Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Erste Bank und Sparkassen steigern Jahresüberschuss auf über 270 Mio. Euro

Posted by hkarner - 24. April 2014

„Kein Grund, von einer Kreditklemme zu sprechen!“ (Uher). Nun, die Kredite an Kunden sind um 0,7 % zurückgegangen (BIP Wachstum 2013: 0,4 %). hfk 

Pressemitteilung Erste Bank, 24/4

  • Neukredite an Private und Unternehmen: 8,8 Mrd. Euro
  • Jahresüberschuss nach Steuern steigt um 23,2 Prozent auf 270 Millionen Euro
  • Kernkapitalquote steigt auf 15,2 Prozent
  • Auflagen der Basel III Regulative werden jetzt schon erfüllt
  • 91.000 Netto-Neukunden
  • 22 Mio. Euro für Gemeinwohlaktivitäten

Die 48 österreichischen Sparkassen (inklusive Erste Bank Oesterreich und „Die Zweite Sparkasse“, aber exklusive Erste Group Bank AG) konnten den Jahresüberschuss nach Steuern von 219,5 Millionen Euro auf 270,5 Millionen Euro steigern (+23,2%)[1]. Verantwortlich dafür waren ein klar wachsendes Kundengeschäft (+91.000 Kunden netto), sowie sinkende Wertberichtigungen (-18,5%). Durch die rasche Reaktion zu Krisenbeginn im Vorsorgebereich normalisiert sich der Wertberichtigungsbedarf, wodurch eine Steigerung des EGT (+20,1%) und des Jahresüberschuss nach Steuern zu verzeichnen sind. „2013 war für die gesamte Bankenbranche wieder ein herausforderndes Jahr. Vor dem Hintergrund der schwachen Konjunktur und des anhaltenden fehlenden Vertrauens der Anleger, sind wir sehr stolz darauf, dass wir in der gesamten Sparkassengruppe 91.000 Kunden dazugewinnen konnten“, so Christian Aichinger, Präsident des Österreichischen Sparkassenverbandes bei der Jahrespressekonferenz in Wien.

Zusätzlich zu den operativen Ergebnissen, legte die Sparkassengruppe auch eine „Bilanz der Realwirtschaft“. Im Jahr 2013 haben die 48 österreichischen Sparkassen:

  • 16.000 Familien den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllt,
  • trotz Niedrigzinsen 650 Mio. Euro an die Sparer ausgeschüttet,
  • über 63.000 Pensionisten den Lebensabend mit 236 Mio. Euro Privatpension verbessert,
  • sich für rund 170.000 Kommerzkunden als verlässlicher Partner der mittelständischen Wirtschaft bewiesen.
  • 150 Mio. Euro in die Finanzierung von Solar- und Windenergie investiert,
  • 6.000 Jungunternehmern die Umsetzung Ihrer Geschäftsidee zu ermöglicht,
  • mit der Zweiten Sparkasse 10.000 Menschen den Wiedereinstig in ein geregeltes Geldleben ermöglicht.

[1] Die Erste Bank und Sparkassen legen als österreichische Bankengruppe ihre Bilanz nach dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch (UGB). Die Erste Group, die ihr Ergebnis am 28. Februar 2014 veröffentlicht hat, bilanziert als internationale Bankengruppe hingegen nach IFRS (International Financial Reporting Standards).

Die Geschäftsentwicklung der Sparkassengruppe im Detail

Die Gewinn- und Verlustrechnung

Der Nettozinsertrag, das ist im Wesentlichen der Ertrag aus dem Spar- und Kreditgeschäft, ist im Gegensatz zu Kommerzbanken die Haupteinnahmequelle einer Sparkasse. Er ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,3% auf 1.168 Mio. Euro gestiegen. Der betriebswirtschaftliche Nettozinsertrag (NZE + Wertpapier- und Beteiligungserträge) ist um 1,7% auf 1.322 Mio. Euro gestiegen. Die Zinsspanne hat sich aber von 1,48% auf 1,54% verbessert.

