Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Offener Brief an die österreichische Finanzministerin wegen möglichen Zypern-Bailouts, Ihre Antwort, unsere Gegenstellungnahme

Posted by hkarner - 3. Juni 2013

Fekter III

Dies ist ja gut gemeint und wahrscheinlich auch so beabsichtigt – wenn es nur so wäre! Leider ist genau das Gegenteil der Fall. Die Zypern zur Verfügung gestellten Mittel fließen in das Staatsbudget und nachdem Zypern überschuldet ist, also die bestehenden Staatsschulden ohne Hilfe nicht mehr zins-und tilgungsmäßig bedienen kann, wird dieses Geld primär für Zinsen und Tilgung von fälligen Staatsschulden aufgewandt, fließt also hauptsächlich den finanzierenden ausländischen (westeuropäischen) Banken und Investoren zu. Dies bedeutet aber, dass ausländische Banken und Finanzinvestoren, die in der Vergangenheit durch den Kauf von hochverzinslichen (weil besonders risikobehaftet) Zypernobligationen jetzt bei Schlagendwerden des Risikos diese Verluste nicht tragen müssen und nicht mit ihren Gewinnen aus der Vergangenheit kompensieren müssen, sondern das Risiko (die Verluste) wieder einmal auf den zyprischen Bürger (und bei späterem notwendigen Schuldenschnitt auf den europäischen, damit auch österreichischen Bürger) abgewälzt werden. Dies kann von einer Regierung, die die Interessen der Gesamtbevölkerung vertritt, doch nicht gewollt sein!

Dass dieses Szenario nicht unwahrscheinlich ist, sondern mit ziemlicher Sicherheit eintreten wird, kann an der Entwicklung in Griechenland studiert werden. Zwischenzeitlich wird wohl niemand mehr ernstlich behaupten, dass bei Griechenland nicht ein weiterer Schuldenschnitt erforderlich sein wird, diesmal allerdings dann mit einer Belastung aller Bürger der Euro-Zone (gerechterweise sei erwähnt, dass ein weiterer Einsatz kreativer Bilanzierungsmethoden eine unmittelbare Belastung natürlich wieder etwas hinausschieben kann, final werden wir allerding an einer Belastung des Bürgers (in welcher Form auch immer) nicht vorbei kommen. Wozu der Einsatz kreativer (vor allem derivativer) Finanzierungs- und Bilanzierungsmethoden führt, kann ebenfalle eingehend an praktischen Beispielen aus der Industrie, öffentlich-rechtlicher Unternehmen und Körperschaften aber auch der Öffentlichen Hand im Allgemeinen studiert werden. Letztlich haben diese scheinbar innovativen Mittel und Methoden immer zum Zusammenbruch des „buchmäßigen“ Kartenhauses geführt.

Der Arbeitskreis „Finanzwirtschaft

des Föhrenbergkreises

31/5: Nach 3 Monaten hat die Frau Finanzminsterin darauf antworten lassen: Fekter Antwort ZypernBrief an Fekter

Es ist völlig inakzeptabel und für jedermann unverständlich, wenn Gelder dieser Art  durch den ehrlichen österreichischen Steuerzahler gesichert werden sollen. Daher sind zur Sanierung der zypriotischen Banken vorerst diese Gelder (Einlagen) heranzuziehen. Erst in zweiter Linie kann überlegt werden, ob lediglich zur Sicherung der Spareinlagen und der laufenden Betriebskredite von Unternehmen die europäischen Sicherungsmechanismen herangezogen werden sollten. Es geht wieder einmal also nicht um die Rettung der Sparguthaben und der Altersvorsorgen des einfachen Zyprioten. 

Zur Klarstellung: Bei der Sanierung der zypriotischen Banken geht es um die Passiva der Bankbilanz (Abschreibung der obigen dubiosen Einlagen) und nicht um die Bonität von Aktivpositionen (z.B. Griechenland Engagement). 

Wir hoffen, dass Sie im Auftrag des österreichischen Steuerzahlers nur einer Lösung zustimmen, die vorsieht, dass die Sanierung der zypriotischen Banken vorrangig durch Streichung der dubiosen Einlagen erfolgt.

  Dkfm. Günther Robol                                                                                 Prof. Helmut F. Karner

im Namen des Arbeitskreises

„Finanzwirtschaft“ des Föhrenbergkreises

Eine Antwort zu “Offener Brief an die österreichische Finanzministerin wegen möglichen Zypern-Bailouts, Ihre Antwort, unsere Gegenstellungnahme”

  1. […] genau zu unserem offenen Brief an die Finanzministerin. Woher er das wohl hat ? […]

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