Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Archive for the ‘weitere Artikel’ Category

KONZERNE IN DER VERANTWORTUNG

Posted by hkarner - 26. April 2018

FURCHE-Kolumne 239    26. April 2018, Wilfried Stadler

Zu den zahlreichen geschichtlichen Ereignissen, derer wir heuer wegen eines auf „8“ endenden Entstehungsjahres gedenken, gehört auch die 1948 von den Vereinten Nationen verabschiedete Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Ihr zentraler Satz – „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ – hat seit damals nichts an Strahlkraft und Brisanz verloren.

Wer allerdings nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gehofft hatte, der Siegeszug dieses Eckpfeilers demokratischer Gesellschaften wäre nicht mehr aufzuhalten, wurde durch die weltpolitischen Entwicklungen seit der Jahrtausendwende ernüchtert. Die Versuche des zunächst so selbstsicheren Westens, das Reich der Freiheit durch die gewaltsame Ablöse von Tyrannen zügig weiter wachsen zu lassen, schlugen vom Irak über Libyen bis nach Syrien fehl.

Dazu kommt die sozialgeschichtlich völlig neuartige, machtvolle Entwicklung Chinas zu einem Staatsgebilde, das ohne ausdrückliche Akzeptanz unseres vertrauten Menschenrechts-Katalogs einzigartige Wachstumserfolge zeigt. Es gibt eine ganze Reihe von Anzeichen dafür, dass diese Entwicklungen uns „Westler“ verunsichern. Immer häufiger hört man von einer an Kapitulation grenzenden Relativierung der Menschenrechte als einem auf andere Kulturen nur begrenzt übertragbaren Postulat. Den Rest des Beitrags lesen »

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Erste Schweizer Bank für Vollgeld

Posted by hkarner - 13. April 2018

Monetative e.V. 12.04.2018

Im Zuge der Debatten um das Schweizer Vollgeld-Referendum am 10. Juni 2018 hat sich jetzt erstmals eine kleine Schweizer Bank für Vollgeld ausgesprochen: Die Freie Gemeinschaftsbank in Basel. Die Genossenschaftsbank hat bereits zuvor ihre Kunden und Mitglieder vorbildlich über die Funktionsweise des Geldsystems informiert. In der Kundenzeitschrift „Transparenz“ vom März 2018 (S. 22-23) schreibt Jean-Marc Decressonnière, Mitglied der Geschäftsleitung, nun zur Vollgeld-Initiative:

„Ein großes Verdienst der Initiative ist es, dass sie uns mit der kritischen Bestandsaufnahme und gedanklichen Durchdringung des herrschenden Geldsystems von der Blindheit befreit hat, mit der wir bis anhin – ebenso wie die allermeisten anderen Banken – geschlagen waren in Bezug auf die Prozesse der Geldschöpfung und Geldvernichtung, in die wir als Geschäftsbank involviert sind. Zum anderen zeigt die Vollgeldreform die Perspektive auf,  dass wir als Bank (ebenso wie alle anderen Geschäftsbanken) tatsächlich zu dem werden, was wir bislang zu sein meinten und öffentlich zu sein vorgaben: ein Vermittlungsorgan zwischen den Geldgebenden und den Geldnehmenden, eine „partnerschaftliche Mittlerin zwischen Menschen, die Gelder für Initiativen zur Verfügung stellen wollen, und Menschen, die mit diesen Geldern Ideen in die Tat umsetzen.Den Rest des Beitrags lesen »

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Trump, Putin, Xi – was macht sie einander so ähnlich?

