Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

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Italien: Sieben Banken vernichteten 24 Milliarden Euro

Posted by hkarner - 6. Januar 2017

Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 6. Jänner 2017, 17:44 derstandard.at

Banken schädigten Sparer

Das Vertrauen italienischer Sparer in ihre Banken ist verpufft. Kein Wunder. Denn in den vergangenen Jahren wurden allein bei sieben „Krisenbanken“ 24 Milliarden Euro an Sparvermögen verheizt. Dies entspricht rund 1,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) des Landes. Am meisten haben Italiens Kleinanleger bei der seit 2009 in Krise befindlichen und inzwischen vom Staat übernommenen Monte dei Paschi di Siena (MPS) verloren.

Aber auch die Anleger der vier italienischen Kleinbanken Banca Etruria, Banca delle Marche und der Sparkassen von Chieti und Ferrara kamen nicht glimpflich davon. Die vier Institute wurden Ende 2015 mittels des Banken-Solidaritätsfonds gerettet und in letzter Minute vor dem Konkurs bewahrt. In den kommenden Tagen plant nun die Ubi Banca, ein Übernahmeangebot für drei dieser Banken zu präsentieren. Der Preis dafür: ein Euro. Bitterer Beigeschmack dieser Affäre ist, dass die an der Misere mitschuldigen Bankmanager bislang noch nicht zur Verantwortung gezogen worden sind.

Abgesehen von MPS haben auch die zwei norditalienischen Volksbanken Popolare di Vicenza (BPV) und Veneto Banca ihre Sparer beschummelt. So sind die einst zu einem Wucherpreis von 60 Euro und mehr verkauften BPV-Anteilsscheine inzwischen nur noch zehn Cent wert. Nun haben die beiden Banken beschlossen, 175.000 Anteilshabern oder Bondholdern bis zu 15 Prozent des Werts ihrer ursprünglichen Veranlagungen zurückzuzahlen. Dafür wurden 600 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Post verkaufte Junk

Aber nicht nur die Banken haben ihre Anleger jede Menge Geld gekostet. Auch die italienische Post ist ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Die ursprünglich als solide Anlagequelle bekannte Poste Italiane hat ihren Kunden in ihrer Tätigkeit als Bank und Anlageberater im Zeitraum zwischen 2002 und 2005 auch Immobilienfonds verkauft. Deren Wert ist inzwischen um 80 Prozent gesunken. Kein Wunder, dass das „Matratzensparen“ inzwischen wieder zu einer der beliebtesten Sparformen Italiens geworden ist. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 6.1.2017) – derstandard.at/2000050330183/Italien-Banken-schaedigten-Sparer

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