Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Archive for 3. Juli 2016

Kein Applaus für die Verfassungsrichter

Posted by hkarner - 3. Juli 2016

 BlogEric Frey2. Juli 2016, 12:36, derstandard.at Frey

Eine korrekte Wahl wurde wegen einer rechtlichen Fiktion aufgehoben – und den Feinden des Rechtsstaates in die Hände gespielt

Als Verfassungsgerichtshofspräsident Gerhart Holzinger Freitagmittag die Aufhebung der Bundespräsidenten-Stichwahl verkündete, musste ich an den Baron von Innstetten aus Theodor Fontanes „Effie Briest“ denken, der von einer lange zurückliegenden flüchtigen Affäre seiner jüngeren Frau erfährt und diese daraufhin brutal verstößt (und seinen einstigen Nebenbuhler erschießt). Obwohl er sie eigentlich liebt, ist er überzeugt, das einzig Richtige zu tun, um Moral und Recht zu bewahren.

Auch Holzinger präsentierte sich als Bewahrer des Rechtsstaates und der Demokratie, als er das Land in eine tiefe politische Krise stürzte. Die Höchstrichter hätten keine Wahl gehabt, als erstmals in der Geschichte der westlichen Demokratie einen ganzen nationalen Wahlgang aufzuheben, erklärte er. Dafür erhält er nun von allen politischen Kräften und den meisten Kommentatoren kräftigen Applaus.

Der Gerichtshof hatte eine Wahl Den Rest des Beitrags lesen »

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Wie die Uni-Ökonomen versagen – die Theorie der Prostitution als Mahnmal

Posted by hkarner - 3. Juli 2016

Ein Klassiker! (hfk)

Mathias Binswanger, 19. Jan. 2012, ÖkonomenstimmeBinswanger cc

Vor kurzem ist hier ein Beitrag von Rüdiger Bachmann unter dem Titel „Haben die Uni-Ökonomen versagt?“ erschienen. In dem Artikel sollte aufgezeigt werden, welch tolle Arbeit Ökonomen heute leisten und wie ungerechtfertigt Angriffe auf die Mainstreamökonomie seien. Dieses sich selbst auf die Schulter klopfen war offenbar notwendig, da sich die ökonomische Wissenschaft in letzter Zeit vor allem in Zusammenhang mit der letzten Finanzkrise Angriffen ausgesetzt sah, sie würde die heutige Realität der Finanzmärkte in ihren Modellen ignorieren und von realitätsfremden Annahmen ausgehen.

Gemäss Rüdiger Bachmann sind die Kritiker einfach Ignoranten, die nichts von Ökonomie verstehen, da sie nicht über das nötige Rüstzeug verfügen, um die Krisenphänomene exakt zu beschreiben. Ausgebildeten Ökonomen, die es wagen, Kritik an ihrer Wissenschaft vorzubringen wagen, werden hingegen als unterdrückte Privatdozenten diffamiert. Und wer die Annahme des Homo Oeconomicus kritisiert (Psychologische Kritik an der Ökonomie) behauptet damit laut Bachmann automatisch „Menschen sind alle dumm und irrational“. Entspricht ein solcher Umgang mit Kritikern einem dynamischen, offenen und flexiblen Wissenssystem, als welches Bachmann die moderne VWL empfindet?

Besonders eigenartig wird die Argumentation jedoch, wenn Bachmann seinem Kollegen Thomas Straubhaar vorwirft, dieser hätte sich darüber verwundert, dass „mikroökonomisches Gewinnstreben zum makroökonomischen Untergang führen könne“. Dass dies möglich sei, wisse die moderne VWL nämlich schon längst, denn schliesslich gäbe es in bestimmten Modellen Nashgleichgewichte oder multiple Gleichgewichte. Dieses Argument ist etwa so stichhaltig, wie wenn man behaupten würde, dass es irrelevant sei, wenn jemand an den Nebenwirkungen eines Medikaments erkrankt, denn diese Nebenwirkungen seien alle schon in der Packungsbeilage beschrieben worden. Doch was interessiert schon die Realität, wenn man hypothetische Gleichgewichtsmodellwelten kreieren kann, um dann mit diesen herumzuspielen. Denn wer das am besten kann, der gilt heute als „grosser Ökonom“ und darf in den angesehensten Fachzeitschriften publizieren. Den Rest des Beitrags lesen »

