Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Archive for 2. Januar 2017

Italiens drittgrößte Bank debütiert an Mailänder Börse

Posted by hkarner - 2. Januar 2017

Auch das kann  mit Volksbanken passieren. Obwohl auch die Geschichte des Volksbanken Sektors in Italien (der „Banche populare“) auch gar nicht durchgehend erfolgreich war! (hfk)

2. Jänner 2017, 12:31 derstandard.at

Banco BPM ist aus der Fusion von Banco Popolare und BPM entstanden

Rom – Italiens drittgrößte Bank, die aus der Fusion von Banco Popolare mit der Banca Popolare di Milano (BPM) entstanden ist, ist am Montag erfolgreich an der Mailänder Börse gestartet. Die neue Bank, die Banco BPM heißt, meldete beim Börsendebüt ein Kursplus von 4,1 Prozent auf 2,38 Euro pro Aktie. Wegen des starken Anstiegs musste die Aktie sogar vorübergehend vom Handel ausgesetzt werden. Banco BPM entsteht mit einem Kapital von 7,1 Milliarden Euro. Das Geldhaus ist Italiens drittgrößte Bank nach der Bank-Austria-Mutter UniCredit und Intesa Sanpaolo. Das neue Geldhaus wird sich um den Verkauf von notleidenden Krediten im Wert von 8 Mrd. Euro bemühen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Ethikbanker Zimmerl: „Beitrag zum Gemeinwohl schaffen“

Posted by hkarner - 2. Januar 2017

Wer glaubt denn noch diesen Dilettanten? Die Bank sollte 2012 in Betrieb gehen (!!!) Rainer Borns sollte Vorstand werden! Seit einem Jahr haben sie das Geschäftsmodell (das unprofessionell ist und von Fachleuten, inkl. uns zerpflückt wurde!) wieder verändert (keine Kredite: also wofür das Ganze???). Sie wurden von Christian Felber an der Nase herumgeführt. Der Zimmerl ist der gefühlt 37. Vorstand! In seinem Lebenslauf (z.B. auf LinkedIn hat er die Zeit als Novomatic Gruppe Vorstand wohl verschwitzt. Und Ethikbanken und Genossenschaftsbanken gibt es j auch nicht in Österreich! In diesem Fall ist „Gutmensch“ wirklich ein Schimpfwort, und die bisherigen Genossenschafter gehören in die betriebswirtschaftliche Klapsmühle geschickt! (hfk)

Interview Johanna Ruzicka2. Jänner 2017, derstandard.at

Die Gründung der erster Ethikbank Österreichs geht langsam vor sich. Hauptgrund ist, dass man mit dem Projekt Neuland betritt

STANDARD: Die Bank für Gemeinwohl versteht sich als Ethikbank. Obwohl der Anspruch, verantwortungsvoll zu wirtschaften, von vielen Menschen als ausgesprochen unterstützenswert angesehen wird, ist es anscheinend nicht einfach, die notwendigen fünf Millionen Euro Grundkapital zusammenzubekommen. Wieso eigentlich?

Zimmerl: Die Bank für Gemeinwohl ist ein Pionierprojekt, und wir sind damit die ersten in Österreich. Lange Zeit war ein solcher ethischer Anspruch, wie wir ihn haben, einfach kein Thema. Das hat sich erst mit der Finanzkrise 2007/08 geändert. Wir haben mittlerweile 4500 Genossenschafterinnen mit einem Gesamtkapital von fast 3,3 Millionen Euro – das ist schon beachtlich, obwohl es, das muss ich zugeben, langsamer geht, als wir ursprünglich angenommen haben. Es gibt aber wie gesagt keinerlei Erfahrungswerte mit so etwas.

STANDARD: Sie mussten deshalb die kurzfristigen Zielen ändern?

Zimmerl: Ja, wir starten 2017 einmal mit einer Crowdfundigplattform. Auch da steht die Gemeinwohl-Orientierung im Vordergrund, und wir werden die Auswahl der Projekte entsprechend treffen. Es geht uns darum, dass es im Land zu einer ökonomischen Veränderung kommt, bei der das Finanzsystem die Bedürfnisse der Menschen unterstützt. Wir wollen Firmen und Projekte fördern, die zu dieser Werthaltung passen. Den Rest des Beitrags lesen »

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A New Year’s Development Resolution

Posted by hkarner - 2. Januar 2017

Photo of Kaushik Basu

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Inequality and Skin in the Game

Posted by hkarner - 2. Januar 2017

– INCERTO – 27/12/2016


Inequality and Skin in the Game

The Static and the Dynamic — How to go bankrupt and be loved by the many –Piketty’s equals

Inequality vs Inequality

There is inequality and inequality.

