Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Archive for 17. März 2016

Die Voodoo-Ökonomen und ihr unglaublicher Konjunkturschub

Posted by hkarner - 17. März 2016

17.03.2016 | 18:33 | Josef Urschitz (Die Presse)

Mindestsicherung rettet die Konjunktur? Ja, eh. Und die Erde ist eine Scheibe, von deren Rand man als Brachial-Keynesianer leicht hinunterfallen kann.

Dass die Konjunkturprognosen jetzt nach unten korrigiert wurden, ist keine große Überraschung: Schon im vergangenen Dezember haben wir an dieser Stelle gefragt, wo der Aufschwung herkommen soll. Aus dem Export? Die internationale Konjunktur lahmt ähnlich wie die österreichische. Aus dem privaten Konsum? Die Lohnsteuersenkung, auf die alle so große Hoffnungen gesetzt haben, ist weitgehend durch andere Staatseinnahmen gegenfinanziert. Und was dann noch übrig bleibt, holt sich die Inflation, die in Österreich übrigens durch exorbitante Erhöhungen öffentlicher Gebühren weit über dem Europa-Schnitt liegt.

Bleibt als Konjunkturmotor nur noch der Staat. Tatsächlich hat das Wifo gestern als wesentlichen Konjukturimpuls in diesem Jahr „insbesondere die Erhöhung der Ausgaben für die Betreuung und Grundversorgung von Flüchtlingen sowie für die bedarfsorientierte Mindestsicherung“ geortet. Anders gesagt: Ohne die stark gestiegenen Ausgaben für die Flüchtlingsbetreuung und ohne die geradezu dramatisch steigende Zahl der Mindestsicherungsbezieher hätte die Prognose deutlich stärker abgesenkt werden müssen. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , , | Leave a Comment »

EU-Deal mit der Türkei bedeutet Ausverkauf der Menschenrechte

Posted by hkarner - 17. März 2016

Deutsche Wirtschafts Nachrichten  | 

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl fordert die Ablehnung des EU-Deals mit der Türkei. Der Deal widerspreche dem Menschenrecht auf Asyl. Großer Profiteur wäre die Schlepper-Industrie. Diese unterhält seit vielen Jahren intensive Geschäftsbeziehungen mit der türkischen Regierung.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie bewerten Sie den geplanten EU-Türkei-Deal?

Karl Kopp: Das Vorhaben, mit der Türkei einen Deal zu schließen, ist strikt abzulehnen. Der EU wird zu Recht das Völkerrecht um die Ohren gehauen. Flüchtlinge pauschal von den griechischen Inseln abzuschieben, verstößt gegen das Asylrecht. Jeder Flüchtling hat das Recht auf Anhörung. Zudem ist die Türkei kein sicherer Drittstaat. Die EU-Kommission hat dies eingeräumt: So sollen „pauschale“ Rückführungen ausgeschlossen werden, zudem sollen Einzelfallprüfung jedes Asylantrages stattfinden – aber im Schnellverfahren. Das Land hat kein jedoch kein funktionierendes Asylsystem und zehntausende obdachlose Flüchtlinge. Somit ist der Deal eine Farce. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , , | Leave a Comment »

Die Ungleichheit, die man heute beklagt, die war und ist gewollt

Posted by hkarner - 17. März 2016

17. März 2016 l l Flassbeck Video

Auf den Nachdenkseiten (hier) wird heute ein Artikel aus der SZ von Marc Beise über (die aus seiner Sicht eigentlich nicht vorhandene und im übrigen unproblematische) Ungleichheit kritisiert. Das passt zu der abnehmenden Ungleichheit in der Welt, die gerade vom Wirtschaftschef der FAZ beschworen wurde (hier). Die FAZ macht sogar einen Schwerpunkt zum Thema Ungleichheit.

Offenkundig hat man in den Chefredaktionen unserer „Leitmedien“ die Parole ausgegeben, nun müsse man beim Thema Ungleichheit kräftig zulangen, damit nicht eine Schieflage entsteht und das Thema die Leute am Ende wirklich noch beeindruckt. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und vorbeugen kann bei so heißen Themen nie schaden, denn wenn das Volk erst anfängt selbst zu denken, ist es nicht mehr weit bis zur Revolution.

