Archiv für die Kategorie ‘Beiträge von Mitgliedern’
Verfasst von hkarner am 31. Dezember 2009
Dazu zwei Charakterisierungen:
Michael Fleischhacker, CR „Die Presse“ im Leitartikel vom 31/12/09: „Denn der österreichische innenpolitische Journalist hat überwiegend mit mangelhaft gebildeten, schlecht gekleideten, kulturell uninteressierten und vollkommen charismafreien Ochsentourabsolventen zu tun, die ihre Karriere dem Umstand verdanken, dass sie in der Lage sind, akustische und optische Signale ihrer parlamentarischen Beaufsichtiger per Handzeichen in Abstimmungsergebnisse umzusetzen“.
Franz Grillparzer, „Ein Bruderzwist in Habsburg“: „Das ist der Fluch von unserm edeln Haus: // Auf halben Wegen und zu halber Tat // Mit halben Mitteln zauderhaft zu streben. // Ja oder nein, hier ist kein Mittelweg.“
Vielleicht wird es 2010 anders? (LOL)
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Verfasst von hkarner am 31. Dezember 2009
- Den Weblog gibt es seit Februar 2009.Monatlich steigende Zugriffsraten, bisher insgesamt 25.000 Zugriffe über die Übersichtsseite hinaus. Die meisten Zugriffe haben übrigens unsere eigenen Beiträge (was uns freut!).
- Das Hauptthema (über die überhaupt nicht angegangenen systemischen Verwerfungen hinaus): Die Banken (vor allem die Fed, aber auch in gehörigem Ausmass die österreichischen Banken) haben die Politik am Nasenring vor sich hergeführt, haben kaum ihre Verantwortung übernommen. Von bisher 825 Eintragungen auf diesem Weblog sind 61 mit dem Schlagwort „Nasenring“ getagged.
- Die Politik rühmt sich in Jahresrückblicken (und wird von verständnislosen Medien auch dafür gelobt), die Finanzkrise und Realwirtschaftskrise „gut bewältigt“ zu haben (wie, bitte?) Was hat sie gemacht: Nicht die Verursacher, Eigentümer, Gläubiger, Manager in die Verantwortung zu nehmen, sondern die drastischen Verluste zu sozialisieren!
- Die Bedrohung einer nicht zu finanzierenden Zinsenbelastung (schon heute höher als das Bildungsbudget), die sich mehr als verdoppeln wird (siehe „Milchmädchenrechnung des Föhrenbergkreises“) und die nur systemisch zur Hyperinflation führen kann, wenn nicht unsere „Contingency Plans“ zur Anwendung kommen, wird zwar immer in Nebensätzen von Ökonomen und Kommentatoren angesprochen, aber ohne erkennbare Reaktion oder gar Ausweg.
- Die Belobigung für einen neuen Aufbruch von Zivilcourage nehmen wir ernst und bitten weiter um Ihre Sympathie und Mithilfe: „Es zeigt, daß Euer Ansatz – z.B. den Föhrenbergkreis nach Salzburg zu holen – einem zunehmenden Bedürfnis der Bevölkerung entspricht. ….“Hinter dem ganzen Frust wächst eine extreme Bereitschaft, sich zu beteiligen, aber nicht mehr auf den klassischen Wegen in den Parteien“, folgert Kruse. Die Menschen suchten nach neuen Formen des Mitmachens. „Partizipation ist das große Thema der nächsten Jahre“, sagte er voraus. Eine neue Bewegung formiere sich: „Die wird noch stärker als die Ökologiebewegung der 80er Jahre.“
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Verfasst von hkarner am 30. Dezember 2009
Kommentar aus dem Standard vom 31. Dezember von Volker Kier und Stefan Gara (Mitglied des Föhrenbergkreises und Finanzwirtschafts-AK).
Am 14.12. 2009, knapp vor 8:00, offenbarte sich der moralische Bankrott der Regierung: Die Hypo Alpe Adria ist verstaatlicht. Die heldenhafte Rettung erbringt der Staat allerdings zu Lasten seiner Bürger/innen. Jahrelange Versäumnisse, Verantwortungslosigkeit, Aufsichtsdefizite, gefälliges Wegschauen, Betrügereien (es gilt die Unschuldsvermutung) werden in einer geordneten staatlichen Abwicklung entsorgt. Klare Worte des Finanzministers, staatsmännisch vorgetragen, von Experten beklatscht, sollen beim Wahlvolk nachdrücklich Verständnis für das „Notwendige“ bringen. Den ganzen “Kommentar der Anderen“ finden Sie im Standard.at
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Verfasst von hkarner am 23. Dezember 2009
Erhard Glötzl 22.12.2009
1. Die Finanzkrise ist eine Überschuldungskrise, d.h. die Kapitalansprüche sind höher als die Realwirtschaft zu leisten imstande ist
2. Die Ursache dafür, dass die Kapitalansprüche wesentlich rascher gewachsen sind als die Realwirtschaft, liegt unter anderem im Wesen des Kapitalismus. Nähere Begründungen dafür siehe „21 Thesen zur Finanzkrise“, im Besonderen These 3 bis These 7.
