Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Die RZB wird Zweiter beim Stress-Test, aber doch weit abgeschlagen hinter Monte dei Paschi di Siena …

Posted by hkarner - 31. Juli 2016

von Helmut F. Karner, 31/7A_524-01-215

… zwar leider von hinten, aber doch mit voller internationaler Aufmerksamkeit: Vorletzter von 51 Banken!

Genauer gesagt reden wir von der Raiffeisen-Landesbanken-Holding GmbH, Mehrheitsaktionärin der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Die RZB und somit auch die Raiffeisen Bank International AG (RBI), waren als Teil der Raiffeisen-Landesbanken-Holding GmbH Gegenstand des EZB-Stresstests.

Mit gewohnter Nonchalance (und Ignoranz, z.B. den Aktionären – also auch mir gegenüber -) hat die RZB das Ergebnis heruntergespielt, wie auch Österreichs begabtester Finanzwissenschaftler (der Schwächste unter den 3 „Blinden“, nämlich der von der WU). Er gab der RZB nämlich noch ein „befriedigend“. (Bei dem würde ich auch mal gerne zu einer Prüfung antreten!). „Es seien ja alles Werte der Vergangenheit“. Und bei den anderen wohl nicht! Da hat sie wohl sogar die MPS mit ihrem freitägigen Beschluss der Kapitalerhöhung schon überholt.

Die Presseaussendung der RZB: „Da dem Stresstest die Bilanz per 31.12.2015 zugrunde liegt, sind wichtige Eckpunkte dieses Transformationsprogramms nicht in den Szenarien enthalten. Diese umfassen unter anderem den beabsichtigten Verkauf der polnischen Einheit, den bereits abgeschlossenen Verkauf der slowenischen Bank, den Rückzug aus den USA und die Redimensionierung in Asien sowie die weitere Reduktion der risikogewichteten Aktiva in Russland. Des Weiteren hat die RZB zusätzliche Maßnahmen eingeleitet, die sich positiv auf die Kapitalstruktur auswirken“.

„Wir sind uns unserer Kapitalsituation bewusst und setzen bereits seit geraumer Zeit entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung unserer Kapitalbasis. Dazu zählen das RBI-Transformationsprogramm genauso wie der angekündigte Teilverkauf der UNIQA-Anteile und die Vereinfachung der Gruppenstruktur“, so Rothensteiner.

RBI Aktienkurs.2016„Und an der Börse ist der Aktienkurs der RBI so tief, dass eine Kapitalerhöhung einem Verschenken von Geld gleichkäme“, so Rothensteiner im Kurier-Interview vom 27.Juli. 

Also, den Sarkasmus hat sich Rothensteiner noch bewahrt.

Ich als Staatsbürger (Raiffeisen ist die grösste Bankengruppe im Land) und als Aktionär bin da schon ein bisschen besorgter. Und darf mich schon fragen, warum die notwendigen Schritte bei Raiffeisen immer zu spät erfolgen (und daher kostspielig sind). Wie sagte denn der IWF-Spitzenmanager: „Genossenschaftsbanken are an ownerless society“. Die Corporate Governance bei Raiffeisen (sagen wir es einfacher: die Managementqualitäten bei Raiffeisen entsprechen halt dem Tabellenplatz: Vorletzter von 51. Und bei der MPS kommt nun mit Corrado Passera ein Spitzenmann!

PS: der Verkauf von 17,64% der Uniqa Anteile bringt wohl einen Erlös (wenn zu Marktwert) von 300 Mio €, aber ein negatives G&V Ergebnis von 130 Mio einmalig und einen Verzicht auf zukünftige Dividenden von etwa 27 Mio € p.a.(auf Basis der Dividende für 2015). A propos: Verschenken von Geld!

EBA Veröffentlichung der Stresstest-Ergebnisse: 2016-EU-wide-stress-test-Results

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