelsbilanz verunmöglichen.

Yellen ccDie amerikanische Zentralbank erhöhte an ihrer gestrigen Sitzung, der letzten des Jahres, den Satz für Federal Funds um einen Viertel Prozentpunkt auf eine Bandbreite von 0.5-0.75 Prozent. Sie stellte darüber hinaus für 2017 drei Zinsschritte von je einem Viertel Prozentpunkt in Aussicht. Die Notenbank indiziert auch für 2018 und 2019 weitere Zinssteigerungen, bis zu einem Gleichgewichtswert des Zinssatzes von 3% für Ende 2019. Diese Entscheidungen wurden einstimmig getroffen.

Der zentrale Punkt betrifft die zugrunde liegenden Projektionen für Wirtschaftswachstum und Inflation in einem Mehrjahreshorizont. Verglichen mit früheren Verlautbarungen der Zentralbank wurden sie nämlich nur unwesentlich verändert. Das Federal Open Market Committee (FOMC) geht von weiterhin moderatem Wirtschaftswachstum und nur ganz leicht steigender Inflationsrate aus. Die Kernrate für den Index der Konsumausgaben ohne Energie und Nahrungsmittel wächst mit rund 1.5% gegenüber dem Vorjahr. Mit dem Ölpreisanstieg wird diese Rate in den nächsten Monaten aufgrund des Basiseffekts gegenüber dem Vorjahr rasch über 2% ansteigen. Die Zentralbank assoziiert Preisstabilität mit rund 2%. Die zugrunde gelegte Zinssteigerung ist damit eher ein Minimum. Den Rest des Beitrags lesen »

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Gut für Europa: Italien sagt Nein zu Korruption und Nepotismus

Posted by hkarner - 5. Dezember 2016

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Die Ablehnung des Referendums durch die italienischen Wähler ist ein Zeichen demokratischer Reife. Sie haben dem Plan, in Italien im Handstreich ein Mehrheitswahlrecht ohne wirksame Kontrolle einzuführen, eine klare Absage erteilt. Die Finanzmärkte, die ein solches System gerne gesehen hätten, dürfte die Italiener nun abstrafen – mit weitreichenden Folgen für die ganze EU.

Das Referendum über die von Ministerpräsident Renzi vorgeschlagene Verfassungsreform ist gescheitert, und zwar überaus deutlich. Renzi hat um Mitternacht die Konsequenzen gezogen und seine Demission für heute Montag angekündigt. Der Ausgang der Abstimmung und der Rücktritt Renzis werfen Italien in eine politische Krise im Moment einer schweren Bankenkrise.

Las man die Presse im Vorfeld, hätte man meinen können, dass diese Abstimmung über die Zukunft Italiens entscheiden wird. Das Argument, von Renzi selber vorgebracht, lautet, dass nur mit dieser Parlamentsreform die Möglichkeit rascher weiterer Reformen gegeben ist. Nur so könne Italien kompetitiv bleiben, seine strukturellen Defizite beheben und erfolgreich in der Eurozone und in Europa verbleiben. Deshalb hat Renzi wiederholt angedroht, als Ministerpräsident zurückzutreten, falls die Parlamentsreform an der Urne mit einem No zurückgewiesen würde. Den Rest des Beitrags lesen »

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Der Dollar als schärfste Waffe: Donald Trump bläst zum Angriff auf Europa

Posted by hkarner - 29. November 2016

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Donald Trumps Wirtschaftsprogramm ist nur auf den ersten Blick unschlüssig. Er will jedoch die Dominanz des Dollars nutzen, um Kapitalströme in die USA zu leiten. In der Wirkung ist dieser Plan nichts anderes als ein Angriff auf Europa.

Donald Trump hat ein nur auf den ersten Blick inkonsistentes Wirtschaftsprogramm vorgelegt. Tatsächlich will Trump die Schwierigkeiten Europas und der Schwellenländer gnadenlos ausnutzen.

Aufgrund seiner Wahlkampf-Parolen und ersten Ankündigungen erscheint das Programm von Donald Trump im Außenhandel zunächst wirr und widersprüchlich. Doch es steckt ein kühles Kalkül dahinter. Wird es umgesetzt, werden die Schwellenländer und Europa als Verlierer dastehen.

