Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Posts Tagged ‘Austria’

Wifo erwartet schwächeres Wachstum bis 2024

Posted by hkarner - 7. November 2019

05.11.2019 um 09:11, diepresse.com

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) erwartet für die kommenden fünf Jahre (2020-24) ein etwas schwächeres Wirtschaftswachstum – weniger als zuletzt prognostiziert und auch weniger als im Zeitraum 2014-19. Weil auch Österreich die weltweite Konjunkturabkühlung zu spüren bekommt, wird sich das Wachstum im Schnitt auf 1,4 Prozent pro Jahr abbremsen, bis 2019 waren es im Schnitt 1,9 Prozent.

Vor allem in den Jahren 2020 und 2021 stützen deutliche Einkommenssteigerungen bei den privaten Haushalten die Konsumausgaben der Verbraucher „und wirken dem internationalen Sog entgegen und mildern die wirtschaftliche Abkühlung in Österreich“, erklärte das Wifo am Dienstag zu seiner neuen Mittelfrist-Prognose. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »

Immobilienboom treibt Ungleichheit – Politik eher machtlos

Posted by hkarner - 9. Oktober 2019

Vermögen sind in Österreich und Deutschland stark konzentriert. Studien zeigen, welch große Rolle Immobilien spielen. Der Einfluss der Politik ist dagegen bescheiden

Leopold Stefan, derstandard.at

So sehr sich die Politik bemüht die Einkommen zu beeinflussen, die Aufs und Abs an den Märkten prägen Vermögenskonzentration viel stärker.

Nach tristen Jahren infolge der Finanz- und Eurokrise erlebte die deutsche Wirtschaft einen fulminanten Aufschwung, der sich nun dem Ende zuneigt. Unterm Strich sind die Deutschen gut ausgestiegen: Das Nettovermögen ist seit 2012 um mehr als 20 Prozent gewachsen, ohne dass die Ungleichheit zunahm, wie eine jüngst präsentierte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt.

Demnach besaßen die reichsten zehn Prozent 2017 zwar mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent). Aber die Vermögensungleichheit verharrte in den letzten zehn Jahren auf diesem Niveau, sagt Studienautor Markus Grabka. Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland jedoch weiterhin im Spitzenfeld bei der Vermögenskonzentration. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

Kanzler Sebastian Kurz – Staatsmann oder Gaukler?

Posted by hkarner - 7. Oktober 2019

Gero Jenner, 6.10.2019

Die Frage ist nicht aus der Luft gegriffen, denn bevor der Vorsitzende der ÖVP gestern seinen sensationellen Wahlerfolg errang, ließ sich das Urteil der Parteien im Hinblick auf seine Person etwa unter diesem Gegensatz subsumieren. Auch für die unmittelbar bevorstehende Zeit wird sich die Frage kaum eindeutig beantworten lassen, denn ein gerechtes Urteil über einen Politiker kann erst die Nachwelt abgeben, wenn sie ihn in die Reihe seiner Vorgänger und Nachfolger stellt. Doch wird man eines schon jetzt sagen dürfen. Der jüngste Kanzler in der Geschichte Österreichs hat etwas fertiggebracht, was die wohl umsichtigste Führungskraft der westlichen Welt, die nicht mehr ganz junge Kanzlerin Deutschlands, nicht zustande brachte. Sebastian Kurz hat Österreich vor der AfD bewahrt, denn die FPÖ, ihr österreichisches Gegenbild, hat in dieser Wahl – nicht ohne aktive eigene Mithilfe – eine verheerende Schlappe erlitten.

Ja, höre ich jetzt diejenigen rufen,

die in Kurz nur einen Gaukler sehen. Dieser Erfolg sei doch nur möglich gewesen, weil er die Politik der extremen Rechten für sich übernommen habe!

Nein, das ist nur teilweise richtig. Er hat genau das von ihr übernommen, was die Bevölkerungsmehrheit wollte, nämlich eine vorsichtige Immigrationspolitik. Und er hat genau das nicht übernommen, was die extreme Rechte wollte und immer noch will: nämlich den Hass gegen alles Fremde schüren und sich im Chauvinismus suhlen. Auch seine ärgsten Feinde werden dem Parteiobmann der ÖVP nicht vorwerfen können, dass er mit dumpfem Fremdenhass und dummem Chauvinismus sympathisiere. Davon hat Kurz sich stets unmissverständlich distanziert und die Brücke zu den Freiheitlichen in dem Augenblick abgebrochen, als diese wieder braune Ausschläge zeigten.