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Brexit and the Derivatives Time Bomb

Posted by hkarner - 3. Juli 2016

Posted on by Ellen Brown, Web of DebtBrown Ellen

Brexit could trigger a $500 trillion derivatives meltdown, by forcing the EU to allow insolvent member governments and banks to write down debt. Italy is in financial crisis and is already petitioning for that concession. How to avoid collapse of the massive derivatives house of cards? Alternatives are considered.

Sovereign debt – the debt of national governments – has ballooned from $80 trillion to $100 trillion just since 2008. Squeezed governments have been driven to radical austerity measures, privatizing public assets, slashing public services, and downsizing work forces in a futile attempt to balance national budgets. But the debt overhang just continues to grow.

Austerity has been pushed to the limit and hasn’t worked. But default or renegotiating the debt seems to be off the table. Why? According to a June 25th article by Graham Summers on ZeroHedge:

. . . EVERY move the Central Banks have made post-2009 has been aimed at avoiding debt restructuring or defaults in the bond markets. Why does Greece, a country that represents less than 2% of EU GDP, continue to receive bailouts instead of just defaulting?

Summers’ answer – derivatives:

[G]lobal leverage has exploded to record highs, with the sovereign bond bubble now a staggering $100 trillion in size. To top it off, over $10 trillion of this is sporting negative yields in nominal terms. . . .

Globally, over $500 trillion in derivatives trade [is] based on bond yields.

But Brexit changes everything, says Summers. Until now, the EU has been able to reject debt forgiveness as an alternative, using the threat of financial Armageddon if the debtor country left the EU. But Britain has left, and Armageddon hasn’t hit. Other Eurozone nations can now threaten to do the same if they don’t get debt forgiveness or a restructuring.

The First Domino – Italy Den Rest des Beitrags lesen »

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„Deutschland trägt die Hauptschuld am Brexit“

Posted by hkarner - 3. Juli 2016

Date: 02-07-2016
Source: Die Welt

Die Scheidung von den Briten ist ein europäisches Desaster, sagt der Franzose Thomas Piketty. Vor allem Deutschland und Angela Merkel hätten versagt – durch Egoismus, Besserwisserei und Nationalismus.

Aus Sicht von Thomas Piketty trägt Deutschland die Verantwortung für die Krise Europas. Nach dem Brexit-Votum äußert sich der französische Star-Ökonom kritisch. Vor allem für die jungen Leute sei die Entscheidung „irrational und absurd“.

Die Welt: Sie haben seit der Griechenlandkrise gewarnt, dass wir vor dem Zusammenbruch Europas stehen. Ist es mit dem Brexit jetzt so weit?

Thomas_PikettyThomas Piketty: Der Brexit ist ein politisches Desaster, vor allem für die jungen Leute. Wir spielen in Europa seit vielen Jahren mit dem Feuer. Aber paradoxerweise ist der Ausstieg von außen gekommen, von einem Land, das nicht Teil der Euro-Zone war. Dennoch ist das unser Verschulden. Weil Europa angesichts der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg versagt hat; weil wir die Krise von 2008, die von außen kam, in eine europäische verwandelt haben; weil wir aus der amerikanischen Finanzkrise kollektiv eine nicht enden wollende Krise der Staatsverschuldung gemacht haben. Und während es in den USA wieder bergauf ging, haben wir in der Euro-Zone eine zweite Rezession verursacht.

Die Welt: Wodurch?

