Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Volksbanken: Westen will Volksbank Wien an Bawag verkaufen

Posted by hkarner - 9. Juni 2018

Kommentar von hfk:

  1. Hätten diese Banken schon vor 2 Jahren widersprochen, wäre es nicht zum Desaster und dem kompletten Bruch mit der Genossenschaftsidee gekommen. Landeck war ja sogar zuerst per Genossenschafterbeschluss dagegen, Innsbruck wurde „weg-erpresst“, Lienz ist ja klugerweise ausgeschieden – und bereut es keinen Augenblick.
  2. Das Finanzministerium und die Aufsicht <FMA> (ich habe geglaubt, die EZB sei die „Aufsicht“) haben ja in diesem Fall schon mehrfach ihre Inkompetenz bewiesen, wurden auch richtigerweise von der EZB „overruled“, und jetzt spielen sie schon wieder hinein. Ich hätte FM Löger mehr Gespür zugetraut als dem ehemaligen Konzernrabauken und ÖVAG AR-Vorsitzenden Schelling, aber wenn man einen ehemaligen Pröll Spin-Doctor und FM4 Moderator in der verantwortlichen Abteilung oben sitzen hat, wundert das auch nicht. 
  3. Also wird die VB Wien (mit  zweifelhaften Executives an der Spitze), den letzten Bruch nach 150 Jahren mit der Genossenschaftsgeschichte und Schulze-Delitzsch vollziehen. Aber so kriegt der Staat seine 234 Millionen auch noch – das wäre sonst trotz glutäugiger Aussagen des VB Wien GDs ja nicht so sicher!

Renate Graber, 9. Juni 2018, 08:00 derstandard.at

Die Volksbanken in Tirol, Vorarlberg und Salzburg wollen nicht von der Post übernommen werden. Sie wollen die VB Wien an die Bawag verkaufen

Grobe Aufregung bis hin zu Abspaltungstendenzen gibt es derzeit im österreichischen Volksbankensektor. Das Match heißt Westen gegen Osten, die Volksbanken Vorarlberg, Tirol und Salzburg stemmen sich gegen die Volksbank (VB) Wien bzw. deren Plan, eine Kooperation mit der teilstaatlichen Österreichischen Post AG einzugehen. Wie berichtet gibt es seit längerem Gespräche mit der Post, der ja ihr Bankpartner (die Bawag) abhandengekommen ist und den sie nun ersetzen möchte.

Laut Post-Vorstandschef Georg Pölzl wird derzeit noch mit zwei Interessenten gesprochen. Pölzl will seine Entscheidung noch im ersten Halbjahr treffen, wie er diese Woche erklärt hat. Bei der (von den Betroffenen nicht bestätigten) Volksbank-Variante soll sich die Post mit rund 30 Prozent an der VB Wien beteiligen. Mit dem Verkaufserlös könnte diese ihre Schulden bei der Republik Österreich zurückzahlen. Von ursprünglich 300 Millionen Euro sind noch 234 Mio. offen, die müssen bis 2023 in Tranchen zurückgezahlt sein.

Westliche Filialen nicht begeistert

Die westlichen Volksbanken können dem Post-Plan aber nichts abgewinnen. Bei dieser Variante müssten sie noch mehr von ihrer Eigenständigkeit aufgeben, die durch den strengen Haftungsverbund unter Federführung der VB Wien („Zentralorganisation“) ohnedies schon geschrumpft ist. Sie müssten wohl weitere Filialen schließen und weiter an der Kostenschraube drehen. Ein von den VB Vorarlberg, Tirol und Salzburg in Auftrag gegebenes Gutachten ergibt laut Trend, dass die Post-Variante samt Filialschließungen und Auslagerung von Kunden und Kundenbetreuern zur Post den drei Instituten „nachhaltigen, enormen Schaden“ zufügen könnte.

Unter dem Projektnamen „Restart“ haben die Volksbanken im Westen daher in den vergangenen Monaten ihren eigenen Plan B ausgetüftelt. Statt der Post-Variante schwebe ihnen eine recht radikale Variante vor, wie im Sektor kolportiert wird. Konkret: eine Bawag-Variante. In der würden die westlichen Sektorinstitute ihre Anteile an der VB Wien an die Bawag verkaufen. Weder VB Wien noch die genannten Sektorinstitute und die Bawag wollten dem STANDARD dazu etwas sagen.

Staat und Aufsicht für Post

Die Westbanken sind im Sektor sehr wichtig. Vor allem VB Tirol und Salzburg haben eine gute Eigenkapitalausstattung, was dem Rest des Sektors zupasskommt. Denn im Verbundmodell wiegt diese Stärke die Schwäche anderer Bundesländervolksbanken in Bezug auf die Eigenkapitalvorschriften auf. Finanzministerium und Aufsicht haben den „unausgegorenen Ideen“ (wie es dort heißt) der Volksbanken im Westen allerdings schon eine Absage erteilt. Beide sind für die Post-Variante. Der Bund, der rund 24 Prozent an der VB Wien hält, will sein Geld zurückbekommen, und die Aufsicht sieht im Geschäftsmodell der Volksbanken überschaubare Aussichten für die Zukunft. Sie hält die Postbankvariante für wachstumsversprechend. Das Machtwort dürfte nun die VB Wien gesprochen haben. Sie als Zentralorganisation hat im strengen Volksbankenverbund das Sagen, ist weisungsbefugt und hat auch die Verpflichtung, Handlungen zu untersagen, die dem Verbund zuwiderlaufen.

Und genau das soll sie nun getan haben. Zur Erinnerung: Im Gegenzug zu seiner Rettung musste der Sektor sparen, sich in einem engen, strengen Haftungskorsett zusammentun und fusionieren. Aus rund 55 regionalen Instituten wurden acht Bundesländervolksbanken und drei Spezialinstitute. Am 19. Juni tagt der Aufsichtsrat der VB Wien, er soll entscheiden, ob finale Verhandlungen mit der Post geführt werden. Vorausgesetzt, die ist angesichts der sektorinternen Turbulenzen noch an einem Deal interessiert. (Renate Graber, 9.6.2018) – derstandard.at/2000081244075/Volksbanken-im-Westen-wollen-sich-an-die-Bawag-verkaufen

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