Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Austria’

Top-Manager verdienen 56-mal mehr als Arbeitnehmer

Posted by hkarner - 16. November 2018

15. November 2018, 15:43 derstandard.at

Hochkonjunktur für Gagen der ATX-Vorstände: Deren Einkommen stieg im Vorjahr um zwölf Prozent, errechnete die Arbeiterkammer

Wien – Wolfgang Eder muss sich mit Platz drei zufriedengeben. Der Voestalpine-Chef verdiente 2017 um fast 1,5 Millionen Euro weniger als der Vorsitzende der Bawag Group Anas Abuzaakouk. Dieser wurde einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer zufolge im Vorjahr mit 5,3 Millionen Euro entlohnt. Sein Vorstandskollege Sat Shah erhielt 4,4 Millionen. Andritz-Chef Wolfgang Leitner kam auf rund 3,5 Millionen Euro und OMV-Vorstand Manfred Leitner auf 2,2 Millionen Euro. Die erste Frau im Gagenranking der börsennotierten ATX-Konzerne in Österreich rangiert mit Elisabeth Stadler erst an 50. Stelle. Die Generaldirektorin der Vienna Insurance Group liegt mit knapp mehr als einer Million Euro deutlich unter dem Schnitt ihrer fast durchwegs männlichen Kollegen.

„Keine Neiddebatte“

„Ich will keine Neiddebatte anzetteln und habe Respekt vor der Leistung vieler Manager“, sagt Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl. Mittlerweile galoppierten aber die Gehälter der Spitzenverdiener der allgemeinen Lohnentwicklung davon. Es gehe um Gerechtigkeitsempfinden – und dieses wirke sich wiederum auf die Motivation der Beschäftigten aus. 2017 war ein gutes Jahr für die 20 großen ATX-Unternehmen von AT&S bis Wienerberger, erhob die Arbeiterkammer. Ihr Umsatz stieg im Schnitt um sechs Prozent, ihr Gewinn um ein Drittel. Die Hochkonjunktur setzte sich in der Vergütung fort: Die Spitzenmanager verdienten im Jahr durchschnittlich 1,7 Millionen Euro. Das ist das 56-Fache eines mittleren Einkommens in Österreich. Und es ist der höchste Wert seit dem Beginn der Gehaltserhebungen im Jahr 2003.

Äpfel mit Birnen vergleichen?

Kritik aus der Industrie, dass in den Vergleichswert auch Beschäftigte hineingerechnet werden, die Teilzeit oder nicht das ganze Jahr über arbeiten, weist Studienautorin Christina Wieser zurück. Der Maßstab dafür sei sehr wohl Vollzeitbeschäftigung. Seit 2003 hätten sich die Gagen der Spitzenverdiener demnach gut verdreifacht, während die Durchschnittsgehälter nur um ein Drittel wuchsen. Für Felix Josef, Chef des Marktforschers Triconsult, spiegelt das nicht die österreichische Realität wider. Klarerweise gebe es ein paar Konzerne, die ihre Manager sehr hoch entlohnten, sagt er. Im Schnitt jedoch gingen Führungskräfte hierzulande im Vorjahr mit 207.600 Euro nach Hause, wie er für die Industrie errechnete. Damit hinke Österreich bei Topeinkommen im europäischen Vergleich deutlich hinterher. Was wiederum diese Statistik relativiert: Österreichs ATX-Konzerne sind in der Regel kleiner als deren Kollegen im deutschen Dax.

Harte Zahlen als Anreiz

Der Treiber der Spitzengehälter sind variable Vergütungsbestandteile wie Boni. Sie stellten im Vorjahr 45 Prozent des Salärs, international ist dieser Anteil höher. Bemessen wird das variable Gehalt überwiegend an Finanzkennzahlen. Was die Arbeiterkammer als Anreiz vermisst, sind ökologische und soziale Faktoren wie etwa die Schaffung von Arbeitsplätzen. Keiner werde hier von der Gewerkschaft schärfer beobachtet als ATX-Konzerne, hält Josef dagegen. Ganz abgesehen davon sei es nicht Aufgabe privater Unternehmen und ihrer Führungskräfte, neue Sozialleistungen einzuführen. Mehr Transparenz Neben der Deckelung der Topgagen verlangt die Arbeiterkammer mehr Transparenz. Derzeit gebe es nämlich rund um sämtliche Vergütungsbestandteile viele Ungereimtheiten. Diese gehörten innerbetrieblich offengelegt. Diese Transparenz müsse dann aber freilich für alle Beschäftigte auf allen Ebenen gelten, gibt Josef zu bedenken. „Es ist in Österreich allerdings eine unheilige Tradition, dass über Geld nicht gern gesprochen wird.“ (Verena Kainrath, 15.11.2018) – derstandard.at/2000091441870/Top-Manager-verdienen-56-Mal-mehr-als-durchschnittliche-Arbeitnehmer