In mehreren Artikeln sind die binnenwirtschaftlichen Aspekte des Programms von Donald Trump dargelegt worden. Der Außenwirtschaftsbereich wurde bisher ignoriert. In den folgenden beiden Artikeln soll der Fokus darauf gerichtet werden. Wie in der Innenpolitik würde auch die Außenwirtschaftspolitik (und Außenpolitik) einer Administration Trump einen Bruch mit der Vergangenheit darstellen. In diesem Artikel sollen die Grundlagen der Währungspolitik dargestellt werden. Im nächsten Artikel wollen wir auf die Handelspolitik eingehen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Crash-Gefahr Italien: Es geht um viel mehr als nur die Banken

Posted by hkarner - 14. August 2016

Wieder: ein ausgezeichneter Michael Bernegger! (hfk)

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Die Banken-Krise in Italien ist nur das Symptom einer grundlegenden Wirtschaftskrise im gesamten Euro-Raum. Die Lage hat sich wegen einer falschen Euro-Politik so verschärft, dass es nun für den Euro ums Ganze geht.

Merkel Renzi CCAngela Merkel und Matteo Renzi in Rom.

Die Reaktion auf die Krise, die mit dem Ausverkauf verschiedener Bankaktien seit über einem Jahr für jeden sichtbar wurde, ist sehr verschieden. In Italien forderte Ministerpräsident Renzi, dass die betroffenen Banken durch den Einsatz staatlicher Mittel rekapitalisiert werden können – dies im Umfang von rund 40 Milliarden Euro. Genau das lehnen deutsche Politikmacher, etwa die Bundesbank, der Eurogruppenchef Disselblojm und die EU-Kommission ab. Sie beharren auf den seit dem Jahresbeginn 2016 gültigen EU-Richtlinien, die zuerst Aktionäre und nachrangige Anleihensgläubiger enteignen wollen, bevor der Staat einspringen kann. Schließlich haben sich verschiedene Exponenten der Finanzindustrie warnend geäußert, dass die Bankensituation Italiens ganz Europa eine neue Bankenkrise bescheren könnte. Sie wollen eine Rekapitalisierung der Banken, dies unter Umgehung der Bail-in Klausel, da ein Systemrisiko bestehe. Die Bankensanierung in Europa erfolge in Europa viel zu spät und sei sträflich verpasst worden. Wichtig bei letzterem sei, dass nicht nur in Italien, sondern europaweit die Banken mit genügend Kapital ausgestattet sein sollten.

Oberflächlich geht es um die Rekapitalisierung der Banken, um Ausmaß und Form. Schon allein dies ist komplex. Aber die Probleme gehen viel tiefer, sie betreffen die gesamte makroökonomische Politik, die seit Jahrzehnten in Italien und seit Ausbruch der Eurokrise europaweit eingeschlagen worden ist. Alle Vorschläge, die bis jetzt geäußert worden sind, gehen in einem bestimmten Sinn am Kern des Problems vorbei. Im Kern ist es eine zutiefst deflationäre Politik, welche das Land – selbst gewählt wie auch auferlegt – in eine unlösbare Schuldenkrise manövriert und welche die Eurozone als Ganze zerstören kann. Um diese komplexe Gemengelage geht es effektiv bei der italienischen Bankenkrise. Den Rest des Beitrags lesen »

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Banken-Test wiegt Europas Anleger und Sparer in falscher Sicherheit

Posted by hkarner - 1. August 2016

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Auf den ersten Blick sind die Ergebnisse des Stresstests der Europäischen Bankenaufsicht gefällig. Ein genauer Blick zeigt jedoch: Der Tag der Wahrheit wird in Europa hinausgezögert. Die angemessene Rekapitalisierung der Banken wird verpasst. Europa versäumt so die Chance auf eine nachhaltige Erholung der Konjunktur.

Die offizielle Leseart des EZB-Stresstest klingt beruhigend. Der Stresstest zeige, dass die europäischen Banken ihr Kernkapital (engl. Common Tier Equity 1, kurz CET1) gegenüber einem vergleichbaren Test von 2012 und 2014 deutlich verbessert haben. Sie sind per Ende 2015 mehrheitlich auf Niveaus von 10-14% der risikogewichteten Aktiven (engl. Risk Weighted Assets, kurz RWA’s) angelangt. Die Kernkapitalquoten liegen somit rund 2% höher als Ende 2013 und 4% höher als Ende 2011.

