Handelsblatt.com, 30/10
Noch halten fast alle EU-Mitglieder im Osten die Maastricht-Kriterien ein, doch die Schulden steigen rasant. Immerhin erwarten Experten jetzt mehr Wirtschaftswachstum. Wie es um die Staatskassen von Polen, Bulgarien und Co. steht.
Schuldenuhr in Warschau: Auch in Osteuropa steigen die Staatsschulden rasant. Quelle: Reuters
BERLIN. Rot rennen die Zahlen der Warschauer Schuldenuhr. Sekündlich steigt Polens Staatsschuld so für jeden sichtbar. Vor kurzem hat Leszek Balcerowicz, der als Finanzminister der ersten postkommunistischen Regierung im Ostblock 1989 zum Vater der Marktwirtschaft in Polen wurde, die Schuldenuhr eigenmächtig installiert. Der Radikalliberale protestiert so gegen eine immer höhere Staatsverschuldung.
Staatsschuld mehr als verdoppelt
Trotz des Wirtschaftswachstums sogar im Krisenjahr 2009 wächst Polens Schuldenberg immer rasanter: Für dieses Jahr rechnet Finanzminister Jacek Rostowski sogar mit einem Haushaltsdefizit von 7,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). 2011 kann Polens Schatzmeister auch kaum sparen – denn dann kommt inmitten der ersten polnischen EU-Ratspräsidentschaft die Parlamentswahl. Und so robbt die Staatsverschuldung dicht an die Maastricht-Grenze von 60 Prozent heran. Den Rest des Beitrags lesen »