The first is the inequality people tolerate, such as one’s understanding compared to that of people deemed heroes, say Einstein, Michelangelo, or the recluse mathematician Grisha Perelman, in comparison to whom one has no difficulty acknowledging a large surplus. This applies to entrepreneurs, artists, soldiers, heroes, the singer Bob Dylan, Socrates, the current local celebrity chef, some Roman Emperor of good repute, say Marcus Aurelius; in short those for whom one can naturally be a “fan”. You may like to imitate them, you may aspire to be like them; but you don’t resent them.

The second is the inequality people find intolerable because the subject appears to be just a person like you, except that he has been playing the system, and getting himself into rent seeking, acquiring privileges that are not warranted –and although he has something you would not mind having (which may include his Russian girlfriend), he is exactly the type of whom you cannot possibly become a fan. The latter category includes bankers, bureaucrats who get rich, former senators shilling for the evil firm Monsanto, clean-shaven chief executives who wear ties, and talking heads on television making outsized bonuses. You don’t just envy them; you take umbrage at their fame, and the sight of their expensive or even semi-expensive car trigger some feeling of bitterness. They make you feel smaller. Den Rest des Beitrags lesen »

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Josef Haslinger: „Wir sollten zurück an den Start“

Posted by hkarner - 2. Januar 2017

InterviewStefan Weiss, 1. Jänner 2017, 08:00 derstandard.at

Der Schriftsteller und Präsident des deutschen PEN-Zentrums spricht über Terror, Flucht und politische Verschiebungen. Für die EU fordert er einen Neuanfang

STANDARD: Für Deutschland hat das Jahr mit den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht begonnen und mit einem islamistischen Anschlag in Berlin geendet. Sie leben in Leipzig, wo auch die Pegida-Bewegung aufmarschiert. In welchem Zustand erleben Sie die deutsche Gesellschaft derzeit?

haslinger-ccHaslinger: Köln war ein großer Einschnitt. Ich glaube, dass die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel vor Köln eine Mehrheit in der deutschen Bevölkerung hatte. Die hat sie in der Kölner Silvesternacht verloren. Pegida und die AfD haben sehr profitiert von diesen Ereignissen. Der Anschlag nach dem Vorbild von Nizza heizt die Stimmung nun erneut an. Ein hoher Zaun um Deutschland herum wird den Terrorismus aber auch nicht stoppen.

STANDARD: Aber sind in der Flüchtlingskrise nicht auch sicherheitspolitische Fehler passiert?

Haslinger: Jeder hat gesehen und damit gewusst, dass die Einreise der Flüchtlinge sicherheitspolitisch absolut daneben war. Aber was war die Alternative? Hätte man die vielen Schutzsuchenden in Ungarn gegen den Zaun laufen lassen sollen? Ein Terrornetzwerk wie der IS wird auch bei restriktiven Kontrollen Wege finden, seine Leute zu aktivieren. Das größte Problem sind nicht die Flüchtlinge, sondern ein paar Hundert Deutsche, die beim IS zur Ausbildung waren und nun, zurückgekehrt, zu Stabsstellen des Terrors werden.

STANDARD: In Ihrem Roman „Opernball“ von 1995 imaginierten Sie einen rechtsextremen Anschlag auf den Opernball. Würden Sie heute eher einen islamistischen Anschlag ins Feld führen?

Haslinger: Es interessiert mich weniger, die Dinge zu dokumentieren, als sie fortzuschreiben. Im Falle von Opernball beginnen die Terroristen zwar als Rechtsextreme, nehmen dann aber eine christlich-fundamentalistische Position ein, was ihren Rassismus aber nur gefährlicher macht. Wenn hinter dem Terrorismus eine Heilserwartung steckt, die sich ihre Mission bis hin zu den Seligkeiten des Märtyrertums ausmalt, wird es finster um die Aufklärung. Im Export der nötigen Kreuzzugsmentalität war das Kalifat jedenfalls erfolgreich.