Posted by hkarner - 13. März 2018

Gero Jenner, 13/3

Wie Unternehmen funktionieren und welche Voraussetzungen dazu erfüllt sein müssen, das weiß man heute ziemlich genau. Produzierende Betriebe sind auf eine Infrastruktur angewiesen, die eine verlässliche Zufuhr von Energie und Grundstoffen (oder Vorprodukten) erlaubt. Hinzukommen muss in der Regel noch ein staatliches Ausbildungssystem, das dem Unternehmen ein entsprechendes „Humanmaterial“ anbietet. Unternehmen verfügen über einen Entscheidungsspielraum, was die Aufteilung des erwirtschafteten Gewinns unter Mitarbeitern und Eigentümern betrifft, hier kann der Staat lenkend eingreifen, aber das gilt nicht im Hinblick auf das Verhalten eines Betriebs zu seiner Umwelt. Hier ist der Entscheidungsspielraum so eng wie bei einem Motor, der nur dann verlässlich und dauerhaft läuft, wenn er konstant mit Energie und Rohstoffen gefüttert wird. Da gibt es keine Abstimmung und keine Demokratie. Im wesentlichen wird Unternehmenspolitik daher auf monarchische bis diktatorische Art betrieben. Einzig der japanische Kapitalismus beschritt mit dem sogenannten Ringi-System, wo alle wichtigen Entscheidungen den einzelnen Abteilungen zur Abstimmung vorgelegt wurden, zeitweise einen anderen Weg – gerade solange wie die japanischen Betriebe so billig produzierten, dass sie der Konkurrenz gegenüber einen bedeutenden Preisvorsprung besaßen – da konnten sie sich ein so schwerfälliges System noch leisten. Inzwischen gehört die innerbetriebliche Demokratie auch in Japan der Vergangenheit an.

Moderne Industriestaaten gleichen großen Konzernen Den Rest des Beitrags lesen »

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Diese verrückten Deutschen

Posted by hkarner - 4. März 2018

Gero Jenner, 3.3.2018. Gero Jenner ist übrigens Deutscher, er lebt allerdings schon 36 Jahre in Österreich. Er war Jahre lang Mitglied unseres Arbeitskreises (hfk)

Sie lieben das Ideal mehr als die Wirklichkeit – vielleicht deshalb, weil man sich in der Wirklichkeit mit Tatsachen arrangieren muss, während man die Ideale so mühelos in Wolkenkuckucksheimen ansiedeln kann? Sie lieben das Denken mehr als die Rücksicht auf ihre Nächsten, denn im Denken ist der Mensch ungebunden; das Denken kennt keine anderen Grenzen als jene, die es sich selber setzt. Vielleicht hat ihnen der unglücklich-hellsichtige Dietrich Schwanitz deswegen mangelnde Höflichkeit als hervorstechende Eigenschaft zugeschrieben. Denn ihre Meinungen stellen sie ungern unter den Scheffel, gleichgültig ob man sie hören will oder nicht.

In den Augen ihrer Nachbarn waren sie stets ein Volk der Extreme

gefürchtet wegen ihrer Unberechenbarkeit. In der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts lebten sie noch in etwas größeren Dörfern: Goethes Weimar zählte 1786 gerade einmal 6200 Seelen, wovon ein ganzes Drittel der fürstlichen Verwaltung angehörte, also von Steuern lebte. Damals waren die Deutschen verträumte Romantiker und echte Idealisten, die in einer Welt der verzopften Duodezfürsten der Politik den Rücken kehrten. Mit ihrem Schwelgen in den Wonnen der Innerlichkeit schirmten sie sich gegen die andrängende Moderne ab, die in Gestalt des von ihnen verabscheuten Handels- und Fabrikantengeistes aus England gerade zu ihnen hinüberschwappte. Den Rest des Beitrags lesen »

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Bankencrash in Lettland – Gefahr fürs internationale Finanzsystem?

Posted by hkarner - 27. Februar 2018

Von Ernst Wolff, kenfm.de

25.02.2018

Die lettische Regierung wird am Montag in Riga zu einer Krisensitzung zusammentreten. Der Grund: Mit der ABLV steht die drittgrößte Bank des Landes vor dem Zusammenbruch und muss daher abgewickelt werden.

Bereits am Samstag hatte die EZB bekanntgegeben, dass die ABLV auf Grund der „signifikanten Verschlechterung ihrer Liquidität“ wahrscheinlich nicht mehr in der Lage sei, Schulden und andere Verpflichtungen zu bedienen. Die Finanzaufsicht in Riga sei deshalb angewiesen worden, die Vermögenswerte der Bank einzufrieren. Damit haben die Kunden der ABLV, die der EZB seit 2014 untersteht, keinen Zugang mehr zu ihrem Geld. Die Filialen der Bank sind geschlossen, ihr Kartensystem ist abgeschaltet.

