Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

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Kapitalismus, Reichtum und Macht

Posted by hkarner - 17. Februar 2018

Gero Jenner, 16/2/2018

Bei allem Gejammer über den Neoliberalismus geht manchmal die Einsicht verloren, dass die vergangenen zweihundert Jahre den größten Fortschritt in der Geschichte des Menschen bewirkten – vorausgesetzt natürlich, man beschränkt sich ganz und gar auf dessen materiellen Aspekt. Nie ist es einer so großen Zahl so gut gegangen, selbst die von Jean Ziegler so dramatisch beschworenen Hungertoten, die es nach wie vor gibt, fallen prozentuell kaum ins Gewicht, vergleicht man sie nämlich mit den Verwüstungen, welche die Hungersnöte früherer Zeiten regelmäßig verursacht haben. Der Kapitalismus hat – so viel ist zweifellos richtig – die Kapitalisten ungeheuer reich gemacht, reicher als die Fürsten und Könige vergangener Epochen, aber sie sind nur deswegen so reich geworden, weil sie den Reichtum mit der arbeitenden Bevölkerung teilen – ihn sogar teilen müssen.

Die zwei widerstreitenden Prinzipien der Industriellen Revolution

Diese Behauptung mag auf den ersten Blick paradox erscheinen. Gehört es nicht zum Prinzip des Wettbewerbs zwischen den Unternehmen, dass jeder die Kosten senkt, um seinen eigenen Anteil am Verkauf und damit den eigenen Gewinn zu erhöhen? Und muss der dadurch in Bewegung gesetzte Wettbewerb nicht zwangsläufig dazu führen, dass jedes einzelne Unternehmen, wenn es nur kann, die Löhne bis auf das Überlebensminimum drückt? Den Rest des Beitrags lesen »

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Hans-Christoph Binswanger ist verstorben

Posted by hkarner - 29. Januar 2018

Gestern erfuhr ich, dass meine lieber und verehrter Freund, Prof. Dr. Hans-Christoph Binswanger verstarb.

Ich habe an die Familie geschrieben und zitiere aus meinem Brief. Das ist sozusagen ein kleiner Nachruf von mir.

Raimund Dietz

Von Prof. Hans-Christoph Binswanger habe ich viel gelernt, vor allem die zeitliche Perspektive des Wirtschaftens, die ich mit meinen systemtheoretischen/kommunikationstheore­ti­­schen Überlegungen zu einem neuen Ganzen verweben konnte. Die von ihm formulierten Einsichten sind fester Bestandteil meines Denkens geworden. Was uns verband, war auch die tiefe Überzeugung, dass Geld die größte Herausforderung für die ökonomische Lehre sei.

Obwohl brennend an ökologischen Fragen interessiert und an sich ein Wachstumsskeptiker, erkannte er den der Geldwirtschaft innewohnenden Wachstumszwang. Er hielt Paradoxien aus. Als einer der ganz wenigen Ökonomen hatte sich Binswanger auch mit Georg Simmel auseinandergesetzt. Auch das verband mich mit ihm.

Ich bewunderte Prof. Binswanger sehr wegen seines verschmitzten Humors und seiner Bescheidenheit. Es war eine Freude, mit ihm zusammenzutreffen. Einmal durfte ich für ihn eine Veranstaltung in Wien (im Österreichischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum am Dez. 2007) organisieren und moderieren. Ich werde, wie es im Gedicht im Pate der Familie heißt, an ihm „bauen“. So darf ich beitragen, dass das Andenken an meinen lieben Freund H. C. Binswanger lebendig bleibt.

 

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Die Satansjünger – der Fall Landbauer in Niederösterreich

Posted by hkarner - 26. Januar 2018

Gero Jenner, 26/1/2018

Es gibt Gedanken, die man verzeihen kann und oft auch verzeihen muss, weil sie zu den stets möglichen Denkalternativen gehören und nicht an und für sich verwerflich sind, auch wenn sich ihre Folgen oft als unmenschlich erweisen. Ich persönlich hatte zum Beispiel von Anfang an Verständnis dafür, dass ein großer Teil der deutschen ebenso wie der österreichischen Bevölkerung die Einwanderung – auch den Zuzug von Asylanten – auf ein erträgliches Maß begrenzen wollte. In diesem Sinne hatte ich, obwohl in vielen Fragen eher links orientiert, gegen eine rechte ÖVP-Regierung nichts einzuwenden und verstehe auch die Haltung der osteuropäischen Länder, die sich gegen die Politik der europäischen Kommission aussprechen.

Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass eine solche Politik kalt und unmenschlich ist (die Staatshäupter Nordafrikas wurden und werden für die Unmenschlichkeit einer brutalen Grenzsicherung von der EU bezahlt, damit wir uns die Hände in Unschuld waschen können). Andererseits wäre es eine gleich große Unmenschlichkeit der eigenen Bevölkerung gegenüber, wenn wir unsere Grenzen einfach für alle öffnen würde, denn ohne die Wachhunde, die dies verhindern, würde ein Millionenheer vom Süden und Osten her gen Europa anrücken. Deutschland und Österreich haben es ja bisher nicht einmal geschafft, die schon vorhandenen Fremden so einzubürgern, dass sie zu gleichberechtigten und gleichgeachteten Mitbürgern werden. Da konnte man nur kopfschüttelnd konstatieren, dass sich einige Politiker und ihre Parteien eine Zeitlang zuzutrauen meinten, sie könnten und müssten jede Menge an Fremden bei sich beherbergen.

Es gibt Probleme, bei denen jede Lösung zu Unmenschlichkeit führt, das Problem einer – wie man noch vor kurzem sagte – unbegrenzten Einwanderung gehört sicher dazu. Den Rest des Beitrags lesen »

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Danke (Trump?) – das war ein Jahr der Superlative!

Posted by hkarner - 2. Januar 2018

Andreas Männicke  31/12

Nachdem Trump nun zum Jahresschluss die seiner Ansicht nach „historische“ US-Steuerreform durchgebracht hat, schloss der Dow Jones Industrial Index nahe dem Allzeit-Hoch bei etwas unter 24.800 Indexpunkten, was ein Plus von 25 Prozent seit Jahresbeginn bedeutet. Der DAX gab am letzten Handelstag durch Gewinnmitnahmen deutlicher nach und schloss nachbörslich bei 12.861 Indexpunkten deutlich unter der „magischen“ 13.000-er Marker. Er stieg damit „nur“ um 12,8 Prozent in 2017.

Dieses Jahr war das Jahr der Superlative für Aktienanleger, denn die Wall Street und auch der DAX, aber auch viele Emerging Markets erreichten neue historische Allzeit-Hochs. 5 Börsen aus Osteuropa konnten 2017 dabei den DAX outperformen. Die Aktien aus Kasachstan konnten sogar um über 50 Prozent zulegen. Die beste Geldanlage der Welt waren aber in diesem Jahr Kryptowährungen mit über Kursverzehnfachungen in diesem Jahr, wobei der Ripple sogar um 5284 Prozent in 1 Jahr und damit weit mehr als de Bitcoin mit + 1148 Prozent ansteigen konnte.

Wall Street im Trump-Fieber Den Rest des Beitrags lesen »

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Betting On A Greek Recovery?

Posted by hkarner - 14. Dezember 2017

Wednesday, December 13, 2017, Observing Greece

Having just finished our regular 3-month autumn stay in Greece, it’s a good time to reflect on the impressions I could gather and what may be in store for Greece until we return there next spring. Obviously, the all-important questions are: Has Greece really turned the corner (economically, that is)? Are we perhaps witnessing the beginning of an accelerated turn-around? In short: has the time come to bet on a Greek recovery?

There have been different views in recent months. Some, like the reputable American investor Kyle Bass, predicted that „investors are getting ready to pour billions back into the Greek economy„. Others considered talk about Greek economic recovery as „fake news in action„. Today, it was Bloomberg who headlined an article „Betting on the Greek Recovery.

What stands out is that all commentators focus on the macro-side of things: Will Greece successfully exit the program? Will Greece be able to return to markets? Will yields on Greek bonds decline further? Are bank shares rising? Do banks report profits? Etc. Den Rest des Beitrags lesen »

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Das gerechte Steuermodell für die Welt

Posted by hkarner - 5. Dezember 2017

Reinhard Bimashofer, 5/12/2017

Gerechtigkeit gegen Schlechtigkeit und Schummelei

Das Leben für Otto Normalverbracher ist manchmal ganz einfach: Ich bin Österreicher und daher gelten für mich die Gesetze hier. Nicht von Panama, nicht von Liechtenstein und auch nicht von Amerika. Besonders die Steuergesetze.

Die Welt der unbegrenzten Steuervermeidungsmöglichkeiten sollte die Welt von gestern sein. 500 Milliarden Dollar entgehen den Staaten, die damit für saubere Luft, gute Bildung, sichere Straßen, optimale Schienenwege und friedliche, glückliche Gesellschaften sorgen könnten. Pro Jahr wohlgemerkt!