Das könnte allerdings im Widerspruch zu der Tatsache stehen, dass einige Zeitungen gleichzeitig ein neues Buch von Marcel Fratzscher erwähnen, der sagt, die Ungleichheit in der Volkswirtschaft koste Wachstum. Ich habe das Buch noch nicht gesehen, aber das wäre ja ein schöner Fortschritt, wenn das DIW und sein Präsident zu den Wurzeln der Arbeit des DIW zurückkehren und verstehen würden, dass die deutsche Wirtschaftspolitik mit der Agenda und den übrigen Maßnahmen zu Anfang des Jahrhunderts entscheidende Fehler gemacht hat.

Doch Vorsicht, mir fehlt der Glaube, weil das DIW und Marcel Fratzscher sich in den vergangenen Jahren ohne Zweifel mit dieser Position hätten profilieren können. Das aber haben sie nicht getan. Deswegen fürchte ich, wird es auch bei ihm genau so wie bei der OECD sein, die zwar Ungleichheit heftig beklagt (weil es so modern ist), aber kein Wort von ihren jahrzehntelangen Empfehlungen zur Arbeitsmarktflexibilität zurücknimmt, die den Beginn der Ungleichheit markieren. Über Ungleichheit zu klagen, ist wohlfeil, die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen, ist jedoch politisch die heißeste Kartoffel, die es gibt.

Aber ich hoffe, ich täusche mich und lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Posted in Artikel | Leave a Comment »

NULLZINSEN MIT NEBENWIRKUNGEN

Posted by hkarner - 17. März 2016

FURCHE-Kolumne 185  Wilfried Stadler, 17/03/2016     Wilfried Stadler_1

Noch selten interessierte sich eine breite Öffentlichkeit so sehr für Notenbankpolitik wie nach Bekanntgabe des jüngsten Maßnahmenpaketes der EZB. Wer allzu stark im Gespräch ist, läuft allerdings auch Gefahr, ins Gerede zu kommen.

Während es Präsident Mario Draghi im Sommer 2012 noch gelungen war, als Notarzt des europäischen Finanzsystems den Patienten Euro mit unkonventionellen Therapien vor dem Kollaps zu bewahren, stieß die vor gut einem Jahr begonnene Politik des großvolumigen Ankaufs von Staatsanleihen von Beginn an auf viel Skepsis. Das in den USA unter anderen Voraussetzungen durchaus erfolgreiche „Quantitative Easing“ rief in Europa keine vergleichbar positiven Wirkungen hervor. Kaum jemand will deshalb mehr glauben, dass die Senkung des Leitzinses auf Null, eine Erhöhung der „Strafzinsen“ für Einlagen bei der EZB und die Aufstockung der umstrittenen Anleihenkäufe von 60 auf 80 Milliarden Euro pro Monat zur Belebung der Konjunktur beitragen wird.  Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in weitere Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

China’s High-Income Future

Posted by hkarner - 17. März 2016

Photo of Erik Berglöf

Erik Berglöf

Erik Berglöf, Director of the Institute of Global Affairs at the London School of Economics, is a former chief economist of the European Bank for Reconstruction and Development.

MAR 16, 2016, Project Syndicate

LONDON – “What if this is ‘as good as it gets’?” Jack Nicholson asks, as he walks through his psychiatrist’s waiting room in the eponymous film. At the recent meeting of G-20 finance ministers in Shanghai, participants were asking much the same question – and not just with regard to medium-term expectations of weak global growth. Many are now wondering whether China’s current growth rate will be as good as it gets for a long time to come.

Determining the validity of such fears requires understanding what is driving China’s economic slowdown. Some offer a straightforward explanation: China, along with other major emerging economies, has become ensnared in the dreaded “middle-income trap,” unable to break through to advanced-economy status. But this assumes that some exogenous force or tendency causes countries to become “stuck” at a particular income level – a view that one academic study after another has debunked. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

China opens a new university every week

Posted by hkarner - 17. März 2016

Date: 16-03-2016
Source: BBC

China has outstripped the US and Europe in graduate numbers and the gap is growing wider

China has been building the equivalent of almost one university per week.

