Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Zunehmende Konkurrenz für Banken im Geschäft mit Firmenkunden

Posted by hkarner - 28. Mai 2017

Alexander Hahn, 28. Mai 2017, 10:00 derstandard.at

 Banken droht in den nächsten Jahren ein Teil des Firmenkundengeschäfts verlorenzugehen. Für die Institute steht viel Geld auf dem Spiel

Wien – In nur 15 Minuten vom Kreditantrag bis zur Bewilligung in einem vollständig online abgewickelten Prozess. Mit Offerten wie diesem von Ferratum, einem Anbieter von Kleinkrediten bis 100.000 Euro für Unternehmen, wollen innovative Finanzdienstleister, auch Fintechs genannt, nach dem Privatkunden- nun auch im Firmenkundengeschäft den Banken Konkurrenz machen. Dabei bieten sich ihnen viele Möglichkeiten, wie die Beratungsgesellschaft SSC Management Consult in einer Studie feststellt. Es gilt dabei aber auch noch einige Hürden zu überwinden. Bereits durch ihren Online-Auftritt machen sich die herkömmlichen Banken angreifbar, meint SSC-Partner Michael Schmidt: „Der Online-Auftritt im Privatkundengeschäft ist schon sehr gut, aber der gewerbliche Teil hinkt hinterher.“ Das sehen die Institute, bei denen sich das Angebot im Firmenbereich mitunter bereits mit einer Online-Terminvereinbarung erschöpft, selbst ähnlich: 59 Prozent der befragten Institute stufen ihr Produkt- und Serviceangebot im Internet als „schwach“ oder „sehr schwach“ ein.

Zunächst einfache Produkte

Zunächst erwartet Schmidt, dass sich Fintechs mit einfachen Produkten, die für Online gut geeignet seien und wenig Erklärung bedürfen, Eintritt ins Firmenbusiness verschaffen. Als Zielgruppe sieht er in einem ersten Schritt vor allem Handwerker oder kleine Gewerbetreibende. Als Beispiel nennt Schmidt ein Firmenkonto, dem simple Buchhaltungsfunktionen aufgesetzt sind: Bleibt eine fällige Rechnung unbeglichen, geht automatisch eine Mahnung heraus. „Das bietet Mehrwert und bindet Geschäftskunden.“ Dementsprechend sehen sich auch die Banken selbst in diesen Geschäftsfeldern in den Bereichen Konten und Zahlungsverkehr am verletzlichsten, jeweils mehr als 60 Prozent sehen für Fintechs dort Markteintrittschancen. Schmidt ortet jedenfalls Handlungsbedarf für die klassischen Institute: „Der Zug ist noch nicht abgefahren. Jetzt ist aber der Zeitpunkt gekommen, an dem man was tun muss.“ Derzeit haben die Fintechs laut Studie insgesamt einen Marktanteil von 0,1 Prozent, und ihr Angebot sei im Gegensatz zum Privatkundengeschäft punktuell und wenig vernetzt. Zudem bremsen die Regulierung und das Nullzinsniveau derzeit noch die Entwicklung der Fintechs.

Zehn Prozent vom Kuchen

Dennoch, für die Banken steht viel Geld auf dem Spiel. Laut Studie erzielen diese rund ein Drittel der Bruttoerträge im Bereich der Firmenkunden. Ausgehend von der Einschätzung der Banken errechnet SSC ein Szenario, indem der Marktanteil der Fintechs bis 2025 auf drei bis sechs Prozent ansteigen wird. Eine aggressivere Expansion erwarten hingegen die Geldgeber der jungen Finanzdienstleister, die deren Anteil am Firmengeschäft bis dahin auf fünf bis zehn Prozent anwachsen sehen. Die Studie basiert auf Daten über den deutschen Markt, allerdings betont Schmidt, dass sich die Erkenntnisse durchaus auch auf Österreich umlegen lassen. Auf längere Sicht sieht Schmidt die Banken nicht nur durch junge, eher finanzschwache Fintech-Start-ups gefährdet, sondern durch zwei andere Gruppen von Mitbewerbern: Einerseits würden ausländische Geldhäuser versuchen, im deutschsprachigen Raum Fuß zu fassen, indem sie Fintechs kaufen und selbst weiterentwickeln. Zudem sei es für Anbieter betriebswirtschaftlicher Softwaresysteme wie SAP möglich, ins Firmengeschäft der Banken einzudringen. Warum, erklärt Schmidt wie folgt: „Google und Facebook kennen die Menschen ganz genau, bei Unternehmen sind die SAPs dieser Welt näher dran.“ (Alexander Hahn, 28.5.2017) – derstandard.at/2000058178651/Zunehmende-Konkurrenz-fuer-Banken-im-Geschaeft-mit-Firmenkunden

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