Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

„Merkel fällt die Führung der westlichen liberalen Welt zu“

Posted by hkarner - 4. Januar 2017

Date: 03-01-2017
Source: The Economist

Die „Financial Times“ sieht Angela Merkel als künftige Führerin des freien Westens

„Historischer Moment“: Die „FT“ schreibt Deutschland eine globale Führungsrolle zu und lobt die „bewundernswerte Haltung“ der Kanzlerin. Für das britische Blatt gibt es zudem einen ganz profanen Grund.

In wenigen Wochen blickt die Welt auf Washington: Dann, am 20. Januar, wird Donald Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten eingeschworen, sein Vorgänger und Demokrat Barack Obama zieht aus dem Weißen Haus aus.

Angesichts des bevorstehenden Machtwechsels sieht die britische „Financial Times“ (“FT“) die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Pflicht, die Führung der westlichen liberalen Welt von Obama zu übernehmen. Ähnlich hatte sich schon die „New York Times“ kurz nach der Wahl Donald Trumps im November positioniert.Die britische Blatt zeigt in einem Kommentar auf, dass – obwohl die Kanzlerin solche Forderungen stets als „grotesk und absurd“ zurückgewiesen hatte – sie keine andere Wahl haben werde.

„Bewundernswerte Haltung Merkels“

„Diese Aufgabe fällt ihr durch den Mangel an anderen plausiblen Kandidaten und durch die von ihr gezeigte bewundernswerte Haltung zu“, heißt es in dem Beitrag. „Zu kämpfen für Demokratie, freien Handel und offene Gesellschaften.“

Merkel hatte nach der Wahl Trumps im November zwei Tage verstreichen lassen, ehe sie ihm persönlich am Telefon zum Wahlsieg gratulierte. Zuvor hatte Merkel in einer ersten Stellungnahme dem Milliardär zwar eine Zusammenarbeit angeboten, diese aber ausdrücklich an die Achtung demokratischer Grundwerte geknüpft.

Sie weigere sich, so die „FT“ weiter, das Feld Nationalisten wie Trump, Russlands Präsidenten Wladimir Putin und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban zu überlassen.

Sieben Jahrzehnte nach der Zerstörung Nazi-Deutschlands sei Berlin nun in der Lage, über die globale Führungsrolle nachzudenken. „Ein historischer Moment.“ Und nach Ansicht der Autoren auch Anerkennung für den Wandel, den Deutschland seit 1945 hin zur „wirtschaftlichen Supermacht“ und Land mit „Vorrangstellung in Europa“ gemacht hat.

Merkel: „Letzte Verteidigerin des freien Westens“

Schon die renommierte „New York Times“ hatte Merkel kurz nach der Wahl zur „letzten Verteidigerin des freien Westens“ erklärt. „Da war es nur noch eine“, begann die Analyse aus dem November.

In dem Aufsatz hieß es damals, dass Merkel die einzige verbliebene Person in Europa sei, die das transatlantische Bündnis zwischen Amerika und Europa am Leben halten könne.

„Ein zunehmend geteiltes Europa guckt auf Deutschland, als reichste Macht, um mit den vielen Problemen fertig zu werden, von denen viele seit Jahren bestehen“, schrieben die Autoren weiter.

Trump hatte nach der Wahl das Nato-Bündnis für überkommen erklärt und den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Gegenzug gelobt.

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