Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Studie: Computer übernehmen bis zu 30 Prozent der Banker-Arbeit

Posted by hkarner - 25. Juli 2017

Experten sind sich aber nicht einig, wie sich die Technologisierung im Bankenbereich auf die Mitarbeiterzahlenauswirken werde.

Neue Technologien dürften bei den Investmentbanken Einzug halten und vielen der traditionellen Angestellten rund ein Drittel ihrer derzeitigen Arbeit abnehmen. Das geht aus einer Studie von McKinsey & Co. hervor. Der Wandel, der an der Wall Street bereits zu Sorgen über einen Verlust von Stellen führt, wird demnach möglicherweise nur ein paar Jahre benötigen.

Kognitive Technologien – also Programme oder Maschinen, die Aufgaben ausüben, bei denen einst das menschliche Gehirn unerlässlich war – sind inzwischen billig genug, damit Banken sie breit in Bereichen wie etwa dem Handel einsetzen können. Automatisierte Prozesse werden laut McKinsey „Kapazitäten freisetzen“ und es Mitarbeitern ermöglichen, sich auf Aufgaben mit höherem Wert zu konzentrieren. Dadurch würden unter anderem neue Ideen entstehen. 

„Das gewinnt wirklich an Fahrt und wird die Branche in den kommenden zwei bis drei Jahren verwandeln“, erklärt Jared Moon, McKinsey-Partner und einer der Autoren der Studie, in einem Interview mit Bloomberg. Das Beratungsunternehmen prognostiziert, dass kognitive Technologien 20 bis 30 Prozent der Kapazitäten von Mitarbeitern freisetzen werden in Sparten, in denen Handelsgeschäfte ausgeführt werden.

Studie: Kaum Entlassungen

Automatisierung hat die Wall Street in Unruhe versetzt, weil Angestellte sich Sorgen machen, dass sie von Maschinen ersetzt werden – Maschinen, die dazu in der Lage sind, große Datenmengen zusammenzustellen und zu durchsieben, Verträge zu interpretieren oder Kunden zu helfen. Das sind nur einige der Fähigkeiten, die McKinsey in der Studie beschreibt.

Doch der Berater hat eine relativ erfreuliche Nachricht parat: Unternehmen, die bereits durch diesen Wandel laufen, entlassen keine Mitarbeiter. „Das hilft, wertvollen Fachexperten die Zeit zu geben, mehr zu tun“, sagt Moon. „Das wird erfordern, dass die Leute neue Fähigkeiten nutzen – manuelle Arbeit wird zurückgefahren, aber mehr erlaubt rund um Analytik, Transformation und Wandel.“

Seine Aussagen spiegeln die Einschätzung von Jamie Dimon, Chef von JPMorgan Chase & Co., aus dem vergangenen Monat wider. Technologie schaffe Chancen, während sie die Kosten in Grenzen halte. Er prognostizierte, dass die Zahl der Mitarbeiter bei der größten Bank der USA in den kommenden 20 Jahren wahrscheinlich stabil bleiben oder sich sogar erhöhen könnte.

Finanzprofis sorgen sich um Jobs

Die Studie von McKinsey deutete aber auch eine mögliche Kehrseite dieses Szenarios an. Banken, die sich der Automatisierung annehmen, werden zwar effizienter, innovativer und flinker. Doch Wettbewerber, die den Wandel verpassen, könnten den Anschluss verlieren.

Wie dem auch sei: Es gibt reichlich Beispiele dafür, dass Technologie die Zahl der Mitarbeiter an der Wall Street schrumpfen lässt. Gary Cohn, der im vergangenen Jahr als Präsident von Goldman Sachs Group Inc., zurücktrat, hatte 2011 gegenüber Investoren erklärt, dass Technologie der Bank geholfen habe, die Anzahl der Aktien-Mitarbeiter im vorangegangenen Jahrzehnt um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Einen ähnlichen Trend verzeichnete der Devisenbereich.

Und in der vergangenen Woche veröffentlichte LinkedIn eine Umfrage unter mehr als 1000 Finanzprofis, die zeigte, dass sich rund ein Viertel sorgt, Automatisierung könnte zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen.

 

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