Die Banken seien bis auf wenige Institute auch gewappnet gegenüber einem makroökonomischen Schock, einer rezessiven Wirtschaftsentwicklung in Europa im Zeitraum 2016-18. Die unterstellten BIP-Wachstumsraten liegen in diesem Zeitraum bei -1.2% für 2016, – 1.3% für 2017 und +0.7% für 2018. Dieses ‚Stressszenario’ war der Europäischen Bankenaufsicht von der Europäischen Kommission vorgegeben worden. In diesem Fall würden die Kernkapitalquoten bei den meisten Instituten erheblich fallen, im Durchschnitt um 3.8%. Sie wären damit wieder sehr dünn kapitalisiert, aber nicht überlebensgefährdet. Am schlimmsten würde es die älteste Bank der Welt, die Monte Paschi di Siena (MPS) erwischen. Sie stünde dann mit negativem Eigenkapital da. Auch andere Institute sähen ihr Kernkapital im so definierten Stressfall recht stark zurück gestutzt. Dabei stünden irische, italienische, englische und deutsche Institute im Vordergrund. Doch die Schwäche wäre weit verbreitet und würde auch die beiden spanischen Großbanken oder eine Société Générale und BNP betreffen. Der überwiegende Teil der Kapitalverluste würde aus Kreditverlusten resultieren, und zusätzlich käme ein kleinerer Teil operationelle Verluste hinzu. Den Rest des Beitrags lesen »

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Politische Instabilität: Über der EU braut sich ein Sturm zusammen

Posted by hkarner - 2. Juli 2016

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Über der EU ziehen dunkle Wolken auf: Eine Rezession könnte Europa in eine neue Krise treiben. Sie wird die Euro-Zone genauso treffen wie Großbritannien. Die Briten werden nach einiger Zeit jedenfalls erkennen, dass die EU nicht der Hauptschuldige an der unbefriedigenden wirtschaftlichen Lage ist.

 

Nach Edward Heath, Margaret Thatcher und John Mayor ist David Cameron der vierte konservative Premierminister innerhalb von 42 Jahren, der an der Europapolitik gescheitert ist. Cameron hatte durch die Ankündigung eines Referendums dem europafeindlichen Flügel in seiner Partei sowie der UKIP den Wind aus den Segeln genommen, um die Wahlen von 2015 zu gewinnen. Dies zum Preis eines unerwarteten Austritts, den er selber und die Mehrheit der britischen Wirtschaftselite gar nicht wollten. England und spezifisch die Konservative Partei haben in der Nachkriegszeit kein stimmiges Verhältnis zu Europa gefunden. Ein Teil der Führungsschicht des Vereinigten Königreichs ist gefangen in der Vergangenheit als Zentrum eines Empires. Sie hat die Entkolonialisierung und eine seit den 1980er Jahren gescheiterte Anpassung und Modernisierung des britischen Industriesektors nie verwunden. Im Verhältnis zu Europa ging es ihr immer um einen Spezialstatus, der in der Praxis Rosinenpicken bedeutete: Kein Euro-Beitritt, kein Schengenraum, Konzessionen bei den Beitragszahlungen, beim Status des Finanzsektors usw. Dank seines wirtschaftlichen und vor allem auch politischen Gewichts konnte Großbritannien immer Sonderkonditionen durchsetzen.

Das Vereinigte Königreich hat seit den 1980er Jahren ein erfolgreiches, aber einseitiges und ungleichgewichtiges Wachstumsmodell entwickelt. Die Wachstumsraten des BIP/Kopf lagen deutlich höher als in der Eurozone. Die Wirtschaft basiert aber primär auf Finanz-Dienstleistungen und auf einem kreditgetriebenen Wachstum des Konsums. Die Sparquote ist seit Mitte der 1980er Jahre drastisch zurückgegangen, was sich auch in wachsenden Leistungsbilanzdefiziten reflektiert. Die Leistungsbilanzdefizite entstammen allein dem Güterhandel, während der Finanzsektor inklusive Versicherungen rasch steigende Überschüsse beigetragen hat. Den Rest des Beitrags lesen »

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Enteignung der Sparer: EZB rettet die Schulden-Staaten in Europa

Posted by hkarner - 14. März 2016

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Die Europäische Zentralbank hat radikale Maßnahmen beschlossen. Vordergründig geht es um die Ausdehnung der unkonventionellen Geldpolitik. Tatsächlich ändert die EZB ihren Charakter fundamental. Sie wird zentrale Schaltstation eines europäischen Machtzentrums. Die europäischen Sparer werden enteignet, damit sich die Schulden-Staaten sanieren können.