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Einlagensicherung Austria startet 2019 mit einer halben Milliarde

Posted by hkarner - 12. November 2018

9. November 2018, 15:51 derstandard.at

Volumen muss bis 2024 auf 1,3 Mrd. Euro bzw. 0,8 Prozent der gesicherten Einlagen steigen – Fonds in Wirtschaftskammer angesiedelt

Wien – Die Einlagensicherung Austria (ESA) wird 2019 mit einem Fondsvolumen von rund 500 Mio. Euro an den Start gehen. Das entspreche rund 0,31 Prozent der gesicherten Einlagen von rund 160 Mrd. Euro, sagte der Vorsitzende des ESA-Aufsichtsrates, der Geschäftsführer der WKÖ-Bankensparte, Franz Rudorfer, am Freitag zur APA. Bis 2024 müssten 0,8 Prozent oder 1,3 Mrd. Euro erreicht werden. Die Umsetzung der einheitlichen österreichischen Einlagensicherung, der mit Ausnahme der Erste Bank und Sparkassen alle heimischen Sparinstitute angehören, und die per Gesetz von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) – in enger Abstimmung mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) – einzurichten war, sei fast fertig. Derzeit werde zum Beispiel intensiv am Internetauftritt des Einlagensicherungsfonds gearbeitet, sagte Rudorfer.

Bis Jahresende altes System

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Stresstest: Austro-Banken haben laut IHS-Kocher Aufholbedarf

Posted by hkarner - 6. November 2018

3. November 2018, 13:30 derstandard.at

Schieflage Italiens als Unsicherheitsfaktor für Europa – Mit strengerem Budgetvollzug hierzulande mehr Spielraum für geplante Steuerreform schaffen

Wien – Der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Martin Kocher, sieht nach dem Bankenstresstest „keine großen Probleme“ bei den europäischen Banken. „Die Ergebnisse liegen eigentlich im Rahmen der erwartbaren.“ Auch die österreichischen Banken seien auf einem guten Weg, auch wenn sie im europäischen Vergleich etwas Aufholbedarf hätten, sagte er am Samstag im Ö1-„Mittagsjournal. Die Kapitalisierungsquoten der europäischen Banken hätten sich verbessert, aber auch einige Probleme seien durch den Stresstest aufgezeigt worden. Im Moment sei die Ertragslage gut.

Gefahren durch Schieflage Italiens

Die Frage sei aber auch, wie groß ein wirtschaftlicher Einbruch ausfallen könne. Auch wenn der Sektor insgesamt „schockresistent“ sei, berge die „Schieflage Italiens“ gewisse Gefahren vor allem für italienische, aber auch europäische Banken, die Italo-Staatsanleihen in ihren Büchern haben. „Das Problem ist, dass sich die italienische Regierung momentan nicht an Vereinbarungen hält“, sagte Kocher. Den Rest des Beitrags lesen »

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Kreditnachfrage erreicht neue Höhen, Wachstum flacht sich jedoch ab

Posted by hkarner - 25. Oktober 2018

Dank an J.G.

Banken/OeNB/Konjunktur/Wirtschaft und Finanzen 24/10
>
> Utl.: Österreich-Ergebnisse der euroraumweiten Umfrage über das Kreditgeschäft vom Oktober 2018

> Wien (OTS) – Seit Ende 2016 ist die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen.
> Dieser Trend hat sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im  Privatkundengeschäft verläuft vergleichsweise moderater. Das zeigen die Ergebnisse der vierteljährlichen Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum, in der führende Banken nach ihren Einschätzungen gefragt werden. Die aktuellen Entwicklungen vollziehen sich vor dem Hintergrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes.