Piketty: Weil wir die falschen Budgetentscheidungen getroffen haben. Wir haben die Defizite zu schnell reduzieren wollen und das Wachstum damit im Keim erstickt. Solange wir uns nicht gemeinsam darauf geeinigt haben, dass es ein Fehler war, werden die Menschen das nicht verstehen. Ich hoffe, dass die Regierungschefs, allen voran Angela Merkel, diese Fehler jetzt einsehen und ihre Haltung ändern.

Die Welt: Paradoxerweise hat Großbritannien mit einer sehr antisozialen Politik diese Krise besser überstanden als die Euro-Zone …

Piketty: Aber das hat bei der Mittel- und Unterschicht für Ressentiments gesorgt, weshalb sie auf die Schiene der Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung von Einwanderern abgerutscht sind. Wir sehen dasselbe Phänomen mit dem Front National in Frankreich, mit Trump in den USA. Diese Gemengelage hat zu einem komplett irrationalen Abstimmungsergebnis geführt. Aber niemand hat die Briten gewarnt: Wenn sie am europäischen Binnenmarkt teilnehmen wollen, müssen sie fast alle europäischen Regeln akzeptieren und Gegenleistungen bringen. All das, ohne an den Entscheidungsprozessen teilzunehmen. Der Brexit ist irrational und absurd. Den Rest des Beitrags lesen »

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Who will speak for the 48%?

Posted by hkarner - 3. Juli 2016

Date: 02-07-2016
Source: The Economist

If Labour won’t stand up for Remain voters, it’s time for a new party

BARELY more than a week has gone by since 37% of eligible British voters backed Brexit—52% of those who participated—but already the political landscape is transformed. With Boris Johnson out of the Conservative leadership contest, the choice of the next prime minister is one between various shades of isolationist Euroscepticism.

As Michael Gove made clear at his launch event this morning, he stands for total withdrawal from the European single market and a total end to free movement. Theresa May on Thursday was a little vaguer, emphasising the importance of access to that market. But her suggestion that she would use the rights of EU citizens already in Britain as bargaining chips in the upcoming negotiation does not bode well. Stephen Crabb, for all his modernising overtures, takes a similar stance to Ms May. Liam Fox is a veteran anti-European. And most worrying is Andrea Leadsom, who may end up in the final two, and thus go before the mostly anti-EU Tory members. She is running to the Eurosceptic right of Ms May and has attracted the endorsement of Leave.eu, the more dog-whistle of the two Leave campaigns. Den Rest des Beitrags lesen »

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Brexit-Irrsinn: Alles nur ein Spiel

Posted by hkarner - 3. Juli 2016

Date: 02-07-2016
Source: DER SPIEGEL

Ein Kommentar von Thomas Hüetlin

Johnson CameronEs ist die vielleicht größte Tragödie der britischen Politik, dass sie zum Privatduell von Boris Johnson und David Cameron verkam. Zwei Snobs, die sich eigentlich nur für sich selbst interessieren.

Es gehört schon eine gewisse Portion Schwachsinn dazu, dass man am Tag, nachdem man sein Land in den Abgrund gestürzt hat, erst einmal eine Partie Cricket mit dem Earl of Spencer, dem Bruder von Prinzessin Diana, spielt. Um auf andere Gedanken zu kommen.

Genau das hat Boris Johnson getan. Und es war konsequent. So wie es jetzt scheint, ist in der Welt dieses hyperaktiven Viel-Redners alles ein Spiel. Bürgermeister von London sein, mit dem Bus durch die elenden Gebiete Nordenglands fahren und die Menschen aufhetzen, Brexit herbeiführen, Premierminister Cameron stürzen, selbst Premierminister werden wollen. Alles ein Spiel, eine Partie Cricket und danach einige Drinks mit ein paar Freunden, die in Oxford waren oder aus der besseren Gesellschaft kommen. Den Rest des Beitrags lesen »

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