Mit der radikalen Politik der EZB wird die alte Bundesbank-Tradition über den Haufen geworfen. Privates Sparen und die kollektive Altersvorsorge werden gnadenlos abgestraft. Dafür werden die Zentralbank und die Geschäftsbanken primäre Staatsfinanzierer. Mit dirigistischen Einzelmaßnahmen wird ein bestimmter Steuerungseffekt zu erreichen versucht. Das ist das Zentralbankmodell der Peripheriestaaten der 1980er Jahre bis zum Vorfeld der Einführung des Euro – ohne inflationären Beigeschmack. Die angekündigten Maßnahmen enthalten noch beträchtliches Optimierungspotential.

Notenbankpräsident Draghi begründete die Aktion der EZB mit der Notwendigkeit, die Inflation auf knapp unter 2% anzuheben. Das kann nur ein Vorwand sein. Ohne Energiepreise, welche die Zentralbank gar nicht wesentlich beeinflussen kann, liegt die hicp-Inflationsrate in den letzten 12 Monaten knapp unter 1%. Das ist eine kleine Differenz zur Zielgrösse, die zudem über Zweifel nicht erhaben ist. Den Rest des Beitrags lesen »

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Crash-Gefahr: Der globale Währungskrieg gerät außer Kontrolle

Posted by hkarner - 9. Februar 2016

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Es ist der gefährlichste Fehler im System: Die Abwertung des chinesischen Yuan kann eine globale Banken- und Schuldenkrise auslösen. China würde in diesem weltweiten Blitz-Währungskrieg schweren Schaden nehmen – genauso wie alle Exportnationen. Ein großer Verlierer wäre Deutschland. Die Sieger wären die US-Hedge Funds, deren Spekulation zum Geschäft des Jahrhunderts würden.

blanchard1-1In Erwartung des großen Knalls: IWF-Mann Olivier Blanchard in Peking, im Januar 2015.

Das internationale Währungssystem ist in Aufruhr. Es widerspiegelt dies grosse tektonische Verschiebungen: Nach einem langen Boom der Rohwarenpreise von 2002 bis 2011 sind diese seit Mitte 2014 sehr stark gefallen, praktisch wieder auf den Ausgangspunkt des Booms zurück. Viele Währungen von Schwellenländern folgen den Rohstoffpreisen in den Keller. China war der Treiber dieses Rohstoffbooms. Jetzt kühlt seine Wirtschaft heftig ab. Und der Yuan, die Währung der Volksrepublik, ist im Zug seiner Teil-Liberalisierung ebenfalls unter Druck geraten. Was auf den ersten Blick als vernünftiger Anpassungsmechanismus erscheint, ist in Tat und Wahrheit ein fehlerhaft konzipiertes Weltwährungssystem, das die Welt in eine Schulden- und Bankenkrise stürzen kann.

Viele Marktteilnehmer kritisieren die amerikanische Zentralbank für ihre Zinserhöhung im Dezember: Sie zeige schlechtes Timing, sei Schuld am Markteinbruch, provoziere oder verschärfe die Rezession. Den Rest des Beitrags lesen »

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Gewagtes Experiment: Merkel hofft auf Wachstum durch Massen-Einwanderung

Posted by hkarner - 11. Oktober 2015

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Angela Merkel verfolgt mit der Politik der offenen Grenzen auch eine radikale Wende in der Wirtschaftspolitik: Die Einwanderer sollen die deutsche Wirtschaft ankurbeln. So will Merkel dem Drängen des IWF folgen und von der Export-Abhängigkeit zum Binnenwachstum kommen. Zu erwarten ist zunächst ein massiver Bau-Boom. Doch diese Strategie ist hoch riskant.

