Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

„Mister Osteuropa“ gibt auf

Posted by sschleicher - 25. Mai 2013

So sieht es die Neue Zürcher Zeitung:

Herbert Stepic, langjähriger Chef der Raiffeisen Bank International (RBI), tritt nach der Affäre um seine Offshore-Immobilien-Deals zurück. Stepic erklärte, er habe mit Hilfe der UBS drei Wohnungen mit je 150 Quadratmetern in Singapur gekauft.

M. K. Wien, 25/5.  Der Konzernchef der Raiffeisen Bank International (RBI), Herbert Stepic, hat am Freitag seinen Rücktritt erklärt. Der charismatische, für die Expansion des Instituts nach Osteuropa federführende Banker ist über den privaten Kauf von drei Wohnungen in Singapur und über zwei Offshore-Konstruktionen (mithilfe der Hongkong-Tochter der UBS) gestolpert. Laut Stepic hat er die Wohnungen mit in Österreich versteuertem Geld erworben. Es habe sich um von der UBS angebotene Standardprodukte zur Wahrung der Privatsphäre der Käufer gehandelt, sagte Stepic gegenüber der Tageszeitung «Der Standard».

Vor den Medien erklärte Stepic, er stelle seine Funktionen aus Verantwortung und Verbindung zur Raiffeisen-Organisation zur Verfügung. Nach 40-jähriger Tätigkeit bei der Bank habe er sich den Abschied von seinem Lebenswerk anders vorgestellt. Der Grund für den Rücktritt dürfte nicht die Immobilien-Transaktion gewesen sein, auch nicht die Tatsache, dass Stepic die Gremien nicht informiert hatte, sondern dass es sich dabei um den dritten Fall einer Kette fragwürdiger Ereignisse handelte. Erst vor wenigen Tagen war Stepic Gegenstand einer Untersuchung der Finanzmarktaufsicht (FMA).

Dabei ging es um ein privates Immobiliengeschäft in Serbien, das Stepic über Treuhänder gemeinsam mit anderen Investoren über die Kärntner Hypo Alpe-Adria abgewickelt hatte. Dabei soll es zu einer ungewöhnlichen Wertsteigerung des Objekts gekommen sein. Die FMA sah aber keinen Ansatzpunkt für ein formelles Verfahren gegen Stepic. Erstaunlich ist zudem seine schiefe Optik im Zusammenhang mit seinen Bezügen: Stepic erklärte bei Vorlage der Bilanz, er habe von der Höhe seines Salärs von fast 5 Mio. € (inkl. Aktienoptionen) erst durch den Geschäftsbericht erfahren, weshalb er 2 Mio. € zurückzahle – die Optionen wurden ihm jedoch schon vor einem Jahr zugeteilt.

Die umstrittenen Transaktionen können aber das Werk des 66-jährigen nicht beschädigen. Als Osteuropa-Pionier der ersten Stunde hat Stepic den Grundstein für das dichte Netz der RBI bereits lang vor dem Fall des Eisernen Vorhanges gelegt. Er übernahm die Führung der 2001 gegründeten Osteuropa-Holding Raiffeisen International (RI) und brachte sie 2005 an die Börse. 2010 wurde Stepic Konzernchef der aus der Fusion von Raiffeisen-Zentralbank und RI entstandenen RBI. Stepics Nachfolger soll schon am kommenden Montag bestimmt werden.

Eine Antwort to “„Mister Osteuropa“ gibt auf”

  1. […] Kuch, Frederik Obermaier und Bastian Obermayer, wobei das Besondere war, Kuch beizuziehen.  Stepic trat wenige Tage später zurück; die damalige Finanzministerin Maria Fekter gründete eine […]

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