> Der aktuelle Kreditboom wird vom gestiegenen Finanzierungsbedarf infolge der kräftigen Investitionstätigkeit der heimischen Unternehmen getrieben. Die Bruttoanlageinvestitionen legten 2016 und 2017 real um 4,3% bzw. 3,9% zu, die Ausrüstungsinvestitionen sogar  um 10,6% bzw. 4,6%. Die OeNB erwartet für 2018 eine ähnlich gute  Konjunktur wie im vergangenen Jahr. Steigende globale handels- und wirtschaftspolitische Risiken werden das Wachstum in weiterer Folge jedoch bremsen.

> Die starke Kreditnachfrage von Seiten der österreichischen Unternehmen trifft auch auf anhaltend attraktive Konditionen. Seit Mitte 2016 haben die Banken die Margen für durchschnittlich risikoreiche Kredite – hauptsächlich aus Wettbewerbsgründen – kontinuierlich gesenkt.

Im Privatkundengeschäft verläuft die Entwicklung moderater. Langfristig betrachtet zieht die Nachfrage nach Wohnbaukrediten sowie Konsum- und sonstigen Krediten seit 2010 tendenziell an. Seit Mitte 2017 ist es, den Umfrageergebnissen zufolge, jedoch kaum noch zu merklichen Nachfrageänderungen gekommen. Wie im Unternehmenskundengeschäft hat sich auch im Privatkundengeschäft die Wettbewerbssituation der Banken zu Gunsten der Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer ausgewirkt. So wurden die Margen für durchschnittlich risikoreiche Wohnbaukredite von den Banken ab 2017 immer weiter gelockert – auch im dritten Quartal 2018.

Themen der Umfrage waren diesmal auch das erweiterte Programm des Eurosystems zum Ankauf von Vermögenswerten und der negative Einlagenzinssatz des Eurosystems. Gemäß den Ergebnissen belastet das Ankaufprogramm seit seinem Bestehen aufgrund von gesunkenen  Nettozinsmargen die Ertragslage der Banken, hatte aber auch positive Einflüsse auf ihre Liquidität und ihre Finanzierungsbedingungen.

Ihre Ertragslage sehen die Banken auch vom negativen Einlagenzinssatz nachteilig betroffen. Dieser verursacht – den Angaben der Umfrageteilnehmer zufolge – einen anhaltenden Abwärtsdruck auf die Kreditzinsen und -margen und damit auch auf die Nettozinserträge der Banken. Es bleibt anzumerken, dass die allgemeine Wirksamkeit der geldpolitischen Maßnahmen des Eurosystems (Ankaufprogramm,  Einlagenzinssatz), die auf den Euroraum insgesamt abzielen, nicht anhand der hier präsentierten nationalen Effekte besprochen werden kann.

Die Zentralbanken des Euroraums – in Österreich die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) – führen gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Anfang 2003 viermal jährlich eine Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum durch, um ihren Informationsstand über das Kreditvergabeverhalten der Banken, das Kreditnachfrageverhalten von Unternehmen und privaten Haushalten, sowie sonstige die Geldpolitik betreffende Themen zu verbessern. Dabei werden rund 150 führende Banken aus allen Ländern des Euroraums befragt, darunter acht Institute aus Österreich. Eine ausführlichere Darstellung der österreichischen Ergebnisse wird in Statistiken – Daten & Analysen Q4/2018 veröffentlicht. Die Resultate für den Euroraum werden von der EZB auf ihrer Website publiziert ( http://www.ecb.europa.eu/stats/money/surveys/lend/html/index.en.html ).
> Rückfragehinweis:>    Oesterreichische Nationalbank
>    Dr. Christian Gutlederer
>    Pressesprecher

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40 Prozent der Wiener Unternehmer haben Migrationshintergrund

Posted by hkarner - 14. Oktober 2018

Regina Bruckner, 13. Oktober 2018, 12:00 derstandard.at

Die Zahl der ausländischen Entrepreneure in Österreich steigt. Nicht alle nehmen freiwillig diesen Weg

„Als Friseur musst du ein bisschen verrückt sein. Ich will wie Zohan sein.“ Noch ist Hasan Ali Duran nicht so weit, dass die Damenwelt vor dem eigenen Salon Schlange steht wie bei Zohan – seinem boratähnlichen Vorbild aus dem aberwitzigen Klamaukfilm Leg dich nicht mit Zohan an. Noch hat er Lehrjahre vor sich – bei Joel’s Dreamhair im fünften Wiener Gemeindebezirk. Bis er, wie sein vom US-Blödler Adam Sandler verkörpertes Vorbild, Frauen mit seinem „silky smooth“-Stil glücklich macht, wird der 19-Jährige wohl noch viele Haare vom Boden aufkehren. Schicke schwarze Maojacke, aschblondes, akkurat geschnittenes Haar, fein säuberlich gestutzter Schnurrbart, seine Profession trägt der junge Mann schon jetzt mit Stolz und Lausbubenhaftigkeit vor sich her. Kunden hält er mit überschwänglicher Geste und angedeuteter Eleganz die Tür zur Gasse auf – Zohan lässt grüßen.