Die US-Finanzaufsicht brachte den Stein ins Rollen Den Rest des Beitrags lesen »

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Kapitalismus, Reichtum und Macht

Posted by hkarner - 17. Februar 2018

Gero Jenner, 16/2/2018

Bei allem Gejammer über den Neoliberalismus geht manchmal die Einsicht verloren, dass die vergangenen zweihundert Jahre den größten Fortschritt in der Geschichte des Menschen bewirkten – vorausgesetzt natürlich, man beschränkt sich ganz und gar auf dessen materiellen Aspekt. Nie ist es einer so großen Zahl so gut gegangen, selbst die von Jean Ziegler so dramatisch beschworenen Hungertoten, die es nach wie vor gibt, fallen prozentuell kaum ins Gewicht, vergleicht man sie nämlich mit den Verwüstungen, welche die Hungersnöte früherer Zeiten regelmäßig verursacht haben. Der Kapitalismus hat – so viel ist zweifellos richtig – die Kapitalisten ungeheuer reich gemacht, reicher als die Fürsten und Könige vergangener Epochen, aber sie sind nur deswegen so reich geworden, weil sie den Reichtum mit der arbeitenden Bevölkerung teilen – ihn sogar teilen müssen.

Die zwei widerstreitenden Prinzipien der Industriellen Revolution

Diese Behauptung mag auf den ersten Blick paradox erscheinen. Gehört es nicht zum Prinzip des Wettbewerbs zwischen den Unternehmen, dass jeder die Kosten senkt, um seinen eigenen Anteil am Verkauf und damit den eigenen Gewinn zu erhöhen? Und muss der dadurch in Bewegung gesetzte Wettbewerb nicht zwangsläufig dazu führen, dass jedes einzelne Unternehmen, wenn es nur kann, die Löhne bis auf das Überlebensminimum drückt? Den Rest des Beitrags lesen »

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Hans-Christoph Binswanger ist verstorben

Posted by hkarner - 29. Januar 2018

Gestern erfuhr ich, dass meine lieber und verehrter Freund, Prof. Dr. Hans-Christoph Binswanger verstarb.

Ich habe an die Familie geschrieben und zitiere aus meinem Brief. Das ist sozusagen ein kleiner Nachruf von mir.

Raimund Dietz

Von Prof. Hans-Christoph Binswanger habe ich viel gelernt, vor allem die zeitliche Perspektive des Wirtschaftens, die ich mit meinen systemtheoretischen/kommunikationstheore­ti­­schen Überlegungen zu einem neuen Ganzen verweben konnte. Die von ihm formulierten Einsichten sind fester Bestandteil meines Denkens geworden. Was uns verband, war auch die tiefe Überzeugung, dass Geld die größte Herausforderung für die ökonomische Lehre sei.

Obwohl brennend an ökologischen Fragen interessiert und an sich ein Wachstumsskeptiker, erkannte er den der Geldwirtschaft innewohnenden Wachstumszwang. Er hielt Paradoxien aus. Als einer der ganz wenigen Ökonomen hatte sich Binswanger auch mit Georg Simmel auseinandergesetzt. Auch das verband mich mit ihm.

Ich bewunderte Prof. Binswanger sehr wegen seines verschmitzten Humors und seiner Bescheidenheit. Es war eine Freude, mit ihm zusammenzutreffen. Einmal durfte ich für ihn eine Veranstaltung in Wien (im Österreichischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum am Dez. 2007) organisieren und moderieren. Ich werde, wie es im Gedicht im Pate der Familie heißt, an ihm „bauen“. So darf ich beitragen, dass das Andenken an meinen lieben Freund H. C. Binswanger lebendig bleibt.

 

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Die Satansjünger – der Fall Landbauer in Niederösterreich

Posted by hkarner - 26. Januar 2018

Gero Jenner, 26/1/2018

Es gibt Gedanken, die man verzeihen kann und oft auch verzeihen muss, weil sie zu den stets möglichen Denkalternativen gehören und nicht an und für sich verwerflich sind, auch wenn sich ihre Folgen oft als unmenschlich erweisen. Ich persönlich hatte zum Beispiel von Anfang an Verständnis dafür, dass ein großer Teil der deutschen ebenso wie der österreichischen Bevölkerung die Einwanderung – auch den Zuzug von Asylanten – auf ein erträgliches Maß begrenzen wollte. In diesem Sinne hatte ich, obwohl in vielen Fragen eher links orientiert, gegen eine rechte ÖVP-Regierung nichts einzuwenden und verstehe auch die Haltung der osteuropäischen Länder, die sich gegen die Politik der europäischen Kommission aussprechen.

Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass eine solche Politik kalt und unmenschlich ist (die Staatshäupter Nordafrikas wurden und werden für die Unmenschlichkeit einer brutalen Grenzsicherung von der EU bezahlt, damit wir uns die Hände in Unschuld waschen können). Andererseits wäre es eine gleich große Unmenschlichkeit der eigenen Bevölkerung gegenüber, wenn wir unsere Grenzen einfach für alle öffnen würde, denn ohne die Wachhunde, die dies verhindern, würde ein Millionenheer vom Süden und Osten her gen Europa anrücken. Deutschland und Österreich haben es ja bisher nicht einmal geschafft, die schon vorhandenen Fremden so einzubürgern, dass sie zu gleichberechtigten und gleichgeachteten Mitbürgern werden. Da konnte man nur kopfschüttelnd konstatieren, dass sich einige Politiker und ihre Parteien eine Zeitlang zuzutrauen meinten, sie könnten und müssten jede Menge an Fremden bei sich beherbergen.

Es gibt Probleme, bei denen jede Lösung zu Unmenschlichkeit führt, das Problem einer – wie man noch vor kurzem sagte – unbegrenzten Einwanderung gehört sicher dazu. Den Rest des Beitrags lesen »

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Danke (Trump?) – das war ein Jahr der Superlative!

Posted by hkarner - 2. Januar 2018

Andreas Männicke  31/12

Nachdem Trump nun zum Jahresschluss die seiner Ansicht nach „historische“ US-Steuerreform durchgebracht hat, schloss der Dow Jones Industrial Index nahe dem Allzeit-Hoch bei etwas unter 24.800 Indexpunkten, was ein Plus von 25 Prozent seit Jahresbeginn bedeutet. Der DAX gab am letzten Handelstag durch Gewinnmitnahmen deutlicher nach und schloss nachbörslich bei 12.861 Indexpunkten deutlich unter der „magischen“ 13.000-er Marker. Er stieg damit „nur“ um 12,8 Prozent in 2017.

Dieses Jahr war das Jahr der Superlative für Aktienanleger, denn die Wall Street und auch der DAX, aber auch viele Emerging Markets erreichten neue historische Allzeit-Hochs. 5 Börsen aus Osteuropa konnten 2017 dabei den DAX outperformen. Die Aktien aus Kasachstan konnten sogar um über 50 Prozent zulegen. Die beste Geldanlage der Welt waren aber in diesem Jahr Kryptowährungen mit über Kursverzehnfachungen in diesem Jahr, wobei der Ripple sogar um 5284 Prozent in 1 Jahr und damit weit mehr als de Bitcoin mit + 1148 Prozent ansteigen konnte.

Wall Street im Trump-Fieber Den Rest des Beitrags lesen »

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Betting On A Greek Recovery?

Posted by hkarner - 14. Dezember 2017

Wednesday, December 13, 2017, Observing Greece

Having just finished our regular 3-month autumn stay in Greece, it’s a good time to reflect on the impressions I could gather and what may be in store for Greece until we return there next spring. Obviously, the all-important questions are: Has Greece really turned the corner (economically, that is)? Are we perhaps witnessing the beginning of an accelerated turn-around? In short: has the time come to bet on a Greek recovery?

There have been different views in recent months. Some, like the reputable American investor Kyle Bass, predicted that „investors are getting ready to pour billions back into the Greek economy„. Others considered talk about Greek economic recovery as „fake news in action„. Today, it was Bloomberg who headlined an article „Betting on the Greek Recovery.

What stands out is that all commentators focus on the macro-side of things: Will Greece successfully exit the program? Will Greece be able to return to markets? Will yields on Greek bonds decline further? Are bank shares rising? Do banks report profits? Etc. Den Rest des Beitrags lesen »

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