Kanzleramtsminister Peter Altmaier geht von einer positiven Wirkung des Flüchtlingsstroms auf Deutschland aus. Altmaier sagte der Bild-Zeitung:  „Wenn wir die Flüchtlingskrise erfolgreich bewältigt haben, steht Deutschland stärker da als jemals zuvor. Führende Ökonomen sagen uns voraus, dass durch die Zuwanderung neue Arbeitsplätze entstehen. Und Zehntausende junge Flüchtlinge werden Arbeits- und Ausbildungsplätze besetzen, für die es seit vielen Jahren keine geeigneten Bewerber gegeben hat, weil der Arbeitsmarkt leergefegt war.“

Der Grund, warum Altmaier – und damit Merkel, für die er spricht – ihre Hoffnung auf wirtschaftliche Wachstum an die Flüchtlinge knüpfen, liegt in einer völlig veränderten Ausgangslage in Deutschland. Die Wirtschaft sieht sich drei neuen Problemen gegenüber, die zufällig gleichzeitig entstanden sind:

1) Die Wachstumskrise Chinas, der Rohstoff-Produzentenländer und der Schwellenländer generell repräsentieren die Kehrtwende dessen, was die deutsche Exportnachfrage seit 2000 angetrieben hat: Ein Nachfrageboom für Investitionsgüter und teure Premium-Automobile im Ausland, vor allem aus diesen Ländern.

2) Die aufkommende Exportkrise wird durch die hausgemachte Krise des größten Automobilherstellers der Welt verschärft werden, welche auf die ganze deutsche Autoindustrie abstrahlen wird. Volkswagen wird hart ums Überleben in der gegenwärtigen Form kämpfen müssen. Die Tests und Normen bezüglich realistischer Emissionen von Diesel- und Benzinmotoren (Direkteinspritzer) werden drastisch verschärft werden. Das erhöht die Entwicklungsaufwendungen und zwingt zur Anpassung der Geschäftsmodelle. Der Diesel als Haupttrumpf der deutschen Premium-Modelle wird für viele Marktsegmente zu teuer werden.

3) Schließlich ist ein demographischer Wechsel im Gang, der mit der Flüchtlingskrise Deutschland und andere Länder Europas zu einem Land mit Masseneinwanderung macht. Das garantiert, wenn richtig gehandhabt, einen binnenwirtschaftlich getragenen Wachstumsprozess. Den Rest des Beitrags lesen »

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Wechsel an der Spitze reicht nicht: VW muss sich neu erfinden

Posted by hkarner - 9. Oktober 2015

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Der vorsätzliche Betrug durch die Software-Programmierung für die Motorsteuerung ist nur ein Aspekt der Volkswagen-Krise. Ein anderer betrifft die systematische Überschreitung und Aushebelung von Emissions-Grenzwerten in der Praxis durch die Entwicklung immer größerer oder extrem gesundheitsschädigender Fahrzeuge mit ungenügender Emissionstechnologie. Dieser Aspekt wird mittel- und langfristig aufgearbeitet und korrigiert werden müssen – und zwar für die gesamte Autoindustrie.

VW CCDas bewusste Täuschen durch die betrügerische Programmierung von Software für Motorsteuerungen ist nur ein Teil des Abgas-Skandals bei VW.

Man stelle sich vor, der ganze Vorstand und Aufsichtsrat hätten ursprünglich nichts von der Manipulation der ECU-Steuereinheit bei den 11 Millionen Modellen mit dem EA189-Motor gewusst. Das ist das bestmögliche Szenario. Irgendwann seit dem 14. Mai 2014, als die Nachforschungen der amerikanischen Umweltschutz-Agentur EPA begannen, muss in diesem Fall diese Untersuchung zum Vorstand durchgedrungen sein – wahrscheinlich ziemlich rasch. Die EPA beließ Volkswagen mehrfach die Möglichkeit, eine Korrektur anzubringen und substantielle Verbesserungen vorzunehmen. VW versteifte sich aber in den Diskussionen, dass die EPA keine geeignete Messtechnologie habe. Zu diesem Zeitpunkt hätte eine sofortige interne Überprüfung angeordnet werden müssen. Nicht erst jetzt. Der Vorstand hätte auch den Aufsichtsrat informieren und sich auf alle möglichen Schritte und Reaktionen durch die EPA und andere Teilhaber einstellen müssen. Aufsichtsrat und Vorstand hätten Plan B, C, D ausarbeiten lassen müssen. Vorstand und Aufsichtsrat hätten die Öffentlichkeit möglichst rasch über die laufende Untersuchung durch die EPA informieren müssen. Nichts von alledem ist geschehen. Dies lässt nur wenige Interpretationen zu: Entweder sind Vorstand und Aufsichtsrat unfähig oder Teile von Vorstand und Aufsichtsrat wussten Bescheid und haben die Verhaltensweise zumindest seit 2014 sogar so angeordnet und absichtlich verschleiert. Den Rest des Beitrags lesen »

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