Mein Steuermodell für die Weltgemeinschaft ist UNO-konform und das augenblicklich gerechteste:

  1. Die Steuerpflicht für sämtliche weltweiten Umsätze sind nach dem Steuersatz jenes Landes zu behandeln, in dem das Unternehmen seine tatsächliche Zentrale und die meisten Angestellten hat.
  2. Engagiert sich eine Firma ganz gezielt in einem Billigstlohnland, um dort um ein Bettel MitarbeiterInnen in Sold zu halten und dortige Steuer-Sonderregelungen auszukosten, so befindet ein internationales Steuerschiedsgericht vorab klärend, wo die weltweite Jahresgewinn-Steuererklärung abzugeben ist.
  3. Um sämtliche Gewinnverschiebungs- und Lizenztricksereien zu beenden, überweist die Steuerbehörde des fiskalisch zuständigen Stammsitzfinanzamtes die anteilige Gewinnsteuer in Relation zum etwa in Österreich getätigten Umsatz an die österreichische Steuerbehörde. Also wenn etwa ein Prozent des Umsatzes der Firma X in Österreich anfällt, so bekommt dieser Staat auch einen Prozent von den 30 Prozent, die auf 10 Milliarden Gewinn zu zahlen sind. Wundervolle 30 Millionen Euro. Das aber von allen bisher steuerlich völlig unantastbaren Gewinnen Den Rest des Beitrags lesen »

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Der „heilige“ Kommunismus und das „böse“ Geld. Gedanken eines Achtundsechzigers zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution.

Posted by hkarner - 24. November 2017

Furche 23/11/2017

Der Artikel als PDF.Dietz Furche.  

„Die Bedeutung des Geldes erkannte ich aus der Auseinandersetzung mit dem Kommunismus.“

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Experten: Negativer Einfluss der Trump-Regierung auf die Weltwirtschaft

Posted by hkarner - 7. November 2017

07.11.2017 ifo-homepage 

Genau ein Jahr nach der Wahl von Donald Trump sind internationale Wirtschaftsexperten der Auffassung, dass der US-Präsident die Weltwirtschaft negativ beeinflusst. Bei einer Umfrage des Münchner ifo Instituts gaben dies 73,9 Prozent an. Befragt wurden 929 Experten in 120 Ländern. 57,6 Prozent von ihnen sahen auch negative Auswirkungen auf die US-Wirtschaft. Die negativsten Auswirkungen wurden bei sozialer Gerechtigkeit und Umweltschutz festgestellt. 73,5 Prozent der WES-Experten in der Welt und 61,2 Prozent der Experten in den USA sind der Auffassung, dass die Armen am meisten verlieren bei den angekündigten und bereits umgesetzten politischen Maßnahmen.

Die Regierung Trump bekommt aber auch schlechte Noten beim internationalen Handel, bei der Zusammenarbeit in multilateralen Organisationen sowie bei Frieden und Sicherheit. Einen schlechten Einfluss auf ihr eigenes Land bescheinigen ihm besonders Experten in den Nachbarländern Kanada und Mexiko sowie in Irland. Den Rest des Beitrags lesen »

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WIRTSCHAFTS-NOBELPREIS IN DER KRITIK

Posted by hkarner - 19. Oktober 2017

FURCHE-Kolumne 226, WilfriedStadler

Mitten in den ökonomischen und geopolitischen Turbulenzen einer Welt, deren politische und wirtschaftliche Machthaber sich immer schwerer dabei tun, einen gemeinsamen Takt zu finden, ging dieser Tage der Wirtschafts-Nobelpreis an den Verhaltens-Ökonomen Richard Thaler. Während die einen begrüßen, dass damit eine vermeintlich unterschätzte Forschungsrichtung endlich vor den Vorhang geholt wird, sehen andere in der Entscheidung für ein Orchideenfach schlichte Realitätsverweigerung. Angesichts eines dramatischen Nachholbedarfs der Wirtschaftswissenschaften in zentralen Fragen – von der digitalen Ökonomie über die wachsende Ungleichheit bis zur überfälligen Suche nach einem global durchsetzbaren Besteuerungssystem von Großunternehmen – erscheint mir diese Kritik berechtigt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Zwischenbericht der High-Level Expert Group on Sustainable Finance (HLEG)

Posted by klausgabriel - 26. September 2017

CRIC Homepage, 25/9

Grundsätzlich begrüßenswerte Empfehlungen sind in punkto Anspruch und Entschlusskraft ausbaufähig – CRIC bringt sich in den Dialogprozess ein (11.09.2017)

Die Europäische Kommission hat eine Fachgruppe damit beauftragt, Empfehlungen zu Sustainable Finance zu erarbeiten, die nun als Zwischenbericht vorliegen. Dieser enthält begrüßenswerte Vorschläge, fällt jedoch insgesamt etwas halbherzig aus. So liegt der Fokus auf dem Klimawandel, weitere Umweltthemen rangieren auf Platz zwei und bei sozialen Themen fehlt es fast gänzlich an Konkretem. Insgesamt mangelt es an einem umfassenden Nachhaltigkeitsverständnis. In den finalen Bericht sollen die Antworten aus einer Befragung einfließen, an der sich auch CRIC beteiligt hat. Den Rest des Beitrags lesen »

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