Sein eigener Herr

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ZURÜCK ZUR ÖSTERREICH AG

Posted by hkarner - 11. Oktober 2018

FURCHE-Kolumne 251

Wilfried Stadler
So als wäre die Sache nur halb so wichtig, wird alle paar Jahre der gesellschaftsrechtliche Rahmen geändert, in dem die verbliebenen Reste der ehemaligen „Verstaatlichten Industrie“ verwaltet oder auch gemanagt werden.
Nachdem 1993 in der damaligen großen Koalition unter Franz Vranitzky erstmals Einigkeit über eine schrittweise Privatisierung erzielt worden war, folgten bald darauf bei Voest-Alpine, Boehler-Uddeholm und Telekom Austria konkrete Schritte an die Börse.

Wolfgang Schüssel läutete dann 2000 einen nächsten Privatisierungsschub ein. Allerdings schoss man damals in der löblichen Absicht einer dauerhaften Entparteipolitisierung übers Ziel hinaus und entzog der jeweiligen Regierung alle formellen Einflussmöglichkeiten auf Personalentscheidungen. Stattdessen erhielt der ÖIAG-Aufsichtsrat den Auftrag, sich ohne Mitwirkung des Eigentümers selbst zu erneuern. Nach anfänglichen Erfolgen erwies sich dieses aktienrechtlich unhaltbare Sonderkonstrukt schon bald als Insider-Spielwiese gut untereinander vernetzter Top-Manager.

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Abbauerlös aus alter ÖVAG 13-mal höher als erwartet

Posted by hkarner - 9. Oktober 2018

Jetzt weiss man, wieso die besonders helle Frau Fekter keine Bad Banks wollte! (hfk)

9. Oktober 2018, 05:50 derstandard.at

Die Liquidation der „Bad Bank“ Immigon soll nächstes Jahr eingeleitet werden, sie lagert ihre Personalabteilung an die Heta aus

Wien – Der Abbau der Ex-Krisenbank ÖVAG wird Staat und Volksbankern keine neuen Verluste, sondern einen unerwarteten Geldregen bescheren. Die Altlasten aus Krediten, Wertpapieren und in der ÖVAG-Bad-Bank Immigon zum Verkauf geparkten Firmen wurden weitestgehend abgebaut. Mit den Verwertungen ist zurzeit 13-mal mehr in der Kassa als bei Beginn des Abbaus Mitte 2015 erwartet.

Gut für den Fiskus

Das ist gut für den Staatshaushalt. Die ehemalige Volksbanken AG (ÖVAG) musste 2009 und 2012 mit rund 1,25 Steuermilliarden vom Staat aufgefangen werden. Mitte 2015 wurde sie zerschlagen, der „gute Teil“ ging an die Volksbank Wien. Mit der ÖVAG-Resteverwertung begann die Immigon. „Da kommt schon was zurück“, sagt Immigon-Chef Stephan Koren. Anfangs wurde geschätzt, dass im Abbauvehikel bestenfalls um die 50 Millionen Euro Eigenkapital (de facto als Liquidationserlös) überbleiben werden. Tatsächlich enthält die Bilanz der Immigon Portfolioabbau AG schon Ende 2017 rund 674 Millionen Euro Eigenkapital. Damit stand man beim gut Dreizehnfachen des Angenommenen. Wie viel es am Schluss wird, hänge davon ab, wie die Ergebnisse heuer und 2019 aussehen werden, so Koren, und wie viel die Liquidation abschließend kostet. Jedenfalls seien die Erwartungen deutlich übertroffen worden. “ Den Rest des Beitrags lesen »

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Gottfried Haber wird neuer Präsident des Fiskalrats

Posted by hkarner - 6. Oktober 2018

5. Oktober 2018, 13:42 derstandard.at

Der Wirtschaftsökonom folgt ab November Bernhard Felderer nach. Der Beschluss fällt kommenden Mittwoch im Ministerrat

Wien – Gottfried Haber wird neuer Präsident des Fiskalrates, der die Einhaltung der EU-Sparvorgaben in Österreich überwacht. Das hat Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) am Freitag angekündigt. Der 45-jährige Wirtschaftsökonom arbeitet an der Donau Universität Krems und gilt als ÖVP-nahe. Er tritt mit 1. November die Nachfolge von Bernhard Felderer an, der ein Jahr vor Ablauf des Mandats abgetreten ist. Bruno Rossmann, Budgetsprecher und Klubobmann der Liste Pilz, kann der Ernennung einiges abgewinnen: „Es ist zwar wenig überraschend, dass die ÖVP erneut einen Mainstream-Ökonomen an der Spitze des Fiskalrats installiert, aber dennoch eine verpasste Chance für einen dringend nötigen Paradigmenwechsel.“ Dennoch: „Fachlich habe ich Gottfried Haber in den Budget-Expertenhearings als dialogorientierten Experten kennengelernt, dessen ökonomische Sichtweise ich zwar oftmals nicht teile, der diese aber auch dann vertritt, wenn sie nicht der Regierungslinie entspricht.“ Nicht ganz so freundlich äußert sich SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer, der zwar einerseits Haber fachliche Kompetenz zugesteht, andererseits aber ÖVP-Postenschacher beklagt und fürchtet, dass künftig nicht mehr von „einer Unabhängigkeit des Fiskalrats die Rede sein könne.“ Der Ministerrat wird Habers Bestellung kommenden Mittwoch beschließen. Löger lobte Haber am Freitag als die beste Wahl für die verantwortungsvolle Tätigkeit an der Spitze des Fiskalrates. „Mit Haber wird ein starker Fürsprecher für einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld an der Spitze des Fiskalrates stehen, der nicht zuletzt aufgrund seiner ausgesprochen hohen Fachexpertise im Bereich des Finanz- und Budgetwesens mein vollstes Vertrauen genießt“, so Löger in einer Stellungnahme.

Vizepräsident seit 2013

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Wirecard greift Banken frontal an

Posted by hkarner - 5. Oktober 2018

Der deutsche Zahlungsdienstleister will sein mobiles Bezahlsystem Boon deutlich ausbauen. Auch der Abschluss von Versicherungen soll möglich werden.

Der vom Österreicher Markus Braun geleitete börsennotierte Zahlungsdienstleister Wirecard will den etablierten Banken Privatkunden abspenstig machen. Wirecard wolle sein mobiles Bezahlsystem Boon zu einem Smartphone-Konto ausbauen, sagte der Vorstandschef dem
deutschen „Handelsblatt“.

„Künftig sollen die Kunden via Boon Überweisungen tätigen können, Kredite ausleihen und Versicherungen abschließen“, so Braun. Die
Bezahllösung Boon ging im Jahr 2015 an den Start und hat heute bereits 35 Millionen Kunden weltweit.

Die Marke Boon solle künftig durch immer mehr Mehrwertleistungen erweitert werden, sagte Braun. So spreche das Unternehmen bereits
mit großen Versicherern über Kooperationen. „Beispielsweise sollen die Kunden ein Luxus- oder Elektronikprodukt beim Kauf gleich
versichern können“, sagte Braun.

Wirecard ist erst kürzlich in den deutschen Leitindex DAX aufgestiegen und warf das DAX-Gründungsmitglied Commerzbank aus dem Index.

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Staat bleiben laut Fiskalrat Kosten von zwölf Milliarden Euro nach Bankenhilfen

Posted by hkarner - 1. Oktober 2018

28. September 2018, 14:16 derstandard.at

Zum Höhepunkt der Bankenkrise lag die Belastung drei Mal so hoch

Wien – Der Fiskalrat geht davon aus, dass das Bankenhilfspaket auch nach Abwicklung der notverstaatlichten „Bad Banks“ noch elf bis zwölf Milliarden Euro an Schulden hinterlassen wird. Am Höhepunkt der Hilfsmaßnahmen waren es 37,2 Milliarden Euro, sagte Fiskalrats-Experte Johannes Holler am Rande einer Pressekonferenz am Freitag. Gänzlich abgebaut werden sollen die drei Bad Banks bis 2023. Wie stark die Bankenpakete der vergangenen Jahre die Staatsfinanzen belastet haben, lässt sich mit verschiedenen Methoden berechnen. So hat die Statistik Austria am Donnerstag den Schuldenstand der drei Bad Banks veröffentlicht. Insgesamt waren es zuletzt (Stand 2017) 15,1 Milliarden Euro. Ein deutlicher Rückgang von 28,3 Milliarden Euro 2015. Erzielt wurde der Rückgang durch den Verkauf des Vermögens der „Abbaubanken“ HETA (für die Hypo Alpe Adria), KA Finanz (Kommunalkredit) und Immigon (ÖVAG).

