Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Die Robotersteuer und die Visionen des Herrn Gates

Posted by hkarner - 20. Februar 2017

Natürlich haben sie recht, die Herren Gates, Musk und Urschitz! (hfk)

Wenn wir nicht reagieren, wird uns die Digitalisierung schneller als gedacht brutal überrollen.

Bill Gates, Gründer des Softwarekonzerns Microsoft, hat sich vor ein paar Tagen für eine „Robotersteuer“ ausgesprochen. Elon Musk, charismatischer Tesla-Gründer, fände das bedingungslose Grundeinkommen interessant, wenn die Digitalisierung tatsächlich zu dem Jobkiller wird, für den sie immer mehr Experten halten. 

Die beiden Superkapitalisten stehen da in krassem Widerspruch zu einer interessanten europäischen Ablehnungsallianz, in der sich unter anderem das Europaparlament, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die heimische Industriellenvereinigung finden.

Wie kommt es, dass ausgerechnet amerikanische Selfmade-Multimilliardäre solche hierzulande als links und wirtschaftsfeindlich verschrieenen Ideen propagieren, während europäische Lobbyisten aus allen Lagern diese bekämpfen? Kann es sein, dass die beiden Herren Microsoft und Tesla nicht aus Zufall zu Weltkonzernen gemacht haben, sondern weil sie Visionen hatten und ein bisschen weiter als die anderen denken konnten? Und dass sie mit diesem visionären Geist jetzt auf absehbare gesellschaftliche Veränderungen blicken, während der große Rest analog denkender Mitbürger noch in den klassischen links-rechts-Schemata des späten vorigen Jahrtausends feststeckt?
Ich lehne mich hier jetzt ein bisschen aus dem Fenster und wage ein paar Prophezeiungen: Die Digitalisierung wird unser Leben wesentlich früher auf den Kopf stellen, als wir glauben. In Japan beispielsweise hat die Versicherungsgesellschaft Fukoku Mutual Life soeben ein Drittel der Mitarbeiter ihrer Zahlungsabteilung durch das künstliche Intelligenzwesen „Watson“ von IBM ersetzt. Einfach so. Diese Lawine wird sehr bald sehr kräftig zu rollen beginnen.

Das wird alle Industriestaaten in extreme Finanzierungsprobleme stürzen. In Österreich beispielsweise hängen fast 80 Mrd. Euro Einnahmen im Jahr an Steuern und Sozialbeiträgen auf menschliche Arbeit. Fällt die Hälfte davon weg, ist nicht nur das (derzeit freilich zu üppige) Sozialsystem Geschichte, dann ist auch für den Staat Feierabend.

Es werden also überall in der westlichen Welt die Steuer- und Sozialsysteme umgebaut werden. Am Ende werden irgendeine Art von „Robotersteuer“ und irgendeine Art von Grundeinkommen stehen. Oder eine Menge Failed States mit hohem Revolutionspotenzial. Nicht nächstes Jahr, nicht in fünf Jahren, aber die meisten von uns werden das noch erleben.

Da geht es nicht um Maschinensturm und Verhinderung von Innovation. Das wäre ein aussichtsloses und dummes Unterfangen. Da geht es um Anpassung an eine völlig neue Form von Wirtschaft und Gesellschaft, die die Digitalisierung erzwingen wird.

Damit sollten sich auch ideologisch verkrustete europäische Lobbyisten einmal näher befassen. Bevor es zu spät ist.

 

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