Andererseits ist dieser rechte Politiker

kein blauäugiger Idealist, der Ideale zur Not auch gegen eine Mehrheit der eigenen Bevölkerung durchpeitschen will. Er hat gesehen, dass in Österreich – wie ebenso auch in Deutschland – eine Elite aus Politikern, Juristen, Anwälten, Lehrern die eigene Aufgeklärtheit durch eine Politik der angelweit aufgesperrten Tür demonstrieren wollte, während die Bevölkerungsmehrheit zu Recht befürchtet, dass diese liberale Großzügigkeit zu ihren Lasten gehe, sind es doch vor allem ihr Lebensstandard, ihre Jobs und Einkommen, welche eine ungeregelte Immigration gefährdet. Bekanntlich haben sich in den USA die Vertreter der Industrie aus genau diesem Grund für eine liberale Einwanderungspolitik eingesetzt. Die Einwanderer liefern billige Arbeitskräfte, welche die Löhne drücken und so den Profit vermehren. In dieser Hinsicht kann man dem Kanzler Kurz keine wirtschaftsfreundliche Politik unterstellen.

Aber hat dieser Kanzler nicht schon in seiner ersten Amtszeit

viel Unglück angerichtet, indem er die Mindestunterstützung für Immigranten kürzte, so dass sie kaum noch fürs Überleben reicht und daher Integration enorm erschwert? Das ist ein ernstzunehmender Vorwurf. Hier sieht sich, meines Erachtens, jede Partei mit einem überaus schwierigen Problem konfrontiert. Wenn es heißt, dass westliche Wohlfahrtsstaaten auf Einwanderer eine geradezu magnetische Anziehungskraft ausüben, weil sie den Immigranten mehr Unterstützung bieten, als die meisten von ihnen in ihren Heimatländern durch eigene Arbeit verdienten, so ist diese Behauptung kaum bestreitbar, ganz gleich ob sie aus dem Mund eines Fremdenhassers oder aus dem eines nüchtern urteilenden Wissenschaftlers kommt. Ich halte es für unverantwortlich, die Leistungen für diejenigen zu kürzen, die man im Land aufnehmen will und die das nötige Startkapital brauchen, um sich einzuleben, damit sie schließlich auf eigenen Füßen stehen.

Andererseits wird aber kein Staat den eigenen Bürgern zumuten können, dass man auch denjenigen einen vergleichsweise weit höheren Lebensstandard zukommen lässt, die man allenfalls für kurze Zeit oder auch gar nicht im eigenen Land beherbergen will. Kein europäischer Staat wird auf die Dauer die in Zukunft noch zu erwartenden Flüchtlingswellen aus Afrika so großzügig unterstützen können, wie das in der Vergangenheit möglich war, als man mit vergleichsweise kleinen Immigrationsschüben konfrontiert war. Keiner wird, selbst wenn er das wollte, über die dazu erforderlichen Mittel verfügen, noch weniger wird er das gegen den demokratisch erklärten Willen der eigenen Bevölkerungsmehrheit durchsetzen wollen. Man vergesse nicht: Afrika zählt heute 1,3 Milliarden Menschen, eine Zahl, die sich bis 2100 voraussichtlich mehr als verdreifachen wird. Dann werden dort etwa sieben Mal mehr Menschen als in Europa leben, während die Folgen des Klimawandels die natürlichen Lebensgrundlagen zur gleichen Zeit reduzieren und natürlich auch an Europa nicht spurlos vorübergehen.