It is part of a silent revolution that is causing a huge shift in the composition of the world’s population of graduates.

For decades, the United States had the highest proportion of people going to university. They dominated the graduate market.

Reflecting this former supremacy, among 55 to 64 year olds almost a third of all graduates in the world’s major economies are US citizens.

But that is changing rapidly among younger generations. In terms of producing graduates, China has overtaken the United States and the combined university systems of European Union countries. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , | Leave a Comment »

Maintaining the Emerging-Economy Growth Engine

Posted by hkarner - 17. März 2016

Photo of Lee Jong-Wha

Lee Jong-Wha

Lee Jong-Wha, Professor of Economics and Director of the Asiatic Research Institute at Korea University, served as Chief Economist and Head of the Office of Regional Economic Integration at the Asian Development Bank and was a senior adviser for international economic affairs to former President Lee Myung-bak of South Korea. His most recent book, co-authored with Harvard’s Robert J. Barro, is Education Matters: Global Gains from the 19th to the 21st Century.

MAR 16, 2016, Project Syndicate

SEOUL – The world’s emerging economies seem to be losing their dynamism. Countries that only a few years ago were being hailed for their resilience in the face of a global economic meltdown are now facing myriad challenges, reflected in significantly slower GDP growth. Is the emerging-economy growth engine breaking down?

From 2000 to 2007, annual growth in emerging and developing economies averaged 6.5%. More impressive, from 2008 to 2010, when the advanced economies were in recession or struggling through a fragile recovery, they managed to sustain 5.5% growth. In fact, at the end of that period, average growth stood at a very healthy 7.5%. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , , | Leave a Comment »

Wozu brauchen Banken Kundeneinlagen?

Posted by hkarner - 17. März 2016

16. März 2016 l  Flassbeck Economics

Wir erhalten immer wieder Fragen zu den Kundeneinlagen der Banken (Sichteinlagen auf Girokonten, Spareinlagen etc.). Wenn die Banken doch – wie von uns immer wieder behauptet – keine reinen Finanzintermediäre seien, die bei der Kreditvergabe Bankeinlagen weiterreichten, sondern vielmehr Geld „aus dem Nichts“ schaffen könnten, warum sind sie dann überhaupt an Einlagen interessiert? Ist da nicht die übliche Vorstellung viel plausibler, dass Banken die Ersparnisse privater Haushalte oder Unternehmen einsammeln und als Kredite an andere Unternehmen oder Haushalte vergeben, die in einem bestimmten Zeitraum mehr ausgeben wollen, als sie einnehmen?

Wie funktionieren Banken?

Intuitiv mag die herkömmliche Vorstellung der Bankentätigkeit einleuchtender sein, allerdings nur auf den ersten Blick. Denn letztendlich wäre – wenn sie denn stimmte – die Kreditvergabe der Banken von der Bereitschaft des Publikums abhängig, ihnen Ersparnisse bereitzustellen. Je mehr in einer Volkswirtschaft gespart, d.h. Geld auf den Bankkonten belassen würde, desto mehr Kredite könnten die Banken gewähren, z.B. an Unternehmen zur Finanzierung von Investitionen. Die Sache hat nur einen Haken: Das Sparen erhöht nämlich nicht aus sich heraus die Bankeinlagen bzw. die (in dieser Sichtweise) den Banken für die Kreditvergabe zur Verfügung stehenden Geldmittel. Denn wenn sich z.B. die privaten Haushalte insgesamt dazu entschließen, mehr Geld auf Bankkonten zu sparen, gehen diese Einlagen zulasten von Einlagen, die andernfalls an Unternehmen zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen gegangen wären (vgl. auch McLeay et al. 2014, S. 15). Sparen erhöht also keineswegs automatisch die Depositen bei den Banken. Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Artikel | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »