Ein großes Malheur ist das allerdings nicht. Denn wie die ÖVAG vorweg schon selbst gesagt hat, kam der Stresstest einfach „zu früh“. Wirtschaftsblatt, 16/7.
Kommentar von hfk:
- die Troubles der ÖVAG rühren ausschließlich vom Österreich Geschäft (Investkredit, Kommunalkredit und deren Töchter) – und sind seit 2 1/2 Jahren bekannt. Also: was ist da “zu früh”?
- Warum der ÖVAG Aufsichtsrat und der Vorstand (da sitzen heute noch welche von “damals”) nicht früher agiert hat, versteht nur, wer auch den Vorwurf eines IWF-Spitzenbankers versteht: “cooperatives usually sit on a large, ownerless endowment. The ownerless nature of this endowment raises risks of misuse and appropriation, while leaving members with limited incentives to exert effective oversight
over what is being done with it”. - Ob es überhaupt Aufgabe des Spitzeninstituts eines Genossenschaftssektors ist, neben dem Liquiditätsausgleich (riskant) auf eigene Kosten zu veranlagen, wäre Aufgabe für (die “nicht existenten” ) Eigentümer – siehe oben – , zu entscheiden.
- Die FIMBAG und die FMA als Aufsichtsorgane haben in ihrer Professionalität noch das ihre zur Verschleppung beigetragen (die FMA in ihrer Zögerlichkeit der letzten Monate sogar dazu, dass es gestern zum “Skandal” kam – Stichwort: Investkredit Integration)
- Für Österreich und die Reputation des Finanzsystems ist es eine Schande. Aber nun sind wir(endlich) in der gleichen (Stresstest-) Liga wie Griechenland und Spanien
- Was überhaupt nicht als “schade” kommentiert wird: Österreich verliert eine ihrer besten Geschäftsbasen in Mittel- und Südosteuropa (mit dem wahrscheinlichen Verkauf der “Volksbank International” an die russische Sberbank). Die VBI war wohl das am wenigsten “gierige” österr. Institut in CEE, ist am wenigsten unbehutsam vorgegangen (Entschuldigung für die geschwollene Ausdrucksweise, aber simpler lässt sich das nicht sagen!). Den Rest des Beitrags lesen »