Von derart bedrückenden Aussichten

will die Politik gewöhnlich nichts wissen, weil auch die Bürger sie gern verdrängen – hier ist parteiübergreifend viel Gaukelei im Spiel. Zwar wird immer wieder beteuert, dass die richtige Hilfe darin bestehen müsse, den Menschen das Überleben in ihrer jeweiligen Heimat zu ermöglichen, doch dieselben Leute, die dieses Rezept verkünden, haben dafür gesorgt, dass Österreichs Entwicklungshilfe auf ein Minimum reduziert worden ist – und daran wird sich wohl kaum etwas ändern. Überdies war Entwicklungshilfe bisher nie sonderlich erfolgreich – die viel geschmähten Kapitalisten haben durch Betriebsgründungen in Ländern mit billiger Arbeitskraft die ökonomische Entwicklung sehr viel stärker gefördert. China liefert dafür bis heute das klassische Beispiel.

Aber China zeigt auch,

dass selbst diese Förderung wirkungslos bleibt, wenn sie nicht durch eine entsprechende Bevölkerungspolitik unterstützt wird. Ohne die energische Einkindpolitik seiner Regierung wäre China noch heute das Afrika des Ostens mit einer auf zwei Milliarden oder mehr gestiegenen Bevölkerungszahl. Die Misere Afrikas ist ja nicht allein auf den Klimawandel zurückzuführen, sondern mehr noch darauf, dass die Staaten dort (wie auch im Mittleren Osten) weit mehr Menschen aufweisen, als sie aus eigener Kraft zu ernähren oder gar mit Jobs zu versorgen imstande sind. Jeglicher Fortschritt im Lebensstandard wird von einer wachsenden Menschenzahl gleich wieder zunichte gemacht. 2015 lag die Geburtenzahl in Subsahara-Afrika beim 52-fachen des deutschen Wertes, 2100 wird sie knapp das 200-fache betragen. 2015 lebten dort etwa 15 Mal so viele Menschen wie in Deutschland, 2100 werden es 62 Mal so viele sein.

Kein Politiker Österreichs oder Deutschlands

tritt mit diesen Zahlen vor die Öffentlichkeit – man will die Bürger ja nicht beunruhigen -, aber unbekannt sind sie der Politik natürlich nicht, zumal sie auf Zahlen der UNO beruhen. Der neue alte Kanzler Österreichs war klug genug, die Immigration in diesem Wahlkampf kaum zu erwähnen, die Bürger wissen ja ohnehin, dass er hier die Interessen der Mehrheit verteidigen wird. Stattdessen hat er die Altenpflege und die Pensionen in den Vordergrund gerückt – Themen, die normalerweise nicht gerade für Spannung sorgen. Dass man von ihm eine Politik der Wirtschaftsnähe erwarten kann, darüber sind sich politische Freunde wie Feinde ja ohnehin einig.

Ja, und am Punkt der Wirtschaftsfreundlichkeit,

zeigt sich noch ein weiteres Phänomen, das nicht allein in Österreich und Deutschland die Schwächung jener Parteien zur Folge hatte, die bis dahin die Interessen der Geringverdiener – und damit die einer demokratischen Mehrheit – verteidigten. Ich spreche natürlich von der SPD in Deutschland und der SPÖ Österreichs, die beide einmal bedeutende Volksparteien waren, aber jetzt nur noch als Schatten dahinvegetieren. Wie konnte es dazu kommen, dass eine demokratische Mehrheit sich für rechte Parteien entscheidet, die in der Regel nicht ihre, sondern die Interessen der Wirtschaftskonzerne begünstigen? Niemand wird allen Ernstes behaupten, dass der neue österreichische Kanzler sich für die Politik der Gewerkschaften stark machen wird. Sind diese also mitsamt den linken Volksparteien durch Gaukler wie Sebastian Kurz oder gar die deutsche Kanzlerin Angela Merkel an die Wand gedrückt worden?

