Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Bank der Notenbanken in Erklärungsnot

Posted by hkarner - 20. Januar 2017

20. Jänner 2017, 06:00 derstandard.at

Die BIZ warnt gern vor Geldschwemme und Blasen an den Finanzmärkten. Nun gibt es Zweifel an der Seriosität

Basel/Wien – Wenn es um Fragen internationaler Finanzstabilität und Geldpolitik geht, gibt es einen einsamen Rufer in der Wüste: die Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ), die auch als Bank der Notenbanken tituliert wird, und ihren Sitz in Basel hat. Einmal sind es hohe Kreditrisiken, dann nach oben schießende Preise, dann wieder die von den Notenbanken in das Geldsystem gepumpten Billionen, die von der BIZ aufgespießt werden.

Die Berichte der BIZ genießen bei Ökonomen hohes Ansehen, zumal die Einrichtung lange vor dem Lehman-Crash 2008 vor einem Kollaps des Finanzsystems gewarnt hatte. In den letzten Jahren kamen immer wieder Aufschreie aus Basel, laut denen die Blasenbildung ähnliche Dimensionen angenommen habe wie vor neun Jahren. Doch die Seriosität der Arbeiten der BIZ im Bereich der Forschung und der politischen Empfehlungen wird jetzt durch einen externen Prüfbericht infrage gestellt.

Ergebnisse hingebogen

Der von der Bank selbst veröffentlichte Report wurde von hochkarätigen Experten wie dem früheren Vizechef der Bank of England, Sir Charles Bean, dem Ökonomen Franklin Allen und dem Ex-Präsidenten der chilenischen Notenbank, José de Gregorio, erstellt. Salopp gesagt werfen die Prüfer der BIZ vor, die Forschungsergebnisse und Empfehlungen so hingebogen zu haben, damit sie in die „Linie“ der Bankführung passen. In Zukunft solle es vermieden werden, Resultate zu produzieren, die die Ansicht des Hauses unterstützen sollen, heißt es.

Besonders stark sei diese Praxis bei Themen der Geldpolitik verbreitet, halten die Prüfer fest. Dass die Warnungen der BIZ vor einer von Notenbanken verursachten Geldschwemme in dem Bericht kritisch gewürdigt werden, ist freilich nicht ganz überraschend. Erstens waren zwei der drei Mitglieder des Prüfteams Notenbanker, zweitens führten nicht zuletzt externe Befragungen – u. a. wiederum bei Notenbankern, aber auch Ökonomen – zu dem Befund.

Kritische Anmerkungen

Konkret haben acht von 41 Befragten kritische Anmerkungen gemacht. So unterspiele die BIZ die Unsicherheiten, die mit ihren Empfehlungen verbunden seien. Ein anderer Kommentar lautete, die Ergebnisse der Analysen stünden schon von Beginn an fest. Forschungsarbeiten würden so lange „gekocht“, bis sie das gewünschte Resultat lieferten, meinte eine weitere Stimme. Untermauert werden die Beschwerden teilweise durch interne Angaben, wonach es einen „impliziten Druck“ gegeben habe, zur Hauslinie passende Befunde zu liefern. Munition gegen laxe Geldpolitik Laut Financial Times könnte der Bericht konkrete Implikationen haben. So hätte die BIZ der Deutschen Bundesbank Munition im Kampf gegen die laxe Geldpolitik geliefert. Die Baseler Einrichtung selbst begrüßte die ihrer Ansicht nach konstruktiven Empfehlungen des Prüfberichts und verwies auf viele positive Resultate des Reports. (Andreas Schnauder, 20.1.2017) – derstandard.at/2000051192424/Bank-der-Notenbanken-in-Erklaerungsnot

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