Höhepunkt bei 37,2 Milliarden Euro

Der Fiskalrat hat dagegen gemeinsam mit der Österreichischen Nationalbank (OeNB) berechnet, wie viel der Staat für Bankenhilfen bezahlt hat und welche Einnahmen im Gegenzug zurückgeflossen sind. Letzteres über die Dividenden der Bad Banks oder die von anderen unterstützten Banken bezahlten Haftungsentgelte. Laut dieser Rechnung beliefen sich die Kosten für den Staat am Höhepunkt der Hilfspakete auf bis zu 37,2 Milliarden Euro. Die Rückflüsse haben die Belastung auf 27 Milliarden Euro reduziert. Und insgesamt rechnen Fiskalrat und Nationalbank damit, dass der Staat nach der 2023 erwarteten vollständigen Abwicklung der drei Bad Banks noch auf elf bis zwölf Milliarden Euro an Kosten sitzen bleiben dürfte.

Chef zieht sich zurück

Wie der Fiskalrat mitteilte, zieht sich sein Chef Bernhard Felderer nach fünf Jahren an der Spitze mit Ende September zurück. Über die Nachfolge entscheidet die Regierung im Ministerrat – und zwar „demnächst“, wie es im Finanzministerium am Freitag hieß. Felderer begründete seinen Rücktritt ein Jahr vor Ende seines sechsjährigen Mandats mit seinem im März begangenen 77. Geburtstag. Er habe noch viel vor, sagte der gebürtige Kärntner, der lange an Universitäten in den USA und in Deutschland gearbeitet hat, bevor er 1991 Chef des IHS in Wien wurde (bis 2012). So plane er ein Sabbatical in Argentinien und wolle noch einmal an die Universität in Chapel Hill (USA).

Keine gesundheitlichen Probleme

„Wenn ich das alles zusammenrechne, muss ich 110 Jahre alt werden“, sagte Felderer am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien. Daher habe er Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gebeten, ihn ein Jahr vor Auslaufen seiner Amtszeit abzulösen. Gesundheitliche Probleme habe er nicht, auch keine politischen, versicherte Felderer. Der studierte Jurist und Volkswirt war seit 2006 Präsident des Staatsschuldenausschusses, der Ende 2013 in den „Fiskalrat“ überging. Wehmut ob seines Abgangs ließ er auf Nachfrage deutlich durchblicken: „Fragen Sie nicht nochmal, sonst sehen Sie noch Tränen.“ Die Entscheidung über Felderers Nachfolge liegt bei der Regierung. Der Ministerrat wird sich laut Finanzministerium „demnächst“ mit der Personalie befassen. Als möglicher Nachfolger gilt Fiskalrats-Vizepräsident Gottfried Haber von der Donau Universität Krems. Er gilt als ÖVP-nahe, wurde von der Partei zuletzt für Budgethearings im Nationalrat nominiert und 2014 von der nunmehrigen niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner als Finanzminister ins Gespräch gebracht.

Nachfolge noch unklar

Wer Felderer nachfolgen wird, sagte das Finanzministerium am Freitag nicht. In einer gemeinsamen Aussendung lobten Kurz und Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) Felderer „starken Fürsprecher von geringerer Staatsverschuldung und einer niedrigeren Steuer- und Abgabenquote“: „Als Präsident des Fiskalrats hat Professor Bernhard Felderer oft die Finger in die Wunde gelegt, um auf dringend nötige Reformen im Staatsgefüge aufmerksam zu machen.“ Felderer selbst zeigte sich zum Abschied durchaus zufrieden mit dem Zustand der Staatsfinanzen in Österreich und Europa. In der EU gebe es kein Defizit mehr über drei Prozent der Wirtschaftsleistung: „Wir sind auf dem Weg zu mehr Finanzstabilität und können ruhiger als 2008 einer möglicherweise kommenden Krise entgegensehen.“ (APA, 28.9.2018) – derstandard.at/2000088275854/Staat-bleiben-laut-Fiskalrat-Kosten-von-zwoelf-Milliarden-Euro-nach

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