Die Antwort auf diese Frage

scheint mir nicht sonderlich schwer zu sein, obwohl sie in der öffentlichen Diskussion kaum eine Rolle spielt. Tatsache ist, dass die Wirtschaft sämtlicher Staaten global so verflochten ist, dass der Entscheidungsspielraum eines einzelnes Landes – noch dazu eines so kleinen Landes wie Österreich – kaum noch größere Manöver der Umverteilung oder des Privilegienabbaus erlaubt. Gerade die erfolgreichsten österreichischen und deutschen Betriebe pflegen auf den internationalen Märkten präsent zu sein. Die internationalen Märkte sind es deshalb, die ihnen Kosten und Preise diktieren – eine nationale Regierung kann nur dann höhere Steuersätze für Zwecke der Umverteilung beschließen, wenn Innovation den eigenen Unternehmungen die entsprechenden Gewinne verschafft. Aber auf die Mehrzahl aller „normalen“ Unternehmen trifft das eben keinesfalls zu. Stärkere staatliche Eingriffe können daher die Betriebe leicht so stark belasten, dass die kurzfristigen Vorteile im Sinne einer sozial ausgerichteten Politik mit langfristigen Schäden verbunden sind. Die Umverteilung funktioniert zwar für kurze Zeit, aber die Arbeitsplätze werden abgebaut – der Saldo ist negativ. Das ist der Grund, warum linke Parteien seit etwa drei Jahrzehnten ihre Versprechungen kaum noch erfüllen konnten.

Gegen das größte Übel unserer Zeit, die weltweite Konzentration von Macht und Vermögen, Vermögen und Macht kann der einzelne Nationalstaat inzwischen so gut wie nichts ausrichten, weil alle Maßnahmen in dieser Richtung zur Abwanderung führen. Denn das Kapital ist heute so mobil wie niemals zuvor. Nur die EU insgesamt könnte hier eingreifen – und auch nur um den Preis, dass sie den Außenhandel zu regulieren beginnt, wie das Trump gegenwärtig mit dem Holzhammer für die Vereinigten Staaten versucht.

Allen schön klingenden Parolen zum Trotz

sind nationale Politiker gegenüber den – zum Teil verheerenden – globalen Tendenzen zu weitgehender Machtlosigkeit verdammt – und aus diesem Grunde wird der Unterschied von Links und Rechts immer nebelhafter, obwohl die Parteien selbst natürlich propagandistisch bemüht sind, aus den Mücken, die sie allenfalls noch zu bändigen vermögen, ausgewachsene Elefanten zu machen. Ich würde den Linken wünschen, dass sie nicht zu wohlmeinenden aber weltfremden Idealisten werden, die in Gefahr sind, gegen Windmühlen anzurennen. Der Staatsmann Sebastian Kurz scheint gegen diese Gefahr eher gefeit zu sein.

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in weitere Artikel | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »

Banken im Würgegriff von Nullzinsen und Rezession

Posted by hkarner - 5. Oktober 2019

Glaube kein Wort über die Profitabilität. Wenn ich z.B. 2013 als Ausgngsjahr nehme, kann ich viel „beweisen“ . Die Qualität der zeb ist ja aus der Beratung der Volksbanken 2015 ersichtlich. (hfk)

Die heimischen Institute sind besser aufgestellt als ihre europäischen Mitbewerber.

Wien. Negativzinsen: Seit die Europäische Zentralbank die Einlagenzinsen weiter ins Negative auf minus 0,5 Prozent gesenkt hat, was bedeutet, dass die Banken für bei der EZB geparktes Geld 0,5 Prozent Strafzinsen zahlen müssen, hängt dieses Damoklesschwert noch tiefer über den Geldinstituten. Vor allem in Deutschland gehen die Wogen hoch, haben die deutschen Institute doch schon im Vorjahr mit 2,4 Mrd. Euro „geblutet“.

Verdienen die Banken überhaupt noch Geld? Und wenn, womit? Diese und andere Fragen zu diesem Thema stellte der Strategieberater für Finanzdienste ZEB heuer zum sechsten Mal den 50 größten europäischen Banken sowie den 15 österreichischen Instituten. Die Antworten fallen durchaus gemischt aus. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »

Voters turn against the populist right

Posted by hkarner - 5. Oktober 2019

Date: 03-10-2019
Source: The Economist

After a series of reverses, they are down, but certainly not out

Look back a year, and remember how disquieting European politics seemed. Matteo Salvini, by far the most popular politician in Italy, and France’s equally xenophobic Marine Le Pen had just teamed up with Steve Bannon, Donald Trump’s former strategist, as part of what Mr Bannon called The Movement. This alliance of nativist parties of the right, soon to acquire a “gladiator school” based in a monastery near Rome, intended to sweep the forthcoming European elections and tilt the continent’s politics firmly away from the liberal centre ground. They had their difficulties, of course. The Eurosceptic and anti-migrant Alternative for Germany (afd) decided to steer clear of Mr Bannon, and other right-wingers were wary too. But, with or without the American Svengali, populists seemed in the ascendant. In France the gilets jaunes (yellow jackets), who drew support from the radical right and left, were about to explode onto the streets. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »

The new Austrian government will brand itself as moderate – but don’t believe it

Posted by hkarner - 4. Oktober 2019

Date: 02-10-2019
Source: The Guardian by Cas Mudde

Sebastian Kurz may change the drift of his party and government, and rebrand them as ‘centrist’, but it mainly illustrates how rightwing the Austrian and European center have become

Sebastian Kurz, the head of Austrian People’s party (ÖVP) addresses the audience on stage during the party’s electoral evening in Vienna, on 29 September.

The Austrian parliament is in disarray. After a scandal within the populist radical right Freedom party (FPÖ), the FPÖ’s coalition government with the conservative People’s party collapsed. New elections were held, which led to a mass exodus of Freedom party voters to the People’s party (ÖVP).

When the Freedom party first entered the government in 2000, other EU member states confronted Austria with a boycott. That feels like a long time ago; when the Freedom party returned in 2017, radical right parties were in government in Hungary and Poland, and radical right policies were no longer at the fringes of European politics. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

Österreich ist ein glückliches Land

Posted by hkarner - 29. September 2019

Es stimmt schon: Die durch den «Ibiza-Skandal» provozierten vorgezogenen Neuwahlen in Österreich liessen neben der strategischen Instrumentalisierung dieses Skandals wenig Originelles erwarten. Aber die vollkommene Inhaltsleere erstaunt dann doch.

Konrad Paul Liessmann

Konrad Paul Liessmann ist Professor für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik an der Universität Wien. Es gibt keine Fragen, die seiner Kolumne fremd sind.

Österreich ist ein glückliches Land. Es hat so gut wie keine Probleme. Anders ist es nicht zu erklären, dass in dem nun zu Ende gehenden Wahlkampf folgende Fragen im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses standen: Hat eine Partei ein paar Kugelschreiber, die als Wahlgeschenke verteilt wurden, auch richtig abgerechnet? Gab es einen Hackerangriff auf die Computer einer Parteizentrale, oder wurde dieser selbst inszeniert? Darf man den Medien bekanntgeben, dass man erfahren hat, dass ein Kandidat zu einer TV-Diskussion mit hohem Fieber antreten musste? Dürfen Künstler eine konservative Partei unterstützen? Sind Millionärinnen, die für die «falsche» Partei spenden, schutzlos sexistischen Angriffen ausgesetzt? Allmählich dämmert es den Beteiligten, dass da etwas fehlt: ein politischer Inhalt.

Es stimmt schon: Die durch den «Ibiza-Skandal» provozierten vorgezogenen Neuwahlen liessen neben der strategischen Instrumentalisierung dieses Skandals wenig Originelles erwarten. Aber die vollkommene Inhaltsleere erstaunt dann doch. Dass dieser Eindruck entstehen kann, verdankt sich einem Zusammenspiel von Parteien und Medien, die offenbar kein Interesse daran haben, sogenannte heisse Eisen anzugreifen oder mit politischen Ideen und Konzepten, die eine seriöse Auseinandersetzung verdient hätten, aufzuwarten. Viel einfacher ist es, auf die Skandalisierung noch der nebensächlichsten Dinge zu setzen, um Aufmerksamkeit und damit vielleicht Stimmen zu lukrieren. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , | Leave a Comment »

EUROPA? VIELLEICHT BEIM NÄCHSTEN MAL!

