Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Nach den kristallklaren Aussagen des Föhrenbergkreises zur Finanzwirtschaft aus dem Jahr 1999 gibt es jetzt einen neuen Arbeitskreis zum Thema.

‘Hexe aus dem Süden’

Geschrieben von hkarner - 22. Mai 2012

Süddeutsche.de, 17/5

Österreichs Finanzministerin sorgt im Euro-Klub für KopfschüttelnSchotter-Mizzi’ rufen sie ihre österreichischen Landsleute, weil ihrer Familie ein Kies-Unternehmen gehört. ‘Hexe aus dem Süden’ ist der Titel, den ihr einige Kollegen aus Ländern angeheftet haben, die nördlich der Alpen liegen – genervt davon, dass sich Österreichs Finanzministerin Maria Theresia Fekter nicht um einfachste Regeln des Euro-Klubs schert und einfach ständig das ausplaudert, was eigentlich vertraulich ist. Die 56 Jahre alte ÖVP-Politikerin polarisiert – egal, wo sie auftritt.

Daheim hat ihr das einen rasanten Aufstieg beschert, sie stieg zügig auf bis zur Innenministerin. ‘Es war das perfekte Amt für sie’, sagt ein Landsmann. Fekter sei eine Politikerin, die immer einen Feind identifizieren müsse, auf den sie dann verbal einschlagen könne. Damals waren es vor allem Migranten. Unvergessen sind ihre Worte, mit denen sie die Abschiebung eines in Österreich aufgewachsenen Mädchens aus dem Kosovo kommentierte. ‘Ich habe nach den Gesetzen vorzugehen, egal ob mich Rehlein-Augen aus dem Fernseher anstarren oder nicht.’

Jetzt also ist sie Finanzministerin, und taucht in den österreichischen Medien gelegentlich sogar als Kanzlerkandidatin auf. Ein Landsmann erklärt, warum: ‘Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und erscheint als starke, robuste Politikerin’. Genau dieses Auftreten hat in Brüssel dazu geführt, dass inzwischen diskret abgewunken wird, wenn sich die Finanzministerin zu Wort meldet. Unlängst brachte die Österreicherin fertig, was niemandem zuvor gelang: Sie sprengte eine Sitzung der 17 Finanzminister des Euro-Klubs – wegen vorlauten Redens.

Es war Ende März, als die Finanzminister in Kopenhagen nach wochenlangen Querelen endgültig die Höhe der finanziellen Brandwand für die Währungsgemeinschaft beschließen wollten. Die Debatte verlief hitzig, noch vor ihrem Ende verließ Fekter die Sitzung, um den extra herbei gerufenen Journalisten schon mal die Ergebnisse zu präsentieren. Der Eklat folgte umgehend. Als der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, noch in der andauernden Sitzung auf seinem Blackberry lesen durfte, was eigentlich noch nicht beschlossen war – und was er zudem selbst qua Amt zu verkünden hatte, platzte ihm der Kragen. Zornig sagte er die Pressekonferenz ab. Ob der Schelte gab sich Fekter ein wenig kleinlaut. Das habe sie doch nicht gewollt, ließ sie ihre Kollegen wissen.

Inzwischen hat sie sich auch als österreichische Finanzchefin eine Art Feindbild geschaffen. Es sind die angeblich unwilligen Griechen. Am Montag erklärte Fekter mal eben so, wenn Athen den Euro abgebe, müsse das Land auch aus der EU austreten – und sich neu um Aufnahme bewerben. ‘Dann würden wir aber Beitrittsverhandlungen führen und genau hinschauen, ob Griechenland überhaupt beitrittsfähig wäre.’ Was wiederum Juncker dazu verleitete, genervt zu erklären, er hasse es, wenn einige meinten, Griechenland Tag für Tag drohen zu müssen. Cerstin Gammelin

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