STANDARD: Wie stehen Sie zu offen islamkritischen Autoren wie Michel Houellebecq?

Haslinger: Ich bin skeptisch, was pauschale Islamkritik betrifft. Die größte Opfergruppe islamistischen Terrors ist nach wie vor die der Muslime. Europa ist nicht nur das Ziel von Anschlägen, sondern auch der Immigrationsort des Arabischen Frühlings. Das wird sich auch auf die Entwicklung liberaler Formen des Islam auswirken.

STANDARD: Sehen Sie liberale muslimische Kräfte tatsächlich im Erstarken?

Haslinger: Je stärker der Islam pauschal angegriffen wird, desto mehr Menschen treibt man seinen radikalen Gruppen zu. Besser wäre es, die Entwicklung eines europäisch gesinnten Islam zu fördern, in dem Schiiten und Sunniten, wie zwei protestantische Denominationen, ihre Energien nicht in die Kriegsführung, sondern in die Spiritualität stecken.

STANDARD: Wie?

Haslinger: Bis vor kurzem wurden die Prediger aus dem Ausland importiert, weil unsere theologischen Fakultäten keinen großen Bedarf für islamische Spiritualität sahen. Ganz Europa hat achselzuckend zugesehen, wie in Bosnien die Moscheen und Gebetshäuser von Saudi-Arabien gebaut wurden. Diese Hegemonie lässt sich nicht einfach abschütteln, aber sie wird in der Konfrontation mit den hiesigen Lebensformen erodieren. Es sei denn, wir lassen es zu, dass sich Parallelgesellschaften entwickeln.

STANDARD: Die unerwartete Zuwanderung hat, gepaart mit der ökonomischen Krise, auch Sozialchauvinismus befeuert. Manche Ökonomen nehmen die Theorie von Joseph Schumpeter wieder auf, wonach ein solidarisch funktionierender Sozialstaat ein großes Maß an gesellschaftlicher Homogenität voraussetzt. Unterschätzen Linke und Liberale die Bedeutung kultureller Unterschiede?

Haslinger: Aus der Tradition heraus ist Schumpeters Theorie stimmig. Aber sie ist kein Zukunftsmodell. Das würde ja heißen, dass es in den USA völlig aussichtslos wäre, so etwas wie Sozialpolitik zu etablieren. Es kann schon sein, dass man die kulturelle Dimension unterschätzt hat. Aber wir haben auch einen großen Reformstau. Es ist uns nie gelungen, die Bildungsreformen der Ära Kreisky so weiterzuentwickeln, dass am Ende in Österreich wirklich alle Menschen gleiche Chancen haben. Dadurch, dass wir zum Beispiel keine starken Grundstrukturen der Sprachförderung haben, fallen nun die entsprechenden Strukturen, die wir für Flüchtlinge brauchen, viel mehr ins Gewicht.

STANDARD: Seit der Finanzkrise 2008, verstärkt durch die Flüchtlingsproblematik ab 2015 und den Brexit, sehen viele die EU auf Zerfallskurs. Wie ernst ist die Lage?

Haslinger: Sie befindet sich derzeit tatsächlich in einem Zerfallsprozess. Auf vielen Ebenen wollen sich manche Länder nicht mehr ans gemeinsame Regelwerk halten. Bevor weiter ausgetestet wird, wie rücksichtlos die europäischen Staaten wieder gegeneinander werden können, sollten wir lieber zurück an den Start. Auch was die Beziehung zu Russland betrifft. Die Vorstellung, dass durch Wirtschaftssanktionen irgendwann die Krim an die Ukraine zurückfallen wird, ist realitätsfern. 2001 hat Putin für eine Rede im deutschen Bundestag Standing Ovations geerntet. Damals hatten die deutsch-russischen Beziehungen noch Zukunft. Aber Deutschland, der brave Bündnispartner, hat sich von der Nato eine andere Linie vorgeben lassen. Politiker wie Egon Bahr oder Hans-Dietrich Genscher waren leider schon außer Dienst. Wir müssen zurück zum Geist von 1990.

STANDARD: Merkel hat die CDU politisch in die Mitte gerückt, sie ist von der SPD kaum zu unterscheiden. Die linke Philosophin Chantal Mouffe sieht in diesem Zusammenrücken einstiger Gegenspieler den Hauptgrund, warum Rechtspopulisten an Boden gewinnen. Sie fordert eine Rückkehr zur klaren Unterscheidbarkeit politischer Lager. Teilen Sie diese Einschätzung?

Haslinger: Ja. Und das ist vor allem ein Problem der Sozialdemokraten. Merkel hat ihre Partei in die Mitte gerückt und ihr damit eine Zukunft verschafft. Aber die SPD hat keine Zukunft, wenn sie in der Mitte bleibt. Als unter Reagan und Thatcher der Neoliberalismus populär wurde, wollte die Sozialdemokratie unbedingt an der Macht bleiben und ist dabei fast unkenntlich geworden. Jetzt steht sie vor der großen Herausforderung, ihren sozialen Internationalismus wiederzubeleben.

STANDARD: Aber auch Konservative haben ihre rechten Flanken teilweise preisgegeben. Die CSU versucht das auszugleichen.

Haslinger: Solange es der CSU gelingt, die AfD kleinzuhalten und gleichzeitig eine Art Burgfrieden mit der CDU zu wahren, wirkt sie mit ihrem hysterischen Herumgekreische sogar stabilisierend. Das Bündnis führt die Diskussionen in den eigenen Reihen und lädt zur Solidarisierung entweder mit Merkel oder mit Seehofer ein.

STANDARD: 1987 haben Sie mit Blick auf Österreich von einer „Politik der Gefühle“ geschrieben. Rechtspopulisten haben ihr Spiel auf dieser Klaviatur perfektioniert. Sind die Gefühle, die andere Parteien vermitteln, zu schwach?

Haslinger: Wenn man alles – Gleichheitsgrundsatz, Menschenrechte, Flüchtlingskonvention – infrage stellen kann, dann fällt es natürlich leicht, einen wendigen Populismus zu entwickeln. Donald Trump ist aufgeblüht in dieser Rolle. Im Gegensatz zu Hillary Clinton hatte es der unterlegene Demokrat Bernie Sanders zu einer Art linkem Gefühlspopulismus gebracht, ohne die Menschen aufgrund ihrer äußeren und inneren Merkmale auseinanderzudividieren. Wenn die SPÖ unter Christian Kern das beherzigt, traue ich ihr bei der nächsten Wahl den ersten Platz zu. Was aber eine Allianz Kurz/Strache nicht unbedingt verhindern wird.

STANDARD: Politiker wie Trump, Erdogan oder Putin bedienen auch Rachegelüste in der Gesellschaft.

Haslinger: Neue Poltergeister sind an die Macht gekommen, die Gefühle wie Rache, Hass und Wut reaktivieren. In Zeiten der Krise beginnt das Kleinbürgertum eine alte Sehnsucht auszuleben: Es nun endlich einmal denen, die alles immer besser zu wissen meinten, heimzahlen zu können. Und es finden sich sofort auch diejenigen, die eine solche Entwicklung rechtfertigen. Das war immer so.

STANDARD: Die rechtskonservativen Regierungen in Polen und Ungarn verfolgen ihr nationalistisches Programm auch kulturpolitisch. Wird die Kulturdiplomatie innerhalb Europas, die viele schon für überflüssig hielten, wieder wichtiger?

Haslinger: Offenbar. Die Kulturforen der Botschaften hatten diese Rolle schon einmal vor dem Fall des Eisernen Vorhangs. Sie waren kleine Gucklöcher in die freie Welt. Und diese Funktion könnten sie jetzt wieder bekommen.

STANDARD: Gibt es etwas, das Sie 2016 optimistisch gestimmt hat? Haslinger: Für mich als fußballbegeisterten Leipziger war es der Aufstieg des RB Leipzig, und für mich als politikverfangenen Österreicher war es der Sieg von Alexander Van der Bellen. (Stefan Weiss, 1.1.2017)

Josef Haslinger (61), geboren in Zwettl (NÖ), ist seit 1996 Professor am Literaturinstitut der Uni Leipzig und seit 2013 Präsident des deutschen PEN-Zentrums, Autor der Romane „Opernball“, „Das Vaterspiel“ und „Jáchymov“. Im März 2017 gibt er mit Franziska Sperr die Anthologie „Zuflucht in Deutschland. Texte verfolgter Autoren“ heraus. – derstandard.at/2000050042638/Josef-Haslinger-Wir-sollten-zurueck-an-den-Start

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