21 Thesen zur Finanzkrise – Langfassung: http://fbkfinanzwirtschaft.files.wordpress.com/2009/10/21thesen-zur-finanzkrise-langfassung-glotzl.pdf
3. Werden die Kapitalansprüche nicht geordnet reduziert und an die Leistungsfähigkeit der Realwirtschaft angepasst, kommt es zu einer unkontrollierbaren Ausgleichsreaktion in Form einer Systemkrise, die sowohl den Finanzsektor als auch den Realsektor erfasst.
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Verfasst von hkarner am 23. Dezember 2009
unsere ersten zwei Stellungnahmen zur Verstaatlichung der HAAG haben großen Widerhall und Zustimmung gefunden. Nur aus der Politik und Bankenwelt (no na!) gab es zwiespältige Aussagen:
- „absolut korrekt als Checkliste für Best-Practice“
- Aber leider gab es keine Alternative zur Verstaatlichung.
Deswegen unsere 3. Stellungnahme, mit der wir darzustellen versuchen
- Warum die Annahme des „alternativlosen Szenarios durch den Staat“ nicht stimmt
- Wie man es hätte besser lösen können.
WIE ES HÄTTE GEHEN KÖNNEN!
Grundprinzip:
o Die Allgemeinheit der Steuerzahler darf nicht zur Sicherung von Einkommen und Vermögen von Bankaktionären, Managern und Gläubigern (mit Ausnahme der zu sichernden Einlagen) herangezogen werden.
o Dies ist mit den gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen sicherzustellen. Nur falls diese nicht ausreichen, ist eine Verstaatlichung auf Zeit zur Durchsetzung obigen Prinzips vorzusehen.
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Verfasst von hkarner am 17. Dezember 2009
Wir haben die Übernahme der Hypo Alpe Adria Group durch den österreichischen Staat als unnötig und als schweren Fehler kritisiert. Wird sind ja nicht die einzigen, z.B. hat auch Daniel Gros, Leiter des führenden europäischen Think Tanks CEPS (Centre for European Policy Studies) dies im genau selben Sinne getan. Damit haben sich die Eigentümer und wesentliche Gläubiger (Banken) großteils aus ihrer Verantwortung gestohlen. Dafür sind Schulden in hoher Milliardenhöhe dem österreichischen Steuerzahler umgehängt worden, wie auch die Folgekosten mafioser und betrügerischer Machenschaften in Südosteuropa.
Ist es nun zu spät? Was könnte umgehend noch getan werden, um die Kosten für den österreichischen Steuerzahler möglichst gering zu halten? Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von hkarner am 13. Dezember 2009
Stellungnahme des Föhrenbergkreises. Von Günther Robol.
1. Was darf man nicht machen, wenn man eine Bank saniert!
- Die Eigentümer und die Gläubiger nicht in die volle Verantwortung nehmen.
- Im Vorhinein sagen, dass sie saniert werden soll. Also im Vorhinein sagen, dass sie eine Systembank sei. Daher wissen alle Beteiligten an den Verhandlungen, dass man sie jedenfalls retten werde.
- Berater nehmen, die selbst ein großes finanzielles Engagement haben (EÖSC, Raiffeisen, Unicredit, BAWAG als Teilnehmer an den Verhandlungen) und daraus noch ein Geschäft machen wollen.
- Eine Haftung für Altschulden übernehmen (und damit gegen die Regel Nr. 1 im M&A Geschäft verstoßen)
- Als Käufer sich keine Option offenlassen (wie z.B. Insolvenz oder geordnete Abwicklung).
2. Was man hingegen hätte tun sollen! Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von hkarner am 1. Dezember 2009
Ein erfreulich reflexives Buch über die Finanzkrise, ganz frisch (heute in Wien vorgestellt!) Mit ausgezeichneten Case Stories, aus denen der Autor dann seine Theorie entwickelt. Fast von Daniel Gross’ Analysequalität, spannend geschrieben. hfk
Wir erleben die größte Finanzkrise des 21. Jahrhunderts. Immer mehr Menschen sind Betroffene und verlieren das Vertrauen in das Wirtschaftssystem. Wie konnte es zu diesen Entwicklungen kommen?
Dem Experten und Autor des Buchs gelingt in spannender Weise der Vergleich zur zerstörerischen Kraft eines Tsunami, der nun scheinbar unerwartet über die Finanzwelt hereingebrochen ist. Dieses starke Bild entwickelt er anhand der jüngsten wirtschaftlichen Ereignisse zu einem eigenen Tsunami-Modell der Finanzwirtschaft.
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Verfasst von hkarner am 17. November 2009
Bankenhilfspaket bis 2010 verlängert – keine erhöhte Einlagensicherung mehr – kein weiterer Stimulus für die Realwirtschaft: der Finanzminister wird wohl unseren Contingency Plan gelesen haben – dann hat er aus Trotz in allen drei Fällen das Gegenteil gemacht! Tu felix Austria! (hfk)
aus ORF.on
Bankenhilfspaket bis Ende 2010 verlängert
Österreich wird den staatlichen Schutzschirm über seine Banken definitiv auch 2010 aufgespannt lassen. Der Ministerrat brachte heute die Verlängerung des Bankenhilfspakets auf den Weg.
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