Föhrenbergkreis Finanzwirtschaft

Unkonventionelle Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Staat muss Volksbank AG erneut retten

Posted by hkarner - 27. Februar 2012

Ja, wenn man das mehr als 2 Jahre verschlampt, kommt das raus. Ein dilettantisches Management sowohl auf Volksbank Seite wie bei FM, ÖNB, FIMBAG, FMA. (hfk)

Die Steuerzahler dürfen wieder Hunderte Millionen in die ÖVAG pumpen. Die Bank könnte im Gegenzug teilverstaatlicht werden.

Kurier, Letztes Update am 27.02.2012, 17:02

Österreichs Steuerzahler müssen dem Spitzeninstitut der Volksbanken unter die lahmen Flügel greifen. Ein V wie Victory schaut anders aus.

In dramatischen Verhandlungen zwischen den Spitzenmanagern des österreichischen Volksbankensektors, der Bankenaufsicht und dem Finanzministerium kam am Sonntag Abend die ganze Misere der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) ans Licht: Das Spitzeninstitut des Sektors, an dem die 62 regionalen Volksbanken knapp 61 Prozent halten, braucht dringend frisches Kapital. Und dafür soll erneut der Staat herhalten. Die ÖVAG könnte im Gegenzug teilverstaatlicht werden. Die Details sollen noch am Montag Abend präsentiert werden.

Der Grund für die Kapitalnot: 1,2 Milliarden Euro Verlust baute die ÖVAG im Vorjahr. Zur Deckung dieses Minus muss die Bank Teile des Eigenkapitals verwenden. Der Staat, der schon 2008 eine Milliarde Euro in die ÖVAG gesteckt und dafür bisher keinen Cent an Zinsen bekommen hat, verlangt den Volksbanken für die neuerliche Hilfe allerdings einiges ab. Sie müssen Haftungen für die ÖVAG übernehmen und einen Volksbanken-Verbund errichten, in dem sie ihre regionale Entscheidungsfreiheit verlieren und sich der ÖVAG unterordnen. Zudem müssen auch sie Kapital in die ÖVAG pumpen.

In einem ersten Schritt wird das Grundkapital der Bank inklusive der bestehenden Milliarde Staatsgeld zur Verlust-Abdeckung verwendet. In Schritt zwei müssen die Volksbanken den verkleinerten Kapitalpolster der ÖVAG wieder füllen. Auch an dieser Auffüllung wird sich der Staat beteiligen. Der Staat wird so zum Miteigentümer.Schritt drei ist die Gründung des neuen Volksbank-Verbundes und Schritt vier die Übernahme von Haftungen durch den Staat, der dafür ein Haftungsentgelt verlangt.

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Schreckens-Szenario
Müssen einspringen: Finanzministerin Fekter, Staatssekretär SchiederDie regionalen Volksbanken hatten sich lange mit Händen und Füßen gegen eine solche Lösung gewehrt. Sie wollten aus der ÖVAG alle wirtschaftlich nicht rentablen Teile abtrennen – wie den Sanierungsfall Volksbank Rumänien und das gesamte Immobiliengeschäft – und Haftungen nur für den gesunden ÖVAG-Teil übernehmen.

Die anderen Aktionäre – deutsche DZ Bank, Raiffeisen Zentralbank und indirekt der Staat über das 2008 einbezahlte Partizipationskapital – wären mit den schlechten Teilen der ÖVAG übrig geblieben – so der Traum der Regionalbanken.

Am Wochenende aber wurde klar: Aus diesem Plan wird nichts. Der Staat ließ sich damit nicht abspeisen und drohte den Volksbanken sogar, einen staatlichen Aufpasser in die ÖVAG zu setzen, falls sie nicht von ihrem Plan abrückten. Die ÖVAG wäre in diesem Fall nicht lebensfähig gewesen.

Keine andere Option

Die regionalen Volksbanken haben am Montag einen “Gruppentag” einberufen, auf dem sie – mangels Alternative – wohl zähneknirschend diesem Plan zustimmen dürften. Die ÖVAG sollte damit auf Jahre hinaus stabilisiert werden.

“Viele Volksbanker hätten sich die Gespräche am Wochenende wohl anders vorstellt”, sagte ein Verhandlungsteilnehmer zum KURIER. Es seien harte Gespräche gewesen, in denen den Volksbanken klargemacht worden sei, dass es keine andere Option als die Aufgabe ihrer regionalen Entscheidungsfreiheit und den Kapitalzuschuss gebe.

Serie von Misserfolgen 2011.  1,2 Milliarden Euro Verlust wird die Österreichische Volksbank AG 2011 einfahren, auf 800 Millionen Minus kommt der gesamte Volksbank-Konzern. Die Gründe für das schlechte Abschneiden sind: Hohe Verluste der Tochterbank in Rumänien; 80 Millionen Kapitalzuschuss für die verlustreiche Ungarn-Tochter; Verkauf der Volksbank International um gut 80 Millionen Euro billiger als erwartet; Abwertungen für Griechenland und für Kreditausfallsversicherungen; Abwertung des Partizipationskapitals, das die ÖVAG in ihre frühere Tochter Kommunalkredit eingeschossen hat.

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Eine Antwort to “Staat muss Volksbank AG erneut retten”

  1. Manchmal sagt ein Reklamespot mehr als tausen Worte, und es wäre lustig, wenn es nicht so tragisch und ungerecht wäre:

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