Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

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Ist Apples verfehlte Umsatzprognose das Ende der iPhone-Story?

Posted by hkarner - 3. Januar 2019

Der iPhone-Hersteller rechnet mit deutlich weniger Erlösen im Weihnachtsquartal. CEO Cook erklärt das mit Problemen in China. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

03.01.2019 – 05:51 Uhr handelsblatt.com

Apples Verkaufsschlager schwächelt – vor allem in China.

San Francisco. Ein paar nüchterne Sätze vernichteten am Mittwoch 50 Milliarden Dollar Börsenwert. In einem Schreiben an die Investoren korrigierte Apple-Chef Tim Cook die Umsatzprognose für das abgelaufene Quartal deutlich nach unten.

Der iPhone-Hersteller rechne nun nicht mehr mit einem Umsatz zwischen 89 bis 93 Milliarden Dollar, ließ Cook wissen. Er gehe nur noch von Erlösen in Höhe von 84 Milliarden Dollar für das am 29. Dezember zu Ende gegangene Vierteljahr aus.

Die schlechten Nachrichten scheinen zu bestätigen, was Investoren schon länger befürchten: Der Smartphone-Hype ist vorbei – und Apple hat kein Gegenrezept. Seit Jahren hängt der Konzern an der iPhone-Nadel. Das Gerät sichert etwa 60 Prozent aller Einnahmen. Geben die iPhone-Verkäufe nach, wankt Apple.

Die Wall Street stellt sich auf unsichere Zeiten ein. „Es ist keine Überraschung, dass Apple seine Umsatzerwartungen kassiert“, sagt der Apple-Investor Dan Morgan von der Investmentfirma Synovus Trust. Gene Munster von Loup Ventures mahnt: „2019 wird das Jahr, in dem Apple das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen muss.“

Als Grund für die gesenkte Umsatzprognose machte Apple eine unerwartet starke Abschwächung in Schwellenmärkten verantwortlich, vor allem in China. „Dies hatte einen deutlich größeren Einfluss als von uns erwartet“, so Cook. Apples Ausfall hänge zu „100 Prozent“ mit den iPhone-Verkäufen in China zusammen. Im vergangenen Quartal erwirtschaftete der Elektronikkonzern dort 20 Prozent aller Umsätze.

Neben einem schwächelnden chinesischen Markt übten Cook zufolge „die Handelsspannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China“ zusätzlichen Druck aus. Die daraus resultierende steigende Unsicherheit belastet nicht nur die Finanzmärkte, heißt es in der Mitteilung. Sie scheine auch die Konsumenten erfasst zu haben, mit negativen Folgen für die Apple Stores und Verkaufspartner in China.

Laut Marktforschern zeigt sich in Asien ein Trend besonders deutlich, der den ganzen Technologiemarkt erfasst hat. Die Datenfirma IDC rechnet für das vergangene Jahr mit einem Rückgang von 0,2 Prozent bei den Smartphone-Verkäufen und prognostiziert für 2019 nur ein Wachstum von drei Prozent.

Chinas Schwäche hat Apples Probleme nur verschärft

China scheint der größte Treiber dieser Entwicklung zu sein. Für 2018 erwartet IDC dort einen Absatzrückgang von 7,1 Prozent, 2019 sollen die Verkäufe stagnieren.

Auch in den USA und Europa hatte Apple zuletzt Probleme. Der iPhone-Hersteller, bekannt für hohe wie stabile Preise, lockt seit einigen Wochen mit Rabatten. In Deutschland etwa bekommen Kunden beim Eintausch alter Geräte einen deutlichen Nachlass.

Seit Wochen halten sich hartnäckig Gerüchte, dass sich die neue iPhone-Generationen XR, XS und XS Max mit Preisen von bis zu 1650 Euro schlechter verkauft als erwartet.

Der einflussreiche Apple-Analyst Ming-Chi Kuo von TF International Securities schraubte Mitte Dezember seine Erwartungen an die Verkaufszahlen des iPhones für das erste Quartal 2019 herunter. Er geht nur noch von 38 bis 42 Millionen Geräten aus. Im vergleichbaren Vorjahresquartal verkaufte Apple noch 52,2 Millionen iPhones.

Der Hersteller selbst hüllt sich über die Verkaufszahlen seiner Produkte seit der Präsentation der letzten Quartalsergebnisse in Schweigen.

Die Schwäche des chinesischen Markts hätte Apples eigentliches Problem nur verschärft, erklärt Investor Morgan. Das habe sich der Konzern selbst zuzuschreiben. „Die schwächeren Zahlen sind ein Zeichen dafür, dass Nutzer die Apple-Strategie der ständigen Preiserhöhung nicht akzeptieren.“

Um trotz nachlassender Smartphone-Verkäufe die gewünschten Erlöse zu erwirtschaften, erhöhte Apple im vergangenen Jahr den Verkaufspreis seiner Geräte um satte 30 Prozent. Doch gerade in China gerät der Konzern immer stärker auch wegen der dort heimischen Konkurrenten unter Druck.

Apple kassiert Umsatzprognose – Aktie bricht ein

 

„Huawei und Co. verkaufen ihre Smartphones teils nur zu einem Drittel des Preises, den Apple für das iPhone X verlangt“, sagt Morgan. Ihm zufolge zeigt die korrigierte Umsatzerwartung auch, dass die Beliebtheit chinesischer Modelle in der Volksrepublik zunehme.

Angesichts durchschnittlich geringerer Einkommen können sich weniger Chinesen ein teures iPhone-X-Modell leisten. Laut CNBC wuchs Chinas Handelsvolumen mit 8,1 Prozent zuletzt so schwach wie seit 2003 nicht mehr. „Die Effekte der Globalisierung treffen damit nun auch Apple“, sagt Analyst Munster.

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