Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Vorboten der Rezession: Geldmarktfonds verzeichnen stärkste Zuflüsse… 

Posted by hkarner - 9. Oktober 2019

dwn, 8/10. Dank an H.G.

Die starke Umschichtung der Anleger in Geldmarktfonds im dritten Quartal deutet darauf hin, dass in naher Zukunft eine Rezession ansteht.

Investoren haben im dritten Quartal massiv in Geldmarktfonds investiert.
Laut Daten des US-Finanzdienstleisters Thomson Reuters Lipper lagen
die Nettozuflüsse bei Investmentfonds und ETFs in dieser Fondssparte im
dritten Quartal bei 221,5 Milliarden US-Dollar. Damit hat sich der Nettozufluss
in den ersten neun Monaten des Jahres auf 349,7 Milliarden USDollar
erhöht.
Steuerpflichtige Rentenfonds (+49,1 Mrd. USD) und steuerbefreite Kommunalanleihenfonds
(+22,1 Mrd. USD) verzeichneten im dritten Quartal
ebenfalls, wenn auch geringere, Nettozuflüsse. Diese Gewinne führten dazu,
dass die positiven Nettoströme für diese Anleihengruppen im bisherigen
Jahresverlauf auf 197,5 Milliarden US-Dollar beziehungsweise auf 69,1
Milliarden US-Dollar angewachsen sind.
Aktienfonds hingegen sind die einzige Anlagegruppe, die im dritten Quartal
(-72,8 Mrd. US-Dollar) und im bisherigen Jahresverlauf (-125,6 Mrd. USDollar)
Nettoabflüsse verzeichnet hat. Die Daten von Thomson Reuters
Lipper zeigen, dass diese Fondskategorie im dritten Quartal 219,7 Milliarden
US-Dollar und in den ersten drei Quartalen des Jahres 490,6 Milliarden
US-Dollar an Nettozuflüssen verzeichnet hat.

Geldmarktfonds haben seit der globalen Finanzkrise nicht mehr so viele
Nettozuflüsse verzeichnet. Der Nettomittelzufluss für das dritte Quartal ist
der vierthöchste, seit Lipper im Jahr 1992 mit der Aufzeichnung dieser Daten
begann. Nur im dritten und vierten Quartal 2007 (+319,4 Milliarden
Dollar beziehungsweise +272,4 Milliarden Dollar) sowie im ersten Quartal
2008 (+347,7 Milliarden Dollar) lagen die Nettozuflüsse noch höher.
Bei den Aktienfonds muss man unterscheiden zwischen Investmentfonds,
die sowohl im dritten Quartal (-84,9 Mrd. USD) als auch in den ersten drei
Quartalen des Jahres (-157,2 Mrd. USD) Nettoabflüsse verzeichneten, und
börsengehandelten Aktienfonds (ETFs), die sowohl im dritten Quartal
(+12,1 Mrd. USD) als auch im bisherigen Jahresverlauf (+31,5 Mrd. USD)
Nettozuflüsse verzeichneten.
Die Umschichtung der Anleger in Geldmarktfonds, die überwiegend in
Geldmarkttitel und liquide Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit investieren,
bezeichnet der Finanzblog ZeroHedge als eine „defensive Rotation“. Die
Entwicklung spreche dafür, „dass sich Vorsicht und Angst entwickeln, da
Rezessionsbedrohungen vor den Präsidentschaftswahlen 2020 aufkommen“.
Weitere Hinweise auf eine mögliche bevorstehende Rezession neben der
Rotation in Geldmarktfonds sind der globale Einbruch bei Fusionen
und Übernahmen, die für Investoren historisch unprofitablen Börsengänge
in diesem Jahr, Aktienrückkäufe von Unternehmen in
Rekordhöhe und Aktienverkäufe durch Unternehmensinsider in
den USA wie seit 20 Jahren nicht mehr.

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