12/2013
in TS €
 12/2012
in TS €
VÄ zu
12/2012
Zinsüberschuss
Nettozinsertrag 1.167.709 1.141.077 2,3
Betriebswirtschaftlicher Nettozinsertrag
(Nettozinsertrag + Wertpapier- und Beteiligungserträge)
1.322.257 1.300.141 1,7

 

Der Provisionsüberschuss ist im Vorjahresvergleich um 5,3% auf 763 Millionen Euro gestiegen, was zum Teil auf deutliche Steigerungen in den wesentlichen Provisionsbereichen zurückzuführen ist.
Hauptträger waren das Wertpapierprovisionsgeschäft mit 216 Mio. Euro (+11,8%) und die Kreditprovisionen (+7,6%).

Provisionsüberschuss in Ts € 2013 2012 VÄ %
Dienstleistungsgeschäft gesamt 762.707 724.115 5,3
hievon Wertpapierprovisionen 216.087 193.356 11,8
hievon Kreditprovisionen 132.795 123.428 7,6
hievon ZV-Provisionen 287.950 272.367 5,7
hievon Devisenprovisionen 15.859 16.605 -4,5
hievon sonst. Provisionen 110.016 118.359 -7,1
Finanzgeschäfte und sonstige Erträge
Finanzgeschäfte gesamt 72.306 148.963 -51,5
Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften 27.726 34.470 -19,6
Erträge aus der Veräußerung von Sachanlagen 8.216 80.958 -89,9
Andere betriebliche Erträge 36.364 33.535 8,4
Betriebsertrag
Betriebsertrag gesamt 2.157.270 2.173.219 -0,7

 

Die Betriebserträge sinken gegenüber dem Jahr des Jahres 2012 um -0,7% auf 2.157 Millionen Euro. Dieser leichte Rückgang ist auf einen Sondereffekt aus dem Jahr 2012 zurückzuführen der sich in einem Rückgang der „Finanzgeschäfte und sonstigen Erträge“ niederschlägt. Der Zuwachs in den Provisionen und dem NZE kann diesen Rückgang nicht kompensieren.

Der Betriebsaufwand konnte durch konsequentes Kostenmanagement in der Sparkassengruppe um 2% auf 1.464 Mio. Euro gesenkt werden.

Betriebsaufwand 2013 2012 VÄ %
Betriebsaufwand gesamt 1.463.632 1.492.942 -2,0
hievon Personalaufwand 909.719 924.944 -1,6
hievon Sachaufwand 427.885 443.483 -3,5
hievon Abschreibungen 91.912 103.935 -11,6

 

Durch die rasche Reaktion zu Krisenbeginn im Vorsorgebereich normalisiert sich der Wertberichtigungsbedarf bei Erste Bank und Sparkassen, wodurch eine Steigerung des EGT und des Jahresüberschusses um rund 20 Prozent zu verzeichnen ist. Dadurch liegt das EGT mit 433 Mio. Euro um 20% über dem Jahresergebnis von 2012. Die Wertberichtigungen sinken um 18,5 Prozent (Gesamtmarkt     +104%) auf das Niveau vor der Krise.

Wertberichtigungen in Ts € 2013 2012 VÄ %
Saldo Ausleihungsgeschäft, Wertpapier und Beteiligungen -260.238 -319.524 -18,6
Saldo WB auf Forderungen -297.464 -301.925 -1,5
Saldo WB auf Wertpapiere 37.226 -17.599 -311,5

 

Der Jahresüberschuss nach Steuern hat sich für 2013 gegenüber 2012 von 220 Mio. Euro auf 270 Mio. Euro erhöht (+ 23,2%).

Die Bilanz

Die Bilanzsumme der 48 Mitglieder der Sparkassen (inkl. Erste Bank Oesterreich, und Die Zweite Sparkasse, exkl. Erste Group Bank) hat sich um 2% auf 84 Milliarden Euro verringert. Das liegt vor allem an der Minderung der Forderungen und Verbindlichkeiten an Kreditinstitute.

Die Primärmittel sind im Jahresvergleich um 1,0 Prozent gegen den allgemeinen Markttrend (-1,1%) auf insgesamt 63,8 Mrd. Euro gewachsen.

