Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Hunnensturm – Putins fürchterliche „Befreier“

Posted by hkarner - 17. Dezember 2016

von Gero Jenner, 16/12Jenner

Wer die Nachrichten im Ersten Kanal des russischen Fernsehens verfolgt, dem wird eine Siegesmeldung nach der anderen präsentiert: Erst wurde Palmyra mit Hilfe russischer Bomber von ISIS gesäubert, jetzt ist es den Truppen Assads mit Hilfe Putins gelungen, Aleppo von den „Terroristen“ zu befreien. Welche Mächte da aufeinander treffen, steht für die russische Berichterstattung zweifelsfrei fest: Ein rechtmäßiges Regime, die Regierung Bashar al-Assads, wird von seinen Freunden vor einer Phalanx von Banditen geschützt.

Auf russischer Seite wird dabei nicht versäumt, den durchschlagenden Erfolg der eigenen Politik mit dem kläglichen Versagen des Westens zu konfrontieren. Während dieser den nahen bis zum weniger nahen Osten, will sagen von Libyen über den Irak bis nach Afghanistan, ins Chaos stürzte und sich als völlig unfähig erwies, den Frieden auch nur annähernd wiederherzustellen, hat Russland mit seiner entschiedenen Unterstützung einer legal gewählten Regierung innerhalb kürzester Zeit für Ordnung gesorgt.

Verbrannte Erde

Nehmen wir einmal an, dass die Situation wirklich so eindeutig sei, wie sie die russischen Medien und ihr englischsprachiger Ableger „Russia Today“ (RT) präsentieren, nehmen wir also an, dass Putin und Assad gegen die Mächte der Hölle kämpfen, dann müssten sich die Russen wohl trotzdem die Frage stellen, was sie mit ihrer „Befreiung“ in der größten und wirtschaftlich bedeutendsten Stadt Syriens bewirkten?

Aleppo, eine einst blühende Metropole, zählte mit ihren beinahe 5000 Jahren Geschichte zu den ältesten menschlichen Ansiedlungen überhaupt.

 

Assad und Putin haben sie in Schutt und Asche gelegt.

 

Für die Muslime ist Aleppo so bedeutend wie Paris oder Wien für die Christen. Die Stadt war eine Perle der islamischen Kultur, ihr historischer Kern so prächtig und so berühmt wie ihre Moscheen. Überdies war sie eine verhältnismäßig moderne Stadt mit wichtigen Industriebetrieben, ohne die eine Einwohnerschaft von annähernd zwei Millionen nicht hätte leben könnte. Was würden wir sagen, wenn Paris oder Wien das Schicksal Aleppo erleiden würden?

 

Mit tatkräftiger Unterstützung Russlands ist Aleppo ausradiert worden.

 

Von dem UNESCO Weltkulturerbe ist nach der von den Russen bombastisch zur „Befreiung“ erklärten Zerbombung nichts übrig als eine Geisterstadt aus Skeletten, wo die Mehrzahl aller Gebäude nur noch zum Abriss taugt, eine Stadt, in der die nächsten zwanzig Jahre wohl nur noch Ratten und anderes Ungeziefer in größerer Zahl überleben.

 

Aleppo – nur noch ein Trümmerhaufen.

 

Die sogenannte „Befreiung“ ist in Wahrheit ein Hunnensturm, durchgeführt von einem der blutigsten und skrupellosesten Diktatoren der neueren Geschichte, Bashar al-Assad, der im Namen einer alawitischen Minderheit das eigene Volk, die sunnitische Mehrheit, zum Abschuss freigab, wobei er die geschworenen Feinde der Sunniten, iranische Schiiten zur Hilfe rief. Trotzdem wäre es ohne Eingreifen Putins zu einem Bürgerkrieg mit voraussehbarem Ende gekommen: dem Sturz Assads und dem Sieg der mit ungefähr 80% dominierenden sunnitischen Mehrheit. Erst das Eingreifen Russlands hat das Regime für die nächste Zeit stabilisiert, aber es kann wohl kein Zweifel daran bestehen, dass für die zwei Millionen Menschen Aleppos jedes Regime – selbst das von ISIS – besser gewesen wäre als diese Art von „Befreiung“, die eine ganze Stadt, die größte Syriens, von der Landkarte tilgt und ihre Einwohner zu heimatlosen Vagabunden und Bettlern macht. Wird man ernstlich damit rechnen können, dass ein solcher Brandherd zu löschen ist, solange die sunnitische Mehrheitsbevölkerung der Barbarei Assads und seiner Helfer ausgesetzt bleibt?

Weiterlesen:  http://www.gerojenner.com/wp/?p=968

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