Posted by hkarner - 26. September 2019

26. September 2019-

Kolumne 276, Wilfried Stadler

„Overnewsed but underinformed“: mit diesem in den Achtzigerjahren vom amerikanischen Medienphilosophen Neil Postman geprägten, paradoxen Wortspiel lässt sich der Zustand, in den ich mich durch den aktuellen Wahlkampf versetzt finde, trefflich beschreiben. Man könnte ihn auch „Überforderung durch Unterforderung“ nennen.
Der Grund ist rasch erklärt: die noch nie gekannte Überfülle an Vorwahlsendungen führte zwar zu höheren Einschaltquoten, eine nennenswerte Anhebung des sachpolitischen Gehalts bliebe jedoch aus. Die vermeintlich innovativen, zum zeitknappen „Duell“ zugespitzten Sendeformate ließen einfach keine vertiefte Auseinandersetzung zu. Entsprechend holzschnittartig fielen die Antworten der aus den „Elefantenrunden“ ohnehin an Kummer gewöhnten Spitzenkandidaten aus. In den nachfolgenden „Analysen“ durch routinierte Hofpolitologen und journalistische Ringrichter ging es meist auch nicht um Inhalte, sondern lediglich um die Vergabe von Haltungsnoten an die Kontrahenten.

Insgesamt verstärken derartige Sendekonzepte den Eindruck, Schauspielerei wäre im politischen Geschäft stets wichtiger als die Sache. Wo jedoch gegenseitige persönliche Auslassungen überbelichtet und Untergriffe als Pointen belobigt werden, bleiben die eigentlich wichtigen Themen zwangsläufig auf der Strecke. Kommen sie dann doch zur Sprache, geht das regelmäßig mit der Moderatoren-Bitte um eine möglichst kurze Antwort einher. Warum dann nicht gleich Twittern, statt sich gegenseitig, an Stehpulte geklammert, aushalten müssen? Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »

Agenda Austria richtet fünf Forderungen an nächste Regierung

Posted by hkarner - 18. September 2019

Der Standort Österreich schöpft sein Potenzial nicht aus, sagen die Ökonomen der liberalen Denkfabrik. Weniger Steuern, dafür länger arbeiten, lautet ihre Devise

In Österreich ist die Kluft zwischen in- und ausländischen Schülern eine der größten Europas. Hier müsse man ansetzen, sagt die Agenda Austria.

Wien – Leistung. Aufstieg. Sicherheit. Mit diesem Motto hatte einst SPÖ-Kanzler Bruno Kreisky die Stoßrichtung der Sozialdemokratie vorgegeben. Am Dienstag nahm die liberale Denkfabrik Agenda Austria daran Anlehnung, um ihren Forderungskatalog an die nächste Regierung zu präsentieren. Denn in Österreich fehle die Sicherheit, dass mit Leistung noch der Aufstieg gelinge, sagt Direktor Franz Schellhorn. Man müsse die Gunst der Stunde nutzen. Statt sich „gratis Geld in Frankfurt“ abzuholen, solle die Politik das niedrige Zinsumfeld nutzen, um Reformen anzupacken. Fünf Prioritäten gäbe es aus Sicht der Agenda Austria.

Steuern senken

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , | Leave a Comment »

Finanzchef der Raiffeisen Bank International geht

Posted by hkarner - 12. September 2019

Vertrag von Martin Grüll wird im Februar nicht mehr verlängert. Kolportiert werden auch Unstimmigkeiten mit dem Konzernchef

Grüll bleibt nicht Finanzchef der Raiffeisen Bank International.

Wien – Knalleffekt in der Raiffeisen Bank International (RBI). Der Vertrag des langjährigen Finanzvorstands des Unternehmens, Martin Grüll, wird nicht mehr verlängert und läuft Ende Februar 2020 aus. Das teilte das von Johann Strobl geführte börsennotierte Unternehmen am Dienstagabend per Aussendung mit. Damit werde der Vorstand von derzeit sieben auf sechs Mitglieder verkleinert. Der Vertrag von Risikovorstand Hannes Mösenbacher, der ebenfalls im Februar ausläuft, wurde sehr wohl verlängert.

Grüll war seit 2005 Finanzvorstand der Großbank und genießt Ansehen in der österreichischen Bankenbranche. Aus der RBI war zu hören, dass das Einvernehmen zwischen ihm und Bankchef Strobl nicht ungetrübt war und sich in letzter Zeit verschlechtert habe. Strobl ist gerade dabei, Mitarbeiter abzubauen, vor allem in der Bankzentrale in Wien. Die Rede ist von 200 bis 300 Mitarbeitern, die gehen sollen.

Von einer Minute auf die andere joblos

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »