Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Ist schon wieder Schluss mit Sparen?

Posted by hkarner - 26. Mai 2017

Die OECD-Staaten stehen mit 42,2 Billionen Dollar in der Kreide. Zuletzt gingen sie beim Schuldenmachen zwar vom Gas. Doch das dürfte sich bald ändern.

Wien. Die Industrienationen haben ihren Hunger nach mehr und mehr frischem Geld in den vergangenen Jahren etwas gezügelt. Im Verhältnis zum BIP kletterten die Staatsschulden seit 2007 zwar von unter 50 auf mittlerweile 73 Prozent an. Und die Gesamtverschuldung aller OECD-Staaten wird auch heuer um zwei Prozent auf 42,2 Billionen US-Dollar weiter anwachsen (siehe Grafik). Die Rasanz der Neuverschuldung nimmt aber seit einiger Zeit wieder ab, so das Ergebnis des „OECD Sovereign Borrowing Outlook 2017“.

Geld verdienen mit Schulden

Zum Vergleich: In den ersten Jahren nach der Finanzkrise (2008 bis 2010) stieg der absolute Schuldenstand der Staaten im Schnitt um zwölf Prozent pro Jahr. Zwischen 2010 und 2012 waren es immer noch sechs Prozent mehr in jedem Jahr. Vor allem die G7-Staaten hätten sich seither jedoch etwas zurückgehalten, so die Autoren.

Diese Entwicklung hat in ihren Augen vor allem einen Grund: Die niedrigen Zinsen der großen Zentralbanken. Sie verschaffen den Nationen ausreichend Spielraum, um die eigenen Kosten zu trimmen – ohne der Bevölkerung sonderlich große Einschnitte zumuten zu müssen.

Für etliche Staaten ist Schuldenmachen mittlerweile sogar zu einem einträglichen Geschäft geworden. Allein zwischen 2014 und 2016 haben Staaten rund 1,2 Billionen Dollar an Staatsanleihen mit Negativzinsen ausgegeben. Anleger bezahlen also freiwillig dafür, ihr Geld dem deutschen oder – öfter noch – dem japanischen Staat in die Hand zu geben.

In den nächsten Jahren rechnet die OECD übrigens wieder mit einer stärker steigenden Neuverschuldung in den Industriestaaten. Die Fiskalpolitik vieler Regierungen werde zunehmend expansiver, heißt es. Die (kurze) Zeit des Sparens scheint also vorbei zu sein.

 

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