Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

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Short-Selling: SEC ermittelt gegen Banken

Posted by hkarner - 8. November 2016

08.11.2016 | 18:07 |  (Die Presse)

Die US-Börsenaufsicht hat mehrere Banken wegen unerlaubter Geschäfte im Visier. Erneut betroffen ist die Deutsche Bank.

Wien. Wieder einmal führt die US-Börsenaufsicht (SEC) Untersuchungen wegen des Verdachts auf unerlaubte Geschäfte von Großbanken durch. Und wieder einmal ist neben den US-Branchengrößen Bank of New York, Citigroup und JP Morgan Chase auch die Deutsche Bank davon betroffen, berichtet das „Wall Street Journal“. Konkret geht es darum, ob die Banken Geschäfte mit Hinterlegungsscheinen genutzt haben, um unerlaubtes Naked Short Selling zu betreiben.

Hinterlegungsscheine sind ein hierzulande nur wenig bekanntes Vehikel, mit dem US-Investoren ausländische Aktien kaufen können. Da das direkte Investment in ausländische Aktien für US-Bürger aufwendig ist und höhere Kosten verursacht, hat JP Morgan bereits 1927 das Modell mit den Hinterlegungsscheinen entwickelt.

Dabei werden die ausländischen Aktien von der Bank gekauft und in eigenen Depots gehalten. Die Anleger in den USA erhalten von ihr nur einen Hinterlegungsschein, der die Aktie abbildet und ihr im Preis folgt. Die Scheine werden daher auch als Schattenaktien bezeichnet.

Grundsätzlich ist dieses Geschäft üblich und auch vollkommen legal. Die SEC geht nun jedoch dem Verdacht nach, dass die Banken Hinterlegungsscheine bereits verkauft haben, ohne dass sie die dafür notwendigen ausländischen Aktien selbst bereits in ihrem Depot haben. Dies könne zum Naked Short Selling (ungedeckter Leerverkauf) geführt haben. Dabei werden Aktien verkauft, die man weder besitzt noch sich ausgeborgt hat.

Die Hoffnung des Short-Sellers ist dabei, dass der Aktienkurs fällt und er die Papiere billiger kaufen kann, als er sie verkauft hat. Da beim Verkauf großer Volumina der Short-Seller den Kursrutsch – von dem er später profitiert – selbst auslösen kann, ist Naked Short Selling verboten (anders als der gedeckte Leerverkauf: Bei ihm werden die Aktien ausgeliehen und verkauft, in der Hoffnung, dass der Kurs fällt, bevor sie zurückgekauft und an den Verleiher retourniert werden müssen).

Die Banken erklärten, dass es funktionierende Kontrollen gäbe, die Naked Short Selling im Zusammenhang mit Hinterlegungsscheinen verhindern sollen. So müssten die Händler nachweisen, dass sie in Hinterlegungsscheine, die noch nicht durch Aktien im Depot der Bank unterlegt sind, „long“ investieren – diese Papiere also nicht verkaufen, um gegen die dahinter liegende Aktie zu spekulieren. (jaz)

 

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