Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Top-Ökonomen prognostizieren Ende der Globalisierung

Posted by hkarner - 5. September 2016

Date: 04-09-2016
Source: Die Welt

video: https://beta.welt.de/wirtschaft/article157942351/Top-Oekonomen-prognostizieren-Ende-der-Globalisierung.html

Ein TTIP-Abkommen rückt zunehmend in weite Ferne. Das legen auch die jüngsten Äußerungen von Frankreichs Präsident Hollande und Wirtschaftsminister Gabriel nahe – der Ökonom David Kohl über die Chancen für ein Abkommen.

Kompliziertere politische Verhältnisse und ein neuer Protektionismus sind Gründe für ein Ende der Globalisierung.

Wirtschaftsexperten vergleichen die Situation mit 1913, kurz vor dem Ersten Weltkrieg.

Ein Negativbeispiel seien die Verhandlungen zu TTIP, die zu sehr im Geheimen geführt wurden.

Weltweit anerkannte Ökonomen sehen das Ende der Globalisierung gekommen. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ in ihrer aktuellen Ausgabe. Das wahrscheinliche Scheitern des Freihandelsabkommens TTIP ist demnach nur eines der Symptome. „Die Globalisierung, die in den 2000ern blühte, wird seit einigen Jahren abgebremst“, sagte der britische Wirtschaftswissenschaftler Simon Evenett, Professor an der Universität St. Gallen.

Als Grund nannte er kompliziertere politische Verhältnisse in der Welt und einen neuen Protektionismus, mit dem Staaten die heimische Wirtschaft bevorteilen: Offene und verdeckte Subventionen, Exportzölle sowie Regeln, die hoch qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland fernhalten. Seit der Finanzkrise, so Evenett, „ist kaum ein Tag vergangen, ohne dass ein Land eine Maßnahme erließ, um heimische Unternehmen zu schützen und ausländischen die Geschäfte zu erschweren.“

„Die Wirklichkeit ist längst eine andere“

Evenett und andere Wirtschaftsexperten vergleichen die derzeitige Situation mit 1913. Kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs endete die erste Phase der Globalisierung. „Damals waren neuer Protektionismus und Nationalismus die Gründe für das Ende der Globalisierung des 20. Jahrhunderts. Und etwas Ähnliches erleben wir derzeit wieder, da gibt es eindeutig Parallelen“, sagt Gabriel Felbermayr, Leiter des Münchner Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft.

Globalization IndexQuelle: Infografik Die Welt

Ähnlich äußerte sich der renommierte US-Ökonom Jagdish Bhagwati, Wirtschaftsprofessor an der Elite-Universität Columbia. Seiner Ansicht nach zeigen die verfahrenen Verhandlungen um das Freihandelsabkommen TTIP die Gründe auf. „TTIP musste scheitern“, sagte Bhagwati. Zum einen seien die Verhandlungen im Geheimen geführt worden, zum anderen seien zu viele heikle Themen auf einmal verhandelt worden.

„Es waren die ersten Verhandlungen dieser Art, bei denen nicht einmal ich wusste, worum es eigentlich geht.“ Zudem hätten „zweitklassige Unterhändler“ die Verhandlungen geführt, „die sich ihre Forderungen von Lobbyisten in den Block hatten diktieren lassen“. Das gelte vor allem für die amerikanische Seite. Die Probleme seien leider symptomatisch.

„Wir sehen“, sagte Evenett, „dass die Politiker und Wirtschaftsführer dieser Staaten zwar von einem offenen Handel sprechen, aber die Wirklichkeit ist längst eine andere.“ Viele Versuche, große internationale Abkommen zu schließen, sind gescheitert. Er sehe außer Schweden und ein paar anderen skandinavischen Ländern kaum noch Staaten, die so handeln, wie es in der Blütezeit der Globalisierung weltweit guter Brauch war.

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s