Passiva in Ts € 2013 2012 VÄ %
Primärmittel 63.828.324 63.185.048 1,0
hievon Spareinlagen 36.377.757 37.414.419 -2,8
hievon Sichteinlagen 16.063.068 14.286.717 12,4
hievon Termineinlagen 4.279.109 4.506.269 -5,0
hievon sonst. Einlagen(nachrangig) 18.081 22.415 -19,3
hievon Verbriefte Verbindlichkeiten 7.090.309 6.955.228 1,9

 

Die gesamten verwalteten Kundengelder (inkl. Bauspar- und Versicherungseinlagen) sind auf 140,5 Mrd. Euro um 1% gestiegen. Der Anstieg ist in allen Bereichen zu beobachten.

Die Forderungen an Kunden sind mit insgesamt 54,5 Mrd. Euro nahezu am gleichen Niveau wie im Jahr davor (-0,7%). Der Gesamtmarkt ist hingegen um 1,8% geschrumpft.
Insgesamt haben Erste Bank und Sparkassen im Jahr 2013 in Österreich neue Kredite in Höhe von 8,8 Mrd. Euro vergeben. Im Bereich der Fremdwährungskredite konnte eine erfreuliche Reduktion um ein Fünftel (-18,4%) erzielt werden.

Aktiva 2013 2012 VÄ %
Forderungen an Kunden 54.499.529 54.899.291 -0,7
hievon Fremdwährung 7.986.272 9.783.645 -18,4
Forderungen Inlandskunden 50.098.032 50.134.567 -0,1
hievon Private 25.829.149 25.704.325 0,5
hievon Wohnraum 19.292.780 18.663.374 3,0
hievon Unternehmen 20.632.354 20.326.014 1,5
hievon Öff. Hand 2.154.008 2.388.295 -9,8
hievon Nbk. Finanzintermediäre 1.482.521 1.715.933 -13,6
Forderungen Auslandskunden 4.401.497 4.764.724 -7,6
Forderungen an Kreditinstitute 14.175.073 15.122.561 -6,3

 

Die Eigenmittel

Die Eigenmittelsituation hat sich bei den Sparkassen in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert, auf derzeit 6,36 Mrd. Euro und sind damit seit 2008 um 0,8 Mrd. Euro (+14%) gestiegen. Das Mindesterfordernis gemäß § 23 BWG von 3,1 Milliarden wurde damit um mehr als 100% übererfüllt. Das Kernkapital stieg 2013 um 2 Prozent und liegt bei 5,2 Mrd. Euro (2012: 5,1 Mrd.). Der Anteil des Kernkapitals an den gesamten Eigenmittel beträgt 81% (2012: 79%), die Kernkapitalquote bezogen auf das Kreditrisiko liegt damit bei 15,2% (2012: 14,3%).

Entwicklung wichtiger Kennzahlen

Die Eigenkapitalverzinsung (RoE) hat sich von 4,5% im Vorjahr auf 5,3% verbessert.

Die Kosten/Ertragsrelation (CIR) hat sich in den Sparkassen von 68,7 % auf 67,8% leicht verbessert.

Das Verhältnis der Kredite zu den Einlagen (Loan to Deposit Ratio) liegt in bei Erste Bank und Sparkassen aktuell 96,1 %. Das bedeutet dass nahezu allen Krediten in etwa gleich viele Einlagen gegenüber stehen. Der Durchschnitt in Österreich beträgt per Jahresende 2013 119%. Diese Situation ermöglicht es den Sparkassen die Finanzierung der KMU‘s flächendeckend sicherzustellen und als Stabilitätsfaktor zu wirken.

Der Personalstand hat sich gegenüber dem Jahresende 2013 auf 10.466 um 346 rechnerische Mitarbeiter (rMA) verkleinert. Die Reduktion wurde durch Pensionierungen und Nicht-Nachbesetzungen erreicht, es gab keine betriebsbedingten Kündigungen. Durch konsequentes Kostenmanagement und der Straffung von Wertschöpfungsketten kam es nur zu einem moderaten Personalrückgang. Nach Köpfen gezählt, beschäftigten Erste Bank und Sparkassen 13.248 Mitarbeiter.

Erste Bank und Sparkassen haben in Österreich 1.160 Filialen und OMV Bankstellen.
Die Kundenanzahl hat sich um 91.262 auf 3.361.811 Kunden erhöht.

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