Ein Großteil der Rentenlasten und der Krankenkosten sind nicht gedeckt. Wegen der Alterung nehmen die Lasten drastisch zu. Die verdeckte Staatsschuld ist damit viel höher als offiziell angegeben. Und das bei weitem nicht nur in Griechenland.
Von Philip Plickert, FAZ.net
26. April 2010
Laurence Kotlikoff versteht es, zu schockieren. „Die Vereinigten Staaten sind vermutlich in einer schlechteren fiskalischen Verfassung als Griechenland“, sagt der Wirtschaftsprofessor von der Universität Boston. Er meint das ernst, bitterernst. Offiziell haben die Vereinigten Staaten nach der Rezession 12 Billionen Dollar Staatsverschuldung – nächstes Jahr wird sie nach Angaben des Congressional Budget Office auf 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen. „Die fiskalische Lücke ist in Wahrheit viel breiter: so groß wie die Wirtschaftsleistung von elf Jahren“, sagt Kotlikoff. Er ist nicht irgendeiner jener Propheten, die den Untergang ausrufen. Er gehört zu den angesehenen Ökonomen des Landes, seine Bücher – etwa „The Coming Generational Storm“ – werden von Nobelpreisträgern als scharfe Analysen gerühmt.
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