Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Bundesbank-Vorstand sieht „ein Ende der Umsonstkultur“

Posted by hkarner - 3. April 2017

Banken und Sparkassen können an Kundenguthaben kein Geld mehr verdienen, weil die Zinsen alle ähnlich niedrig sind, sagt Andreas Dombret.

Deutsche-Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret sieht bei vielen Geldhäusern „ein Ende der Umsonstkultur“ für die Kunden. „Die Häuser verlangen für viele Dienstleistungen und Produkte wieder Gebühren“, sagte er der Zeitung „Die Welt“. „Allerdings müssen diese Produkte auch attraktiv sein, sonst werden Banken und Sparkassen dafür diese Preise nicht am Markt durchsetzen können“, warnte Dombret.

Viele Geldhäuser machen derzeit wegen niedriger Zinsen schlechtere Geschäfte – sie können etwa beim Geldverleihen weniger verdienen. Ursprünglich hätten Banken und Sparkassen an Kundenguthaben Geld verdient. „Heute ist das nicht mehr möglich, weil die Zinsen alle ähnlich niedrig sind. Der Bankensektor kann da nur Kosten senken oder Provisionen und Gebühren erhöhen“, sagte Dombret.

Wettlauf um niedrigste Regulierung schadet

Dombret hat sich für eine Pause bei der Regulierung nach der Verabschiedung der Basel-III-Reformen ausgesprochen. Es solle eine „Phase der Zurückhaltung“ geben. Ein permanenter Regulierungsmarathon helfe niemandem, und er würde die Banken über Gebühr belasten. Zugleich warb er für einheitliche Regeln weltweit. „Die Grundsätze müssen überall umgesetzt werden, sonst gibt es mit uns kein Basel III“, sagte der Bundesbank-Vorstand.

Das Ringen um die sogenannten Basel-III-Reformen zur Bankenregulierung zieht sich schon lange hin. Die neue US-Regierung hatte zuletzt mit Überlegungen, die strengen Regeln für die heimischen Banken zu lockern, Befürchtungen ausgelöst, die USA könnten das Interesse an einer international abgestimmten Bankenregulierung verlieren. Eigentlich sollten die Reformen spätestens im Jänner beschlossen werden.

Dombret sagte, es gebe noch zu wenige Fakten, um beurteilen zu können, in welche Richtung eine Deregulierung in den USA gehen könne. Ein Wettlauf um die niedrigste Regulierung werde aber langfristig allen schaden.

 

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